PLAYCENTRAL TESTS Pokémon Karmesin – Pokémon Purpur

Pokémon Karmesin & Purpur im TEST: Zwischen Open-World-Spaß und Technikdebakel

Von Daniel Busch - Test vom 23.11.2022 13:04 Uhr
Pokémon Karmesin Purpur
© The Pokémon Company

Die neuesten „Pokémon“-Editionen Karmesin und Purpur wagen sich erstmals in eine Open World und sorgen damit bei „Pokémon“-Trainern weltweit für ein völlig neues Abenteuer.

Klingt nach einer Spielspaß-Revolution in der „Pokémon“-Welt, wenn da nicht das Problem mit der katastrophalen Technik wäre. Wir nehmen die neuen „Pokémon“-Games im Test genauer unter die Lupe.

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Pokémon Karmesin & Purpur im Test: Klassisches Gameplay mit Open World

Wie in jedem neuen Ableger der Hauptreihe starten wir auch unsere neueste Reise mit der Wahl unseres Starters. Haben wir uns für Felori (Pflanze), Krokel (Feuer) oder Kwaks (Wasser) entschieden, beginnen die ersten Schritte in die noch unbekannte Welt von Paldea.

Für welchen Starter entscheidet ihr euch? © The Pokémon Company

Pokémon Karmesin und Purpur bieten erstmals in der Seriengeschichte eine vollständige Open World zum Erkunden. Im Gegensatz zu Pokémon-Legenden: Arceus, das zumindest mit einer Teil-Open-World aufwartete, bieten sich hier nun deutlich mehr Freiheiten beim Erkunden

Auf der Oberwelt tummeln sich haufenweise Pokémon, die ihr in klassischer Stein-Schere-Papier-Manier zu rundenbasierten Kämpfen herausfordern könnt.

Richtig cool: Die Kämpfe finden wieder genau dort statt, wo ihr in der Oberwelt steht. Dieses Feature wurde glücklicherweise aus „Pokémon-Legenden: Arceus“ übernommen. Das Geschehen wechselt also nicht in einen separaten Kampfbildschirm.

Die klassischen Pokémon-Kämpfe sind wieder zurück. © The Pokémon Company

Außerhalb der Kämpfe erwarten euch zahlreiche Städte, unterschiedlichste Biome wie eine Wüste oder verschneite Berggipfel – ihr könnt praktisch überall hin, was ihr sehen könnt. 

Besonders positiv: Ihr könnt im Koop mit bis zu drei weiteren Freunden die Welt von Paldea gemeinsam erkunden. Das geht sowohl online als auch lokal.

Im Koop könnt ihr gemeinsam mit Freunden reisen. © The Pokémon Company

Als Fortbewegungsmittel steht euch schon zu Beginn der Story das jeweilige Cover-Legi Koraidon bzw. Miraidon (je nachdem, welche Edition ihr spielt) zur Verfügung.

Einen kleinen Haken gibt es dabei: Zu Beginn des Spiels sind Koraidon und Miraidon noch sehr eingeschränkt. Ihre Fähigkeiten wie Schwimmen, Klettern oder Gleiten müsst ihr erst noch mit Abschließen bestimmter Story-Quests freischalten. Bis dahin erweisen sich Felswände und Flüsse noch als Hindernisse für euch.

Drei Story-Pfade

Karmesin und Purpur bieten euch drei Story-Pfade, die es zu verfolgen gilt:

  • Der Weg des Champs: Hierbei handelt es sich um die klassische Story, in der ihr acht Arenen herausfordert und die Orden sammelt, um anschließend die Top-Vier der Pokémon-Liga herauszufordern. Euer Ziel ist es, Champ von Paldea zu werden. 
  • Der Pfad der Legenden: In dieser Story tut ihr euch mit Pepper zusammen, um Geheimgewürze zu suchen, die Pokémon stärker machen. Auf der Suche werdet ihr es mit gefährlichen Herrscher-Pokémon zu tun bekommen.
  • Die Straße der Sterne: Hier kämpft ihr gegen Team Star, die gegnerische Gruppe aus diesen Editionen. Dafür sucht ihr die verschiedenen Lager des Teams auf und fordert ihren jeweiligen Boss heraus.
Bekämpft die Arenen und werdet Champ von Paldea! © The Pokémon Company

Ihr müsst euch dabei nicht für einen Story-Pfad entscheiden. Im Laufe des Spiels werdet ihr alle drei Geschichten abschließen. In welcher Reihenfolge ihr das tut, ist euch überlassen.

Leider erweisen sich alle drei Story-Pfade als sehr vorhersehbar und relativ abwechslungsarm.

Die Champ-Herausforderung ist das, was es schon immer war – keine große Überraschung. Wie schon in Pokémon Schwert und Schild werdet ihr eine spezielle Arena-Herausforderungen abschließen müssen, bevor ihr den Arenaleiter herausfordern dürft.

Dabei ist uns vor allem die Prüfung der Normal-Arena in Erinnerung geblieben, bei der ihr durch das Aufspüren von manchmal trickreich versteckten Hinweisen die Zubereitungsart von einem Geheimgericht herausfinden müsst.

Die Herrscher-Pokémon sind manchmal ganz schöne Brocken. © The Pokémon Company

Leider gibt es kein Level-Scaling: Pokémon von Trainern, Arenaleitern oder aber wilde Taschenmonster besitzen von vornherein festgelegte Level.

Dadurch kann es passieren, dass ihr zum Beispiel schon einige Orden sammelt und andere Arenen, die ihr vorher links liegen gelassen habt, dann auf einmal viel zu leicht für euch sind, weil sie auf einem niedrigeren Level sind. Oder ihr kommt plötzlich bei einer Arena vorbei, die rund 10 oder 15 Level über euch steht.

Von den anderen beiden Geschichten hätte ich mir allerdings ein wenig mehr erhofft. Die Kämpfe gegen die Herrscher-Pokémon und das Ausradieren der Team-Star-Camps laufen zum allergrößten Teil immer gleich ab, was sie ganze Sache zu einer Art simplen Abarbeiten der verschiedenen Story-Stationen verkommen lässt.

Ihr müsst die einzelnen Lager von Team Star bekämpfen. © The Pokémon Company

Die Geschichten sind immerhin nett erzählt und belohnen euch mit wertvollen Extras. Mit jedem Geheimgewürz, das ihr findet, gewinnen Koraidon und Miraidon zum Beispiel neue Fähigkeiten hinzu, die eure Erkundungstouren erleichtern werden.

Größtes Manko: Es gibt keinerlei Nebenquests! „Pokémon-Legenden: Arceus“ hatte in seiner Teil-Open-World so viele kleine, optionale Aufgaben und Geschichten zu bieten, dass Karmesin und Purpur dazu im Vergleich sehr viel leerer wirken. Das ist wirklich schade. 

© The Pokémon Company

Drei neue Gameplay-Features

Wie jede Pokémon-Generation wollen auch Pokémon Karmesin und Purpur mit neuen Features begeistern. Diese drei Gameplay-Extras bieten die Editionen:

  • Pokemon losschicken: Während ihr in Paldea herumlauft könnt ihr auf Knopfdruck euer erstes Pokémon im Team aus seinem Pokéball lassen und neben euch her spazieren lassen. Warum dieses Feature sehr cool ist: Euer Partner kann Items vom Boden aufsammeln und selbstständig gegen wilde Pokémon kämpfen. Das gibt eurem gesamten Team einen EP-Schub und ihr könnt ganz nebenher eure Pokémon trainieren.
  • Terakristallisierung: Dies ist quasi der Nachfolger von Giga-Dynamax oder den Mega-Entwicklungen aus vorherigen Teilen. Hierbei kristallisiert euer Pokémon und ändert womöglich seinen Typ. Somit könnt ihr zum Beispiel ein Pikachu mit dem Typ Flug kämpfen lassen. Zusätzlich bekommt es noch alberne Luftballons aufgesetzt. Nettes Feature, wobei ich Dynamax und vor allem die Mega Entwicklungen dann doch besser fand. Sehr cool: Zusätzlich gibt es überall in der Open World Tera-Raids, ähnlich wie die Dyna-Raids aus Schwert und Schild, bei denen ihr euch zu viert zusammentut und gegen ein Pokémon kämpft.
© The Pokémon Company
  • Picknicks: Die Picknicks ersetzen sozusagen das Campen aus Pokémon Schwert und Schild. Dabei könnt ihr all eure Team-Pokémon aus den Pokébällen lassen und mit ihnen spielen. Außerdem lassen sich Sandwiches zubereiten die euch Boni wie höhere Shiny-Chance, Tera-Raids mit Pokémon bestimmter Typen, bessere Fang-Chancen usw.

Katastrophales Technik-Debakel

„Pokémon“-Games waren noch nie für gute Technik oder fortschrittliche Grafik bekannt, aber mit Karmesin und Purpur hat Game Freak einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Gegen die Grafik an sich habe ich eigentlich nichts. Das Spiel ist schön gestaltet und auch die Open World sieht besser aus als bei „Pokémon-Legenden-Arceus“. Allerdings gibt es im Spiel so unfassbar viele Bugs wie noch nie in einem „Pokémon“-Spiel. Einige meiner Lowlights aus meinem Playthrough:

  • Der Boden verschwindet an verschiedenen Stellen der Open World oder im Kampf einfach.
  • Die Grastextur wird bei einer Terakristalliersierung auf einmal total verschwommen und zu Pixelmatsch.
  • Schatten verschwinden plötzlich – selbst riesige Schatten, die von einer Bergspitze geworfen werden.
  • Mehrere NPCs laufen unaufhörlich gegen Wände oder nehmen seltsame Positionen ein. 
  • Pokémon glitchen in den Boden.
  • 3 Spielabstürze.
© The Pokémon Company

Die Performance lässt wirklich zu Wünschen übrig: NPCs und Pokémon bewegen sich mit gefühlt 2 FPS bis ihr etwa 5 Meter vor ihnen steht. Erst dann bewegen sie sich halbwegs flüssig. Außerdem gibt es viel zu oft drastische Framerate-Einbrücke, selbst wenn noch nicht mal viel auf dem Bildschirm los ist.

Die Städte sind ein zweischneidiges Schwert: Einerseits sehen Siedlungen und Städte visuell meist sehr gut aus und strotzen vor schönen Details. Aber die Erkundungsfreude wird schnell gedämpft!

Ihr könnt (im Gegensatz zu früheren Editionen) nicht mehr die ganzen Häuser betreten und hinter den wenigen Türen, durch die ihr dann doch hindurchgehen könnt, ploppen nur Shop-Menüs auf. Hier wird wirklich jegliches Potenzial verschenkt und das wirkt einfach nur lieblos und billig.

Immer im Beast-Mode und manchmal ganz schön verpeilt. Sport-Enthusiast, der die USA liebt und von seiner eigenen Harley träumt. Super Saiyajin im Training, Trophäenjäger an der PlayStation. Bevorzugt Sony-Exclusives, God of War, GTA V und RDR2.
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