PLAYCENTRAL TEST The Darkness II

The Darkness II: Weck‘ die Dunkelheit in dir!

Von Tobias Fulk - Test vom 01.03.2012 09:02 Uhr

Im Jahr 2007 feierte das Entwicklerstudio Starbreeze mit The Darkness einen richtigen Erfolgshit. Mit über vier Millionen verkauften Einheiten auf Xbox 360, PlayStation 3 sowie auf dem PC war schon zum damaligen Zeitpunkt klar: Es wird definitiv einen Nachfolger geben. Heute, im Jahr 2012, war es dann soweit: The Darkness 2, welches von Digital Extremes entwickelt wurde, ist erschienen. In unserem ausführlichen Test verraten wir Euch, was wir vom zweiten düsteren Abenteuer von Jackie Estacado halten.

Die düsteren Machenschaften der Mafia

The Darkness II setzt storytechnisch rund zwei Jahre nach den Ereignissen vom ersten Teil an. Hauptcharakter Jackie Estacado ist mittlerweile Anführer eines Mafia-Clans in New York City, welcher Rache an den Mördern von Jackies Freundin Jenny geschworen hat. Doch was keiner so recht wusste: Eine neue Bedrohung tut sich im Untergrund der amerikanischen Stadt auf. Die mystische Bruderschaft, so der Name des feindlichen Clans, hat nicht nur Estacados Freundin auf dem Gewissen, sie ist auch hinter den Dämonen der Vergangenheit her. Als Jackie endlich mal wieder in einem Luxuslokal mit zwei Mädels entspannen will, wird er hinterhältig von der Bruderschaft attackiert. Womit der mysteriöse Clan wohl nicht gerechnet hat: Die „Dunkelheit“ („The Darkness“) schlummerte immer noch in Jackie Estacado. Nach nur wenigen Angriffen kann er der düsteren Macht nicht mehr widerstehen, woraufhin die bestialische Dunkelheit förmlich aus ihm herausbricht.

Weck' die Dunkelheit in Dir!

Schon nach den ersten Schießgefechten mit der mystischen Bruderschaft kommt das gewohnte Feeling aus dem ersten Teil wieder im Spieler hoch. Der linke und rechte Bildschirmrand wird von den beiden Killer-Tentakeln geziert, welche, wie auch schon im ersten Teil, verschiedene Fertigkeiten besitzen. Wir können Türen zerstören, Stromleitungen durchschneiden oder auch verschiedene Tötungsaktionen an den Feinden durchführen.  Als wäre das noch nicht genügend Zerstörungskraft, können wir zusätzlich zur „Dunkelheit“ auch noch eine oder wahlweise auch zwei Waffen gleichzeitig tragen und einsetzen. Die Entwickler nennen dieses bisher exklusive Feature von The Darkness II „Quad-Wielding“. Wer jetzt glaubt, dass man dadurch zur unbesiegbaren Waffe in der Fortsetzung zu The Darkness mutiert, der täuscht sich gewaltig. Die gegnerische KI heizt einem auch auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad ordentlich ein und man muss stets versuchen, Deckung hinter Kartons oder Wänden zu suchen. Digital Extremes hat sich somit den Kritikpunkten des Erstlings angenommen und diese ausgemerzt!

Nächster Halt: Dunkelheit-Verbesserungen!

Das Hauptelement in der Spielmechanik von The Darkness II ist ohne jede Frage die „Dunkelheit“. Diese nutzen wir nicht nur dazu, um Feinde zu besiegen, sondern auch dazu, um in den Schlauchlevels voranzukommen. Damit wir mit steigendem Schwierigkeitsgrad nicht von der mystischen Bruderschaft überlaufen werden, können wir an bestimmten Punkten im Spiel unsere Tentakeln verbessern. Für jeden ausgeführten Move oder Kill bekommt Ihr im Spiel „Dark Essence“-Punkte. Diese sammeln sich auf einem Konto, welches Ihr dann wiederum für neue Fertigkeiten plündern könnt. Kommt Euch bekannt vor? Kein Wunder: Entwickler Digital Extremes hat sich anscheinend ein bisschen von Bulletstorm von Epic Games inspirieren lassen.

Die auszuwählenden Fertigkeiten sind motivierend, aber überschaubar. Waffenupgrades sind praktisch nutzlos, da es so gut wie keinen Munitionsmangel gibt und Waffen auch ohne die teuren Verbesserungen genügend Schaden anrichten. Viel hilfreicher ist da eine Art Fliegenschwarm, welcher Jackie nach der Ausbildung am Essence-Kaufladen den Feinden um die Ohren werfen kann. Dieser macht zwar Schaden, viel wichtiger ist jedoch, dass er die Feinde kurzzeitig außer Gefecht setzt. Hinzu kommen verschiedene Hinrichtungsvarianten, welche zwar keine alternativen Animationen freischalten, dafür jedoch jede Menge Hilfsmittel wie Munition, Gesundheit oder doppelte Essence-Punkte liefern. Wir finden die Einbindung solcher Fertigkeiten zwar sehr nett und auch recht motivierend, allerdings bleibt der Ablauf von The Darkness II der gleiche: Vorlaufen, Lichtquellen abknallen und sich anschließend mit den verschiedenen Varianten um die Schergen kümmern. Nicht sehr innovativ, aber dafür ungemein spaßig!

Ein spielerischer Rückschritt?

The Darkness II ist spielerisch auf absolut hohem Niveau angesiedelt. Die Spielmechanik funktioniert tadellos und auch die entwickelbaren Fertigkeiten machen Lust auf mehr. Doch bei all' dem Lob darf man auch nicht die Fakten aus dem Auge verlieren. Während The Darkness noch relativ offene Level mit Nebenquests und netten Charakteren besaß, bekommt man in der Fortsetzung schlauchige Abschnitte mit relativ linearem Ausgang vor die Nase geklatscht. Serien-Veteranen wird dies sicherlich nicht schmecken. Außerdem wirken die Penthouse-Passagen sehr aufgesetzt und erzwungen. Im Penthouse von Jackie Estacado treffen wir bekannte Charaktere, mit welchen wir stets Gespräche führen und uns Instruktionen für die kommende Mission holen können. Nebenquests, wie es sie in Teil eins gab, vermissen wir jedoch genauso sehr wie die kleinen Kobolde, welche verschiedene Talente besaßen und, von der Macht Estacados getrieben, auf die Feinde losgestürmt sind. Sicherlich kein Kritikpunkt, jedoch hätte The Darkness II unserer Meinung nach ein wenig mehr „Open-World“ gut getan.

Stark geschnitten. Oder auch: die deutsche Version!

Natürlich wurde The Darkness II auch in Deutschland veröffentlicht – jedoch mit einigen Einschnitten. So gibt es in der Verkaufsversion der USK zum Beispiel keinen „Ragdoll-Effekt“. Dies bedeutet, dass man die Leichen der NPCs nicht in der Gegend herumtragen oder herumschießen kann. Das Gleiche gilt übrigens auch für jegliche Verstümmlungen, abgetrennte Körperteile und Windtexturen, welche allesamt in der deutschen Spielversion herausgenommen wurden. Besondes ärgerlich: Auch Spielelemente wie Hinrichtungsvarianten mussten für den Release in Deutschland weichen. Man muss 2k Games und Entwickler Digital Extremes als Fan jedoch dankbar sein, dass sie eine extra für den deutschen Markt zugeschnittene Version ermöglicht haben!

Ein seperater Story-Vierer

Wir haben für die Einzelspieler-Story von The Darkness II gerade mal fünf bis sechs Stunden benötigt, schon dann flimmerten die Credits über den Bildschirm. Sicherlich ist man in Zeiten von The Elder Scrolls V: Skyrim sehr verwöhnt, was die Spielzeit angeht, jedoch wären wir gerne noch länger in die düstere Haut von Jackie Estacado geschlüpft. Ein bisschen Trost fanden wir im Vier-Spieler-Koop-Modus, welcher uns einige spaßige Stunden bereitet hat. Dieser bietet einen alternativen, zur Hauptstory parallel verlaufenden Plot, welcher jedoch genauso wenig spielerische Abwechslung bietet wie die Einzelspieler-Variante. Wir schlüpfen in die Haut von vier Auftragskillern, welche jeweils eine Waffe und ein Finsternis-Talent von Estacado besitzen. Sicherlich spaßig, aber wahrlich kein Modus mit großer Langzeitmotivation.

Trotz Dunkelheit eine schöne Optik!

Spielerisch ist The Darkness II gut, vom Umfang her etwas zu mau. Nun folgt die berechtigte Frage: Und wie stehts um die technische Seite der Shooter-Fortsetzung? Nun, The Darkness II kann keinesfalls mit aktuellen Shooter-Highlights wie Battlefield 3 oder Modern Warfare 3 mithalten – will man seitens Digital Extremes aber auch gar nicht. Vielmehr war es wichtig, eine hübsche und passende grafische Art und Weise im Stil von „Graphic Novel“ einzubauen. Man kann mit Fug und Recht behaupten: Dieser Schritt ist eindeutig gelungen! Die Schattierungen und Farben der Objekte und Charaktere wirken düster und im Zusammenspiel mit den Lichteffekten auch manchmal dramatisch – genau richtig für einen Shooter wie The Darkness II. Negativ aufgefallen sind uns jedoch vor allem einige Clipping-Fehler, welche nicht nur in Zwischensequenzen, sondern auch während einigen Schießereien enstanden sind. Ein wenig Trost schenkt da die wirklich sehr gute Soundkulisse, welche sich vor allem mit alternativen Boxen oder einem guten 7.1 Headset nahezu bombastisch anhört. Die deutsche Synchronisation ist auf dem Niveau der vom Entwickler getätigten Schnitte für die USK: Manchmal unpassend platziert und an einigen Stellen raubt sie einem auch die düstere Atmosphäre.

85
The Darkness II im Test

Fazit und Wertung von Tobias Fulk

Fazit:

Gerade nach den Story-Ereignissen aus dem Erstling waren wir vor allem darauf gespannt, wie der neue Serien-Entwickler Digital Extremes die Geschichte rund um Jackie Estacado weiterführt. Und man darf mit gutem Gewissen sagen: Müssten wir hier nur den Plot von The Darkness II bewerten, würde der Shooter von 2K Games ohne jede Frage in der ersten Liga mitspielen. Aber leider ist dies nun mal nicht alles. Spielerisch hat man einige Einschnitte gemacht, womit wir nicht nur die deutsche USK-Version meinen, sondern vor allem die stark linearen Levelabschnitte. Die Penthouse-Sequenzen wirken ehre unangebracht und aufgesetzt. Sehr gut gefällt uns wiederum der Grafik-Stil „Graphic Novel“, welcher schon beim düsteren Max Payne im Jahr 2001 wunderbar funktioniert hat.

Fans vom Erstling greifen auch bei The Darkness II bedenkenlos zu, alle anderen sollte vor dem Kauf unbedingt die kostenlose Demo-Version ausprobieren, da der abgedrehte First-Person-Shooter von Digitale Extremes sicherlich nicht jedermanns Sache ist.

Pro

+spannende Storyline
+starke, düstere Atmosphäre
+auch 2012 spielerisch auf der Höhe
+sinnvolle Neuerungen (Spielmechanik)
+glaubwürdige Charaktere (vor allem Jackie)
+genialer Grafik-Stil („Graphic Novel“)
+bombastische Soundeffekte

Contra

-vereinzelte Clipping-Fehler
-Cliffhanger (Ende)
-oft zu linear
-Synchronisation manchmal unpassend (Deutsch)

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PUBLISHER 2K Games
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