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Guild Wars 2: Kein Wunderkind?

Von Thomas Wallus - News vom 19.10.2012 13:14 Uhr

Erstaunlich, welch philosophische Lehren man als MMO-Spieler immer wieder ziehen kann. So zeigt die Betrachtung der vergangenen Monate, dass Meinungsfreiheit nicht nur ein wertvolles, sondern auch ein durchaus nervenaufreibendes Gut ist. Insbesondere sollte man mit seiner eigenen Ansicht eher zur Randgruppe zählen. Ähnlich geschehen ist mir dies beim Phänomen Guild Wars 2, dessen auslösender Hype in der Vergangenheit in vielen Köpfen mit der festen Überzeugung einherging, mit Guild Wars 2 werde der Tod des MMO-Marktes höchstpersönlich ins Leben gerufen. Amüsiert blicke ich dieser Tage auf ein Interview mit RIFT-Producer Adam Gershowitz zurück, welchen ich damals plump nach seiner Meinung zu Guild Wars 2 zu fragen wagte. Schon vor Monaten prophezeite dieser, von der Qualität von ArenaNets Produkt überzeugt, dass viele Spieler Guild Wars 2 einen Besuch abstatten würden, um danach zu großen Teilen wieder ihren alten Gewohnheiten nachzugehen. Gamer weltweit hätten Gershowitz in diesem Punkte widersprochen. Diese gilt es heute zu belehren, denn die letzten Wochen haben den vermeintlichen Absolutheitsanspruch des MMORPGs zunichte gemacht.

Das Problem

Allein schon zu den Anfängen des Guild Wars 2-Rummels fand die Überzeugung, dieses Online-Rollenspiel würde das Genre revolutionieren, breite Zustimmung. In dem Punkt, dass ArenaNet vieles anders machen würde, waren sich dabei erstaunlicherweise verschiedenste Parteien einig. An dieser Erkenntnis galt und gilt es auch kaum zu rütteln, schließlich hat sich diese Vorahnung bestätigt und glücklicherweise bewies die NCsoft-Tochter auch den entsprechenden Mut, dem Genre einige Innovationen zu schenken. Wozu also die Aufregung, mag man sich fragen. Das Problem der Vorgänge der vergangenen Jahre war schlichtweg die sich wieder einmal abgezeichnete, emotionale Überreaktion mancher Online-Spieler – und diese hatte eine mehr als störende Note, wenn man sich um einen neutralen Blick auf den Gesamtmarkt bemühte. Scheinbar in Stein gemeißelt schien die Meinung, Guild Wars 2 würde die Massen aus den verschiedensten virtuellen Welten reißen und in Tyria vereinen. Vielen Köpfen genügte die rationale Lobeshymne, Guild Wars 2 sei eine kleine Revolution, schon nach kürzester Zeit der Vorfreude nicht mehr. So war es dann Zeit, dem Titel einen Absolutheitsanspruch anzuhaften. Schon hatte Guild Wars 2 die Lizenz zum MMORPG des Jahrhunderts.

Nervig wird diese Geisthaltung insbesondere für solche, die sich längst in Titeln wie Star Wars: The Old Republic, TERA oder RIFT wohlzufühlen begannen und den Ruf ihres neuen Zuhauses nicht auf diese ausdrückliche Art und Weise verletzt sehen wollen. Nervig ist diese Denkweise auch für solche, die den Markt gerne florieren sehen möchten und in diesem Zuge auch Guild Wars 2 den besten Weg wünschten. Dabei müsste doch eigentlich uns allen der Sinn nach solchen Gutmenschen und Optimisten stehen, denn so wie sich ein Einzelner darüber freut, das richtige Online-Rollenspiel für sich gefunden zu haben, kann man auch Gamern in ähnlicher Situation den entdeckten Unterhaltungswert gönnen. Was bringt es uns also, den subjektiv besten Titel zum einzigen MMORPG auszurufen?

Die Folgen

Im Grunde genommen wenig, wie die Entwicklung der vergangenen Wochen zu beweisen scheint. Weder ArenaNet, noch Guild Wars 2, noch die Spieler können nachhaltig von dem bis zur letzten Minute vor Release bestärkten Absolutheitsanspruch profitieren. Die Tatsache, dass das Guild Wars 2 ausgesprochene Lob den Ton einer Kampfansage an den Rest der MMO-Welt teilte, weckte letztlich in der Tat die Hoffnung auf das für jeden beste Online-Spiel. Diese hohe Erwartungshaltung hat Guild Wars 2 eher geschadet, trotz dass es sich um ein geniales Werk handelt. Technische Probleme beim Headstart oder Sicherheitslücken zum Startzeitpunkt stellen so eine noch größere Last auf den Schultern der Entwickler dar. Jeder Kratzer droht zur tickenden Zeitbombe zu werden, und für alle Unannehmlichkeiten scheint sich ArenaNet öffentlich entschuldigen zu müssen. Keine Angelegenheit bleibt ohne Stellungnahme aus, kein Spieler will im kleinsten Unwissen über den aktuellen Stand oder die Zukunft bleiben.

Dieser Umstand ist Folge der nicht von den Entwicklern, sondern von den Fans, entwickelten Kampfansage. Ist Guild Wars 2 nicht das beste MMORPG, so hat es die Erwartungen in vielen Köpfen nun schlichtweg verfehlt. In Windeseile stellen sich paradoxe Fragen wie diese, ob Guild Wars 2 überhaupt der Genrekönig sein darf, wenn irgendein Studio in einem Teilbereich wie der Sicherheit weniger Probleme behandeln zu scheinen muss als ArenaNet. Die Superlative konnten sich so nicht bei allen Interessenten durchsetzen und der große Zulauf auf das World of Warcraft-Addon oder die sich wieder füllenden RIFT-Server zeigen, dass die Fans daran gescheitert sind, Guild Wars 2 zum König zu ernennen, indem sie den Rest des Marktes als Knechte missbrauchen. Mit Top-Meldungen wie dem Verkauf von über zwei Millionen Exemplaren darf man ArenaNet gratulieren und verdienten Erfolg attestieren. Doch wie vielen Menschen da draußen bleibt im Rahmen des Hypes und der nun doch aufgekommenen Kritiken ein Blick für das Löbliche?

Die Lösung

Ein solcher Gegenbeweis zum Absolutheitsanspruch muss natürlich mit Lehren einhergehen und kann nicht still unbeantwortet bleiben. Allein die Tatsache, dass in vielen Unternehmen zunehmend die Entwicklung weiterer MMORPGs aus Angst vermieden wird, zeigt doch, dass sich die Community wieder der Kreativbranche annähern muss. Hegt man wirklich eine besondere Beziehung zum Genre, so genügt es nicht, über Jahre hinweg nur einem Online-Rollenspiel bis hin zur Veröffentlichung die Daumen zu drücken. Viel mehr sollte man sich als Unterstützer der Hundertschaften von Entwicklern präsentieren und Neuankündigungen mit den besten Wünschen empfangen. Sicherlich: Vielen Titeln ist schon bei den ersten Infos anzusehen, dass ihnen das gewisse Etwas fehlt und Liebe ist in diesen Momenten nicht zu erzwingen. Die Langlebigkeit mancher Produkte zeigt aber, dass in vielen Neuankündigungen auch etwas Besonderes steckt, das nicht mit Hass im Sinne eines erdrückenden Vergleiches zu anderen Online-Spielen beantwortet werden muss.

Der positive Effekt, welchen man sich so begründet erhoffen kann, ist vielschichtig. Entwicklern kann schon durch den frühen Zuspruch der Ansporn zu weiteren Bestleistungen gegeben werden, ohne sich vor Konkurrenzprodukten fürchten zu müssen. Zusätzlich freuen sich die Macher von Spielen wie Guild Wars 2 über eine Anerkennung, die nicht die Gefahr maßloser Übertreibung birgt und so auch mit menschlichen Maßstäben daherkommt. Es klingt wie das Wort zum Sonntag, doch wer nicht müde wird, sich ein vielfältiges Angebot zu wünschen, der darf auch nicht versuchen, die einzelnen Anläufe zu blockieren.

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