PLAYCENTRAL TEST Fable 3

Fable 3: Fabelhaft oder grauenhaft? Fable 3 im Test!

Von Redaktion PlayCentral - Test vom 30.10.2010 11:12 Uhr

Wir kennen Peter Molyneux. Immer wieder verspricht er großartiges von seinen Spielen, letztendlich stimmt am Ende jedoch nur die Hälfte davon. Mit Fable 3 bringt er zusammen mit seinen Lionhead Studios die zweite Fortsetzung des Action-Rollenspiels rund um die Fantasywelt Albion. Aber genau dieser geht es in den Stunden im Spiel nicht gut. Warum die Stadt am Abgrund liegt, wie sich Fable 3 mit den neuen Veränderungen spielt und ob es in die Kiste „Xbox 360 Exklusivhit“ kommt, erfahrt ihr in unserem vierseitigen Test!

 

Lauf Hühnchen, lauf!

Wie bereits erwähnt liegt Albion am Abgrund. Damit meinen wir nicht etwa eine Klippe oder ein Kraterloch, sondern politisch am Abgrund. Dies wird auch schon im tragischen, zugleich aber auch irgendwie humorvollen Introvideo von Fable 3 klar. Zwei Minuten lang verfolgen wir ein Huhn wie es versucht, seinem Henker, dem Koch, aus den Fängen zu entkommen. Das tapfere Vieh schlägt sich auch wirklich gut, springt sogar einmal aus dem Topf des Kochs, wird jedoch dann auf den Straßen von Albion gestellt und erschossen. Bereits das Introvideo gibt euch einen tollen Überblick, was gerade im „neuen“ Albion vor sich geht.

Die Straßen werden von Soldaten des Militärs Tag und Nacht überwacht. Menschen werden unterdrückt und in ihren Häusern eingesperrt, Kinder müssen in den Fabriken schwere Arbeit leisten und die Geschäfte Albion’s stehen kurz vor dem finanziellen Ruin. Schuld an dieser ganzen Miesere ist der neue König: König Logan, einer der Söhne des Helden aus dem zweiten Teil von Fable.

 

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Gott sei dank gibt es in den Weiten von Albion, genauer gesagt in Bowerstone auch den zweiten Sohn. Und dieser ist gewillt, eine Veränderung in Albion einkehren zu lassen, genauso wie sein Vater vor 50 Jahren. Doch leider trifft es auch unseren Hauptcharakter eines Tages in Bowerstone, wo er bis dato ein behütetes und einigermaßen ruhiges Leben geführt hat. König Logan lässt seine Lebensgefährtin wegen Hochverrats des Könighauses verhaften. Ein Schock, welcher die Hutschnurr des Prinzen endgültig platzen lässt. In der Hauptstory von Fable 3 dreht sich alles darum, seinen Bruder vom Königsthron zu stürzen um die Stadt Albion vor dem fast schon sicher geglaubten Aus zu bewahren und die eigene Geliebte wieder zurück nach Bowerstone zu befreien.

All hail the King

Wie in einem Rollenspiel typisch bekommen wir in Fable 3 auch zwei Handlungsmöglichkeiten vor die Nase gesetzt. Entweder folgen wir Stur der Haupthandlung oder wir vergnügen uns mit zahlreichen Nebenmission in und rund um Albion. Hier müssen wir beispielsweise entlaufene Hühner im Hühnerkostüm wieder einfangen, eine verschollene Prinzessin aus deiner Höhle befreien oder aber auch Beziehungen mit ihnen eingehen. Die Nebenmissionen von Fable 3 sind sehr abwechslungsreich gestaltet, da es ein Mix aus „such, bring, zerstör und überzeug“-Missionen sind.

 

Die Haupthandlung hingegen kommt schon „erwachsener“ und „düsterer“ daher. Die meisten Zeit verbringen wir damit, die einzelnen Völker Albions für eine Revolution auf unsere Seite zu bringen. Dies läuft so ab, dass wir etwas gutes für das Volk tun, sie sich auf unsere Seite stellen und wir anschließend einen Vertrag unterschreiben, als Herrscher über Albion weiter gutes für das Volk zu tun. Zwar wollen wir euch nicht viel „spoilern“, ein Beispiel wollen wir euch dennoch geben: Das Lager der Vagabunden ist von Truppen des dunklen Königs besetzt. Es herrscht Unterdrückung und Gewalttätigkeit in dem kleinen Dörfchen. Wir als Rebelle befreien das Dorf mit unseren kämpferischen Fähigkeiten und ernten dadurch „positives Ansehen“ des Volkes. Diese können wir dadurch überzeugen, uns im Kampf gegen den Monarchen Logan anzuschließen. Allerdings fordern diese wiederum, die volle Unterstützung und Hilfe während unserer Amtszeit.

Entscheidungsfreiheit: Ob der Spieler sich anschließend noch um das Dorf der Vagabunden kümmert oder nicht, kann man selbst entscheiden. Insgesamt gefällt uns auch der Strang der Haupthandlung sehr. Man bekommt viel Entscheidungsfreiheit und ähnlich wie die Nebenmissionen sind die Aufträge der Hauptstory sehr abwechslungsreich. Jeder sollte beim Kauf jedoch selbst die Missionsvielfalt erleben, weshalb wir euch nur ein Beispiel in diesem Test liefern.

Das Arbeitstier

Wie ihr sicherlich schon selbst gemerkt habt, wartet bis zur Revolution von Albion inklusive der Stürzung des Königs Logan noch einiges an Arbeit auf unseren kleinen Prinzen. Da Fable 3 ein „Action Rollenspiel“ ist, wird natürlich auch ordentlich gekämpft. Wir müssen uns unseren Weg durch Gegnermassen wie Wölfe, Skelette, Dämonen oder Logan’s Truppen bahnen. Hierfür haben die Lionhead Studios das altbewährte Kampfsystem aus dem Vorgänger übernommen. Nicht gerade innovativ, aber keineswegs ein Kritikpunkt. Das simple Echtzeit-Kampfsystem erlaubt dem Helden drei verschiedene, keineswegs komplexe Wege dem Feind ordentlich einzuheizen. Entweder prügeln wir sie mit unserem Heldenhammer zu Boden, bringen sie mit unserer Pistole zum letzten Tanz ihres Lebens oder befeuern sie mit vier Elementarzaubern (Eis, Blitz, Feuer oder Wasser).

Je länger man die Taste für den jeweiligen Angriff drückt, desto stärker kommt dieser daher. Viel Taktik oder Können benötigt man für das Kampfsystem in Fable 3 jedoch nicht. Meist genügt wildes Tastendrücken um an das gewünschte Ergebnis zu kommen. Einzig und alleine die Stärke der Gegner zwingt euch in seltenen Fällen dazu, eine Seitwärtsrolle zum Ausweichen auszuführen. Auch wenn die Kämpfe durch Zeitlupen und schnelle Kamerafahrten toll inszeniert sind, nutzen sie sich schnell ab. Ähnlich wie in Fable 2 schleicht sich schnell die altbekannte Eintönigkeit an, was durch die abwechslungsreichen Aufgaben aber nicht allzu schwer ins Gewicht fällt.

Gildensiegel statt Erfahrungspunkte

Als Entschädigung für das teils Eintönige Kampfsystem bekommt man von den Lionhead Studios statt Erfahrungspunkte Gildensiegel gutgeschrieben. In der linken oberen Ecke befindet sich ein weißer Kreis, welcher sich für jeden erledigen Auftrag sowie für jedes erledigte Monster füllt. Ist der Kreisel voll, erhalten wir ein Gildensiegel. Dieses nutzen wir dafür, unseren Charakter in verschiedenen Fähigkeiten in bis zu fünf Stufen zu verbessern. Natürlich gibt es auch einen Haken: Pro Levelaufstieg steigt die Anzahl an Gildensiegel, welche wir für die jeweiligen Stufen der Fähigkeiten eintauschen müssen. Sterben wir in Mitten eines Kampfes, werden wir zwar an Ort und Stelle wiederbelebt, allerdings wird der Siegel-Kreis am oberen Bildschirmrand auf null gesetzt. Zur Übersicht dient die sogenannte „Siegesstraße“, welche nicht nur bisher gesammelte Siegel und absolvierte Missionen in Form von Toren anzeigt, sondern auch als Fertigkeitsbaum dient. Das „große Tor“ dient als euer Ziel und stellt den Palast von König Logan da.

 

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Zwischen gut und böse

Nicht nur Kampffertigkeiten können vom Spieler individuell verbessert werden, sondern auch andere Möglichkeiten stehen euch bei der Charakterentwicklung zur Verfügung. Dazu zählt zum Spiel die handwerkliche Fertigkeit, durch welche der Spieler schneller und besser Jobs findet, sowie auch Diebstahl und das aus dem ersten Teil bekannte Ausdrucksmittel. Dieses benötigt man für die Interaktion mit den CPU gesteuerten Bewohnern von Albion. Wie auch im Vorgänger könnt ihr mit jedem Bewohner der einzelnen Städte interagieren. Ob man gute Aktionen, wie tanzen oder Komplimente macht oder eher auf die böse Art und Weise, wie Rülpsen oder Bedrohen, die Computerbewohner beeindruckt, bleibt dem Spieler wie so oft selbst überlassen. Natürlich hat jede eurer Taten Auswirkungen auf euren Status innerhalb der Gemeinschaft Albion’s. Rennt man tötend durch die Landschaft, rennen die Bewohner der Städte schreiend vor einem davon. Ist man eher der friedliche und gut gesinnte Prinz, wird man bei jedem Beitritt in eine Stadt bejubelt und mit Ruhm überschüttet. Beide Seiten haben ihren Reiz, wobei eine jubelnde Menge natürlich eine friedlichere Stimmung in Albion herrschen lässt.

Spielerisches Menü

Als Hauptmenü dient euch das Versteck eures Vaters. Dieses wurde von Diener Jasper Grundrenoviert und zu einem wahren Schloss umfunktioniert. Neben den Ess- & Schlafräumen gibt es nun auch eine Waffenkammer, wo wir unsere Waffen ausrüsten und festlegen können, einen Kleidungsräum, wo wir unseren Charakter optisch verändern können, sowie einen Trophäenraum und eine Kommunikationsanlage für die Xbox Live-Unterstützung von Fable 3. Außerdem können wir an der Questübersicht direkt zum Ort des Geschehens teleportieren, was die langen Laufwege ersetzt. Natürlich können wir mithilfe der Karte von Albion und dem gelben Leuchtpfad auf dem Boden auch selbst zum nächsten Auftrag wandern.

 

VORSICHT SPOILER!

Haben wir dann endlich unseren verhassten Bruder Logan vom Thron gestoßen, ist das Spiel nicht etwa zu Ende, sondern geht erst richtig los. Dann beginnt eine Art Stadtsimulation, von welcher wir euch aber nicht allzu viel verraten wollen. Der Spieler muss dann Entscheidungen treffen und über gut oder böse entscheiden. Soll das Kinderheim renoviert oder abgerissen werden? Neue Lehrer für die Schule Bowerstone oder radikaler Stellenabbau? All diese Entscheidungen haben natürlich erneut Auswirkung auf euer Ansehen in den einzelnen Dörfern. Auch kommen eure vor der Revolution unterzeichneten Verträge ins Spiel. Haltet ihr eure Versprechen gegenüber zum Beispiel den Vagabunden und unterstützt diese weiterhin mit Geldern und Aufträgen? Oder lasst ihr das Dorf verkommen? Natürlich benötigt ein solches Königreich auch Einnahmen. Hier müssen vom Spiele dann gezwungene Einsparungen vorgenommen werden oder ihr müsst selbst Hand anlegen. Das Bild nach dem der Thron bestiegen wurde ist ein komplett anderes als noch vor der Revolution.

Schaffe, schaffe Häusle baue

Wie auch schon im Vorgänger gibt es in Fable 3 zahlreichen Jobs, mit welchem wir Geld für die eigene Vorsorge (Haus, Familie etc.) verdienen können. Dazu zählen Backwaren herstellen, Bier zapfen, Holz hacken oder allgemeine Schmiedarbeiten, welche durch motivierende Reaktionstests erledigt werden. Je besser ihr diese besteht, desto besser werdet ihr im jeweiligen Job. Das Geld geben wir dann entweder für Kampfobjekte wie Schwerter oder Schilde aus oder für Vorsorgeobjekte wie Immobilien. Haben wir eine gesicherte Zukunft durch harte Arbeit erlangt, kann der Spieler natürlich auch wieder eine Beziehung mit einer Frau eingehen, romantische Abende verbringen und als Höhepunkt ein Kind zeugen.

Fable 2 reloaded

Es scheint zur Zeit Mode zu sein, Grundlagen aus dem Vorgänger zu übernehmen und dann im Sequel einzusetzen (Stichwort: Fallout: New Vegas). Im Fall von Fable 3 ist dies allerdings kein Hexenwerk, sah doch schon der zweite Teil sehr hübsch aus. Auch im dritten Teil dürfen sich die Spieler auf eine „fabelhafte“ Optik mit einer offenen Fantasywelt freuen. Vor allem die Bilderbuch-Optik ist dabei hervorzuheben. Alles wirkt, vor allem in den Außenarealen, wie ein großes Artwork. In den Städten hingegen merkt man, dass die Kulisse „erwachsen“ geworden ist. Durch die Industrialisierung von König Logan wirkt alles düsterer. Ein Tag- & Nachwechsel sorgt zusätzlich für eine tolle Umgebung. Im Bereich Sound gibt es das gewohnt solide Repertoire. Ein orchestralischer Soundtrack sorgt für eine tolle Atmosphäre in den jeweiligen Sequenzen (hektisch im Kampf, beruhigend in der Stadt). Außerdem sorgen Umgebungssounds wie das Zirpen von Grillen oder Wasserrauschen an Flüssen für die bereits erwähnte „fabelhafte“ Atmosphäre.

Fable 3 im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Fazit:

Fable 3 ist auf jeden Fall der erwartete Xbox 360-Exklusivhit geworden. Zwar gibt es erst jetzt das, was uns Peter Molyneux schon bei den ersten Teilen versprochen hat, aber wie sagt man so schön: Besser spät als nie. Die Rede ist von einer weitreichenden Entscheidungsfreiheit bis hin zu der Führung eines kompletten Königreichs. Die Story von Fable 3 ist mit dem Hauptstrang und den Nebenmissionen ziemlich abwechslungsreich gestaltet. Außerdem sorgen sinnvolle Neuerungen wie das Sammeln von Gildensiegel oder der Charismabaum für zusätzlichen Spielspaß. Alle Xbox 360-Besitzer mit einer kleinen Affinität zu Rollenspielen sollten bei Fable 3 auf keinen Fall „nein“ sagen!

Pro

+Tolle Schauplätze
+Dynamischer Tag/Nacht Wechsel
+Gute Animationen
+Abwechslungsreiche Handlung
+Motivierende Reaktionstests (Berufe)
+Die Interaktionsmöglichkeiten
+Sinnvolle und einfache Menuführung
+Gelungener Soundtrack

Contra

-Teils eintönige Kämpfe
-Kamerafahrten nicht optimal

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