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gamescom 2014: Erlebnisse, Pressebereich und viel zu viel Lauferei

Von Pierre Magel - News vom 29.08.2014 12:11 Uhr

Als ich im Mai bei playMASSIVE angefangen habe, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich im August für die Seite gemeinsam mit dem Team auf der gamescom sein und wahnsinnig viele Eindrücke sammeln werde. Was mir alles während den fünf Tagen passiert ist, warum ich neue Füße brauche und ob die Business Area wirklich das Mekka aller Spielefans ist? All das und noch mehr in meinem Tagebuch zur gamescom. Viel Spaß!

Mittwoch – 4:30 Uhr

Die Stimmung ist toll, ich bin früh ins Bett, dementsprechend wunderbar ausgeschlafen und freu mich auf die einstündige Zugfahrt nach Köln. Von wegen! Nach einer halben Stunde Schlaf krümel ich mich aus dem Bett, beschimpfe wild fluchend den Wecker und versuche, nicht im Stehen wieder einzuschlafen. Koffer ist auch noch nicht fertig gepackt – Reisefeeling! Letztendlich schaff ich dann doch alles pünktlich, erreiche rechtzeitig den Hauptbahnhof in Frankfurt und sitze dann sogar im richtigen Zug. Köln, ich komme.

Mittwoch – 7:30 Uhr

Die Fahrt verlief reibungslos und pünktlich komme ich in meiner Heimat für die nächsten fünf Tage an. Jetzt schnell mit dem Taxi zum Hotel, Koffer abgeben und dann schleunigst an den Südeingang der gamescom – das Team wartet, 8:30 ist Treffpunkt. Nach anfänglichen Findungsproblemen reih ich mich in die bereits bestehende Gruppe ein, sehe ein Teammitglied nach dem anderen ankommen und spüre langsam mächtig Vorfreude. Erst jetzt realisiere ich: Verdammt, du bist auf der gamescom! Und plötzlich werden große YouTuber zu Arbeitskollegen, die einen freundlich begrüßen und sich immer mal wieder in ein Gespräch verwickeln lassen. Cool!

Mittwoch – 8:45 

Müsste ich den Mittwoch mit einem Wort beschreiben, dann wäre es vermutlich „Warteschlange“. Team playMASSIVE hat diese reichhaltig angebotene Freizeitaktivität am ersten Tag voll ausgeschöpft und wirklich jede Schlange mitgenommen, die es nur gab. Wir waren sogar so begeistert davon, dass wir uns zwei Mal für die Akkreditierung angestellt haben – Hobbys muss man auskosten. Doch auch das letzte Hindernis vor der eigentlichen Messe war irgendwann genommen und ich hielt meinen Presseausweis samt Halsband in den Händen. Fühlt sich toll an und irgendwie ist es doch etwas Besonderes. Mal gucken, welche Türe das Ding zu öffnen vermag.

Mittwoch – 10:00 Uhr

Alle Anstehereien sind bewältigt und wir laufen gemeinsam durch die heiligen Hallen. So leer würde ich die Messe dieses Jahr nicht mehr sehen – für jemanden, der zum ersten Mal auf der gamescom in Köln ist, wirkt das alles super beeindruckend und ich wusste teilweise gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Die anderen rennen zu den Ständen, wollen die Spiele austesten und die (noch) kurzen Schlangen ausnutzen – versteh ich nicht, wir mochten das Warten doch?!

Mittwoch – 10:30 Uhr

Mein erster Termin wartet auf mich – und gleich der Termin, vor dem ich am meisten Bammel habe: Ich habe die Ehre, Naoki Yoshida zu interviewen. Der Producer von Final Fantasy XIV ist in Japan und bei Fans eine Legende – starkes Stück fürs erste Interview. Ich geh also nochmal meine zusammengesammelten Floskeln auf japanisch durch und begebe mich vorzeitig zum Termin. „Lieber früher, falls ich die Halle nicht finde“ dachte ich mir und stiefelte vom Pressezentrum aus los. Wer die gamescom durchstrukturiert hat, muss einen Vertrag mit Schuh-Herstellern haben: Zwischen der Business Area, wo die Termine stattfinden und dem Pressezentrum, wo man die News tippt und sich als Team trifft, liegt so ziemlich genau die komplette Messe. Nach ein wenig Sucherei und den ersten Fußschmerzen finde ich dann rechtzeitig meinen Platz und lerne zum ersten Mal das Gefühl kennen, wenn einem die Entwickler an den jeweiligen Ständen kostenlose Getränke und Essen anbieten – nett! Nach kurzer Zeit werde ich in den Raum des Interviews gebeten und lerne das Team um Naoki Yoshida kennen. Der Großmeister betritt nach wenigen Minuten auch das Zimmer, ich erhebe mich, vergess natürlich alle japanischen Redewendungen und verkrampfe völlig bei der Verbeugung. Kann nur besser werden. Das Interview verlief dann wirklich überraschend locker, denn das gesamte Team war super nett und sehr entspannt – mein Englisch war aufgrund der Nervosität zwar nicht erste Sahne, man konnte sich aber verstehen und so ging dann auch mein erster Termin zu Ende. Schnell noch ein Foto gemacht, ein Armband von Final Fantasy XIV geschenkt bekommen und mit einem Grinsen aus dem Raum marschiert. Juhu, geschafft!

Mittwoch – bis 14:00 Uhr

Mit dem guten Gefühl des bestandenen Interviews machte ich mich dann auf, selbst mal über die Messe zu laufen – der nächste Termin stand erst für 14 Uhr auf dem Plan. Von allen Hallen dröhnte die laute Musik, überall Animateure, Messebabes und eine Menge großer Bildschirme, auf denen alle möglichen Spiele gezeigt wurden. Geil! Da lacht das Gamer-Herz doch laut. So verging dann langsam die Zeit, ich probierte ein paar neue Spiele aus und bereitete mich auf den nächsten Termin vor. NCSOFT mit WildStar und Guild Wars 2 war angesagt – zusammen mit dem Chef, ich war nervös! Gemeinsam sind wir durch die Hallen gestiefelt und an jeder Ecke kamen Entwickler, Publisher, PR-Menschen und andere wichtige Leute der Branche auf uns zu, weil sie den guten Chris kennen. Bewundernd stand ich bei den Gesprächen dabei, lauschte konzentriert, was denn so geschwätzt wird und freute mich wie ein Schnitzel, wenn ich den Personen vorgestellt wurde und die Hand schütteln durfte. Als Spieler seit Kindertagen ist es tatsächlich etwas Besonderes, wenn man Spielegrößen auf Augenhöhe begegnen darf. Enttäuschend war dann allerdings der Termin. Aufgrund der hohen Lautstärke auf der Messe, war es nur sehr schwer möglich, die leise sprechenden Entwickler gut zu verstehen. Das in Kombination damit, dass die Teams englisch sprechen, machte die ganze Sache echt kompliziert und so blieben Informationen teilweise auf der Strecke. Dafür gab es hinterher tolles Merchandise der Spiele – und wir alle lieben kostenloses Zeug!

Mittwoch – der restliche Tag

Ab dem Moment wurde der Tag generell ein wenig ruhiger. Ich vernewste das aktuelle Tagesgeschehen in der MMO-Welt, unterhielt mich mit allen möglichen Leuten im Pressezentrum und stieß einen innerlichen Schrei aus, wenn urplötzlich eine bekannte Person vor einem stand – insgeheim ist man ja dann doch auch Fan. Ich versuchte noch ein paar Spiele anzutesten, trieb meine Füße zur Verzweiflung und nachdem alle Aufgaben des Tages erfüllt waren, verließ ich zum späten Nachmittag die Messe. Puh, so viele Eindrücke…

Donnerstag

Adieu, geliebter Schlafrhythmus – der frühe Redakteur fängt die News! Nach einer kurzen Nacht ging es am Donnerstag wieder früh aus den Federn und ab auf die Messe. Pünktlich um 9 Uhr war Team playMASSIVE vorm Eingang versammelt und los ging er, der zweite Messetag. Heute hatte ich um 13 Uhr Perfect World EU mit dem neuen Modul für Neverwinter als ersten Termin. Die Vorfreude darauf war groß, schließlich guck ich in aller Regelmäßigkeit den Livestream zu Neverwinter auf twitch.tv und kenne dort die Communityleute – mehr als ein kurzes „Hallo, du auch hier?“ zwischen Tür und Angel kam aber nicht bei rum. Das Gespräch über das Spiel war dafür wirklich cool und ich war und bin jedes Mal erstaunt, wie locker und freundlich die gesamte Gamingszene ist. Man merkt einfach an jeder Ecke, dass die Leute ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und stolz darauf sind, Teil eines Spieleprojektes zu sein.

Nachdem alle bisherigen Termine nur Präsentationen und Gespräche waren, durfte ich um 15 Uhr bei My.com gleich drei Spiele aktiv antesten. Zuerst war das Panzer-MMO Armored Warfare dran, dann folgte Skyforge und zum Schluss durfte ich eine flotte Runde World of Speed spielen. Besonders toll waren dabei die kleinen Zwischengespräche mit den Entwicklern, die bereitwillig über ihr Spiel sprachen, sich das ein oder andere Detail entlocken ließen und natürlich daran interessiert waren, ihr Spiel möglichst umfangreich zu präsentieren. Die Spielepresse ist, anders als in anderen Bereichen des Journalismus, eben immer stückweit kostenlose PR, die ein Spiel bekannter machen – da mag jeder Entwickler einen besonders netten und enthusiastischen Eindruck machen, obwohl ich doch eigentlich nur irgendein Hansel bin, der mal ein paar News zusammenstottert. Mit dem Gedanken des Wichtigseins wollte ich mich irgendwie nicht wirklich anfreunden.

Zwischen und nach den Terminen trat dann wieder der Messe-Alltag ein, der aus News tippen und durch die Hallen schlendern bestand. Falls man im Zusammenhang mit der gamescom überhaupt von „Alltag“ sprechen kann.  „Du musst widerstehen“ dachte ich mir dann aber regelmäßig, als ich auf den Außenbereichen an den Essensständen vorbei ging. Die dufteten zwar lecker, ließen dank ihrer Preise aber jeglichen Appetit sofort wieder schmelzen. Schade! Highlight: Abends gingen wir dann als Gruppe gemeinsam auf die Final Fantasy Aftershow-Party und nach kleinen Ansprachen gab es ein privates Konzert von und mit Jan Hegenberg – es war zwar nur kurz, zählt aber wohl zu den Highlights der gesamten Messe! Hey, Cheater an die Wand….

Freitag, Samstag und Sonntag

Der dritte Tag der Messe war gleichzeitig der letzte Tag, an dem die Business Area öffnete und man Termine mit den Entwicklern abwickeln konnte. Da ich an den anderen beiden Tagen schon jeweils zwei erledigt hatte, war heute sogar nur einer auf dem Plan – Gazillion Entertainment mit Marvel Heroes. Ehrlich gesagt erwartete ich nicht sonderlich viel von dem Spiel, bekam es doch durchweg schlechte Bewertungen. Die Präsentation entwickelte sich dann aber überraschend interessant, rückte aber schon vor Beginn komplett in den Hintergrund. Warum? Gazillion Entertainment boten mit ihrem asiatischen Curry-Gericht das mit Abstand leckerste Essen auf der Messe – da will ich nächstes Jahr wieder hin! In Kombination mit der wieder sehr präsenten Freundlichkeit war es ein toller letzter Termin. Generell war ich sogar etwas traurig darüber, dass es mein letzter Termin war – nach anfänglicher Angst machten sie einfach nur noch Spaß, waren sie neben der Messe-Lauferei doch eine sehr spannende Alternative.

Da nach den drei Tagen für einen ollen Stubenhocker wie mich viel zu viel Laufen auf dem Tagesplan stand, galt der Freitagabend ein wenig der Erholung. Gemütlich im Hotelzimmer liegen, TV gucken und Waffeln mampfen – was kann es Schöneres geben? Das Wochenende bestand auch insgesamt mehr aus privatem Vergnügen – Termine standen keine mehr an und am Wochenende sind erfahrungsgemäß wenige News zu tippen. So konnte ich in Ruhe nochmal durch alle Hallen laufen, mir diverse Stände angucken, mich mit Freunden treffen und ganz gemütlich das Messetreiben genießen. Ich mag es, beim Durchqueren der Hallen einfach mal auf die vielen, vielen Menschen zu schauen, die tollen Cosplays zu bestaunen und mich zwanglos mitten ins Getümmel zu schmeißen. So große Menschenmassen sieht man sonst selten auf einem Haufen.

Leider ging auch das Wochenende furchtbar schnell zu Ende und es war schon an der Zeit, Abschied zu nehmen. Es waren großartige Tage, viele Eindrücke, eine Menge Highlights und viele neue Leute, die man kennenlernen durfte – oder zum ersten Mal außerhalb des Internets sehen konnte. Die Heimreise wurde zwar überschattet von diversen Verspätungen der Züge, als ich dann aber wieder daheim war, ging eine Reise zu Ende, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde – noch lange werde ich an diese Zeit denken.

Fazit

Danke für all die tollen Eindrücke. Danke für die neuen Leute, die man erleben durfte. Danke für fünf wahnsinnig aufregende Tage. Danke für schmerzende Füße und ein leeres Portemonnaie. Danke für…einfach alles. Klar, nicht alles läuft glatt und wie gewünscht, aber das vergisst man ganz schnell und erlebt insgesamt betrachtet eine echt verdammt geile Zeit. Ich glaube, ich bin an all den Herausforderungen und neuen Situationen menschlich gewachsen, hab mir Dinge zugetraut, die ich sonst nie wagen würde und hab Erinnerungen gewinnen können, die mir niemand mehr nehmen kann. Und dabei spielt es keine große Rolle, ob man als Presse oder als Privatbesucher zur Messe geht – im Endeffekt geht es um die Spiele, die Community, die gemeinsame Freude und das Event an sich und das ist für alle gleich. Die Business Area wirkt im ersten Moment cool und besonders „wichtig“, ist aber letztlich mehr ein Treffpunkt, um Kontakte zu knüpfen – wilde Lichter, geile Shows und viel Action gibt es in den anderen Hallen. Ich freu mich schon jetzt auf nächstes Jahr, wenn man dann routinierter an die Sache gehen kann und alles eine Stufe entspannter wird. Danke gamescom, ich ziehe meinen Hut vor dir.

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