PLAYCENTRAL NEWS Spielekultur

Spielekultur: Gaming-Lobby kritisiert geplante Videospielsucht-Diagnose

Von Julia Rother - News vom 04.01.2018 18:34 Uhr

In einem offiziellen Statement wehrte sich die Entertainment Software Association nun gegen die Planung der Weltgesundheitsorganisation, die Videospielsucht zukünftig zu den behandlungsbedürftigen psychischen Störungen zu zählen. Videospiele seien nicht suchtgefährdend und eine entsprechende Einstufung banalisiere "echte" psychische Erkrankungen, so die Argumentation der Gaming-Lobby.

Für allerlei Aufregung sorgte vor einigen Tagen die Ankündigung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die sogenannte Gaming Disorder (umgangssprachlich in Deutschland auch Videospielsucht genannt) als neue Diagnose einzuführen. Genauer gesagt geht es dabei um die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, die alle anerkannten körperlichen und psychischen Krankheiten aufführt und noch in diesem Jahr in der neuesten Ausgabe erscheinen soll – samt Gaming Disorder.

Wer viel spielt, soll deshalb noch lange nicht als krank gelten

Während sich viele Fachkräfte erfreut über die Aufnahme der Gaming Disorder in das Diagnostik-Manual zeigten, äußerten sich einige Spieler besorgt, in Zukunft stigmatisiert und pauschal als süchtig bezeichnet zu werden. Dies mag auch mit der teils sehr oberflächlichen Berichterstattung zusammenhängen, denn die WHO spricht in ihrem Entwurf nicht über übermäßigen Spielkonsum, sondern nennt klare Kriterien für ungesunde Verhaltensweisen:

  1. Beeinträchtigte Kontrolle über das Spielen (beispielsweise Beginn, Häufigkeit, Intensität, Dauer, Abbruch, Kontext)
  2. Sich immer weiter erhöhende Priorität des Spielens bis hin zu dem Punkt, an dem es Vorrang vor anderen Lebensinteressen und täglichen Aktivitäten hat
  3. Weiterführung oder Eskalation des Spielens trotz des Auftretens negativer Konsequenzen

Außerdem müssen nach aktuellem Konzept Beeinträchtigungen im persönlichen, familiären, sozialen, erzieherischen oder beruflichen Umfeld zu finden sein, um die Diagnose der Gaming Disorder zu erfüllen. Kurz gesagt: Niemand soll als süchtig bezeichnet werden, nur weil er gerne und viel spielt.

SpielekulturSpielekultur: Entwickler denkt, Frauen seien aus biologischen Gründen weniger interessiert an Spielen und Technik

Gaming Disorder sei keine echte Krankheit, so US-Gaming-Lobby

Trotzdem zeigt sich die Gaming-Community bisher eher kritisch und auch die Entertainment Software Association, eine Organisation der US-Gaming-Lobby, kritisierte die Einschätzung der WHO nun scharf:

"Genau wie begeisterte Sportfans und Konsumenten aller Arten von fesselnder Unterhaltung, gehen Gamer leidenschaftlich und hingebungsvoll mit ihrer Zeit um. Seit mehr als vier Dekaden faszinieren Videospiele bereits Spieler, mehr als zwei Milliarden Menschen rund um den Globus genießen sie. 

Die Weltgesundheitsorganisation weiß, dass gesunder Menschenverstand und objektive Recherche ergeben, dass Videospiele nicht suchtgefährdend sind. Ihnen diesen Stempel aufzudrücken, banalisiert leichtsinnig echte psychische Gesundheitsprobleme wie Depression und soziale Angststörung – Krankheiten, die eine Behandlung und die volle Aufmerksamkeit der Medizin verdienen. Wir ermutigen die WHO deutlichst, die Richtung ihrer beabsichtigten Maßnahmen zu ändern."

Es ist nicht zu erwarten, dass sich die WHO von dem Widerstand beeindrucken lässt. Allerdings könnte die entstandene öffentliche Diskussion dazu beitragen, dass die derzeitige Definition der Gaming Disorder überarbeitet wird, um exzessives Gaming ohne Krankheitswert noch deutlicher von einer psychischen Störung abzugrenzen.

SpielekulturSpielekultur: Studie: Gewalttätige Spiele machen nicht aggressiver

News & Videos zu Spielekultur

Warner Bros. Interactive Entertainment Steht Warner Bros. Interactive zum Verkauf? Was passiert mit Batman und Co.? Deutscher Computerspielpreis 2020: Das sind die Gewinner! Spielekultur: Deutscher Entwicklerpreis 2019: Das sind alle Gewinner Spielekultur: Deutscher Entwicklerpreis 2019: Das sind alle Nominierungen Spielekultur: Weltgesundheitsorganisation erklärt zu viel Spielen als psychische Störung Spielekultur: Deutscher Computerspielpreis 2019: Das sind die Gewinner!
Animal Crossing: New Horizons Insekten fische Juli Animal Crossing: New Horizons – Alle neuen Fische und Insekten im Juli Cheats für GTA 5: Alle Codes für Unsterblichkeit, Waffen und Fahrzeuge Spotify Premium Duo Spotify Duo Premium ab sofort für 2-Personen-Haushalte in Deutschland verfügbar PS5 Vorbestellen Preorder 2 PS5 vorbestellen: Alle Infos und Fragen zur Preorder der PlayStation 5
Animal Crossing New Horizons Taucherbrille und Schnorchel Animal Crossing: New Horizons – Tauchanzug, Brille und Schnorchel freischalten, so geht’s! Twitch: Die erfolgreichsten Streamer der Welt – Top 10 im Mai 2020 The Witcher Netflix Serie The Witcher 3 Ciri The Witcher: In Staffel 2 soll Ciri allmählich zu der werden, die wir aus The Witcher 3 kennen PlayStation 5 und PlayStation 5 Digital PS5: Umfrage zeigt, welche Version ihr bevorzugt – Ergebnis Star Wars Obi-Wan Kenobi Star Wars-Regisseurin Deborah Chow: Was die Obi-Wan Kenobi-Serie von The Mandalorian unterscheidet Cyberpunk 2077 GTA-Style Entwickler legen nahe Cyberpunk 2077 nicht wie GTA zu spielen MEHR NEWS LADEN

TRENDS

Cyberpunk 2077Rollenspiel
Cyberpunk 2077
The Last of Us 2Action-Adventure
The Last of Us 2
Resident Evil 3Survival-Horror
Resident Evil 3
Final Fantasy 7 RemakeAction-RPG
Final Fantasy 7 Remake
Pokémon Schwert und SchildRollenspiel
Pokémon Schwert und Schild
Zelda: Breath of the Wild 2Rollenspiel
Zelda: Breath of the Wild 2
GTA 6Open-World-Action
GTA 6
MIT
PLAYDEALS
KEINE ANGEBOTE
MEHR VERPASSEN
ZU DEN DEALS