PLAYCENTRAL PREVIEW Hitman 5: Absolution

Hitman 5: Absolution: Vorschau: Die Qual der Wahl

Von Redaktion PlayCentral - Preview vom 02.06.2012 08:45 Uhr

Grade nach dem letzten Trailer zu Hitman: Absolution, welcher mit in Latex gekleideten Nonnen und hochexplosiven Waffen wirbt, fragen sich viele alteingesessene Fans, was aus dem ruhigen, präzisen und vor allem lautlosen Killer Agent 47 geworden ist. Wir wurden von Square Enix ins Münchener The Charles Hotel eingeladen und hatten dort die Möglichkeit nach genanntem Agenten ausschau zu halten. Was wir vorfanden war ein mörderisch gelaunter, etwas kreativerer, aber dennoch durchaus an seinen Wurzeln hängender Agent 47. Mehr dazu lest ihr selbstverständlich in unserer begeisterten Vorschau.

Ein letzter Auftrag

Nach den Ereignissen aus Hitman: Blood Money befindet sich Agent 47 in einer Zwickmühle. Seine damalige Kontaktdame, Diana Burnwood, konnte ihm zwar grade noch das Leben retten, hatte sich aber durch einen Verrat an die ICA, eine Agentur, für die beide gearbeitet haben, gleich selbst auf die Abschussliste des Original Assassins gesetzt. Obwohl es unwiderlegbar ist, dass beide, sowohl 47 als auch Diana, eine gute Figur machen, handelt es sich bei der International Contract Agency nämlich nicht um eine Modelagentur, sondern um eine Firma, die sich durch das internationale Durchführen von Auftragsmorden einen Namen gemacht hat. Natürlich sind diese Geschehnisse in Hitman: Absolution nicht einfach in die Kategorie "Vergeben und Vergessen" eingeordnet worden, sondern legen den Grundstein für ein storytechnisch ganz neues Erlebnis. Für ein echtes, menschliches Wesen wäre die Entscheidung, ob man Diana nun töten soll, weil der Arbeitgeber es so möchte, sicherlich eine schwere, doch da 47 nichts weiter als ein kalter, gefühlloser Klon ist, zieht er nach Erhalt des Auftrages los um sie in einem Safe House aufzusuchen und letztendlich auszuschalten. Aus Sicht von Frau Burnwood mag diese ganze Geschichte nun ziemlich bescheiden klingen, immerhin hatte sie eine emotionale Beziehung zu 47 aufgebaut und ihm in einer extremen Gefahrensituation das Leben gerettet, Burnwood wusste allerdings trotzdem, dass Er früher oder später kommen würde, um sie zu holen. Dementsprechend ist sie sich im Moment ihres Todes ebenfalls bewusst, dass jeglicher Appell an nicht vorhandene Gefühle und jegliches Winseln um ihr Leben sinnlos wäre. Stattdessen bittet sie ihn darum, nach ihrem Tod auf eine gewisse Victoria aufzupassen. Diese befindet sich, aus noch nicht näher erläuterten Gründen, gleich im Fadenkreuz mehrerer Bösewichte und steht in enger Beziehung zu Diana. Da 47 quasi sein ganzes Leben lang Aufträge und Briefings von Diana empfangen hat, nimmt er sich diesen letzten Wunsch zu Herzen und macht sich auf den Weg zu einem Informationshändler, um mehr über Victoria zu erfahren. Genau hier fängt die Mission "The King of Chinatown" an, die wir in München gleich mehrfach spielen durften.

Informationen möchten frei sein! 

… sind sie aber nicht. Denn bevor unser örtlich ansässiger Dealer, der auf den passenden Spitznamen Birdie hört, Infos über die glorreiche Victoria ausspuckt, bittet er uns um einen Gefallen. Der König von Chinatown, ein arroganter Verbrecher, ist Birdie seit Längerem ein Dorn im Auge und soll deswegen von uns ausgeschaltet werden. Das Problem: Der König präsentiert sich gerne in der Öffentlichkeit und sinniert inmitten eines von Menschen überlaufenen Platzes in Chinatown über Gott und die Welt und lässt sich dabei von zahlreichen Leibwächtern bewachen. Nun liegt es an uns, seine Bewegungen, Laufrouten und Eigenarten zu analysieren und zu unserem Vorteil zu nutzen. Hier packt uns tatsächlich wieder der Reiz der alten Hitman-Teile. Uns wird schnell bewusst, dass jeglicher Kummer und jegliche Sorge, die durch den einen oder anderen, mit zu viel Action gewürzten, Trailer hervorgerufen wurde, unberechtigt war. Das Spiel bietet uns einen schier unerschöpflichen Vorrat an Möglichkeiten, um unser Ziel leise auszuschalten und wir sind uns sicher, nicht jeden entdeckt zu haben, aber hier mal eine kleine Auswahl. Wie jeder andere Mensch auch kämpft unser Monarch mit der einen oder anderen kleinen Sünde, in diesem Fall mit Abhängigkeit von Kokain. Als wir uns in die Menschenmasse um den König herum eingliedern, hören wir, wie er mit seinem Dealer spricht und diesen zu sich ordert.

Ein paar Sekunden später steht der lächerlich klischeemäßig verkleidete Mann auch schon auf dem Platz und erklärt, dass er unverzüglich die Ware hole. Kurzerhand folgen wir dem Schlingel also und bevor er sich versieht, landet seine Leiche in einem abgelegenen Müllcontainer. Gekleidet in seiner wunderbar anmutenden Tracht, machen wir uns auf den Weg in die Wohnung des Dealers, vergiften das dort herumliegende Koks und holen den König ab um ihm die alte "Finger weg von Drogen" Predigt zu geben, allerdings auf eine etwas praktischere und effektivere Art und Weise.

Alle Wege führen nach Rom

Natürlich ist der beschriebene Weg nur einer von vielen, um den König erfolgreich zu Fall zu bringen. Neben klassischen, aber irgendwie auch langweiligen, Methoden wie zum Beispiel dem Einsetzen eines Scharfschützengewehrs aus einem gut gelegenen Fenster oder dem persönlichen Messerstich in die Brust, während man gut versteckt in einer dunklen Ecke lauert, tun sich noch weitere, kreativere und lustigere Möglichkeiten auf. Um diese zu entdecken, ist es essenziell wichtig, die Gegend um sich herum genaustens zu studieren und jede Information, die man über das Ziel erhält, in eine Möglichkeit zu verarbeiten. So wissen wir beispielsweise vom König, dass er ein teures, europäisches Auto fährt. In diesem Viertel fällt die Karre daher mindestens genauso sehr auf wie der glatzköpfige, blank rasierte Agent 47 in einem Friseursalon.

Finden wir sein Auto am Rande der Karte, ist es ein leichtes Spiel eine Sprengladung daran zu heften, den Alarm auszulösen und dem König bei seinem Eintreffen eine explosive Überraschung zu spendieren. Andere Methoden um den König über die Schwelle des Todes zu schicken, wären beispielsweise als Chefkoch verkleidet seine Nahrung zu vergiften oder ihn unter einige, in der Luft an rissigen Drahtseilen hängende, Paletten zu locken, die ihn dann rein zufällig genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Schädel fallen werden – welch schrecklicher Unfall. Darüber hinaus gibt es mit Sicherheit noch zahlreiche andere Wege, die wir in unserer kurzen Spiel-Session noch nicht entdeckt haben, da sind wir uns sicher.

Fazit

Als alteingesessener Fan des Hitman-Franchise hatte ich zu Anfang ein wenig Sorge um meinen liebsten Auftragskiller. Ist Agent 47 etwa nachlässig, oder noch schlimmer, chaotisch, achtlos und sogar impulsiv geworden? Quasi eine wild um sich herschießende Ein-Mann-Armee, nur noch ein blasser Schatten von jenem menschlich anmutenden Klon, der seit jeher durch messerscharf durchdachte und astrein inszenierte Auftragsmorde überzeugte? Nein, auf gar keinen Fall. Wenn der Spieler es möchte, ist der glatzköpfige Antiheld mindestens so kalt, konzentriert und sorgfältig wie eh und je.

Hitman: Absolution öffnet lediglich die Pforten für eine breitere Masse und stellt zur Erledigung eines Auftrages so viele Optionen bereit, dass wirklich kein Spielertyp mehr meckern kann. Egal ob elegant inszenierter Unfall oder chaotisch fetzige Autobombe – Agent 47 ist zurück und vielseitiger denn je.

 

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