Nach jahrelangem Warten erschien am 4. Dezember 2025 endlich Metroid Prime 4: Beyond für Nintendo Switch und Switch 2. Doch während viele auf ein modernes Open-World-Erlebnis gehofft hatten, entschied sich das Entwicklerteam bei Retro Studios für einen umstrittenen Kompromiss: ein zentrales Hub-Design mit halblinearen Abschnitten. Diese Entscheidung war nicht kreativ motiviert, sondern eine Konsequenz des langwierigen Entwicklungsprozesses.
Bereits 2017 wurde Metroid Prime 4 erstmals angekündigt. Zwischenzeitlich wurde die Entwicklung komplett neu gestartet, als Nintendo 2019 die Leitung wieder an Retro Studios übergab. In einem Interview mit Famitsu bestätigte Nintendo, dass die ursprüngliche Vision eine offenere Welt vorsah – inspiriert vom Erfolg von Breath of the Wild. Doch als sich zeigte, dass dieser Ansatz nicht mit dem klassischen Metroid-Gameplay harmonierte, setzte man auf ein zentralisiertes Weltendesign. Als man später erkannte, dass sich die Erwartungen der Gaming-Community stark verändert hatten, war es laut Nintendo „nicht mehr möglich“, den Kurs zu ändern.
Die Entscheidung für ein Hub-basiertes Design
Warum hat Nintendo das offene Weltkonzept verworfen? Nintendo erklärte, dass der Wiedereinstieg in die Entwicklung nach dem Neustart 2019 bereits enormen Aufwand bedeutete. Noch einmal alles umzuwerfen, war nicht realistisch. Deshalb blieb man beim Konzept eines zentralen Knotenpunkts, genannt Sol Valley, von dem aus Samus mit dem neuen Motorrad Vi-O-La die verschiedenen Regionen erkundet. Diese Struktur erinnert an klassische Metroid-Titel, wird jedoch von vielen als veraltet empfunden.
Besonders kritisch sehen Fans die Einschränkungen im Erkundungsdesign. Zwar gibt es neue Gameplay-Elemente wie psychische Fähigkeiten, die Samus zum Manipulieren von Objekten und zur Heilung von NPCs einsetzen kann, doch die Welt wirkt für viele nicht „offen“ genug. Die Interaktionen mit den Mitgliedern der Galaktischen Föderation, die Samus gelegentlich im Kampf und bei Rätseln unterstützen, konnten diesen Eindruck nicht vollständig auffangen.
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Kritikpunkte und Bewertung
Wie wurde Metroid Prime 4: Beyond von der Community aufgenommen? Die Reaktionen fielen gemischt aus. Zwar lobten viele das visuelle Design und die technischen Verbesserungen – insbesondere auf der Switch 2 mit Joy-Con 2-Maussteuerung – doch das Spiel erhielt mit einem Metacritic-Score von 78 die bislang niedrigste Bewertung innerhalb der Hauptreihe. Auch der Nutzerscore von 8.2 liegt unter dem Durchschnitt früherer Serienableger.
Ein häufig genannter Kritikpunkt ist, dass sich das Spiel wie ein nostalgischer Rückblick anfühlt, statt einen mutigen Schritt nach vorn zu wagen. Während Retro Studios damit viele Veteranen ansprechen wollte, trifft dieser Ansatz nicht mehr die Erwartungen moderner Action-Adventure-Fans, die heute komplexere, dynamischere Welten gewohnt sind.
Technische Neuerungen und Plattformunterschiede
Was unterscheidet die Switch-2-Version von der ursprünglichen Fassung? Die Switch 2 erlaubt erstmals eine präzisere Steuerung per Joy-Con 2, der wie eine Maus funktioniert. In Verbindung mit der Ego-Perspektive ergibt sich ein flüssigeres Gameplay, das vor allem im Kampf gegen größere Gegner oder beim gezielten Einsatz der neuen psychischen Fähigkeiten einen Vorteil bietet. Auch grafisch punktet die Next-Gen-Version mit schärferen Texturen, flüssiger Bildrate und kürzeren Ladezeiten.
Diese technischen Vorteile konnten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gameplay-Design nicht den Erwartungen entsprach. Viele wünschen sich eine Rückkehr zu einer echten Open-World-Struktur oder zumindest mehr Entscheidungsfreiheit bei der Erkundung.
Wie geht es mit der Serie weiter?
Wird es ein Metroid Prime 5 geben? Offiziell wurde kein Nachfolger angekündigt, doch es kursieren bereits erste Gerüchte, dass Retro Studios an einem neuen Projekt arbeitet. Nintendo ließ offen, ob die Lehren aus dem Entwicklungsprozess von Beyond in zukünftigen Titeln berücksichtigt werden. Fans hoffen, dass ein potenzielles Metroid Prime 5 mutiger mit modernen Gameplay-Strukturen umgeht und dabei trotzdem die DNA der Serie bewahrt.
Metroid Prime 4: Beyond ist ein Spiel voller Widersprüche – technisch beeindruckend, aber strukturell konservativ. Die Entscheidung, am Hub-Design festzuhalten, war nachvollziehbar, aber nicht ohne Folgen. Ob sich Nintendo beim nächsten Mal traut, neue Wege zu gehen, bleibt abzuwarten.
Wie stehst du zur Entscheidung, das Spiel mit einem Hub-Welt-Design zu veröffentlichen? Hätte Nintendo doch noch einmal alles über den Haufen werfen sollen? Teile deine Meinung gerne in den Kommentaren!




