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Resident Evil Requiem im Test – Metacritic feiert Mix aus Horror und Action

Resident Evil Requiem ist noch nicht einmal überall in den Händen der Fans, da zeichnet sich schon ein klares Bild ab: Capcoms neunter Mainline-Teil trifft bei der Kritik massiv ins Schwarze, wirkt aber wie zwei sehr unterschiedliche Spiele, die sich eine Kampagne teilen. Auf Metacritic steht Requiem zum aktuellen Stand bei 88 Punkten, basierend auf fast 100 Kritiken.

Die Bewertungen loben vor allem, wie entschlossen Requiem seine Figuren in den Mittelpunkt stellt. Mit zwei Hauptcharakteren, die sichtbar mit Verlust, Schuld und Trauma kämpfen, wird der Horror persönlicher, bodenständiger und spürbar melancholischer als in manch früherem Serienteil.

Zwei Protagonisten, zwei Blickwinkel auf den Horror

Worum geht es in Resident Evil Requiem? Die Geschichte folgt zunächst Grace Ashcroft, der Tochter der aus Resident Evil Outbreak bekannten Investigativjournalistin Alyssa Ashcroft. Grace arbeitet inzwischen als FBI-Agentin, trägt aber den Mord an ihrer Mutter, den sie als Kind mitansehen musste, bis heute mit sich herum.

Als eine Ermittlung aus dem Ruder läuft, kippt ihr Versuch, ein normales Leben zu führen, in einen Albtraum. Später kreuzt sich ihr Weg mit Leon S. Kennedy, der nicht mehr der junge RCPD-Neuling ist, sondern ein sichtbar älterer, abgeklärter Veteran.

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Warum kehrt Leon nach Raccoon City zurück? Leon reist zu den Überresten von Raccoon City, weil Gerüchte über mögliche Überlebende des damaligen Vorfalls die Runde machen. Damit holt Requiem gezielt Seriengeschichte nach vorn und nutzt Raccoon City nicht nur als Nostalgie-Kulisse, sondern als emotional aufgeladenen Ort, der für Leon mehr bedeutet als ein weiterer Einsatz.

First-Person gegen Third-Person als bewusstes Stilmittel

Was macht die Perspektivwechsel so kontrovers? Requiem wechselt zwischen Ego- und Schulterkamera, und genau das sorgt in vielen Reviews für Diskussionen. Der Einstieg mit Grace setzt stark auf First-Person und fühlt sich für viele wie ein direkter Erbe von Resident Evil 7: Biohazard an. Wer will, kann die Perspektive in den Einstellungen zwar anpassen, doch die Inszenierung ist klar auf Nähe, Hilflosigkeit und Enge ausgelegt.

Sobald die Kampagne in ihrem zweiten Akt zu Leon wechselt, dreht Requiem stärker in Richtung Third-Person und erinnert tonal eher an Resident Evil 4. Einige Kritiker empfinden diesen Sprung als holprig, andere feiern genau diese Mischung als bestmögliche Kombination aus modernem Survival-Horror und klassischer Action-Identität.

Wie unterscheiden sich die spielbaren Abschnitte konkret? Der Tenor ist: Grace kämpft eher ums Überleben, Leon dominiert. In den Grace-Passagen wirkt jede Begegnung wie ein Risiko, in den Leon-Sequenzen wird aus dem Überleben häufiger ein kontrolliertes Durchbrechen von Gegnerwellen, inklusive größerer Setpieces und brachialerer Bosskämpfe.

So bewerten große Outlets Requiem im Kern

Welche Stärken werden am häufigsten genannt? Viele Stimmen loben den Mut zu einem ernsteren Ton, ohne die Reihe ihrer Identität zu berauben. Requiem soll gleichzeitig brutal, erschreckend und dennoch typisch Resident Evil sein, inklusive der obligatorischen Sprüche zur Entspannung inmitten des Grauens.

MediumKernaussage aus den Reviews
EurogamerFeiert Requiem als große Serien-Geburtstagsfeier zum 30. Jubiläum, mit vielen Rückbezügen wie Mansion-Feeling, Inventar-Systemen aus verschiedenen Epochen, Schreibmaschinen-Logik und Rätseln.
Game InformerLobt die Balance: Grace bleibt konsequent bedrückend, Leon liefert die spektakulären Action-Peaks, ohne dass eine Seite zu lange überzieht. Hohe Motivation für weitere Durchläufe dank Unlocks.
GameSpotSpricht von zwei sehr unterschiedlichen Spielhälften, die beide stark sind, kritisiert aber, dass Requiem sich sehr stark auf Nostalgie und bewährte Zutaten stützt statt neue Ideen zu setzen.
IGNSieht eine gelungene Fusion zweier Survival-Horror-Stränge, mit besonders heftigem Gore und starken Bossen, vermisst aber bedeutendere Nebeninhalte wie einen Mercenaries-Modus.
KotakuFindet, Requiem spiele lieber mit der Vergangenheit als mit der Zukunft der Reihe, bleibt aber bei Gunplay, Horror-Spitzen und Leon als Figur trotzdem sehr unterhaltsam.

Requiem wirkt wie zwei Spiele: ein langsamer, blutiger Haunted-House-Horror mit einer normalen Hauptfigur und ein hektischer Action-Trip mit einem abgebrühten Helden. So unterschiedlich beide Hälften sind, sie sind jeweils extrem packend.

Was bleibt als Gesamteindruck? Unterm Strich deuten die bisherigen Kritiken darauf hin, dass Capcom mit Requiem eine ungewöhnlich persönliche, stellenweise trauernde Resident-Evil-Geschichte erzählt und gleichzeitig die großen Schalter für Horror und Action umlegen kann, je nachdem, wer gerade im Mittelpunkt steht.

Wie klingt das für euch: Ist dieser Mix aus Ego-Horror mit Grace und Third-Person-Action mit Leon genau das, was Resident Evil in 2026 braucht, oder wünscht ihr euch eine konsequentere Linie? Schreibt es gern in die Kommentare.

Ben Brüninghaus

Hauptberuflicher Jedi-Meister, nebenbeschäftigt bei PlayCentral.de. Popkultur-Fetischist: Star Trek, Star Wars, alles mit „Star“, verspeist Spiele-OSTs zum Frühstück, Großmeister der Bärenschule. Inquisitor. Mag das Ende von Mass Effect.
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