Nach dem angekündigten Ende der aktiven Entwicklung von Destiny 2 fragen sich viele Fans, warum Bungie nicht längst an Destiny 3 arbeitet. Laut Bloomberg-Journalist Jason Schreier liegt die Antwort vor allem in den enormen Kosten, dem schwierigen Live-Service-Markt und Sonys deutlich vorsichtigerer Strategie nach mehreren Rückschlägen.
Destiny 3 existiert aktuell nicht
Die Hoffnung vieler Fans war naheliegend: Wenn Bungie die aktive Entwicklung von Destiny 2 beendet, könnte das Team seine Ressourcen auf einen direkten Nachfolger verlagern. Genau das scheint jedoch nicht zu passieren.
Laut Informationen des Bloomberg-Journalisten Jason Schreier, die von mehreren Branchenmedien aufgegriffen wurden, befindet sich Destiny 3 derzeit nicht in aktiver Entwicklung. Stattdessen sollen Entwickler bei Bungie an verschiedenen Ideen und Prototypen arbeiten, von denen einige auch im Destiny-Universum angesiedelt sind. Ein konkretes Projekt wurde bislang aber nicht freigegeben.
Schreier erklärte dazu, dass viele Fans unterschätzen würden, wie teuer die Entwicklung eines modernen Destiny-Nachfolgers inzwischen geworden wäre. Der entscheidende Faktor sei letztlich das Geld.
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Die Entwicklungskosten wären gigantisch
Bereits das ursprüngliche Destiny-Projekt verschlang enorme Summen. Der bekannte Activision-Vertrag aus den frühen Jahren der Reihe soll ein Gesamtvolumen von rund 500 Millionen US-Dollar umfasst haben.
Nach Einschätzung von Schreier könnte ein modernes Destiny 3 inzwischen ähnliche Kosten verursachen – und zwar allein für die Entwicklung. Marketing, Server-Infrastruktur und der langfristige Live-Service-Support kämen noch zusätzlich hinzu.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Höhere Gehälter in der Spielebranche
- Steigende Lebenshaltungskosten in Regionen wie Seattle
- Größere Entwicklerteams
- Aufwendigere Technik und Inhalte
- Langfristige Live-Service-Verpflichtungen
Gerade bei einem Spiel wie Destiny reicht es nicht, nur ein Hauptspiel zu veröffentlichen. Ein Nachfolger müsste über viele Jahre hinweg mit Erweiterungen, Events und neuen Inhalten versorgt werden.
Sony ist deutlich vorsichtiger geworden
Hinzu kommt die aktuelle Situation bei Sony.
In den vergangenen Jahren investierte der PlayStation-Konzern massiv in Live-Service-Projekte. Mehrere dieser Projekte wurden jedoch eingestellt, verschoben oder erreichten nie die erhofften Ergebnisse. Gleichzeitig kam es zu Studio-Schließungen und Entlassungen.
Auch Bungie selbst steht unter Druck. Sony meldete zuletzt Wertberichtigungen in Höhe von rund 765 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit der Übernahme des Studios. Zudem soll Bungie nach dem Ende der Destiny-2-Entwicklung weitere Stellen abbauen.
Vor diesem Hintergrund erscheint ein neues Projekt mit einem möglichen Budget von mehreren hundert Millionen Dollar für Sony aktuell schwer zu rechtfertigen.
Selbst große Marken kämpfen heute um Spieler
Ein weiteres Problem ist der Markt selbst.
Der Live-Service-Sektor ist inzwischen deutlich härter umkämpft als noch vor zehn Jahren. Spieler investieren oft jahrelang Zeit in bestehende Titel wie:
- Fortnite
- Minecraft
- Roblox
- Call of Duty
Neue Projekte müssen nicht nur überzeugen, sondern den Spielern auch einen Grund liefern, ihre etablierten Lieblingsspiele zu verlassen.
Schreier verweist darauf, dass selbst Destiny längst nicht mehr die Zugkraft besitzt, die die Reihe während ihrer erfolgreichsten Jahre hatte. Ein kompletter Neustart mit Destiny 3 wäre daher mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken verbunden.
Die Fans geben trotzdem nicht auf
Trotz der düsteren Aussichten bleibt der Wunsch nach einem Nachfolger groß.
Kurz nach der Ankündigung des Support-Endes von Destiny 2 entstand eine Petition für Destiny 3, die innerhalb weniger Tage mehr als 220.000 Unterschriften sammeln konnte. Sogar einige Synchronsprecher der Reihe unterstützten die Aktion öffentlich.
Die Community macht damit deutlich, dass die Marke weiterhin eine leidenschaftliche Fanbasis besitzt – auch wenn daraus noch lange kein grünes Licht für einen Nachfolger entsteht.
Was stattdessen passieren könnte
Aktuell konzentriert sich Bungie vor allem auf Marathon und die Zukunft des Studios. Gleichzeitig sollen intern neue Konzepte entstehen, darunter auch Ideen für weitere Destiny-Projekte. Ein klassisches Destiny 3 scheint jedoch vorerst keine Priorität zu haben.
Denkbar wären stattdessen:
- kleinere Destiny-Ableger
- Spin-offs mit geringerem Budget
- Co-Entwicklungen mit externen Studios
- neue Projekte innerhalb des Destiny-Universums
Damit könnte Sony das Risiko deutlich reduzieren, ohne die Marke komplett aufzugeben.
Destiny 3 bleibt vorerst ein Wunschtraum
Für viele Fans ist die Vorstellung eines Destiny 3 die logischste Zukunft der Reihe. Die wirtschaftliche Realität sieht jedoch anders aus.
Zwischen explodierenden Entwicklungskosten, einem gesättigten Live-Service-Markt und Sonys vorsichtigerer Investitionsstrategie gibt es derzeit kaum Anzeichen dafür, dass ein Vollpreissequel grünes Licht erhält. Stattdessen scheint Bungie zunächst seine eigene Zukunft sichern zu müssen.
Dass Destiny eines Tages zurückkehrt, gilt dennoch als wahrscheinlich. Die entscheidende Frage ist nur, ob dieses Comeback tatsächlich Destiny 3 heißen wird.