PLAYCENTRAL NEWS Risen 3: Titan Lords

Risen 3: Titan Lords: Angestaubt, aber sympathisch

Von Dustin Hasberg - News vom 12.08.2014 14:12 Uhr

Mit Risen 2: Dark Waters wollte Entwickler Piranha Bytes den Schritt über den Ozean wagen und neue Zielgruppen ansprechen, stattdessen erhielt der Ruhrpott-Entwickler jedoch viel Kritik von den eigenen Fans. Mit Risen 3: Titan Lords versprach die Spieleschmiede nun Besserung und eine Rückkehr zu den Wurzeln der Serie. Ob Piranha Bytes dies tatsächlich gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Es herrscht Krieg!

Direkt vor uns schwebt das sicherlich zwei Meter große Ungetüm einige Zentimeter über dem Boden. In der Hand hält der Schattenlord ein dunkles Zepter, das eine tödliche Waffe abgibt. Um den Schattenherren sind zahlreiche Schergen versammelt, die ihren Lord beschützen, koste es was es wolle!

Wir schlucken schwer, denn erstmals in der Risen-Serie haben wir das Gefühl, dass die Bedrohung durch die Titanen und nun auch die Schatten wirklich greifbar und realisierbar ist. Ganze Landstriche haben die dunklen Kreaturen in ihren Besitz genommen – der Norden der Pirateninsel Antigua ist kaum wiederzuerkennen.

Zu der Piratenhochburg Antigua besitzt der neue, ebenfalls namenlose, Risen-Protagonist eine ganz besondere Bindung, denn er selbst ist der Sohn von Kapitän Stahlbart und somit der Bruder von Patty, beide bekannt aus den Vorgängern. Während des Einstiegs sind wir mit der jungen Piratin unterwegs auf Schatzsuche, doch eine Begegnung mit den Schatten verläuft tödlich. Nur durch die Hilfe des Predigers Bones kehren wir in die Welt der Sterblichen zurück, doch unsere Seele ist noch immer in der Welt der Schatten gefangen. Die ersten Spielstunden werden wir von Albträumen geplagt und versuchen mit allen Mitteln, unsere Seele wieder mit unserem Körper zu vereinen. Außerdem wächst die Bedrohung durch die Titanen und die Schatten, die mithilfe von Schattentoren die Welt der Menschen betreten und für Chaos und Verzweiflung sorgen.

So viel zur Story von Risen 3: Titan Lords, die uns tatsächlich das Gefühl vermittelt das Krieg herrscht und die verschiedenen Fraktionen nach unterschiedlichen Lösungen suchen. Während sich beispielsweise die Magier auf Taranis an der Kristallmagie versuchen, sind die Dämonenjäger auf Calador ganz anderer Natur und suchen den direkten Kampf. Neben den beiden genannten Gilden dürfen wir uns auf Kila auch den Eingeborenen anschließen. Dabei gibt uns jede Fraktion nach ihrem Beitritt zahlreiche neue Aufgaben an die Hand, wodurch der Wiederspielwert deutlich ansteigt.



Spannende Duelle dank neuen Kampfsystem

Zahlreiche Fans der Risen- und Gothic-Serie kritisierten das Piratensetting sowie die Spielwelt von Risen 2: Dark Waters, die aus recht kleinen Inseln bestand, was die spielerische Freiheit massiv einschränkte. Zwar bereisen wir auch in Risen 3 wieder verschiedene Inseln und kehren zum Teil sogar zu bereits bekannten Gebieten zurück, doch diese fallen deutlich größer aus als noch im Vorgänger und vermitteln mehr Freiheit. Alleine in Calador haben wir problemlos bis zu fünf Stunden verbringen können, und dabei das Sumpfgebiet im Osten noch gar nicht erkundet. Ein weitere großer Vorteil: Nach dem Intro dürfen wir selbst entscheiden, wohin wir reisen wollen – spielerische Freiheit wird bei Risen 3 großgeschrieben.

Je nachdem, welcher Gilde wir uns anschließen, erhalten wir verschiedene Magiefähigkeiten und Runen, die jederzeit benutzt werden dürfen – lediglich einen kurzen Cooldown müssen wir abwarten. So stoßen wir unsere Feinde mit Druckwellen zur Seite oder beschwören einen mächtigen Feuerregen hinauf. Insgesamt haben uns die Magiefähigkeiten sehr gut gefallen und lassen spürbar werden, wie die Stärke unseres Helden im Verlauf seines Abenteuers wächst. Ein wenig enttäuscht waren wir über die Anzahl der Waffen, die unser Held im Laufe des Spiels findet. So liefen wir etwa häufig mehrere Spielstunden mit ein und demselben Schwert umher, ohne bessere Ausrüstung zu finden.  Ein wenig mehr Abwechslung hätten wir uns in der Richtung schon gewünscht, so vermissen wir etwa auch Schilde für die Zweithand oder einen mächtigen Zweihänder.

Eine der deutlichsten Verbesserungen hat das Kampfsystem erfahren. Konnten wir im Vorgänger zahlreiche Feinde noch totklicken, so sind die Kämpfe in Risen 3 deutlich abwechslungsreicher und fordernder. Bis zu drei Schwerthiebe dürfen wir kombinieren, wobei jeder Schlag mehr Schaden verursacht. Doch Vorsicht: Feinde weichen meist geschickt aus oder parieren die Attacke und gehen ihrerseits in die Offensive. Durch Ruhm-Punkte, die wir durch das Erlegen von Monstern oder das Erfüllen von Quests erhalten, dürfen wir die Kampffähigkeiten unseres namenlosen Helden verbessern und bei Trainern völlig neue Fähigkeiten erlernen. Drücken wir im Kampf rechtzeitig die rechte Maustaste, so pariert unser Held den feindlichen Angriff und schlägt selbst einmal zu, sobald wir etwa den Konter freigeschaltet haben. Mit einem beherzten Druck auf „e“ benutzen wir unsere Zweitwaffe, bei der es sich entweder um eine Pistole oder um eine Miniarmbrust handelt. Armbrüste dürfen wir als Hauptwaffe allerdings nicht einsetzen – schade, wie wir finden. Im Laufe des Spiels begegnen wir neben menschlichen Feinden auch zahlreichen Monstern, wie etwa den gefährlichen Drachensnappern und meterhohen Golems. Die Animationen wirken meist ein wenig steif, dafür erfreuen wir uns an detaillierten Modellen.

In Risen 3 existiert erstmals in der Serie ein Rufsystem, das tatsächlich Einfluss auf die Spielwelt sowie auf unsere Verbündeten ausübt. Sind wir beispielsweise besonders gemein zu unseren Gesprächspartnern und beginnen viele Gespräche mit einer Gewaltandrohung, so verschlechtert sich unser Ruf und ehemalige Weggefährten wenden sich eventuell von uns ab. Außerdem tauchen in der Spielwelt immer häufiger Schattenlords auf und bedrohen die hiesigen Einwohner. Dies funktioniert in der Praxis ziemlich gut, allerdings hätten wir uns gewünscht, dass grundlose Prügeleien und Diebeszüge ebenfalls Einfluss auf unseren Ruf ausgeübt hätten.

Der größte Kritikpunkt stellt die Grafik dar. Zwar lebte weder Gothic noch Risen von einer hervorragenden Grafik, trotzdem merkt man deutlich, dass Risen 3 ein sehr klassisches Rollenspiel ist und Schwerpunkte auf andere Bereiche legt. So lädt die Spielwelt etwa zum Erkunden ein, denn überall finden wir Verstecke oder vergrabene Schatztruhen. Insgesamt hat Piranha Bytes sehr viel Liebe ins Detail gesteckt, wodurch insbesondere Städte sehr bewohnt wirken.

78%
Risen 3: Titan Lords im Test

Fazit und Wertung von Dustin Hasberg

Fans der Gothic- und Risen-Reihe werden das neue Piranha Bytes-Spiel in ihr Herz schließen, immerhin kehrt das Entwicklerstudio mit Risen 3 zumindest teilweise zu den Wurzeln der Serie zurück. Bis auf die Grafik und Animationen, die mittlerweile in die Jahre gekommen sind, fand ich das Gesamtpaket sehr stimmig – Verbesserungen sehe ich allerdings im Detail. So möchte ich als Dämonenjäger beispielsweise auch schwere Zweihänder führen dürfen und insgesamt mehr Waffen finden. Wer über solche Dinge hinwegsehen kann, den erwartet ein gutes, wenn auch nicht hervorragendes, Rollenspiel der alten Schule, das neben einer ordentlichen Spielzeit von mindestens 50 Stunden auch einen sehr hohen Wiederspielwert besitzt. Durch die Größe der Welt und die spielerischen Freiheiten kann Risen 3 seinen Vorgänger deshalb zumindest knapp abhängen.

Pro

+riesige Spielwelt
+gelungenes Kampfsystem
+typischer Piranha Bytes-Stil
+Bedrohung ist spürbar
+zahlreiche Talente, Tränke usw.
+hohe Spielzeit &

Contra

-iederspielwert
-angestaubte Grafik
-hölzerne Animationen
-wenige Waffen und Rüstungen

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PUBLISHER Deep Silver
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