PLAYCENTRAL TEST Dead Space 2

Dead Space 2: Test: Ich mach mir gleich ins Hemd, vor lauter Schiss..

Von Redaktion PlayCentral - Test vom 23.02.2011 08:57 Uhr

Die Wartezeit für die Fans vom Genre Survival Horror, beziehungsweise Action war unerträglich und zutiefst nervenaufreibend.  Denn vor nicht allzu langer Zeit war unklar, ob es Dead Space 2, Nachfolger des gefeierten ersten Teiles, überhaupt in die Regale der deutschen Videospielläden schafft.  Durch das Veto aus Bayern schien den Videospielern die Hoffnung geraubt zu sein. Doch glücklicherweise, nach wochenlangem Bangen, stand es fest: Dead Space 2 erscheint tatsächlich in Deutschland. Zwar mit Verspätung, aber es wird kommen.

Monster-Alarm im All

Keine Frage: Der erste Teil von Dead Space hat Science-Fiction und Horrorfans gleichermaßen begeistert. Der Titel darf einfach in keiner Sammlung fehlen. Nun ist es soweit, auch nach einigem Hin und Her dürfen deutsche Spieler den Titel in den Händen halten. Ob sich der hartnäckige Kampf gegen den Widerstand aus Bayern gelohnt hat verrät euch natürlich wieder unser ausführlicher Test.

Die Geschichte greift drei Jahre nach den ersten Ereignissen auf. Isaac Clarke bleibt kaum Zeit, Luft zu holen. Dies liegt nicht an den unendlichen Weiten des Weltraumes, viel mehr an den Dingen, die mit ihm angestellt wurden: Der Protagonist erwacht in einer Raumstation, die den Saturn umkreist, und muss sich einer neuen Terrorwelle der blutdurstigen Wesen stellen. Die Necromorphs rauben Isaac den Atem, aber auch dem Spieler selbst, denn in den ersten Spielminuten wird dieser wahrhaft dazu gezwungen, durch die mehr oder weniger weiten Durchgänge der Station zu rennen, damit Isaac den Angreifern nicht zum Opfer fällt. Ist dieser Überfall nicht schon Schock genug, wird dem Spieler auch noch jegliche Möglichkeit genommen, sich zu wehren: Isaac Clarke steckt in einer Zwangsjacke. Ihr ahnt es schon und liegt völlig richtig. Isaac ist gebrochen und aufgewühlt wie nie zuvor.

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 Isaac Clarke ist zurück, die arme Sau!

Wenn Isaac jedoch seine beengende Jacke abgelegt hat, geht es richtig los. Einige Erkundungen und dann habt ihr ihn endlich: den durchschlagenden Plasmacutter. Aber nicht nur das, mit dem nötigen Kleingeld und – später mit dem entsprechenden Schema – wartet einige Bildschirme weiter ein Shop auf euch. Und in diesem Shop  findet ihr ihn: euren Anzug. Hineingeschlüpft und sobald sich der Helm um Isaac’s Kopf schließt ist die Spannung dem Zerreißen nahe. Die Entwickler haben es wieder grandios hinbekommen, dem Spieler das Gewohnte zu geben und doch wieder zu überraschen.

Sie sind überall..

So überraschen auch zu genüge die Veränderungen. Natürlich wird weder an diesen noch an Verbesserungen gegeizt. Im Gegensatz zum ersten Teil bekommt ihr wertvolle Munition oder lebensrettende Heilitems beispielsweise nun durch gezieltes Zertreten eurer Gegner. Ist der Gegner erledigt, darf Isaac noch einen Tritt nachsetzen und wird also quasi dafür sogar noch belohnt. Das Konzept, das euch von gut geplanten Headshots weglockt, greift auch wieder im Nachfolger. So schießt der Spieler weiterhin auf die Gliedmaßen des Widersachers um ihn zu schwächen und kontinuierlich in Stücke zu zerfetzen. Dabei findet Dead Space 2 allerdings ein „gesundes Maß" an Zerstörung. Ich hatte nie das Gefühl, lächerlich und übertrieben viel meines Gegners abschnippeln zu müssen, damit dieser seine ekligen Klauen nicht in meinem Charakter versenken konnte.

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Ich mach dich platt!

Wie bereits angekündigt begegnet ihr vielen alten Necromorphs, darunter sind aber auch einige neue vertreten. Die Stalker beispielsweise machen ihrem Namen alle Ehre. Eine der Szenen des Spieles, die mich beengte und  verkrampfen ließ, war für mich ein großer Raum, vollgestellt mit Containern, die Isaac locker überragten. Mit der gesunden und durch die vorher erlebten Ereignisse berechtigten Vorsicht taste ich mich durch die schmalen Durchgänge, bis plötzlich ein Stalker um die Ecke sieht. Und so kündigen sie sich immer an. Ein kurzer Blick und kurz darauf stürmen sie los. Entweder in einer erschreckenden Schnelle direkt zu Isaac oder in eine andere Richtung. Haben sie ihr Ziel getroffen, fliehen sie in Windeseile und die Prozedur wiederholt sich so lang, bis einer am Ende stehen bleibt. Ob das du bist oder der Necromorph liegt wie immer nur in deinen Händen.

Zwei weitere Widersacher, die an euren Nerven zehren und euer Leben beenden wollen sind kinderähnliche Necromorphs. Die Crawler beispielsweise krabbeln als kleine Babys auf euch zu, um als Zeitbomben zu dienen und euch ins Jenseits zu blasen, während die Packs, die Kleinkindern sehr ähneln, lärmend und immer in Gruppen auf euch zu stürmen. Ein Pack allein ist einfach zu erledigen, jedoch ist die Anzahl des Spielers größter Feind.

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Nichts für schwache Nerven..

Slaher hier und da..

Die Slasher begegnen euch am Meisten in Dead Space 2, ihr kennt diese auch schon aus dem vorigen Teil. Eine leicht veränderte Form, der sogenannte Puker, hält, was der Name verspricht. Kommt man ihm zu nahe, scheint er mit seinem ätzenden Erbrochenen mehr Schaden anzurichten, als man zuerst meinen sollte. Ist Isaac erst einmal getroffen, zehrt die Flüssigkeit nicht nur an seiner Energie sondern verlangsamt auch seine Bewegungen für einige Augenblicke. Yummy…
 Vorsicht geboten, ist auch bei Erkundungstouren und Kistenöffnen im späteren Spielverlauf. Die Cyst, versteckt an Wänden, auf dem Boden oder gar an der Decke, könnten Isaac mit ihren tödlichen Bombengeschossen erwischen und ganz schnell das Licht aushauchen. Dadurch, dass ihnen jegliche Möglichkeit der Bewegung genommen wurde, sind sie allerdings ein ziemlich leichtes Ziel… Wenn man sie denn rechtzeitig wahrnimmt und genügend Zeit zum Reagieren bleibt…

Die Anzahl an Gegnern, die euch das Leben schwer machen sollen, ist beachtlich gestiegen. Auch die Möglichkeiten für euer Ableben haben sich erhöht, denn den Necromorphs ist es mittlerweile möglich, euch auch von hinten anzugreifen. Allerdings sind es nicht die Necromorphs, den größten und bittersten Kampf beschert Isaac Clarke in Dead Space 2 sich selbst. Erinnern wir uns zurück: im ersten Teil, an Bord der Ishimura, geschahen Dinge, die niemand sich vorstellen vermochte. Isaac Clarke trat dort noch zurückhaltender auf, kein Wunder, schließlich wurde der Ingenieur aus heiterem Himmel in die Hölle gestoßen. Im zweiten Teil vermittelte mir Isaac jedoch ein anderes Gefühl. Er ist mutiger, tritt weniger zögernd auf und ist doch stärker als zuvor. Zumindest nach außen hin. Und genau dies ist es, was das Spiel so interessant macht. Diese Widersprüchlichkeit an sich. Man glaubt, sich getäuscht zu haben um wieder eines Besseren belehrt zu werden.

Dem Spieler werden zur gleichen Zeit zwei Sichtweisen geboten. Einmal erlebt man Isaac vor und aus den Augen von anderen Leuten. Bemüht, zu helfen, zu retten, sich zu wehren. Wenn er allein ist, fühlt man aber die Unsicherheit, das Gebrochene des Protagonisten. Ob man will oder nicht, man taucht in die Gefühlswelt von Isaac eindrucksvoller ein als im Vorgänger, bereits ganz zu Beginn des Spieles. Eindrucksvolle Sequenzen, in denen Isaac wieder von seinen Halluzinationen über seine verstorbenen Freundin Nicole gequält wird, finden sich immer wieder passend und gekonnt ins Spiel gesetzt. Die Umgebung wechselt genauso wie die Stimmung vom Helden selbst: einmal findet sich der Spieler in einem düsteren Raum vor, der nur wenige Schritte vorher an einem bunten Kinderzimmer angrenzt.
Genauso eine Detailverliebtheit wie in der Umgebung findet sich im Sound wieder. Wenn dies nicht sogar das Meisterstück des Spiels ist. Die Szenarien spielen mit der Vorstellung und stecken voller Ideen der Entwickler. Der Sound ist so präzise und auf den Punkt perfekt gesetzt, dass der Spieler ständig unter Strom steht, Ausschau haltend, wo und wann der nächste Gegner auftaucht. Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet.

Bedauerlicherweise ist eines gleichgeblieben: Isaac ist und bleibt jemand, der von anderen Leuten von A nach B geschickt wird. Immer wieder taucht ein beliebiger Charakter auf, der den Protagonisten aus der Ferne oder aus unmittelbarer Nähe wieder herumkommandiert. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Isaac wenigstens einmal auf den Tisch haut… Allerdings ist dies wirklich kein Grund zu meckern. Bei mir entstand nur der Wunsch, dass sich mein Charakter endlich ein wenig widersetzt; oder dass er sich weiterentwickelt oder zumindest daraus lernt, sich nicht von irgendjemand irgendwohin schubsen beziehungsweise beordern lässt. Ich komme so nicht von dem Gedanken herunter, dass Charaktere erscheinen, Isaac kapitelweise nach Belieben herum schieben und dann sterben.

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In Dead Space 2 kommen verschiedenste Waffen zum Einsatz

Für Dead Space 2 steht auch erstmals ein Multiplayer zur Verfügung. Dieser ist allerdings ziemlich schnell uninteressant für mich geworden. Es stehen fünf Maps beziehungsweise Modi zur Verfügung. Die Spieler werden in Teams gesplittet: die Menschen und die Necromorphs. Die Zeile spricht für sich selbst. Die Menschen kämpfen ums Überleben und die Truppe aus Necromorphs setzt alles daran, ihre Gegenüber um die Ecke zu bringen. Auch wenn die Idee als Necromorph zu spielen wirklich interessant erscheint auf den ersten Blick habe ich mich gefühlt, als würde ich mit einem abgebrochenen Zahnstocher gegen das andere Team spielen. Die Stärke meiner Angriffe ist ein Witz. Der Funke sprang nicht wirklich über im Multiplayer. Schade? Nicht wirklich, Dead Space hat mich als Singleplayer zu sehr begeistert, als dass ich einen Multiplayer zur Motivation benötigen würde.

96
Dead Space 2 im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Fazit

Zusammenfassend ist Dead Space sein Geld und seine Zeit auf jeden Fall wert. Es ist mehr als ein Actiongame und auch so viel mehr als ein Spiel aus dem Horrorgenre. Das Spiel gleicht einer Geschichte über Isaac Clarke, die den inneren Kampf mit sich selbst und die Verarbeitung der Geschehnisse aus der Vergangenheit erzählt. Doch die Entwickler haben sich nicht nur allein auf die mitreißende Story gestürzt. Bei Dead Space 2 stimmt einfach das Gesamtpaket. Die Story begeistert und reißt mit, die Umgebung ist schaurig und detailverliebt, dazu unheimlich abwechslungsreich. Dazu vermittelt die Umgebung den Eindruck, real zu sein, wahrlich irgendwo irgendwie zu existieren. Der Sound ist perfekt und lässt dem Spieler die Nackenhaare zu Berge stehen. Die Steuerung ist verbessert und ein wenig flüssiger. So geht sie etwas leichter von der Hand als im ersten Teil. Nostalgie pur bietet im späteren Spielverlauf die Erkundung bekannten Territoriums… Dead Space 2 ist ein Meisterwerk und raubt mehr als nur einmal den Verstand des Spielers und dessen Gesteuerten, Isaac Clarke, selbst.

Geschrieben von Jennifer Reichel

Pro

+Unglaubliche Umgebung
+Perfekt abgestimmter Sound
+Story, die unter die Haut geht und in bis ins Mark dringt
+Starke und fehlerfreie Steuerung
+Playstation 3-Version beinhaltet Wii Titel Dead Space Extraction

Contra

-Mutliplayer ist ein wenig schwach und unausgeglichen
-Charaktere tauchen wahllos auf und erfüllen größtenteils den Zweck, Isaac für eine Zeit herum zu scheuchen 

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