Für Witcher-Fans gibt es gerade eine unschöne Entwicklung, die weniger mit neuen Trailern oder Release-Gerüchten zu tun hat, sondern mit dem Fundament der Reihe: den Büchern. In der spanischsprachigen Community sorgt ein Streit um die Veröffentlichung der Romane für Aufsehen, weil dabei offenbar ausgerechnet eine KI-Übersetzung als Ersatz für eine etablierte, gefeierte Fassung im Raum steht.
Ausgelöst wurde die Debatte durch Aussagen des Übersetzers José María Faraldo, der die Hexer-Romane bereits 2002 ins Spanische übertragen hat. Seine Version gilt vielen seit Jahren als kanonische Standardübersetzung, doch genau diese soll nach seinen Schilderungen seit längerer Zeit nicht mehr regulär neu aufgelegt werden.
Der Streit um die spanischen Hexer-Bücher
Worum geht es bei der Witcher-Übersetzungskontroverse? Laut Faraldo blockiert der Agent von Andrzej Sapkowski seit über vier Jahren die Veröffentlichung seiner spanischen Übersetzungen. Für Leserinnen und Leser bedeutet das: Selbst wenn die Nachfrage da ist, kommt die bekannte Fassung nicht einfach wieder in den Handel.
Besonders brisant ist, dass der spanische Verlag Alamut demnach bereits seit rund sieben Jahren versucht, die Übersetzungen neu herauszubringen, dabei aber immer wieder auf Widerstand stößt. Offizielle Gründe dafür wurden laut den geschilderten Informationen weder von Sapkowski noch von dessen Agent öffentlich gemacht.
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Die Spekulationen bekommen allerdings eine klare Richtung, weil Faraldo vermutet, dass stattdessen eine neue, KI-generierte Übersetzung vorbereitet werden könnte. Sollte sich das bewahrheiten, wäre das nicht nur ein Verlagswechsel oder eine Neuauflage, sondern ein kompletter Austausch der sprachlichen Interpretation, die die Reihe für viele erst lesbar und liebenswert gemacht hat.
Warum eine KI-Übersetzung so viel kaputtmachen kann
Warum wäre eine KI-Übersetzung für Witcher-Leser ein Problem? Übersetzungen sind bei Fantasy-Reihen wie The Witcher nicht bloß Wort-für-Wort-Arbeit. Tonfall, Humor, kulturelle Anspielungen, Namen, Flüche, Dialekte und die feine Balance aus Märchen, Politik und Dreck unter den Fingernägeln sind genau das, was Sapkowskis Welt ausmacht.
Faraldos Version gilt als besonders nah am Geist der Vorlage. Eine automatisch erzeugte Übersetzung kann zwar schnell und günstig sein, scheitert aber häufig an Nuancen, Running Gags und dem Rhythmus von Dialogen. Gerade Figuren wie Geralt, Rittersporn oder Yennefer leben davon, dass ihre Stimmen im jeweiligen Sprachraum wiedererkennbar sind.
Hinzu kommt der Aspekt der Kontinuität: Wenn eine über Jahrzehnte etablierte Übersetzung plötzlich durch eine neue ersetzt wird, verändert das für viele Leser das Gefühl von Kanon und Vertrautheit. Wer die Saga schon kennt, stolpert über neue Begrifflichkeiten. Wer neu einsteigt, bekommt möglicherweise eine Version, die zwar verständlich ist, aber nicht dieselbe literarische Qualität liefert.
Rechte, Anerkennung und der Wert menschlicher Arbeit
Welche Rolle spielen Rechte und Urheberfragen bei Übersetzungen? Faraldo beschreibt die Situation so, dass der Agent die Bücher an einen anderen Verlag verkaufen wolle, ohne seine Übersetzungen zu nutzen und ohne dass er seine Rechte effektiv verteidigen könne. Im Kern steht damit nicht nur die Frage nach KI, sondern auch nach fairer Behandlung kreativer Arbeit.
Die Idee des Agenten sei gewesen, die Bücher an einen anderen Verlag zu verkaufen, ohne meine Übersetzungen und ohne dass ich meine Rechte verteidigen kann.
Wenn ein Übersetzer über viele Jahre hinweg die maßgebliche Fassung für einen Sprachraum geprägt hat, ist das kulturell mehr als eine Dienstleistung. Es ist Mitautorenschaft auf der Ebene der Sprache. Genau deshalb wirkt die Vorstellung, diese Arbeit durch ein automatisiertes Produkt zu ersetzen, für viele wie eine Abwertung nicht nur eines einzelnen Übersetzers, sondern des Berufsstands insgesamt.
Für die Witcher-Community ist das auch deshalb relevant, weil es einen Trend widerspiegelt: KI wird nicht nur bei Artworks, Stimmen oder Mods diskutiert, sondern zunehmend bei Kernbestandteilen von Veröffentlichungen. Und das kann am Ende mehr Fans betreffen als jede Debatte um KI-Bilder, weil es direkt den Zugang zur Originalgeschichte verändert.
Reaktion aus der Community und was Fans jetzt fordern
Wie reagieren Witcher-Fans auf die KI-Übersetzungspläne? Aus der spanischsprachigen Fanbasis heraus hat sich laut den geschilderten Informationen eine Graswurzelkampagne formiert. Unter dem Namen Queremos The Witcher will die Initiative Druck aufbauen, damit die bekannten Übersetzungen wieder verfügbar werden und Leser die Romane in der Form bekommen, die sich über Jahrzehnte etabliert hat.
Die Kernpunkte, die für viele dabei mitschwingen, lassen sich so zusammenfassen:
- Die bisherigen spanischen Übersetzungen sollen wieder regulär neu aufgelegt werden.
- Eine mögliche KI-Übersetzung soll nicht als Ersatz für die kanonische Fassung dienen.
- Übersetzerrechte und die Anerkennung der bisherigen Arbeit sollen gewahrt bleiben.
Auch wenn das Ganze zunächst wie ein Konflikt in einem bestimmten Sprachraum wirkt, hat es Signalwirkung für alle: Wenn ein großer Name wie The Witcher bei Übersetzungen auf KI setzt, könnte das schnell Schule machen, gerade bei langen Reihen, deren Neuauflagen und Rechtepakete wirtschaftlich attraktiv sind.
Wie siehst du das: Würdest du eine KI-Übersetzung bei einer Lieblingsreihe akzeptieren, wenn eine bewährte, menschliche Übersetzung existiert, oder wäre das für dich ein klarer Dealbreaker? Schreib es gern in die Kommentare.




