PLAYCENTRAL TEST ICO & Shadow of the Colossus

ICO & Shadow of the Colossus: Nachtest: Popelige Portierung oder gelungenes HD-Remake?

Von Redaktion PlayCentral - Test vom 02.12.2011 09:09 Uhr

Die Gamingindustrie wächst inzwischen jährlich mit Rekordumsätzen und Publisher versuchen sich auf regelmäßiger Basis sowohl mit Gameplayinnovationen als auch protziger Technik immer weiter zu übertrumpfen. Zwar wird die Industrie auf diese Art und Weise schnell voran getrieben, doch eines bleibt dabei immer wieder außen vor. Bei dieser hohen Schlagzahl an immer neuen Grafikexplosionen, „innovativen“ Kontrollerfuchteleien vor der eigenen Flimmerkiste und zunehmender Orientierung in Richtung Gelegenheitsspieler kriegt man vor allem als alteingesessener Gamer gelegentlich leicht sentimentale Retroanfälle. Sehnsucht nach den Spieleklassikern, die noch ganz frei heraus durch Qualität und vor allem Originalität trumpfen konnten. Zwei Spiele (die eigentlich gar nicht so lange zurück liegen, als dass ein Retroanfall gerechtfertigt wäre) dieser Sparte sind ICO und Shadow of the Colossus, die beide vor allem eines gemeinsam haben: Sie gehen ihren eigenen Weg, frei von irgendwelchen üblichen Konventionen. Ob dieses Konzept auf der PS3 genauso aufgeht wie beim Vorgänger, das verrät unser Test.

Da es sich um eine HD-Neuauflage der beiden Spiele handelt beleuchten wir beide in diesem Test zunächst einzeln und vergeben eine Wertung, die wir wiederum im Fazit zu einer Gesamtwertung zusammen ziehen, womit sich dann auch das Finale Testergebnis fest steht.

ICO

Der kleine Protagonist ICO hat ein kleines kosmetisches Problem: ihm wachsen zwei Hörner aus dem Kopf. Da dies kaum den optischen Konventionen seines Volkes entsprechen kann, wird der Kleine in einer Festung eingesperrt. Durch einen glücklichen Umstand kann der kleine ICO jedoch aus seinem Käfig fliehen und trifft in den gewaltigen Mauern auf eine weitere Gefangene namens Yorda, die mehr Licht als Mensch zu sein scheint. Ab diesem Zeitpunkt sind die beiden miteinander verknüpft und versuchen die Flucht aus der Festung. Dabei entsteht eine sehr emotionale Verbindung zwischen Protagonist und Nebencharakter. Als ICO sind wir für das Wohl von Yorda verantwortlich, müssen sie an die Hand nehmen, ihr auf Vorsprünge helfen und die gelegentlich aufkreuzenden Schattenwesen mit einem Stock bekämpfen. Da Yorda komplett hilflos ist hat auch der Spieler bald einen emotionalen Beschützerinstinkt entwickelt, eine Art Verantwortung, die allein durch das Gamedesign hervorgerufen wird. Hier zeigt sich die eigentliche Stärke des Spiels mit teils wirklich minimalistischem Aufwand große Emotionen hervorzurufen und ein Spielerlebnis zu bieten, dass trotz des Alters immer noch zu packen vermag.

Spielerisch ist das Spiel mehr Adventure als Action. Hier und da setzt es zwar Stockkloppe für böse Schattenwesen, die meiste Zeit sind wir jedoch beschäftigt einen Weg nach draußen zu finden. Während ICO dabei als kleine Rampensau vorneweg läuft und über Schluchten springt und schwingt wartet Yorda meist mit sicherem Abstand bis wir ihr eine sichere und komfortable Route als Ausweg bieten. Optisch ist das Spiel sichtbar in die Jahre gekommen, sieht aber im Vergleich zum Original dennoch etwas schärfer aus und die Spiele mit Licht und Schatten kommen weitaus besser zur Geltung. Vor allem die unglaublich große Kulisse im Gegensatz zu den kleinen Protagonisten ist erstaunlich und steuert in HD einiges zu der Atmosphäre des Titels bei. Schade ist allerdings, dass man in der Neuauflage nicht auch Aspekte wie die ungünstige Kamera, die schwammige Steuerung und einige blöde KI-Aussetzer bereinigt hat. Aber letztendlich kann man wohl nicht alles haben.

Fazit: Damals wie heute gilt für ICO das Zertifikat „Außergewöhnlich“. Das muss nicht unbedingt etwas gutes heißen. Spiele wie ICO polarisieren. Was dem einen zu Dröge, zu langweilig und unerfüllt ist, dass erreicht bei dem anderen genau dass was es soll: ein außergewöhnliches Spielgefühl sowohl auf technischer als auch auf Gefühlsebene. Wenn auch optisch in die Jahre gekommen, ICO ist immer noch einen Blick wert! 3-4 Sterne

Shadow of the Colossus

Wanda, so heißt der Charakter im zweiten Spiel des Entwicklers ICO. Auch dieses Mal ist an der Misere des Protagonisten eine Frau beteiligt, die ist jedoch zu Beginn des Abenteuers bereits über den Jordan. Um die tote Schönheit wieder zurück ins Leben zu rufen, wendet sich Wanda an die Götter, die ihm im Austausch für die Seele seiner Freundin das töten von 16 Kolossen auftragen. Gesagt getan und schon geht es mit Pferd Agro auf die Jagd nach den Kolossen, die in einer frei begehbaren (dazu aber auch sehr leeren) Welt verstreut liegen. Wenn auch simpel im Konzept, so ist Shadow of the Colossus umso größer in seiner Wirkung. Die Kolosse sind allesamt künstlerisch sehr ansehnlich und zudem deutlich größer als wir. Hier heißt es die Schwachstellen finden, auf das Monster klettern und dann ein wenig Geduld mitbringen, denn der tapfere Wanda hat nur begrenzte Ausdauer. Meist müssen im Kampf mit Kolossen erst Schwachstellen gefunden, die dann von uns dazu genutzt werden das kolossale Vieh zu erklimmen. Dazu nutzen wir in fast allen fällen Vorsprünge von Rüstungsteilen oder aber das reichlich vorhandene Fell der Giganten. Das Klettern, Springen und festhalten an den Zottelmähnen kostet uns allerdings reichlich Kraft, die wir uns für die richtigen Momente aufsparen müssen. Wer sich nicht rechtzeitig ausruht fliegt im hohen Bogen wieder herunter. Vor allem das finden der Schwachstelle zu Beginn eines jeden Kampfes ist manchmal recht knifflig und in dieser Form auch die einzige Art von Rätsel, die euch das Spiel bietet.

Was für den einen wieder zu simpel gestrickt ist, das ist für den anderen ein kleines Meisterwerk. Die leere Landschaft vermittelt ein Gefühl von Einsamkeit, die Kämpfe mit den Kolossen ein Gefühl von Unterlegenheit und schlussendlich wirft es auch die Frage auf, ob das töten dieser einzigartigen und vor allem unschuldigen Kreaturen für unseren Zweck überhaupt vertretbar ist. Es ist nicht viel was geboten wird, auch hier beweisen die Entwickler, dass weniger manchmal mehr wert sein kann, als man es vermuten mag. Shadow of the Colossus übertrumpft ICO nochmal um ein kleines Stück. Auch hier wurden Dinge wie die komische Steuerung und abermals ungünstige Kameraperspektiven nicht ausgemerzt. Dafür ist die grafische Präsentation deutlich besser und sehr flüssig und kann sich auf der PS3 in HD sogar noch gerade so sehen lassen.

Fazit:

Shadow of the Colossus ist ein wirklich einzigartiges Spiel, dass jeder zumindest einmal ausprobiert haben sollte. Es bietet auf seine Art ein wirklich einzigartiges Abenteuer. Auch hier wird es sicherlich genug Menschen geben, die mit dem Spiel aufgrund von Aufmachung und Umfang nicht warm werden. Alle anderen erleben allerdings ein wahrlich gutes Spiel abseits des Gewohnten Spieleallerlei. 4 -5 Sterne

80
ICO & Shadow of the Colossus im Test

Fazit und Wertung von Redaktion PlayCentral

Gesamtfazit


Spätestens nach dem ersten Fazit sollte die Tendenz dieses Artikels bereits klar gewesen sein. Die beiden Spiele sind einzigartig und zurecht Klassiker auf Sonys Konsole. Wer bis jetzt nicht die Zeit hatte sich mit den beiden Spielen zu beschäftigen, der sollte dies im eigenen Interesse nachholen. Wir sind zumindest auch nach all den Jahren immer noch ordentlich begeistert!

 

 

 

Pro

+Weniger ist hier wirklich mehr (Präsentation)
+Emotionale Bindungen der Protagonisten auch an den Spieler
+Beide Spielemechniken Zeitlos
+Shadow of the Colossus optisch immer noch akzeptabel

Contra

-ICO optisch nicht mehr ganz am Zahn der Zeit
-Defizite wie Kameraführung oder Steuerung wurden nicht optimiert

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