PLAYCENTRAL TEST Panzar

Panzar: Großes Tennis oder heiße Luft?

Von Kirsten Schwabe - Test vom 04.06.2013 14:15 Uhr

Wenn man den Namen Panzar hört, muss man unweigerlich entweder an Stahlkolosse oder Garverfahren für junge Kätzchen denken. Dass sich dahinter ein MMO versteckt, dürfte beim Hinhören wohl wenigen Leuten in den Sinn kommen. Während die Mischung aus MOBA und Online-Rollenspiel vor allem in Russland sehr erfolgreich ist und nach eigenen Angaben weltweit über eine Million Spieler begeistern konnte, wagt sich das Onlinespiel der Panzar Studios nun auch in deutsche Gefilde und wirbt vor allem stark auf sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit. Wir haben uns das Spiel genauer angeschaut und zeigen euch, was sich hinter dem Grafikwunder noch so alles verbirgt.

Auf die inneren Werte kommt es an

Panzer ist kein richtiges Online-Rollenspiel, aber auch nicht direkt eine MOBA, es ist eher eine Mischung, welche die Vorzüge aus beiden Bereichen miteinander mixt. Auf die inneren Werte kommt es an. Diesem Leitspruch folgt zumindest die Charaktererstellung von Panzar, die sich besonders kurz gestaltet. Statt eines gigantischen Menüs, in dem ihr euch erst eine Fraktion, danach eine Rasse und eine Klasse aussucht, um dann eure Gestalt von Achselhöhlenhöhe bis Zehennagellänge zu verändern, wählt ihr hier eine Klasse, womit auch eure Volkszugehörigkeit und euer Aussehen festgelegt sind. Dafür stehen euch in Panzar acht Klassen zu Verfügung. Die orkischen Panzer, die, wie der Name schon sagt, nahezu unzerstörbar sind und trotzdem mächtig austeilen; hammerschwingende Paladine, die neben dem Austeilen noch ihre Mitstreiter heilen und unterstützen; Zwergen-Pioniere, deren Maschinen im Kampf hilfreich sind; amazonische Schwestern des Feuers verfügen über magisch heiße Fernkampffähigkeiten; Inquisitoren stürzen sich aus dem Hinterhalt auf geschwächte Feinde, Ork-Berserker, deren Name sich wohl von selbst erklärt; Eishexen, die euch mit Frostzaubern die Glieder steif werden lassen und schließlich die Kanoniere, deren Geschütze mehr als zermürbend für Gegner sind.

Während die Gestaltung eures Kämpfers gar nicht möglich ist, punktet Panzar immerhin mit einer reichhaltigen Auswahl an Klassen. Hier sticht ganz klar der MOBA-Akzent hervor, da ihr nicht euch selbst, sondern einen vorgefertigten Helden spielt.

Erste Schritte im Tutorial

Ist die Wahl gefallen, geht es direkt in ein kleines Tutorial, wo ihr je nach Klasse auf die eine oder andere Art ein paar Zombies vertrimmen dürft, um eure Fähigkeiten zu erkunden. In der Spielwelt angekommen, die dank CryEngine 3 eine sehr schöne Figur macht und ein echtes Highlight ist, schlagt ihr euch durch eine kleine Mission, welche euch die Grundlagen des Spiels beibringt. Das ist gut so, denn ohne die Hilfe zweier Zwerge würden wir gar nicht so schnell darauf kommen, dass wir mächtige Spezialfertigkeiten haben. Sagt also Hallo zu eurer ersten Klassenfähigkeit! Jedenfalls sobald ihr bemerkt habt, dass ihr ebenjene mit der Taste 2 aktiviert, um sie dann mit der Maus einzusetzen – das sagt euch nämlich leider niemand. Grundsätzlich sind Maus und WASD euer bester Freund, auch wenn es eine Vielzahl an Tasten gibt.

Das Tutorial macht aus unserer Sicht einen guten Schnitt. Es unterfordert erfahrene Spieler nicht und ist auch für Anfänger noch übersichtlich genug. Allerdings wären ein paar mehr Informationen und Hilfen sicher nützlich gewesen.

Jetzt aber nichts wie raus in die Schlacht

Wer jetzt Quests und eine epische Geschichte erwartet, sollte an dieser Stelle aussteigen und auf ein anderes MMO umsteigen, denn Panzar ist ein Spiel, in dem es vor allem darum geht, seinen Gegnern ordentlich auf den Allerwertesten zu geben. Und das ausschließlich in PvP-Massenprügeleien. Zwar macht es nach dem Tutorial kurz den Anschein, als würde uns noch eine Geschichte erwarten, während der Zeit für unseren Test haben wir aber noch keine gefunden.

In verschiedenen, aus anderen Spielen bekannten, Spielmodi kämpfen wir darum, das stärkere Team zu sein. Als da wären: Domination, King of the Hill, Siege und Blitz. Leider haben wir während unserer Testzeit oft den gleichen Spielmodus zu Gesicht bekommen, bedingt durch die Tatsache, dass man selbst keine Wahl hat, welche Schlacht man schlagen will. Da das Sterben in Panzar, je nach Klasse, ziemlich schnell gehen kann, sollten Spieler, die nicht allzu frustresistent sind, lieber eine Klasse mit mehr Durchhaltevermögen wählen. So seid ihr zum Beispiel als Schwester des Feuers im Kampf wahres Fallobst, während eure Chancen als Panzer wesentlich besser stehen.

MOBA und Online-Rollenspiel?

Nach einer Schlacht und nach dem Einloggen werdet ihr mit einem Zwischenbildschirm konfrontiert, wo ihr euren Charakter, anfangs noch eher unbekleidet, betrachten könnt, im Shop stöbert, um Rezepte oder Waren zu kaufen, in der Schmiede Ausrüstungen modifiziert, herstellt und anlegt, am Altar Klassenpunkte verteilt, in der Umkleidekabine gegen Echtgeldwährung euren Charakter doch noch etwas anpasst – zum Beispiel mit einer großen Palllette an Farben für eure Kleidung – oder im Netzwerk Freunde kennenlernen und mir ihnen Chatten könnt.

Soweit kennen wir es aus gängigen MOBAs, aber wie sieht es nun mit den bereits beschriebenen MMORPG-Elementen aus? Neben den ganzen Stereotypen greift Panzar einige Aspekte auf, die uns mehr Freiheiten geben, unseren Helden zu personalisieren. Eure Ausrüstung dürft ihr euch zum Beispiel selbst craften, indem ihr im Shop Rezepte kauft, mit denen ihr dann in der Schmiede mithilfe der Materialien, die ihr nach eine Schlacht bekommt oder auch kaufen könnt, Rüstungsteile herstellt. In Ingamewährung sind die Rezepte leider recht teuer und benötigen einiges an Spielzeit, bis ihr das Gold zusammen habt. Für bestrittene Matches gibt es, je nach Sieg oder Niederlage, Erfahrungspunkte. Ist ein Level-up erreicht, dürft ihr im Altar Skillpunkte verteilen. Auswahl und Möglichkeiten sind eher durchschnittlich. Allerdings bringt es dieser Umstand auch mit sich, dass ihr jeden Helden einzeln leveln müsst und nicht wie in anderen MOBAs eine übergreifende Stufe habt.

Alltag als Soldat der ewigen Schlacht

Klickt ihr auf „Spielen“, fliegt ihr auch direkt in die Schlacht. Ohne Vorwarnung oder Modi-Wahl. Während der Countdown zum Gemetzel läuft, könnt ihr euch frei bewegen und das Terrain erkunden, um den besten Platz für Fernangriffe, Kanonen oder den besten Weg, dem Gegner direkt eure Keule ins Gesicht zu halten, zu finden. Dies ist aber kein PvE-Modus, sondern nur das Warten, bis ihr endlich auf den Gegner einprügeln dürft. Ist der Startschuss dann gefallen, stehen alle wieder am Ausgangspunkt ihres Teams und es geht los.

Die Schlacht läuft entweder über eine bestimmte Zeitspanne oder so lange, bis eines der Teams eine gewisse Punktzahl erreicht hat. Eure Gegner erkennt ihr dabei an den Flaggen, die sie auf dem Rücken haben. Euer eigenes Team trägt keine. So erkennt ihr auch eure eigene Teamfarbe und könnt verfolgen, welche Fraktion gerade die meisten Punkte hat, was am oberen Bildschirmrand in zwei Kugeln angezeigt wird. Habt ihr die Schlacht dann gewonnen, oder auch nicht, bekommt ihr Belohnungen in Form von Erfahrung, Geld und Materialien für Rüstungen sowie Tränke und landet wieder im Charakterbildschirm, um die erhaltenen Waren zu verwerten, Geld auszugeben und gegebenenfalls Klassenpunkte zu verteilen.

Spielerisch geht die pure Action gut von der Hand und ist recht dynamisch. Neben dem Draufdreschen kann auch noch ausgewichen werden. Das Kampfsystem selbst spielt sich modern im Hack'n-Slay-Gewand. Macht also Spaß und sorgt für viel Freude, oder auch Frust, wenn man mal wieder zu voreilig war und rasch am Boden liegt. Auf den eher kleiner gehaltenen Karten kommt es dafür schnell zu Begegnungen und das nächste Opfer muss nicht lange gesucht werden.

So sieht dann auch eure weitere Zeit im Spiel aus. Einloggen, kämpfen, Zeug verwenden, kämpfen…und so weiter. Panzar erinnert an einen Dungeoncrawler, nur dass ihr keine Dungeons ablauft, um Materialien oder Gegenstände zu bekommen, sondern Gegner im PvP verprügelt. Somit ist es vorrangiges Ziel, seinen eigenen Charakter und dessen Fähigkeiten zu verbessern, indem ihr die Schlachten nach Möglichkeit gewinnt.

Die Grafik reißt es raus

Eine Sache, die wirklich bei Panzar hervorsticht und dem Titel zugutekommt, ist die CryEngine 3. Diese sorgt nicht nur für schöne hochauflösende Texturen, sondern lässt auch die Welt in einem dynamischen Licht erstrahlen. Die Entwickler sind hier mit viel Liebe zum Detail vorgegangen, was man auch an den oft spaßigen Animationen der Champions gut erkennen kann. Im Fantasy-Stil gehalten, präsentiert sich das Onlinegame eher im Comiclook, was dem Feeling aber keine Minuspunkte beschert. Im Gegenteil: Panzar sieht einfach klasse aus.

Und das Ganze ohne, dass der alte Rechenknecht großzügigen Upgrades unterzogen werden muss. Ein Mittelklasse-PC reicht völlig aus, um die Grafikpracht in einer angenehmen Qualität zu stemmen.

75
Panzar im Test

Fazit und Wertung von Kirsten Schwabe

Panzar bietet eine ganz simple Spielerfahrung: Da ist dein Gegner, mach ihn kalt. Eine tiefere Geschichte oder ein höheres Ziel suchten wir hier vergeblich. Wer allerdings Spaß daran hat, sich mit anderen Spielern zu messen, Schlachten auszufechten und dabei immer stärker zu werden, der ist in Panzar ganz sicher gut aufgehoben. Wer gern die Welt retten möchte, sollte sich, wie eingangs erwähnt, lieber anderen Spielen zuwenden.

Die Grafik sieht aufgrund der genutzten Cry Engine 3 großartig aus, auch wenn der erste Blick auf den eigenen Charakter nach der Erstellung bisweilen erschreckend ausfallen kann. Das Spiel ist also sowohl für Herzblutanhänger als auch für Gelegenheitsprügler zu empfehlen, da ihr in aller Regel auch mit etwa gleichstarken Charakteren in einer Schlacht kämpft und nicht befürchten müsst, ins Hintertreffen zu geraten, wenn ihr einige Abende doch lieber mit dem Weltretten verbringen möchtet.

Panzar zeigt sich, durch die einfache Steuerung und Gradlinigkeit, als sehr einsteigerfreundlich. Nur die erste Schlacht beginnt sicher für viele etwas unübersichtlich, bis man weiß, wer seine Gegner sind und was man zu tun hat. Aber auch alte Hasen werden auf längere Zeit ihren Spaß am Heranzüchten eines Superkriegers haben, auch wenn es sich dafür recht langsam levelt und ihr einige Matches hinter euch bringen müsst, bis ihr den nächsten Fähigkeitspunkt erhaltet.

Solospieler / Gelegenheitsspieler

Dank des guten Matchmakers landet ihr fast immer in einer zu euch passenden Gruppe.

PvP-Spieler

Kommen hier voll auf ihre Kosten!

PvE-Spieler

Sollten sich lieber ein anderes Spiel suchen.

Besonderes

Dank der CryEngine 3 ist die Grafik sehr gut.

Wertung: 75 Prozent

Pro

+Top Grafik, dank CryEngine 3
+Dynamisches Kampfsystem
+Schnelle Runden
+Liebe zum Detail
+Tolle Animationen
+PvP-Spaß nonstop

Contra

-Sehr schwache Charaktererstellung
-Crafting-Rezepte sind teuer
-Zufallsmodi
-Kaum / keine richtige Story

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