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Super Mario Odyssey: Mit Mario auf Weltreise

Von Yannick Arnon - News vom 06.11.2017 08:39 Uhr

Nach Monaten der Vorschusslorbeeren war abzusehen, dass der Release von Super Mario Odyssey ein voller Erfolg werden würde. Es regnete Top-Wertungen und das Jump’n’Run konnte neue Verkaufsrekorde für die Mario-Reihe setzen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Super Mario Odyssey mag vielleicht nicht das beste Spiel aller Zeiten sein. Trotzdem wird es auf lange Sicht eine Messlatte darstellen, nicht nur für 3D-Plattformer.

Bäm, Mario vs. Bowser! Super Mario Odyssey holt gar nicht erst groß aus, sondern beginnt direkt mit einem Kampf der beiden Erzfeinde an Bord eines Luftschiffes, nachdem Prinzessin Peach wieder einmal entführt wurde. Die Konfrontation endet ziemlich mies für Mario. Er stürzt von Bord, Bowser bereitet seine Hochzeit mit Peach vor und außerdem wird Marios geliebte Mütze zerfetzt. Als der Nintendo-Held in Bonneton wieder zu sich kommt, ist er nicht allein. Cappy, ein gestaltwandelnder Geist aus diesem Königreich, hat auch ein Hühnchen mit Bowser zu rupfen. Seine Schwester Tiara ist ebenfalls entführt worden, deswegen bietet er Mario seine Hilfe an. Die meiste Zeit nimmt er als Mütze auf Marios Kopf Platz und kann als Wurfgeschoss benutzt werden, doch seine eigentlichen Talente lernt ihr im anschließenden Tutorial kennen.

Landet Cappy auf einem geeigneten Gegner oder Objekt, schlüpft ihr in dessen Körper hinein und übernehmt dessen Kontrolle. Vom Frosch bis hin zum T-Rex, die Größe spielt keine Rolle. Auch Hammer-Brüder, Gumbas und Kugelwillis lassen sich kapern. Im späteren Spielverlauf haben eure Feinde Kopfbedeckungen auf, die erst einmal beseitigt werden müssen, damit sie von euch gekapert werden können. Insgesamt 52 dieser Verwandlungen hält das Spiel für euch bereit, darunter auch ein paar Überraschungen, die ihr auf jeden Fall selbst entdecken solltet. Haltet ihr den Wurfknopf gedrückt, bleibt Cappy etwas länger in der Luft und kann euch dabei helfen, die Reichweite eurer Sprünge zu erhöhen. Mit Wandsprung, Rückwärtssalto und Weitsprung lassen sich in Kombination mit Cappy beachtliche Distanzen zurück legen.

Der Spielablauf an sich ist erstaunlich konventionell. Ihr erkundet die Level und helft NPCs mit ihren Wehwehchen, um Power Monde zu verdienen. Diese benötigt ihr für die Odyssey, eine Flugmaschine in Form eines Hutes, um neue Königreiche freizuschalten und an Bowsers Fersen zu bleiben. Anders als in früheren 3D-Marios gibt es keine Hub-Welten, ihr reist direkt über eine Weltkarte von einer Welt zur nächsten.

Beim ersten Betreten eines Levels habt ihr zunächst nur zu einem kleinen Teil Zugriff. Die Erfüllung bestimmter, storybezogener Aufgaben ist Pflicht, damit ihr in alle Bereiche eines Levels vordringen könnt. Zum Teil verändern sich auch Tageszeit oder Wetter in den Settings, Auswirkungen auf das Gameplay hat dies jedoch in der Regel nicht. Es bleibt euch überlassen, ob ihr direkt ins nächste Königreich reist oder noch in der aktuellen Welt ein paar Monde verdient.

Kleider machen Leute

Super Mario Odyssey setzt auf weitläufige Levels, mit mehreren Ebenen und versteckten Räumen. Mit dem Minus-Knopf blendet ihr die Übersichtskarte ein, auf der wichtige Punkte markiert sind. Außerdem könnt ihr direkt zu Checkpoints warpen, wenn ihr die dazugehörigen Flaggenmasten bereits berührt habt. Natürlich sammelt Mario auch wieder Münzen, die in den Crazy Cap Stores gegen diverse Goodies eingetauscht werden, zum Beispiel gegen Outfits, Hüte und zusätzliche Monde. Münzen kommen in zwei verschiedenen Ausführungen daher: einmal die altbekannten goldenen Münzen und zum anderen die Währung des jeweiligen Königreichs, in dem ihr euch gerade befindet. Manche Kostüme und Souvenirs, mit denen die Odyssey verziert werden, lassen sich nur gegen die Währung des momentanen Levels tauschen.

Auch wenn die Levels deutlich größer als in vorherigen 3D-Marios ausfallen, sind sie leider trotzdem oftmals entweder schwebende Plattformen über einem Abgrund oder durch unsichtbare Wände begrenzt. Jedes Königreich und seine Bewohner gehören zu einem Oberthema, das den Charakter der Welt ausmacht. Das Holz-Königreich besteht aus mehreren Gärten, die von Robotern bewirtschaftet werden, während das Schlemmerland von Gabeln mit Kochmützen bevölkert wird.

An manche Aufgaben für Monde werdet ihr nur herangelassen, wenn ihr gerade das passende Kostüm tragt. Beim Design der Aufgaben laufen die Entwickler zu kreativer Hochform auf und spornen euch dazu an, jeden Winkel aufs Genaueste zu untersuchen. Umso nerviger ist es, dass ein paar der Mini-Quests wie formularische Lückenfüller wirken und Nintendo wieder einmal die Idee eines schwebenden Kopfes mit fliegenden Fäusten für einen Bosskampf verwendet.

Trotz alledem macht es so viel Spaß mit Mario durch die Levels zu rennen und zu springen, dass man auch nach längerer Zeit den Controller nicht aus der Hand legen will. Jeder erbeutete Mond ist ein kleines Erfolgserlebnis und es ist eine Wonne zu sehen, was für Ideen sich die Entwickler als nächstes ausgedacht haben. Nintendo hat bereits im E3-Trailer subtile Hinweise darauf gegeben, wo das Finale des Spiels stattfindet und es ist ein regelrechter „Whoa!“-Moment, wenn sich in Gedanken der Zusammenhang erschließt.

Auch Retro-Fans kommen auf ihre Kosten, denn es gibt zahlreiche 2D-Abschnitte im Stil von Super Mario Bros., die ihr durch pixelige Röhren betretet. Solltet ihr gerade ein alternatives Kostüm tragen, wird auch die 8-Bit-Version von Mario angepasst. Die aufrufbare Karte ist wie ein Reiseführer für die jeweilige Region gestaltet, inklusive kurzer Info-Texte und Bilder. Details wie diese sind der Beweis dafür, wieviel Wert man auf Details gelegt hat.

Immer noch aufgezwungene Fuchtelsteuerung?

Für die Steuerung stehen mehrere Controller-Typen zur Auswahl, es werden sowohl ein bis zwei Joy Cons sowie der Pro-Controller unterstützt. Das Spiel selbst empfiehlt jeweils einen Joy Con pro Hand, aber gerade für nach Präzision verlangende Segmente, wie die 2D-Abschnitte, werdet ihr euch nach einem klassischen Steuerkreuz sehnen. Leider sind jegliche Bewegungen nur mit dem Analogstick möglich, dem Steuerkreuz bzw. dessen Knöpfe auf dem Joy Con sind die Aktivierung der amiibo-Features und des Foto-Modus zugewiesen. Auch mit deaktivierter Bewegungssteuerung ist für manche Aktion ein Schütteln des Controllers notwendig, trotz ausreichender Buttons auf dem Controller. Größtenteils lässt sich präzise steuern, fragwürdig sind manche der doppelten Tastenbelegungen für einzelne Moves. Im schlimmsten Fall setzt Mario über einer Schlucht zu einer Stampfattacke anstatt eines Hechtsprungs an.

Dank zahlreicher Rücksetzpunkte ist auch ein Sprung ins Nichts kein großes Problem. Nach dem dritten gegnerischen Treffer segnet Mario das Zeitliche, sofern ihr nicht vorher eure Gesundheit mit Herzen aufgefrischt habt. Ein Bildschirmtod kostet euch lediglich zehn Münzen und selbst wenn ihr alle davon an einer besonders hartnäckigen Stelle aufgebraucht haben solltet, habt ihr trotzdem unbegrenzt viele Continues. Gerade für Mario-Veteranen stellt das Durchspielen der Story im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad keine allzu große Herausforderung dar. Nach dem Abspann zieht der Schwierigkeitsgrad kräftig an, manche der Monde werden eure Skills gnadenlos auf die Probe stellen. Dank des in den Optionen zu findenden Easy Mode, der euch mit sechs statt drei Trefferpunkten starten lässt, haben auch Gelegenheitsspieler die Chance dazu, Marios Weltreise abschließen zu können.

In Super Mario 64 ließen sich insgesamt 120 Sterne finden, Odyssey schlägt diese Zahl um ein Vielfaches. Erst nach 999 Power Monden könnt ihr mit Fug und Recht behaupten, das Spiel zu hundert Prozent bezwungen zu haben. Die Zahl der Power Monde pro Level variiert stark, zum Teil werdet ihr regelrecht damit bombardiert wie mit Kamellen auf dem Kölner Karneval.

Auf der Suche nach weiteren Monden stehen euch mehrere Hilfen zur Verfügung. Von einem Kakadu erhaltet ihr Hinweise auf noch zu erfüllende Quests, jedoch nur maximal zwei auf einmal. Gegen 50 Münzen markiert ein Toad die Position von noch nicht gefundenen Monden auf eurer Karte. Wenn ihr amiibo-Figuren zur Hand haben solltet, könnt ihr sie von einem Roboter auf die Suche nach weiteren Power Monden schicken lassen, nach fünf Minuten erscheinen die Markierungen auf eurer Karte. Manche Figuren schalten direkt neue Outfits und Kopfbedeckungen frei, ohne dass ihr dafür Münzen bezahlen müsst.

Jiggle-Physik für Marios Nase

Super Mario Odyssey mag nicht das erste Mario-Spiel in HD sein, aber es ist ohne Zweifel das bisher schönste. Einzelne Fasern auf Marios Latzhose oder Schuppen auf Bowsers Haut sind deutlich zu erkennen. Sowohl in der Docking-Station als auch im Handheld-Betrieb beträgt die Bildwiederholrate 60 Bilder pro Sekunde. Die Entwickler haben merklich mehr Wert auf Framerate, als auf Auflösung gelegt, das sieht man vor allem an den vielen flimmernden oder gezackten Kanten.

Besonders New Donk City scheint der Hardware Probleme zu bereiten. Immer wieder ploppen Objekte auf und weiter entfernte Fußgänger bewegen sich mit einer deutlich langsameren Framerate, als wenn sie in eurer Nähe sind. Es hat einen Hauch vom „Uncanny Valley“-Effekt, wenn Mario von realistisch aussehenden Menschen umgeben ist. Der Stil zwischen den Levels ist nicht einheitlich, doch das macht der Abwechslungsreichtum des Designs aus.

Dafür wissen die visuellen Effekte sehr zu gefallen: Wenn es regnet oder ihr an einem Wasserfall vorbei lauft, sind auf dem Screen Wassertropfen zu erkennen. Zusammen mit dem HD Rumble profitiert die Atmosphäre dadurch immens. Das Vibrieren des Controllers lässt euch Schritte spüren und weist euch auf im Boden versteckte Objekte hin. Marios Charaktermodell und seine Reaktionen auf die Umgebung sind aber das wahre optische Highlight. Je nach Temperatur beginnt Mario entweder zu zittern oder sich Luft zuzufächern. Bleibt ihr in einem Schneesturm stehen, bedecken Schneeflocken seinen Körper und es sind Nässereflektionen zu sehen, wenn ihr nach dem Schwimmen das Wasser verlasst. Auch Schaden wird visualisiert, durch Rußschwärze oder giftige lila Pampe, und wenn Mario zu enge Bekanntschaft mit einem Kaktus schließt, bleiben Nadeln in seiner Nase stecken.

Steht Mario neben einem Radio oder einem Musiker, fängt er an das Tanzbein zu schwingen. Der Soundtrack ist dabei prall gefüllt mit alten und neuen Ohrwürmern, angeführt vom Titelsong „Jump Up, Super Star!“ und Hintergrundthemen, bei denen man instinktiv an das dazugehörige Königreich denken muss. Melodien gehen wie in Banjo-Kazooie ineinander über, sobald ihr einen neuen Bereich betretet. Wenn ihr eine der Pixel-Röhren entert, läuft ein 8-Bit-Remix des aktuellen Stücks und die Soundeffekte klingen ebenfalls wie von vor 30 Jahren. Bis auf wenige Samples ist Sprachausgabe Mangelware, Dialoge werden zumeist per Text geführt. Manche der NPCs haben hilfreiche Tipps auf Lager, die ihr beherzigen solltet.

Ein echter Mario

Gut zehn bis zwölf Stunden dauert es, bis ihr Bowser durch 14 Königreiche verfolgt habt und seine geplante Traumhochzeit platzen lasst. Doch auch nach dem Abspann gibt es noch viel zu erledigen, mit dem Postgame-Content warten noch einige Sahnestücke auf euch, von zusätzlichen Power Monden ganz abgesehen. Super Mario Odyssey steckt voller Mario-Fanservice und Hommages an Klassiker von früher, sei es in Form von Charakteren, Kostümen oder musikalischer Zitate.

Wahrnehmbare Ladezeiten sind nahezu non-existent und die wenigen Ausnahmen sind in höchstens drei bis vier Sekunden abgeschlossen. Der Spielfluss bleibt deswegen ununterbrochen, das Sammeln von Monden und Wechseln der Level wirken wie aus einem Guss. Online-Features gibt es bis auf eine Bestenliste, in denen ihr eure Leistungen mit denen anderer Spieler vergleichen dürft, nicht.

Wie schon in Super Mario Galaxy gibt es eine Light-Variante eines Koop-Modus für Super Mario Odyssey. Der zweite Spieler übernimmt die Controlle über Cappy und kann die Mütze frei im Raum steuern. Die Kamera bleibt auf Mario fokussiert, zu weit entfernt und Spieler 2 verschwindet aus dem Sichtfeld. Insgesamt etwas chaotisch und unübersichtlich, eine nette Dreingabe bleibt dieses Feature trotzdem.

Ebenso wie der spielinterne Foto-Modus, in dem ihr jederzeit Bilder knipsen und mit verschiedenen Filtern bearbeiten könnt. Alles in allem zeigt Super Mario Odyssey, warum Nintendo ein solch hohes Ansehen genießt. Mit makellosem Gameplay und jeder Menge Inhalt demonstriert man erneut, dass Mario seinen Status als Ikone zu Recht besitzt. Wenn eine Perle wie Super Mario Odyssey bereits im ersten Jahr für Nintendo Switch erscheint, dann stehen der noch jungen Hybrid-Konsole goldene Zeiten bevor.

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