David Gaider, langjähriger Autor und kreativer Kopf hinter Dragon Age, hat ungewöhnlich offen über die Zukunft seines Studios Summerfall Studios gesprochen. Das nächste Rollenspiel-Projekt könnte laut ihm zum entscheidenden Wendepunkt werden, weil die Finanzierung auf wackeligen Beinen steht.
Gaider gehört zu den prägenden Namen der westlichen Rollenspielszene und war unter anderem an Klassikern wie Baldur’s Gate 2, Neverwinter Nights und Dragon Age beteiligt. Umso mehr Aufmerksamkeit bekommt jetzt sein nächster Schritt, der nicht nur für Fans spannend ist, sondern für Summerfall existenziell werden könnte.
Das neue Heist-RPG als große Wette
Worum geht es im neuen RPG von David Gaider? Gaider beschreibt das Konzept als Abenteuer mit einer Crew von Gaunern, die mit einem Luftschiff von Ort zu Ort reist und dort Raubzüge durchzieht. Der Kern klingt nach Heist-Fantasie mit Gruppendynamik, Planung und dem typischen Reiz, wenn ein Plan entweder perfekt aufgeht oder spektakulär schiefgeht.
Man spielt eine Crew von Gaunern in einem Luftschiff, die herumreist und Coups durchzieht.
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Ton und Stimmung sollen dabei nicht als reine Klamauknummer funktionieren. Gaider ordnet das Projekt eher als spielerisch, warm und augenzwinkernd ein, also humorvoll genug, um ein Lächeln auszulösen, aber ohne sich komplett als Comedy-RPG zu definieren.
Nicht volle Kanne Comedy, aber etwas, das mich zum Lächeln bringen kann.
Wichtig ist: Summerfall ist bei diesem Titel offenbar deutlich ambitionierter unterwegs als bei den bisherigen Releases des Studios. Nach moderaten Indie-Erfolgen soll jetzt ein größerer Wurf folgen, der in Produktion, Umfang und Risiko eine andere Liga ist.
Finanzierung unter Druck in einer schrumpfenden Branche
Warum könnte das Projekt über das Schicksal von Summerfall entscheiden? Summerfall Studios hat laut Gaider bereits mehrere Prototypen für das neue RPG fertiggestellt. Gleichzeitig gestaltet sich die Suche nach einem Publisher schwierig, weil potenzielle Partner das Spiel anscheinend erst dann finanzieren wollen, wenn es bereits zu einem sehr großen Teil abgeschlossen ist.
Genau darin liegt das Dilemma: Um Geld zu bekommen, muss das Spiel fast fertig sein. Um es fast fertig zu bekommen, braucht es aber Geld. Gaider spricht in diesem Zusammenhang sehr klar von einer Situation, die für das Studio alles entscheiden kann.
Das ist eine Alles-oder-nichts-Situation.
Als Grund nennt er eine Entwicklung, die viele Teams seit Jahren spüren: Der Markt ist in den letzten drei Jahren deutlich enger geworden, Risikobereitschaft sinkt, und Publisher wollen Projekte erst dann absichern, wenn die Chancen auf eine fertige Veröffentlichung möglichst hoch wirken. Betroffen sind nicht nur kleine Studios, auch andere bekannte Entwickler haben öffentlich vor auslaufender Finanzierung gewarnt.
Für Gaider persönlich steht bei einem Scheitern ebenfalls viel auf dem Spiel. Er zeigt sich unsicher, welche Optionen im aktuellen Umfeld realistisch wären, auch weil der Arbeitsmarkt durch die vielen Entlassungswellen bei großen Unternehmen stark umkämpft ist. Ganz ausgeschlossen scheint aber nicht, dass er im Zweifel wieder in die AAA-Entwicklung zurückkehren würde.
Dragon Age liegt auf Eis und Gaider wäre wieder offen
Wie steht es um Dragon Age nach The Veilguard? Parallel dazu fällt ein Blick auf die Marke, die Gaider berühmt gemacht hat. Dragon Age wurde nach dem durchwachsenen Release von Dragon Age: The Veilguard im Jahr 2024 spürbar ausgebremst. Es war zugleich der erste Serienteil, der ohne Gaider als Autor entstand.
BioWare richtet den Fokus derzeit stärker auf Mass Effect, auch vor dem Hintergrund eigener Einschnitte. Für Dragon Age bedeutet das: kurzfristig ist eher Stillstand angesagt, zumindest öffentlich ist kein klarer nächster Schritt erkennbar.
Spannend ist allerdings, dass Gaider seine Haltung zu einer möglichen Rückkehr spürbar verändert hat. Aus einem klaren Nein wurde eine grundsätzliche Bereitschaft, sich der Aufgabe zu stellen, falls man ihm die Reihe wieder anvertrauen würde.
Wenn ich die Marke wiederbekäme, würde ich zurück zu den Grundlagen gehen, dunkler und gefährlicher werden und Dinge tun, die Leute verärgern.
Das klingt nach einer bewussten Abkehr von gefälligen Kompromissen und nach einer Rückbesinnung auf die raueren, unbequemeren Qualitäten klassischer Fantasy-Rollenspiele. Ob es je dazu kommt, hängt aber nicht nur von Gaiders Interesse ab, sondern vor allem davon, was BioWare und EA mit der Reihe künftig vorhaben.
Was würdet ihr lieber sehen: Gaiders neues Luftschiff-Heist-RPG als frische Marke oder eine Rückkehr zu Dragon Age mit einem deutlich düstereren Kurs? Schreibt es gern in die Kommentare.




