PLAYCENTRAL TEST South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe: Für Switch: Fürze to go

Von Wladislav Sidorov - Test vom 13.05.2018 17:27 Uhr

Fast zwanzig Stunden lang dauert die Videospiel-Adaption von South Park, nun kann diese Zeit endlich auch unterwegs genossen werden. South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe landet, mehr als 6 Monate nach Release für alle anderen Plattformen, endlich auf der Switch – unerwartet lange für ein Spiel, das für die Konsole fast schon vorherbestimmt wirkt. Doch wie schlägt sich die doch simpel aussehende Mega-Episode auf der Konsole?

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe kann sich jetzt endlich in die ewig lange Liste der Spiele einreihen, die es Jahre oder sogar Monate nach ursprünglichem Release auf die Nintendo Switch schaffen. Den Stärken und Schwächen des Titels tut dies keinen Abbruch, im Fall von South Park wirkt die späte Veröffentlichung dennoch kurios. Mit seinem simplen, der Fernsehserie nachgeeiferten Grafikstil dürfte ein Port nun wirklich nicht lange dauern, zumal Ubisoft genug Zeit hatte, um darüber nachzudenken – gerade weil die zugrunde liegende (extrem flexible!) Engine sich mit Mario + Rabbids: Kingdom Battle bereits bestens auf der Konsole bewährte.

Was zuvor geschah…

Über die inhaltlichen Aspekte müssen wir eigentlich gar nicht erst lange schwafeln, deswegen kürzen wir das Ganze jetzt ab: Der Humor der Serie ist auch in der rektakulären Zerreißprobe vollends präsent, strotzt nur so vor Anspielungen an die Serie und ist in seinen besten Momenten mehr als nur billige Slapstick-Comedy. Leider sind gerade diese rar gesät, nur wenige wirklich denkwürdige Momente wie der Besuch in einem Stripclub werden gestört von einer nur langsam in Fahrt kommenden Geschichte, die zudem allzu oft von ewigen, sich ständig wiederholenden Wanderungen durch die Spielwelt unterbrochen wurde. Gameplaytechnisch wirkt der Nachfolger zu Der Stab der Wahrheit dafür deutlich ausgereifter und tiefgründiger, auch wenn typische Rollenspielelemente, wie man es erwarten könnte, eher schwach umgesetzt sind. Ständige Kampfwiederholungen, die mehr aufgezwungen als notwendig erscheinen, entwickeln South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe gerade zum Ende hin zu einem ordentlichen Krampf. Keine Sorge: Spaß macht das Ganze irgendwie trotzdem.

Wer einen ausführlichen Test zum Spiel lesen möchte, kann unsere Release-Review meines Kollegen Lucas Grunwitz lesen.

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Altbekannte Probleme 

Nun aber zum eigentlichen Thema, der Umsetzung des Ports für die kleine Nintendo-Konsole, die durchaus gelungen ist. Sämtliche Inhalte sind vorhanden, die grafische Präsentation ist völlig identisch, das Spiel selbst macht auf dem kleinen Bildschirm einen guten Eindruck – das Gegenteil wäre angesichts des bestehenden Grundgerüsts aber auch ziemlich merkwürdig.

Die technische Probleme, die auf allen anderen Plattformen bereits zum Release herrschten, sind auch in der Switch-Version vorhanden. Dazu gehören unter anderem spürbare und teils extreme Framerate-Einbrüche, die manchmal sogar bei weniger aufwendig erscheinenden Sequenzen auftreten. Was dahintersteckt, können wir uns also nur mit unbekannten, unsichtbaren Hintergrundprozessen erklären. In einer dann doch etwas turbulenteren Szene ist das Spiel sogar komplett abgeschmiert. Das Framerate-Dilemma trat zumindest auf der Switch bereits im eingangs erwähnten Mario + Rabbids auf, könnte also durchaus mit der Snowdrop-Engine zusammenhängen.

Ein weiteres bekanntes Manko tritt in der Vertonung auf, die ziemlich oft zum Ende eines Satzes einfach abgehakt wird – ebenfalls ohne erkennbaren Grund.

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Ewige Ladezeiten und schleichende Berechnungen

Je weiter man im Spiel vorankommt, desto nerviger werden auch die Ladezeiten, die regelrecht wachsen. Zum Ende hin dauert es fast doppelt so lange, um zwischen den einzelnen Regionen und Abschnitten zu wechseln, was dem Spielfluss kaum gut tut. Hinzu kommt eine spürbar lange Zeit, um in den rundenbasierten Kämpfen den nächsten Zug zu berechnen. Manchmal passiert fast drei Sekunden lang (!) absolut gar nichts, dann geht es plötzlich munter weiter. Bei teils dutzende Minuten langen Kämpfen kann man sich vorstellen, wie genervt man irgendwann vor dem Bildschirm sitzt.

Wer South Park: Die retakuläre Zerreißprobe unterwegs spielen möchte, dem größten Pluspunkt der Switch, kann zumindest in diesem Aspekt nicht meckern. Die Präsentation passt perfekt zu einem "To go"-Abenteuer, dessen rundenbasierte Kämpfe sich ideal für kurze Runden eignen.

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South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe im Test

Fazit und Wertung von Wladislav Sidorov

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe kann sich auch auf der Nintendo Switch bewähren und macht hier eine grundsolide Figur, die im Vergleich zu anderen Plattformen sowohl grafisch als auch technisch eine nahezu identische Umsetzung liefert. Dazu gehören leider auch die Framerate- und Dialog-Probleme, die Ubisoft eins zu eins in die Portierung übernahm.

Wachsende Ladezeiten und die Schwächen des bereits bekannten Grundgerüsts bereiten dennoch einen schlechten Eindruck, der durch die vorhandenen Stärken aber vielerorts ausgehebelt werden kann.

Pro

+Das vollständige Spiel, jetzt auch auf der Switch
+Typischer South-Park-Humor, in seinen besten Momenten wirklich großartig
+Ein ziemlich gutes, tiefgründiges Kampfsystem

Contra

-Eine nur langsam in Fahrt kommende Geschichte
-Häufige und nervige Wiederholungen, sowohl in der Geschichte als auch in den Kämpfen
-Kaum zu erklärende Framerate-Probleme
-Wachsende Ladezeiten, sowohl bei Regionswechsel als auch zwischen Spielzügen
-Abgehakte Dialoge

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