PLAYCENTRAL TEST F1 2010

F1 2010: Test: Wir wollen besser als Schumacher sein

Von Redaktion PlayCentral - Test vom 24.09.2010 10:05 Uhr

Bereits seit Mitte 2008 besitzt Codemasters die Lizenz der FIA. Nachdem man sich Mitte 2009, also zwei Jahre nach der Lizenzübernahme von Codemasters bei Sony, bereits an einem ersten F1-Spiel für Nintendos Wii versucht hatte, war man sich sicher: Wir kreieren das beste Formel 1-Spiel überhaupt. Jetzt, gut zwei Jahre nach der Lizenzübernahme veröffentlichte Codemasters mit F1 2010 das erste Multiplattform-Formel 1 seit vielen Jahren. Ist es wirklich die virtuelle Formel 1-Revolution? Wir haben das Spiel für euch in unsere Xbox 360 geworfen und verraten euch nun die Antwort auf diese Frage!  

Hauptmenü mal anders

Wie man es aus den Codemasters-Titeln bereits kennt, hat man sich auch bei F1 2010 etwas besonderes im Punkto Hauptmenü ausgedacht. Das Hauptmenü, welches sofort nach einigen etwas zu langen Ladesequenzen erscheint, ist im Style des Rennlagers der echten Formel 1 gehalten. Vor eurem Team-Truck stehen Reporter welche stets mit euch ein Interview führen wollen sowie der Teamkollege eurer F1-Karriere, welcher sich mit Stuarts unterhält. Weitere Menüpunkte sind Zeitfahren, My F1 mit einigen Statistiken und Einstellungsmöglichkeiten sowie der Start einer Multiplayer-Session, wozu wir aber im späteren Verlauf der Review noch einige Worte finden. Im Inneren des Trucks finden wir das „Karriere-Menü“, womit wir auch schon zum Herzstück von F1 2010 kommen.

Der Karrieremodus hat von Codemasters zwar keine handfeste Geschichte, wie etwa DTM Race Driver bekommen, dennoch präsentiert man das Leben eines F1-Fahrers in einer noch nie dagewesenen Art und Weise. Die Karriere beginnt mit einem Blitzlichtgewitter der Presse. Wir befinden uns im Presseraum und geben dort gerade einige Vertragsdetails wie etwa mit welchem Team wir in die erste Saison starten, Länge des Vertrags sowie unseren Vor- & Nachnamen bekannt. Tolle Idee: Dieses Presse-Interview dient dazu, einige Details für die Karriere zu klären. Logischerweise kann man nicht gleich von Anfang an hinter das Steuer eines Ferraris oder Mercedes steigen, sondern wir müssen uns nach und nach mit Erfolgen in kleineren Teams hocharbeiten. Deshalb starten wir eine 4-jährige Saison mit einem Einjahresvertrag bei BMW Sauber-Ferrari. Weitere Teams zur Auswahl waren unter Anderem das italenisch-österreischiche Team Toro Rosso sowie die zwei Neulinge Virgin Racing und Lotus Racing.

Nachdem wir weitere Details wie Fahrhilfen und den allgemeinen Schwierigkeitsgrad eingestellt haben, finden wir uns im Karriere-Truck wieder. Hier haben wir nun die Möglichkeit, nach jedem Rennwochenende das aktuelle Klassement der Fahrer- & Konstruktionsweltmeisterschaft anzuschauen, die Farbe unseres Helms zu wählen oder aber uns über Interessenten anderer Rennställe an unseren Fahrdiensten zu informieren. Das erste Rennwochenende steht vor der Tür. Bevor wir dieses starten müssen wir noch einige Einstellungen tätigen. Echte F1-Fans haben die Möglichkeit, jedes Rennen mit den echten Rundenanzahlen, im Fall von Bahrain 49, zu bestreiten. Wem das zu lange dauert, kann in Prozenten auch weniger Runden um den Kurs fahren. Es gibt auch eine Option für die Länge des Rennwochenendes. Dort gibt es zwei Auswahlmöglichkeiten. Zum einen können wir das komplette F1-Wochenende mit drei Trainingsessions, drei Qualifyingsessions und einer Rennsession starten, zum anderen können wir auch nur mit einem Training, einem Qualifying und der eigentlichen Rennsession in das Wochenende starten. Die Differenzierung zwischen Arcade- & Simulationsfans gefällt uns sehr gut.

„Auto vom Wagenheber und ab auf die Strecke“

Und schon sind wir im heißen Bahrain. Der Asphalt brennt und wir kommen in der Boxengasse ganz schön ins Schwitzen. Dort werkeln wir mit unseren Stuarts gerade noch an einigen Einstellungen bevor es in das freie Training geht. In der Boxengasse gibt es ebenfalls einige Menüpunkte. Im Aufsteckfernseher direkt vor unserer Nase können wir uns über die aktuelle und spätere Wettersituation auf der Strecke informieren und gegebenenfalls mit passenden Reifensätzen reagieren. Zusätzlich dazu können wir detaillierte Einstellungen wie Motordrehzahl, Gewichtsverlagerung und vieles mehr am F1-Fahrzeug vornehmen, welche allerdings nur von wirklichen Profis durchgeführt werden sollten. Wem das alles zu viel ist, der sollte die Einstellungen einfach den Stuarts überlassen. Diese übernehmen dann nicht nur die passenden Reifensätze, sondern entwickeln eine gelungene Boxenstrategie für das Rennen.

Das was jetzt kommt, kennen wir aus den TV-Übertragungen der Formel 1-Rennwochenden. Im ersten Training versuchen wir uns mit gelungenen Zeiten an die Strecke zu gewöhnen und die besten Fahrzeugperformance herauszufinden. Wem das Training zu langweilig ist, kann dieses auch einfach per Knopfdruck überspringen und zum Qualifying fortschreiten. Allerdings verpasst man dann im Training Entwicklungstests, wodurch man Neuteile und zusätzliche Einstellungen freischalten kann. Im Qualifying müssen wir dann, je nach Einstellungen, in drei Qualifying-Sessions unter die besten 10 Fahrer kommen oder in einer Session die beste Zeit fahren und uns so die Pole-Position oder zumindestens eine gute Startreihe sichern.

Im ersten Rennen beim Großen Preis von Bahrain haben wir die Sensation geschafft bis auf Platz 4 vorzufahren und damit das eigentliche Ziel von Platz 15 im Qualifying zu überbieten. Nun beginnt der eigentliche Spaß: Wir stehen bei strahlendem Sonnenschein auf der Start/Ziel-Gerade und warten auf die fünf Ampelphasen. Das Geheule der Formel 1-Boliden wurde so realistisch wie noch nie zuvor eingefangen. Auf der Pole startet die deutsche Formel 1-Hoffnung Sebastian Vettel, direkt neben uns Jenson Button von McLaren Racing und unser' Teamkollege Kamui Kobayashi weit abgeschlagen auf Platz 19. Durch die komplette F1-Lizenz konnte Codemasters alle Fahrer, Strecken und Teams der aktuellen Formel 1 Saison einbinden. In Zahlen: 24 Fahrer, 12 Teams und alle 19 Strecken für das pure Formel 1-Feeling.

Das Auftaktrennen in Bahrain konnten wir nach einem Boxenstopp übrigens mit Platz 2 abschließen und liegen damit in der Fahrerwertung ebenfalls auf Platz 2 hinter Sebastian Vettel, welcher das Rennen für sich entscheiden konnte. Aufgrund eines starken Crashs in den hinteren Reihen nach dem Start musste unser' Team Kollege Kobayashi das Rennen vorzeitig beenden, weshalb wir es im der Konstruktionsklassement nur auf Rang 5 geschafft haben.

Regen, Regen und nochmals Regen!

Während wir in Bahrain absolut keine Probleme mit dem Wetter hatten, sieht das in Silverstone, England schon ein wenig anders aus. An allen drei Renntagen regnet es wie aus Eimern, was den Schwierigkeitsgrad je nach Individualisierung stark beeinflussen kann. Haben wir Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle ausgeschaltet kann es schnell passieren, dass wir im falschen Moment aus einer Kurve heraus Gas geben und uns im schlimmsten Fall in der Leitplanke oder im Kiesbett wieder finden. Ebenfalls entscheidend bei solchen Wetterverhältnissen ist die Wahl der Reifensätze. Dies übernimmt auf einfachen Schwierigkeitsgrad für euch die virtuelle KI-Crew. Spielt man das Spiel eher auf Simulationsbasis, müssen wir vor jedem Training, vor jedem Qualifying und vor jedem Rennen die Reifen auswählen.

Zur Auswahl gibt es vier verschiedene Versionen: Weiche Mischung, harte Mischung, Intermediate und die reinen Regenreifen, wobei Regenreifen nicht unbedingt die beste Performance bei starkem Regenfall erzielen muss. Die Regeneffekte sehen übrigens – entschuldigt diese Wortwahl – einfach nur geil aus. Vor allem in der Cockpit- & Kopfkamera des Fahrers merkt man die Schwierigkeit der Wetterbedingungen. Da kann man froh sein, wenn man bei starkem Regenfall auf der Pole-Position steht und die Wassermengen den anderen Mitstreitern gegen die Kiste pustet. Zusätzlich dazu ist das Wetter dynamisch, was bedeutet, dass ihr im Sonnenschein aus der Box fahrt und völlig durchnässt wieder in der Gasse ankommt.

Multiplayer, Grand Prix & Zeitfahren

Neben dem gelungenen und motivierenden Karriere-Modus bietet F1 2010 aber auch weitere Modi. Im Grand Prix-Modus beispielsweise können wir uns eine kleine bis große Serie an Rennen zusammenstellen und diese dann von Training, über Qualifying bis zum großen Rennen nacheinander und in einer individuellen Reihenfolge spielen. Hier stehen euch dann alle bekannten Gesichter und Teams zur Verfügung. Wer also schon immer mit Sebastian Vettel den Hockenheimring gewinnen wollte, bekommt mit F1 2010 die einmalige Möglichkeit dazu. Im Zeitfahren-Modus muss der Spieler, wie auch nicht anders erwartet, vorgegebene Zeiten schlagen und die Bestzeit auf einer der 19-Strecken erreichen.

Zu guter Letzt darf ein Multiplayer-Modus auch nicht fehlen. Vorneweg können wir schon mal sagen, dass Codemasters hier viel Potential verspielt hat. Nachdem wir den Menüpunkt „Multiplayer-Session“ angewählt haben, können wir zwischen Rangliste- & Nicht-Rangliste auswählen. Anschließend können wir einer offenen Rennsession beitreten oder selbst eine geschlossene erstellen. Der „Host“ kann dann Einstellungen wie Streckenanzahl, Fahrhilfen und Rundenanzahl auswählen. Insgesamt schaffen es online „nur“ 12 Fahrer gleichzeitig auf die Strecke. Das Online-Rennwochenende beginnt mit einem 15-minütigen Qualifying, welches der Spieler mit der besten Rundenzeit auf dem Kurs gewinnt, gefolgt vom eigentlichen Rennen.  

ach jedem Rennen gibt es, je nachdem wie hoch der Host die Streckenanzahl eingestellt hat, das Fahrerklassement zu sehen. Jeder Spieler wird je nach Position mit Punkten belohnt – neben dem Online-Fahrer-Level (bis Level 50) die einzige Motivation im Online-Modus von F1 2010. Ebenfalls schwach ist die Tatsache, dass es Codemasters nicht geschafft hat, einen Splitscreen- oder LAN-Modus einzubauen. Im Multiplayer-Modus von F1 2010 hat man eindeutig das meiste Potential verschenkt. Mit dem nächsten Ableger hoffen wir in diesem Punkt auf klare Verbesserung!

Grafik und Sound mit Doppelsieg!

Wie bereits erwähnt ist F1 2010 technisch eine Bombe. Tolle Wettereffekte sorgen nicht nur für offene Münder, sondern auch für unterschiedliche Befahrbarkeit der jeweiligen Strecken. Während die Sonnenstrahlen wunderhübsch auf den Boliden reflektieren prasseln Regentropfen sicht- und hörbar auf das Fahrzeug ein. Ebenfalls toll: Bei starkem Regen bilden sich Pfützen auf der Straße und Regentropfen verhindern teils die Sicht auf den Asphalt. Schade, dass es auf der Xbox 360 ein leichtes Kantenflimmern sowie spürbare Framerateeinbrüche gibt. Diese entstehen vor allem dann, wenn viel auf der Strecke los ist (Start, Crash etc.).

Am Sound haben wir so gut wie nichts auszusetzen. Die Motorensounds klingen einmalig gut und die emotionalen Reden vom Teamchef nach einem erfolgreichen Qualifying oder Rennen wissen auch zu überzeugen. Schade, dass es abseits der Strecke keinen großen Soundtrack gibt. Hier und da mal ein nettes Technostück, mehr aber auch nicht.

89
F1 2010 im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

F1 2010 ist das Videospiel, welches sich jeder virtuelle Formel 1-Fans jemals gewünscht hat. Mit 24 Fahrern, 12 Teams und allen 19 Strecken der diesjährigen Formel 1-Saison punktet Codemasters nicht nur mit Lizenzen, sondern auch mit einem nie zuvor dagewesenen Spielerlebnis. Egal ob Anfänger oder Profi, jeder kann seine Einstellungen so individualisieren, wie er gerade Bock drauf hat. Hinzu kommt ein umfangreicher Karriere-Modus mit Aufstiegsmöglichkeiten in der Welt der Formel 1. Kritikpunkte sind einzig und alleine der Multiplayer-Modus, bei welchem Codemasters viel Potential verschenkt hat, und die teils nervenden Framerateeinbrüche auf der Xbox 360. Jeder Videospieler mit leichtem F1 im Blut: Unbedingt kaufen!

Pro

+umfangreicher Karrieremodus- individualisierung der Fahrhilfen- einzigartiges F1-Spielerlebnis - sehr hübsche Grafik- dynamischer Wetterwechsel - tolle Soundkulisse - nettes Schadensmodell- alle Lizenzen der F1 2010 Saison

Contra

-Multiplayer-Modus- kein LAN- oder Splitscreen

News & Videos zu F1 2010

F1 2010 Rennspiel
PUBLISHER Codemasters
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