Nur wenige Tage nach dem Release von Crimson Desert am 19. März 2026 steht Pearl Abyss unter Druck: In der Community machten schnell Screenshots die Runde, die auf den Einsatz generativer KI in der finalen Version hindeuten. Der Entwickler und Publisher hat die Vorwürfe nun in einem ausführlichen Statement auf X aufgegriffen, sich entschuldigt und konkrete nächste Schritte angekündigt.
Crimson Desert war ursprünglich einmal als Prequel zu Black Desert Online gedacht, entwickelte sich über die lange Produktionszeit von sechs bis sieben Jahren aber zu einem eigenständigen Singleplayer-Action-Adventure in einer großen Fantasy-Open-World. Der Start verlief kommerziell stark: Pearl Abyss meldete zwei Millionen verkaufte Exemplare innerhalb der ersten 24 Stunden, dazu kommen solide frühe Nutzerwertungen trotz Kritik an Steuerung und Performance.
Der Auslöser der Debatte
Woran haben Fans generative KI in Crimson Desert erkannt? Im Fokus stehen vor allem gerahmte Bilder und 2D-Deko-Elemente in der Spielwelt, die auffällige, unlogische Details zeigen sollen. In der Diskussion wurden unter anderem Darstellungen genannt, bei denen Pferde mit ihren Reitern zu verschmelzen scheinen oder Figuren zu sehen sind, die an einem schwer zu deutenden, vierbeinigen Wesen arbeiten, dessen Anatomie unnatürlich wirkt.
Genau diese Art von Bildfehlern gilt vielen als typisches Erkennungsmerkmal generativer Bildmodelle. Entsprechend schnell kippte die Stimmung bei einem Teil der Community, weil der Einsatz solcher Tools häufig mit Fragen rund um Urheberrechte, kreative Kontrolle und Arbeitsplätze in Verbindung gebracht wird.
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Pearl Abyss betont, dass es sich nicht um bewusst platzierte Inhalte gehandelt habe, sondern um Assets, die so nicht in der finalen Version hätten landen sollen.
Das Statement von Pearl Abyss
Was sagt Pearl Abyss konkret zum KI-Einsatz? Laut dem Studio wurden generative KI-Tools genutzt, um einige 2D-Visual-Props zu erstellen. Diese seien in erster Linie als Platzhalter in einer frühen Produktionsphase vorgesehen gewesen und hätten vor Release ersetzt werden müssen.
Das entspricht nicht unseren internen Standards, und wir übernehmen die volle Verantwortung dafür.
Zusätzlich entschuldigte sich Pearl Abyss dafür, nicht transparenter mit dem Thema umgegangen zu sein. Das Studio räumte ein, dass der geplante Platzhalter-Charakter die fehlende Offenheit nicht rechtfertige.
Auch wenn diese Tools vor allem in der frühen Produktion genutzt wurden und wir davon ausgingen, dass die Assets vor Veröffentlichung ersetzt werden, entschuldigt das nicht die mangelnde Transparenz.
Patch-Pläne, Audit und die größere Diskussion
Welche Änderungen sind jetzt geplant? Pearl Abyss kündigte an, das komplette Spiel in einem Audit zu überprüfen und alle Inhalte, die durch generative KI entstanden sind, per Patch zu ersetzen. Welche konkreten Assets betroffen sind, wurde bislang nicht im Detail aufgeschlüsselt.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Debatte rund um KI in Games ein. Bereits 2025 gab es bei The Alters eine ähnliche Situation, als versehentlich KI-Material in der veröffentlichten Version auftauchte. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Trend, wie verbreitet solche Tools inzwischen sind: Ein Bericht zur ersten Jahreshälfte 2025 kam zu dem Ergebnis, dass etwa jedes fünfte Steam-Spiel in irgendeiner Form generative KI in der Entwicklung eingesetzt hat.
Die Fronten bleiben dabei klar: Für viele ist jede KI-Nutzung ein No-Go, weil sie den menschlichen Stil verwässert oder Jobs bedroht. Andere akzeptieren KI als Hilfsmittel für Routinearbeit, solange kreative Kernelemente klar in Menschenhand bleiben und die Nutzung offen kommuniziert wird.
Wie steht ihr zum KI-Einsatz in Crimson Desert: absolute rote Linie oder legitimes Tool, solange Pearl Abyss die Inhalte ersetzt und künftig transparenter ist? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.





