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Star Trek: Discovery: Drehbuchautor Walter Mosley kündigt, weil er das N-Wort nicht sagen darf

Von Heiner Gumprecht - News vom 08.09.2019 16:19 Uhr
© CBS Television Studios / Larry D. Moore CC BY-SA 4.0

Der mehrfach ausgezeichnete US-amerikanische Schriftsteller Walter Mosley kündigte nun als Drehbuchautor bei „Star Trek: Discovery“ weil er das N-Wort nicht benutzen darf.

Bereits seit vielen Jahren und wahrscheinlich noch viele mehr, wird darüber diskutiert, ob das Wort, das da mit N beginnt, gesagt werden darf oder nicht. Und wenn, von wem und in welchem Zusammenhang. Viele gehen heutzutage davon aus, dass Afroamerikaner selbst es verwenden können, wann und wo immer sie wollen. Autoren wie dieser News-Schreiberling und quasi jede Person des öffentlichen Lebens, laufen jedoch schnell Gefahr, damit vielen Leuten stark auf die Füße zu treten.

Gekündigt wegen N-Wort

Der afroamerikanische Schriftsteller Walter Mosley musste nun die Erfahrung machen, dass die Sache nicht ganz so einfach ist. Er selbst ist erst seit wenigen Wochen Teil des Schreiber-Teams von Star Trek: Discovery gewesen und bekam bereits nach kurzer Zeit einen Anruf von der Personalabteilung, weil sich einer der Kollegen von ihm beleidigt fühlte. Mosley hatte in einem Team-Meeting das N-Wort gesagt und sich damit keine Freunde gemacht.

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Jedoch hat er niemanden mit diesem Begriff direkt angesprochen, sondern laut einem Auszug aus der New York Times lediglich eine Geschichte erzählt, in der das Wort verwendet wurde. Mosley gab an, über einen Polizisten aus Los Angeles gesprochen zu haben, welcher ihm erzählt hatte, dass er durch gewisse Ortschaften fährt und [N-Wort] anhält.

Nach einem längeren Gespräch mit der Personalabteilung stellte Mosley fest, dass er selbst das N-Wort im Konferenzraum sei und nicht verstehe, wie er dafür bestraft werden kann, eine Bezeichnung zu benutzen, für dessen Verwendung er jegliches Recht zu haben glaubt.

Da stehe ich also, gescholten für die Kritik an einem Wort, dass mich und die meinen seit Jahrhunderten unterdrückt hat. So weit ich mich erinnern kann, steht dieses Wort im Wörterbuch. So weit ich mich erinnern kann, versichern mir die Verfassung und die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten sowohl die Redefreiheit als auch das Streben nach Glück. Wie kann ich diese Freiheit nutzen, wenn mein Arbeitgeber mir sagt, dass mein Job auf dem Spiel steht, wenn ich ein Wort benutze, wegen dem sich irgendwer, eine unbekannte Person, unwohl fühlt?

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Kündigen oder gekündigt werden?

Der Autor gab weiterhin an, dass es ihm erlaubt gewesen wäre, das Wort zu schreiben, nicht aber laut auszusprechen. Nachdem sich Mosley mit der Personalabteilung getroffen hat, hielt er es für das Beste, zu kündigen und weiterzuziehen. Er wäre überzeugt davon, wenn er nicht aufgehört hätte, wäre ihm irgendwann gekündigt worden oder man hätte ihn anderweitig zum Schweigen gebracht.

Meine Antwort an die Personalabteilung war zu kündigen und weiterzuziehen. Ich sitze im Raum für die Schreiber und versuche kreativ zu sein, während ich zur gleichen Zeit von unbekannten Kritikern beobachtet werde, die mich bei einer körperlosen Stimme am Telefon verpetzen. Jedes meiner Wörter wurde geprüft. Früher oder später hätten sie mich gefeuert oder schlimmer … zum Schweigen gebracht.

Mosley gab weiter an, dass er das Glück hat, seinen Job einfach kündigen zu können und das niemand an einem Ort künstlerisch aufblühen kann, an dem man so stark beobachtet wird, wie es bei ihm der Fall gewesen sei.

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Wenn meine Worte jemanden physisch verletzen oder mobben, muss dagegen etwas unternommen werden. Doch wenn du mir erzählst, dass du dich wegen einem Wort, das ich verwende, unwohl fühlst, dann lass mich dir Folgendes sagen: Es gab eine Zeit in Amerika, als sich sogenannte weiße Menschen unwohl fühlten, eine schwarze Person neben sich sitzen zu haben. Es gab eine Zeit, wo sich Menschen unwohl fühlten, weil Frauen das Recht forderten, wählen zu dürfen. Es gab eine Zeit, wo sexuelle Orientierung nur eine Bedeutung hatte und alles andere war ein Verbrechen. Das Schlimmste, was du einem Bürger einer demokratischen Nation antun kannst, ist, ihn zum Schweigen zu bringen. Und die einfachste Art eine Frau oder einen Mann zum Schweigen zu bringen, ist, seine Lebensumstände zu gefährden.

Statement von CBS

Zwar hat Mosley in dem gesamten Interview mit der New York Times nie „Star Trek: Discovery“ beim Namen genannt, doch gab es reichlich Andeutungen. Zudem wurde es quasi dadurch bestätigt, dass CBS Studios als Reaktion zu dem Artikel ein Statement veröffentlicht haben.

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Wir bewundern das schreiberische Talent von Mr. Mosley auf höchster Ebene und waren begeistert, ihn bei „Star Trek: Discovery“ begrüßen zu dürfen. Obwohl wir natürlich keine Details zu vertrauenswürdigen Themen rund um unsere Mitarbeiter veröffentlichen dürfen, sind wir engagiert, einen Arbeitsplatz zu schaffen, an welchem Mitarbeiter offen über ihre Sorgen sprechen können und wo sie sich wohl genug fühlen, ihre beste Leistung zu erbringen. Wir wünschen Mr. Mosley weiterhin viel Erfolg.

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