PLAYCENTRAL TESTS The Witcher 3

The Witcher 3: Auch auf Nintendo Switch ein RPG-Kracher – Test

Von Benjamin Braun - Test vom 14.10.2019 15:02 Uhr
© CD Projekt

Mit dem letzten Teil der Rollenspiel-Trilogie um Monsterjäger Geralt von Riva spielte sich CD Projekt endgültig in die Herzen der RPG-Fans. Nun ist The Witcher 3 als Complete Edition auch für die Nintendo Switch erschienen. Doch reicht die Hardware-Power von Nintendos Hybrid-Konsole für das riesige Open-World-Abenteuer?

Kleine Konsole, großartiges Abenteuer

Den Hexer Geralt von Riva müssen wir den allermeisten Spielern wohl nicht mehr vorstellen. Für jene, die ihn noch nicht genauer kennen, möchten wir es dennoch gerne kurz tun, bevor wir uns den Qualitäten der Switch-Umsetzung von The Witcher 3 widmen. Geralt, genannt der Weiße Wolf, ist ein sogenannter Hexer, ein professioneller Monsterjäger, der für Geld Jagd auf Greife, Ghule und Schlimmeres macht.

Als einer der wenigen Hexer-Anwärter überlebte er die hochgiftige Kräuterprobe. Denn nur, wer die übersteht, kann ein Hexer werden, die für die Monsterhatz toxische Tränken zu sich nehmen, die ihre Stärke und Beweglichkeit erhöhen oder die Sinne schärfen. Zudem sind die Hexer magisch begabt und wirken Zeichen, die Schutz gewähren oder mit denen sie Flammen verschießen. Zwei Schwerter tragen sie auf dem Rücken: ein Silberschwert für Monster, ein Stahlschwert für alles andere.

Geralt ist ein Einzelgänger und darauf bedacht, bei all seinem Tun seine Neutralität zu wahren. Doch im Rahmen seiner Berufung bekommt er es nicht nur mit Menschen in Not, sondern auch mit den Mächtigen der nördlichen Königreiche zu tun, die untereinander Krieg führen. Er erkennt, dass Neutralität eine Wunschvorstellung ist und mit der Realität nicht vereinbar. In „The Witcher 3“ wird er aber nicht nur damit konfrontiert, sondern auch mit seinen Gefühlen für die Zauberin Yennefer von Vengerberg und seine Ziehtochter Ciri, deren Spuren auf der Flucht vor Untotenarmee der Wilden Jagd ihr im Spiel folgt.

Alles in einem Paket

„The Witcher 3“ erscheint für Nintendo Switch als sogenannte Complete Edition, die sämtliche bislang veröffentlichten Inhalte umfasst. Neben dem umfangreichen Hauptspiel, in dessen Zentrum die Suche nach Ciri steht, und das euch mitsamt der etlichen optionalen Quests, Monsterjagden oder der Suche nach legendären Schwertern und Rüstung mühelos 40 bis 80 Stunden beschäftigen wird, sind auch die beiden Großerweiterungen „Hearts of Stone“ und „Blood and Wine“ mit an Bord. Genauso wie in den Versionen für PC, PS4 und Xbox One dürft ihr beide Erweiterungen auch direkt separat mittels eines vorgefertigten Spielstands angehen.

Der bringt Geralt direkt auf eine geeignete Stufe und staffiert ihn zudem mit entsprechend vielen frei im Charaktermenü verteilbaren Skillpunkten sowie höherwertigen Ausrüstungsteilen aus. Solltet ihr die Switch-Fassung also primär kaufen, um die bislang noch nicht gespielten Add-ons zu spielen, müsst ihr das Abenteuer dafür nicht zwingend erst 20 oder 30 Stunden spielen.

Während Hearts of Stone abseits der rund 15-stündigen Questreihe die große Open World lediglich um ein überschaubar großes neues Areal erweitert, kommt mit „Blood and Wine“ mit Touissant zudem ein komplett neues, weitläufiges Gebiet hinzu. Touissant hat dabei etwas besonders Märchenhaftes, nicht nur visuell, sondern auch mit besonders kreativen Quests. In deren Rahmen könnt ihr mitunter auch mit Tieren sprechen, von denen es sogar Geralt selbst wohl nie für möglich gehalten hätte.

„Blood and Wine“ erweitert zudem das Charaktersystem des Hauptspiels, integriert ein Housing-Feature ins Spiel und bildet gleichzeitig den offiziellen Abschluss der Witcher-Reihe. Alles zusammen ist selbst für Schnellleser, die die großartig vertonten Dialoge wegklicken, mindestens für 100 Spielstunden gut. Wer möchte, kann mitsamt aller Nebenaufgaben gut und gerne mehr als 200 Stunden rausholen.

Ein exzellenter Port

Der ursprüngliche Release von „The Witcher 3: Wild Hunt“ erfolgte im Jahr 2015 ausschließlich für PC, PS4 und Xbox One. Mit deren reiner Hardwareleistung kann die Switch zwar nicht mithalten, dennoch entschied sich CD Projekt, ihr Rollenspiel-Epos nun auch für Nintendos Hybrid-Konsole umzusetzen. Die Portierung stammt von Saber Interactive, die unter anderem die Halo: The Master Chief Collection für Xbox One umsetzten und allein in den letzten paar Monaten die Remastered-Version von Ghostbusters: The Video Game sowie Switch-Ports von Vampyr und Call of Cthulhu auf den Weg brachten.

Der wesentliche Unterschied der Switch-Portierung besteht in der geringeren nativen Auflösung, die wir deutlich unterhalb von 720p vermuten. Umgebungstexturen kommen entsprechend nicht so scharf daher, feine Details der Rüstungen der NPCs sind teils nicht mehr richtig sichtbar, wie auf den drei leistungsstärkeren Plattformen. Kettenhemdartige Bestandteile einer von Geralts Rüstung sind kaum noch als Metall zu identifizieren, da Glanzeffekte bei entsprechender Beleuchtung fehlen oder zumindest stark reduziert wurden. Ähnlich sieht es auch bei anderen Effekten aus. Auf Switch  raucht das Feuer regelrecht eckig, wo sich auf allen anderen Plattformen realistische Rauchschwaden bilden und vom Wind weggetragen werden.

Hier und dort spart Saber Interactive bei der Sichtweite. Blickt ihr beispielsweise von der höchsten Erhöhung in der Stadt Novigrad hinab, sind von den Gebäuden in der Ferne oder dem Hafen nur noch vergleichsweise grobe Umrisse zu erkennen. Gravierende Pop-Ups gibt es allerdings nicht. Auffällig aber ist, wie penibel Saber Interactive aufs Speichermanagement gerade in Dialogen achtet. Wer ganze Gespräche einfach der Abbruchtaste überspringt, kann deshalb auf Switch deutlich sichtbare Slowdowns bewirken.

Insbesondere bei Gräsern oder Baumkronen schrauben die Entwickler ebenfalls den Detailgrad zurück und tricksen stärker beim Nachladen von Texturen oder verzichten gezielt auf komplexere Beleuchtungseffekte aus, um Rechenleistung zu sparen. All das fällt jedoch überwiegend nur im direkten Vergleich auf und geht vor allem nicht auf Kosten der Atmosphäre. Tatsächlich ist es abseits der in manchen Situationen nicht ganz steten Bildrate beim Reiten durch die Spielwelt oder auch in größeren Kämpfen (insbesondere im Dock-Modus) eine technisch erstklassige Umsetzung, die so ziemlich alles herausholt, was in der Switch steckt.

Kleinere atmosphärische Einbußen ergeben sich hingegen beim Sound. So fehlen häufiger live eingerechnete Stimmeffekte, durch die abhängig von der Umgebung etwa ein Hall erzeugt wird. Bei manchen Dialogen ist zudem die Kompression etwas zu hoch, wodurch die Sprachausgabe leicht blechern klingt. Am stärksten fällt dies bei der Nutzung von Kopfhörern auf, bei deren Verwendung zudem auffällt, dass einige Sprachsamples zu laut abgemischt wurden und nahe an der Grenze zur Übersteuerung liegen. Der einzige nennenswerte Wermutstropfen aber besteht in den langen Ladezeiten, die noch oberhalb derer auf PS4 und Xbox One liegen.

Angepasste Steuerung und ein Riesenmodul

Ungeachtet der audiovisuellen Anpassung geht mit der Portierung auf Switch an sich jedoch nichts verloren. So habt ihr auch hier die freie Wahl zwischen einer Reihe von Sprachfassungen, darunter Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch, und dürft diese frei mit Untertiteln und Menütexten in anderen Sprachen kombinieren. 32 GB wiegt das Spiel insgesamt, die Download-Version aus dem eShop kriegt ihr also entsprechend nur auf eure Switch, wenn ihr eine ausreichend große und schnelle Micro-SD-Karte in eurem Handheld-Teil habt. Der interne Speicher reichte für die 32 GB nicht. Entscheidet ihr euch hingegen für das Modul, müsst ihr euch darüber keine Gedanken machen.

Ihr müsst zudem nichts extra herunterladen wie etwa den Mehrspieler-Modus bei Doom, also weder Sprachpakete oder die Inhalte von „Blood and Wine“ oder „Hearts of Stone“, alles ist auf dem Cartridge drauf. Es gibt optional allerdings einen Patch, dessen Größe bei ca. ein bis zwei Gigabyte liegen soll und der ein paar der in unserer Download-Version bereits enthaltenen Bugfixes mitbringt. Überprüfen konnten wir mangels Modul-Fassung nicht, ob sich die Performance ohne den genannten Patch nennenswert unterscheidet oder nicht.

Wie es sich gehört, haben die Entwickler die Steuerung an die Gepflogenheiten der Switch angepasst und sorgen damit dafür, dass sich Nintendo-Freunde nicht mit „ungeschriebenen Gesetzten“ wie dem, dass man mit dem B-Knopf Aktionen abbricht respektive im Menü einen Schritt zurückgeht, nicht entgegen gängiger Tastenlayouts eingewöhnen müssen. Andere Switch-Ports, darunter die Remastered-Edition von Dark Souls, hielten einen solchen Schritt bekanntlich für nicht notwendig. Falls ihr „The Witcher 3“ bereits auf anderen Plattformen gespielt habt, dürft ihr aber auf ein alternatives Layout umschalten, das dem auf Xbox One und PS4 entspricht.

Darüber hinaus dürft ihr auch die Stickempfindlichkeit recht fein an eure Bedürfnisse anpassen, was gerade bei der Nutzung der Joy-Cons in vielen anderen Spielen Standard sein sollte. Mit dem Pro Controller könnt ihr diese Funktion getrost ignorieren. „The Witcher 3“ hat auch damit wie gehabt siene hakeligen Momente, spielt sich aber auch anhieb besser, ohne Hand an die Sensibilität zu legen. Das umfangreich individuell anpassbare HUD verändert sich mit der Switch-Version nicht. Saber Interactive hat jedoch dankenswerterweise daran gedacht, die Untertitelgröße so anzupassen, dass sie auch noch auf dem Handheldbildschirm einwandfrei zu lesen sind. Dadurch sind sie auch im Dock-Modus größer, als auf den anderen Konsolen, nehmen aber nie zu viel Platz ein und können wie gehabt auch deaktiviert werden.

The Witcher 3 Rollenspiel Nintendo Switch, Xbox One, PS4, PC
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