PLAYCENTRAL TEST Trials Evolution

Trials Evolution: PC-Version unter die Lupe genommen

Von Sascha Scheuß - Test vom 02.04.2013 10:48 Uhr

Das kratzige Brummen der Motoren hallt durch die Canyons. Der Staub fliegt in alle Richtungen und manchmal wird die Luft von einem Schrei erfüllt, der von einem Fahrer ausgeht. Aber nicht vor Schmerz, sondern vor purer Freude, sich frei zu fühlen und zu fliegen. Willkommen bei Trials Evolution. Doch zu allererst sei geklärt, dass mir die PC-Version zur Verfügung gestellt wurde und ich mich ausschließlich auf diese Fassung beziehe. Wie sehr sich die Xbox 360-Fassung von der PC-Version unterscheidet, ist mir nicht bekannt und wird nicht berücksichtigt.

Als mir das Muster von Trials Evolution zugeschickt wurde, musste ich kurz stutzen. Ich musste zu meiner Schande zugeben, dass ich seit gut 5 Jahren kein Motorrad-Spiel mehr angefasst habe. Ich schwelgte eine Weile in Erinnerungen von tollen Motorcrossspielen wie zum Beispiel MX Unleashed oder Excitebike 64. Die gut fünf Gigabyte waren schnell heruntergeladen und ich durfte mich in die Welt von Trials Evolution begeben. Meine Erwartungen waren ehrlich gesagt ziemlich hoch. Da ich das Spiel aber noch nie gespielt, geschweige denn gesehen habe, versuchte ich mir keine allzu großen Hoffnungen zu machen. Als ich Trials Evolution dann endlich gestartet hatte, war ich positiv überrascht. Das Menü war sehr übersichtlich und man konnte sich schnell orientieren. Hinzu kamen viele Arten, das Spiel zu spielen, doch darauf gehe ich später noch etwas tiefgründiger ein. Ich würde nicht sagen, dass Trials leider keine Story hat, sondern eher, dass Trials keine Story braucht. Hier besteht keine Handlung und niemand weiß, wer man ist oder wieso man diese Kurse fährt. Beim ersten Level angekommen, wurde ich geschockt und stempelte Trials sofort als langweiliges Durchschnitts-Spiel ab. Keine Rundkurse, keine Gegner, kein Siegeswille oder Motivation – dachte ich.

Ich stellte jedoch schnell heraus, dass dieser Titel all diese Zutaten für ein gutes Rennspiel nicht nötig hat, da Trials Evolution kein Rennspiel ist. Es ist viel mehr ein TrackMania unter den Motorradspielen. Man kann am Anfang zwischen der Karriere (den Canyons) oder einem HD-Lagerhaus (Strecken zum Austoben und Knobeln) wählen. Bei beiden Modi kann man Münzen verdienen, die man wiederum in äußerliche Upgrades seines Charakters eintauschen kann. So ist es möglich, seinem Fahrer neue Handschuhe, Helme, Anzüge, Hosen und Stiefel zu kaufen, welche allesamt einen besonderen Charme besitzen. Im uPlay-Store gibt es für 10 Tokens sogar eine alte Rüstung, die dem Fahrer einfach super steht.

Doch kommen wir mal zum Gameplay, denn das überrascht durch seine ganz eigene Art und Weise. Obwohl dieses Spiel eine 3-D-Grafik besitzt, fährt man alle Strecken in einer 2-D-Orientierung. Man schaut von der Seite auf seinen Fahrer und kann nur vorwärts oder rückwärts fahren. Diese Fahrweise hat mich anfangs noch leicht irritiert, doch das Spielprinzip wird schnell klar. Neben dem Vorwärts- und Rückwärtsfahren gibt es die Möglichkeit, seinen Fahrer nach vorne und nach hinten lehnen zu lassen. Somit hat man trotz der 2-D-Ansicht die komplette Kontrolle über seinen Schützling. Man fährt permanent auf einer vorgegebenen Linie, die öfters durch größere Sprünge abgelöst wird, sonst habt ihr keine Freiheiten, einen anderen Weg zu fahren. Doch das stört nach einigen Minuten keinen Augenblick des Spiels.

Am Anfang steht euch eine Karosserie mit der niedrigsten CC-Klasse frei. Um alle anderen Maschinen freizuschalten, müsst ihr Medaillen einsammeln. Damit steigert ihr nicht nur euren Level und sammelt Geld, nein, ihr braucht eine gewisse Anzahl an Medaillen um Lizenzen freizuspielen. Um eine Lizenz zu erhalten, müsst ihr einen kleinen Parkours mit der Maschine meistern, welche ihr durch die Lizenz freispielen wollt. Eine gute Möglichkeit, sich mit der neuen Karosse vertraut zu machen. In einer Sache glänzt Trials Evolution aber noch mehr als mit der Vielzahl der Möglichkeiten – die Rede ist von der Umgebung und diversen Level. Manchmal startet ihr in den Bergen, im Dschungel, in einer alten Lagerhalle, an einem Fluss, einem Atomkraftwerk oder sogar in einer Fantasie-Welt. Hier haben sich die Designer und Entwickler enorme Mühe gegeben, da jedes Level so viel Liebe zum Detail zeigt, wie ich es vorher bei keinem anderen Spiel erlebt habe. Zudem bleibt der witzige Nebeneffekt bestehen, dass wenn ihr ein Level erfolgreich abschließt, euer Fahrer im Ziel immer einen grausamen Tod stirbt. Entweder fliegen ihm Stahlträger aus 100m Höhe auf den Kopf, brettert er mit voller Wucht und ohne Lebensmut in explosive Fässer oder fällt in einen Vulkan. Jedes Mal dankt euer Fahrer auf humorvolle Art vom Leben ab.

Falls es zu dem Ereignis kommt, dass ihr mit eurem Fahrer auf der Strecke stürzt, könnt ihr euch zum letzten Checkpoint zurücksetzen, habt dann aber keine Chance mehr auf eine Goldmedaille, egal wie schnell ihr im Ziel seid. Hier zählt also das Trackmania-Prinzip: Ohne Fehler so schnell wie möglich ins Ziel fahren. Um überall Gold zu bekommen, werdet ihr viele Stunden beschäftigt sein. Auch wenn ich nach einer Stunde dachte, ich hätte alles gesehen, wurde ich überrascht, als ich an einen gewissen Abschnitt des Spiels kam. In einer Kategorie fahrt ihr die Strecken nämlich ohne euer geliebtes Bike. Ich war erstaunt, als ich plötzlich mit Skiern an der Startrampe stand und Stunts vollführen musste, anstatt ins Ziel zu kommen. In weiteren Abschnitten fliegt ihr beispielsweise mit einem UFO zu verschiedenen Checkpoints oder rollt mit einer Kugel durch einen Parkour. Diese Abwechslung macht dieses Spiel neben den vielen anderen positiven Aspekten zu etwas ganz Besonderem.

Doch, was ist, wenn man nach langer Spielzeit alle Strecken gefahren ist, alles freigeschaltet hat und nicht mehr weiß, was zu tun ist? Man schnappt sich ein paar Kollegen und spielt entweder im LAN oder Multiplayer. Hier geht es darum, wer Erster im Ziel ist und sich am wenigsten Fehler erlaubt hat. Darüber hinaus hat das Spiel einen eigenen Strecken-Editor, welcher selbst für Laien leicht zu verstehen ist. Ihr habt außerdem die Möglichkeit, die Strecken eurer Freunde herunterzuladen und zu spielen. Diese Funktion bereichert Trials Evolution um viele Spiel- und Spaßstunden.

Was bleibt da noch über einen Titel zu sagen, welcher unscheinbar und doch so effektiv gut ist? Er ist nicht sonderlich schwer, jedoch braucht es beim einen oder anderen Level sehr viele Anläufe, um ihn fehlerlos abzuschließen. Mit einem Controller lässt sich Trials Evolution dazu noch besser spielen. Die Grafik geht in Ordnung und kann sich stellenweise echt sehen lassen. Die Lichteffekte sehen durchaus realistisch aus und die Explosionen und Veränderungen der Strecke flimmern fließend über den Monitor. Auch wenn die Texturen von manchen Objekten hätten besser aussehen können, stört dies keinerlei die Atmosphäre, welche durch stets schöne Motorengeräusche abgerundet wird.

90%
Trials Evolution im Test

Fazit und Wertung von Sascha Scheuß

Trials Evolution macht alles richtig, was ein Motorradspiel nur richtig machen kann. Anfangs war ich dem Titel eher skeptisch gegenüber, jedoch wurde diese Skepsis nach wenigen Minuten über Bord geworfen. Selten war ich von einem Spiel besessen wie von diesem. Die ständige Motivation, mehr Geld und Medaillen zu sammeln, fesselten mich mehrere Spielstunden vor den Rechner, die ich doch so schön in Hausarbeit investieren hätte können. Doch für so ein Erlebnis musste ich einfach Prioritäten setzen. Auch wenn ich das Spiel fast zu 100% durchhabe, werde ich sicherlich noch viele Stunden im Multiplayer verbringen und neue Strecken erstellen, herunterladen und zur Genüge spielen. Wer auf Rennspiele mit viel Geschwindigkeit steht, sollte von Trials Evolution lieber die Finger lassen. Ausnahmslos allen anderen rate ich, sich dieses Spiel sofort zu kaufen. Vom Spielspaß her zieht da ein Crysis 3 auf jeden Fall den kürzeren.

Pro

+Enormer Spielspaß
+Suchtfaktor
+Streckenvielfalt
+Leveldesign
+Steuerung

Contra

-Teilweise schwammige Texturen

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