PLAYCENTRAL TEST Pokémon Tekken

Pokémon Tekken: Kurzzeitmotivation mit Taschenmonstern in toller Grafik

Von Franziska Behner - Test vom 22.03.2016 11:43 Uhr

Vor wenigen Tagen erschien das lang ersehnte Prügelspiel Pokémon Tekken für die Wii U von Nintendo. Hier könnt ihr in hochauflösender 3D-Grafik unter anderem gegen eure Freunde in einem realistisch wirkenden Kampf antreten und ermiteln, wer der wahre Pokemonmeister ist. Wie wir den Prügler so finden und ob es sich lohnt hier zuzugreifen, erfahrt ihr in unserem Test.

Zieht mit den Taschenmonstern endlich in den großen Kampf

Als die Ankündigung von Pokémon Tekken kam, gab Nintendo den Fans der Taschenmonster genau das, was sich viele schon so lange gewünscht haben: Mit ihrem liebsten Begleiter in ordentlicher 3D-Grafik auf dem Schlachtfeld stehen und dabei selbst die Kommandos geben, ohne vorher wochenlang das Level trainiert und die Attacken bestimmt zu haben. Hier geht es rein um den Kampf an sich. Anders als in vergleichbaren Spielen des Genres, wie beispielsweise Super Smash Bros, können sich die Pokémon hier zeitweise frei in der 360 Grad Arena bewegen.

Schau dir jetzt den Trailer von Pokémon Tekken an und lass dich von uns auf den Titel so richtig einstimmen, bevor es hier gleich weiter geht mit unserem Test dazu.

Komm, ich helfe dir!

In Pokémon Tekken (oder außerhalb von Deutschland Pokkén Tournament genannt) habt ihr eine Art Leitfigur, die euch durch das Spiel führt. Das junge Mädchen hilft euch durch das Tutorial, erklärt die Weltkarte und gibt immer wieder Tipps und Tricks oder plaudert mit euch. Ihr Repertoire an Ausdrücken ist allerdings nicht sehr groß und so ist man bei längeren Spielen schnell genervt, da sie immer wieder in den Kampf hinein plappert und die gleichen Sätze wiederholt. Anfangs noch eine super Hilfe, entwickelt sich die dauerhafte Beschallung doch eher zum Alptraum für die Ohren.

You’re looking good!

Besonders positiv sticht bei Pokémon Tekken die 3D-Grafik hervor. Die Gestaltung der Kämpfer und die Ausführung der einzelnen Attacken sind genau so, wie wir uns einen Pokémonkampf vorstellen, wenn er im echten Leben existieren würde. Egal ob ihr euch in der Story den Gegnern stellt oder Online gegen andere Trainer euer Glück versucht: Pokkén läuft flüssig und ist trotz viel Peng! Boom! Pow! übersichtlich und schön gestaltet. Die Arenen sind voller Details und die Pokémon verfügen über viele verschiedene und zu dem Charakter passende Fähigkeiten, so wie man es aus den Handheld-Versionen kennt. Nur eben viel schöner. Pokémon Tekken bietet keinen Splitscreen-Modus, für lokalen Multiplayer guckt ein Spieler auf den Screen des Gamepads, während der andere Spieler das Geschehen auf dem Fernseher verfolgt. Dabei wird jedoch die Bildrate auf 30 Frames pro Sekunde halbiert. Wollt ihr mit ungebremster Framerate gegen eure Freunde spielen, müsst ihr sie entweder online herausfordern oder zwei Wii U-Konsolen per LAN miteinander verbinden.

Du glaubst, du bist der Pokémonmeister?

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Wer die Wahl hat, hat nicht immer die Qual

Wie bereits im Vorfeld von der Presse des Öfteren kritisiert, steht bei Pokémon Tekken eine nun wirklich sehr begrenzte Anzahl an Kämpfern zur Verfügung. Im Grundspiel könnt ihr euch zu Anfang vor jedem Fight lediglich zwischen 14 Taschenmonstern entscheiden. Es mag sein, dass wir alle ein wenig von der Charakterauswahl-Flut vieler Spiele wie One Piece oder Naruto verwöhnt sind, aber ein paar mehr freischaltbare Pokémon wären nun wirklich drin gewesen.

Ich wähle dich, Wrestler-Pikachu!

… und Evoli und Emolga. Was wir hier andeuten wollen ist, dass ihr neben dem kämpfenden Hauptpokémon nach dessen Auswahl im Menü zwei weitere Tierchen hinzufügen könnt. Die immer paarweise auftretenden Pokémon stellen im Kampf eure Unterstützer dar. Vor jeder Runde (insgesamt drei an der Zahl), könnt ihr dann entscheiden, welcher eurer zwei Helfer nun ebenfalls auf dem Feld stehen soll. Zu Anfang sind 3 Pairings zur Auswahl, mit der Zeit könnt ihr aber noch mehr freischalten. Ein Teil agiert hierbei immer aktiv, während das andere Pokémon euch durch passive Fähigkeiten unterstützt oder sogar als Saboteur zum Nachteil eures Gegners agiert. Unsere Helferin aus dem Tutorial lädt außerdem die Einsatzbalken von einem der Helfer nach jeder Runde für euch auf, sodass ihr sogar gleich im Doppelpack starten könnt.

Auf dem Weg nach Vertania-City

Im Gegensatz zu den Charakteren gibt es eine ordentliche Auswahl an Kampfarenen, die uns in diesem Spiel zur Verfügung stehen. Hier greift auch wieder das typische Freischaltsystem in Beat’em Up-Games: Beschäftige dich eine Weile mit dem Spiel, komme voran und du wirst mit neuen Arenen und Supportern belohnt. Generell sind die Schauplätze eher statisch, aber von der Gestaltung sehr unterschiedlich, was für die nötige Abwechslung sorgt. Innerhalb der Arenen gibt es einen gewissen Radius, in dem ihr mit euren Pokémon agieren und kämpfen könnt. Dieser ist ziemlich genau in der Mitte und beinhaltet keine Objekte oder ähnliches aus der Umgebung.

Das ungewöhnliche Kampfsystem

Mithilfe des Tutorials ist die Technik im Kampf recht schnell zu erlernen. Im Grunde bestehen die einzelnen Runden immer wieder aus zwei Phasen, die sich abwechseln. Die Feldphase stellt eine Art Vorbereitungsrunde dar, in der ihr euch quer bewegen könnt. Auch hier können schon Angriffe getätigt werden. Erleidet ein Spieler viel Schaden oder macht einen größeren Angriff, wechselt ihr in die Duellphase. Hier ist das freie Bewegen nicht mehr möglich, aber die Angriffe verursachen nun deutlich mehr Schaden. Abhängig von der ausgeführten Attacke bewegt ihr euch trotzdem weiter in der Arena. Je mehr Schaden von euch ausgeteilt wird oder ihr einsteckt, desto weiter füllt sich euer Resonanzmeter. Ist dieses voll, können die Pokémon in einen Limit-Zustand wechseln, in dem sie für eine gewisse Zeit deutlich gestärkt sind und einen Limitschlag ausführen können. Diese Spezialattacken sehen nicht nur richtig cool aus, sie eliminieren auch problemlos die Hälfte der KP des Gegners. Aber Achtung: hier könnt ihr trotzdem noch geblockt werden oder daneben schießen. Zeitbasiert hingegen ist die Leiste der Helferpokémon, die dann für kurze Zeit gerufen werden können. Sie supporten euch mit Passiv-Fähigkeiten oder feuern eine Attacke auf den Gegner ab. Nach jedem Fight bekommt ihr eine gewisse Anzahl an XP, mit denen ihr im Level aufsteigt. Durch das Erreichen einer höheren Stufe erhaltet ihr Punkte, die auf vier Basisfähigkeiten verteilt werden können und die Kampfkraft eures Pokémons erhöhen.

 

71
Pokémon Tekken im Test

Fazit und Wertung von Franziska Behner

Franziska Behner

Generell muss man sagen, dass dieses Spiel sehr gut für Anfänger des Beat’em-up-Genres geeignet ist. Die Richtungstasten plus die Knöpfe auf der rechten Seite Controllers ergeben einfache Kombinationsangriffe, für welche keine langen Tastenzusammenstellungen gelernt werden müssen. Die meisten davon sehen außerdem besonders spektakulär aus, was die erfolgsorientierte Motivation anhebt. Hinzu kommt außerdem, dass bereits ab den ersten Kämpfen Trophäen gewonnen werden und man eigentlich ständig irgendeinen Titel oder Ähnliches freischaltet. Wer ein anspruchsvolles Spiel mit viel E-Sport Charakter erwartet ist hier eventuell etwas fehl am Platz, aber das sollte Pokémon Tekken auch gar nicht werden. Es ist ein tolles Freizeitspiel, das nicht zu schwierig ist und in einer kleinen Runde mit Freunden durchaus Spaß macht. Pokkén macht im Grunde alles richtig: einfache Steuerung, tolle Grafik, detail- und abwechslungsreich gestaltete Charaktere und die Möglichkeit Zuhause sowie Online zu spielen: trotzdem fehlt mir hier der letzte, entscheidende Touch, um es zu einem mitreißenden Spiel zu machen.

Pro

+tolle Grafik
+Attackengestaltung
+Auswahl an Arenen und Supportern
+für Anfänger geeignet
+wirkt wie ein realer Pokémonkampf

Contra

-nervender Begleitcharakter
-viel zu wenige auswählbare Charaktere
-wenig mitreißend
-Wechsel der Phasen unnötig
-lokaler Multiplayer nur mit 30FPS

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