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Civilization 5: Runde Strategie? Der fünfte Teil nach vielen Stunden!

Von Redaktion PlayCentral - News vom 30.09.2010 14:46 Uhr

Civilization ist einer der Urväter der Rundenstrategiespiele und wird seit der Veröffentlichung des ersten Teils im Jahre 1991 von einer großen Fangemeinde gezockt. Fast pünktlich zum zwanzigsten Jubiläum der Reihe ist nun der fünfte Teil der populären Serie erschienen. An der Grundidee hat das Team um Entwicklerikone Sid Meier nur wenig geändert – ihr startet als Herrscher einer von 18 Weltnationen und müsst mit expandierenden Städten, kulturellen Bauwerken, militärischen Siegen und cleverer Forschung das Spiel für euch entscheiden. Dafür hat Entwickler Firaxis jede Menge Feinheiten im Vergleich zum Vorgänger angepasst. Es wurden allerdings auch komplette Features gestrichen und durch andere Funktionen ersetzt. Ob das gut gegangen ist, verraten wir euch in unserem Test!

Lass Dampf ab!

Vorneweg wird oft bemängelt, dass der neueste Civilization Teil nun an die Gaming-Plattform Steam gebunden wurde. Dieser Fakt fällt in unserer Bewertung allerdings nicht ins Gewicht. Allerdings ist so auch ein Internetzwang vorhanden – die wenigen Civ-Freunde ohne Internet können den fünften Teil also nicht spielen. Das sollte zuvor auf jeden Fall erwähnt werden.

König der Welt

Mit einem epischen Trailer, bei dem kein Cent gespart wurde, beginnt unsere Mission zur Erschaffung einer glorreichen Nation. Welches Volk euer strategisches Glück erfahren soll, könnt ihr dank 18 wählbaren Zivilisationen selber festlegen. Dabei sind viele alte Bekannte wie die Deutschen, Engländer, Azteken, Chinesen, Amerikaner und Japaner. Es gibt aber auch neue Nationen wie die Songhai und Siamesen – wohl als Ersatz für die Äthopier und Khmer. Erstaunlicherweise wurden die Zulu, Mongolen und Spanier gestrichen.

Hier können wir nur auf Download-Content, Expansionen oder Mods hoffen, denn alte Civ-Veteranen können bekanntlich nie genug Weltreiche zur Auswahl haben. Zudem gibt es keine unterschiedlichen Staatsoberhäupter – jeder Nation steht lediglich ein Anführer zur Verfügung, der unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Hinzu kommen jede Menge Stadtstaaten wie Bukarest, Lhasa oder Dublin. Mit diesen könnt ihr euch gut stellen und regen Handel treiben oder die Städte zur Eroberung freigeben. Da ihr bis zu 28 Stadtstaaten in ein Spiel bringen könnt, haben diese leider keine speziellen Anführer und wirken ein wenig seelenlos. Jedoch bringen sie unter anderem auch Quests ins Spiel, wenn ihr beispielsweise einem Stadtstaat gegen Barbaren oder andere Stadtstaaten sowie Zivilisationen helfen sollt. Dementsprechend durchaus ein erfrischendes Feature, das jedoch auf Kosten der Vasallenstaaten gegangen ist, die es in Civilization 5 nicht mehr gibt.

Unser erster Staatsakt beginnt, wie gewohnt, mit einem Siedler und einem Kriegertrupp. Schnell ist die erste Stadt an einem rohstoffreichen Ort gegründet, da wird unser Kämpfer auf Entdeckungsreise geschickt. Nachdem alle anderen Zivilisationen, ob Spieler oder computergesteuerte Persönlichkeit, ihre Runden ebenfalls beendet haben, sind wir wieder an der Reihe und erschaffen Schritt für Schritt ein Weltreich. Es werden weitere Städte gebaut und Königreiche erobert. Von der Steinzeit bis in die Moderne wird eifrig geforscht. Es entsteht ein Land mit starker Wirtschaft. Es kommt zum diplomatischen Austausch mit anderen Zivilisationen. Weltwunder werden als Zeichen der Macht gebaut und wachsende Metropolen strotzen voller prächtiger Bauwerke. Der Civ-Moment ist eingetreten und die Zeit vergeht wie im Flug. Plötzlich sind wir wieder süchtig!

Kämpfe mit sechs Kanten

Für die, die Civilization noch nicht gespielt haben: Ihr betrachtet das Geschehen über eine Weltkarte, auf der ihr eure Städte, Ressourcen und Einheiten sehen könnt. Auch die Schlachten um Städte oder gegen andere Einheiten werden dort angezeigt. Wie schon angesprochen läuft hier alles rundenbasiert ab. Gefechte wie in einem Echtzeitstrategie, wie beispielsweise die Schlachtfelder in Total War, gibt es in Civilization 5 nicht. Dennoch hat das Entwicklerteam diesmal einige Änderungen beim Kampfsystem vorgenommen. So sind die verschiedenen Bewegungsfelder nun sechskantig und es ist nicht mehr möglich, mehrere Einheiten auf einem Feld zu stapeln. Dies ist schon eine recht umfassende Änderung im Vergleich zum Vorgänger, da auch Staatsoberhäupter im Krieg nun ein wenig strategischer denken müssen und nicht mehr ohne Ende Einheiten auf den Feind geschickt werden können.

Die unkluge KI

Seit Civ 5 müssen Frontkämpfer nun wirklich gut zu positionieren werden und sollten erst angreifen, wenn beispielsweise eine Stadt von Bogenschützen oder später Katapulten sowie Kanonen bombardiert wurde. Auch der Infobildschrim vor dem Angriff gibt nun eine ordentliche Prognose ab, wie die Schlacht verlaufen wird. Zudem haben mit dem fünften Teil Städte ohne eine Einheit einen gewissen Verteidigungswert und sind nicht mehr einfach einzunehmen. Wird eine Metropole erobert, könnt ihr diese in euer Reich einverleiben oder als Marionettenstadt, was nicht so viel Unmut der Bevölkerung mit sich bringt, deklarieren. Allerdings könnt ihr in Marionettenstädten die Produktion nicht ändern, sie aber dafür später noch annektieren.

Die Änderungen beim Kampfsystem gefallen mit Sicherheit nicht jedem Spieler, bringen aber durchaus mehr strategische Aspekte mit sich. Auch das sich Städte selbst ohne Garnisonstruppen verteidigen können, ist absolut sinnvoll. Obendrauf könnt ihr ab der Technologie Optik die meisten Einheiten wassern, so dass Transportschiffe nicht mehr nötig sind und Eroberungszüge über Wasser durchaus vereinfacht wurden. Leider ist jedoch die KI teilweise ein wenig unausgereift.

So rennen Barbaren um eine Stadt herum und lassen sich aus der Ferne bombardieren, bis sie das Zeitliche segnen – das selbst in höheren Schwierigkeitsgraden. In manchen Momenten spielt der Computer plötzlich außerordentlich strategisch, verfällt nach überraschenden Zügen dann aber oftmals wieder der eigenen Dummheit. Glücklicherweise gibt es aber auch eine Multiplayer-Funktion – hier könnt ihr online oder im Netzwerk gegen menschliche Mitspieler antreten. Das sorgt für nächtelangen Spielspaß, sofern das Spiel nicht abstürzt, was auch schon vorgekommen ist!

Nacht für Nacht

Während wir schon Nachts vor dem Computer kampieren, fallen auch noch weitere Änderungen positiv andere Features aber leider auch negativ auf. Wobei hier auch viel von Geschmackssache und Spielstil abhängt. Klasse finden wir beispielsweise das durchdachte Interface, der übersichtliche Technologiebaum und das 3D-Design der Staatsoberhäupter. Auch die Berater, die vor allem für Beginner ein paar interessante Tipps im Repertoire haben, sind durchaus wieder willkommen. Überhaupt ist das Spiel, trotz Komplexität, ein wenig einsteigerfreundlicher geworden. Unter anderem sind sogar die meisten sprachlichen Stolpersteine, die in vorherigen Teilen bemängelt wurden, geglättet worden.

Die Regierungsformen hat Firaxis Games ebenfalls generalüberholt. Das Ergebnis ist ein interessantes Politiksystem. Die nun acht unterschiedlichen Typen können wie in einem Skillbaum gewählt werden, sobald genügend Kulturpunkte vorhanden sind. Verschiedene Politiken bringen euch Vorteile wie weniger Unruhen im Land, Boni für die Armee und mehr. Der Weg sollte allerdings Weise gewählt werden, denn während eines Spiels könnt ihr die gewählten Politiken nicht mehr ändern. Die Effizienz von Weltwundern hat das Entwicklerteam ebenso optimiert und ein wenig besser balanciert. Ferner kostet ab sofort auch die Infrastruktur bares Geld und ihr könnt Forschungsabkommen mit anderen Nationen schließen, jedoch keine Technologien mehr tauschen.

Leider hat das neueste Werk von Sid Meier auch seine Schattenseiten. Wo sind die Religionen hin und was ist mit der Umweltverschmutzung passiert? Wieso wurden so viele Völker gestrichen? Kann man keine Landkarten mehr mit anderen Nationen tauschen? Obendrauf gibt es zum Start des Spiels keinerlei Szenarien mehr und der Karteneditor wird lediglich in ferner Zukunft nachgereicht. Schade, hier hätten wir uns über interessante Feldzüge der Geschichte gefreut, die echte Strategen gerne nachspielen. Toll wäre auch ein frischer Fantasy-Mod mit völlig anderen Zivilisationen. Da hat der Vorgänger mehr geboten.

Voraussichtlich werden neue Inhalte allerdings als Download-Content offeriert oder eben von Spielern als Modifikation von Civilization 5 entwickelt. Der neueste Sprössling von Firaxis soll zumindest laut den Machern recht modfreundlich sein, auch wenn bislang diverse Programme zur Veränderung des Spiels fehlen. Ein paar Modifikaionen gibt es aber auch schon zum Start, die man dank dem in Civ 5 integrierten Mod-Finder auch wunderbar herunterladen kann. Leider überzeugen diese zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Doch die Community ist groß und wir dürfen gespannt sein.

Technische Seite

Grafisch gehörte die Civ-Reihe noch nie zu den Vorreitern. Für ein Rundenstrategiespiel sieht der Titel aber durchaus gut aus. Die Modelle und Karten sind detailliert gestaltet, je nach Volksgruppe und verändern sich natürlich mit den Epochen. Soundeffekte und vor allem die passende Musik kann man ebenfalls als gelungen bezeichnen. Über die Stadtansicht lässt sich streiten. Störend fallen allerdings bei großen Spielen die extremen Ladezeiten zwischen den Runden auf, die Veteranen der Reihe aber schon gewöhnt sind. Abstürze haben wir auch schon erlitten und der Multiplayer ist manchmal nicht mehr synchron und wird abgebrochen.

87
Civilization 5 im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Civilization 5 ist definitiv wieder ein solides Spiel mit Suchtfaktor, aber definitiv keine Revolution. Die Neuerungen sind eher feine Änderungen des vierten Teils und kein weiter Sprung nach vorne. Teilweise absolut sinnvoll, andererseits haben die Veränderungen aber auch viel mit Geschmackssache zu tun. So beispielsweise, dass Einheiten nicht mehr gestapelt werden können. Positiv sind auf jeden Fall die Berater, die schön gestalteten Staatsoberhäupter, die verstärkte Strategie im Kampfsystem und das moderne Interface.

Allerdings vermissen wir noch weitere Nationen, frische Szenarien und coole Mods. Was nicht ist, kann aber dank der Community noch werden. Für Fans von Rundenstrategiespielen ist der fünfte Teil der Civilization Reihe somit auf jeden Fall wieder ein Pflichtkauf.

Pro

+Strategisches Kampfsystem
+3D-Staatoberhäupter
+Frisches Interface
+Berater wieder da
+Stadtsaaten
+Hoher Suchtfaktor
+Übersichtlicheres Forschungssystem
+Viele positive Änderungen alter Features

Contra

-Keine Szenarien
-KI teilweise nicht sehr clever
-Zivilisationen wie Zulu, Spanier und Mongolen nicht mehr vorhanden
-Kein Karteneditor zum Spielstart
-Ein paar Features wie z.B Umweltverschmutzung und Religionen gestrichen

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