PLAYCENTRAL TESTS Goat Simulator

Goat Simulator: Auf die Ziege gekommen

Von Patrik Hasberg - Test vom 31.03.2014 18:40 Uhr

Absurd, komisch, skurril aber verdammt unterhaltsam. Entwickler Coffee Stain Studios hat tatsächlich Wort gehalten und mit dem Goat Simulator ein absolut verrücktes Spiel veröffentlicht, das eigentlich nie das Licht der Welt hätte erblicken sollen. Gemeinsam mit einer Ziege machen wir eine Kleinstadt unsicher und vollführen dabei so manchen halsbrecherischen Stunt – määhhh!

Skurriler Ziegenspaß

Glücklich und zufrieden laufen wir auf unseren vier Hufen über eine saftig grüne Blumenwiese und erfreuen uns am Leben – in unserem Fokus befindet sich bereits eine aufgebrachte Meute, die erbost gegen „penisförmiges Obst“ demonstriert. Der geneigte Leser hält uns nun wahrscheinlich für bekloppt und schlägt verständnislos mit der flachen Hand gegen die Stirn. Zugegeben, im Vorfeld muss ein wenig Aufklärungsarbeit unsererseits geleistet werden.

Wir haben nämlich gerade zum ersten Mal den sogenannten „Goat Simulator“, also auf Deutsch den Ziegensimulator gestartet und fühlen uns ein wenig wie ein Elefant in einem Porzellanladen, bzw. in unsere unbedarfte Kindheit zurückversetzt. Wie der Titel bereits unmissverständlich suggeriert, steuern wir eine Ziege und dürfen mit ihr eine kleine, frei begehbare Welt unsicher machen und Punkte sammeln. Das Spielprinzip erinnert dabei ein wenig an die Tony Hawk’s Pro Skater-Reihe, allerdings verdienen wir uns die Punkte für unser virtuelles Konto nicht durch bestimmte Skateboard-Stunts, sondern durch die verrücktesten und halsbrecherischsten Aktionen. Hier stürmen wir eine Garten-Party und nehmen die hilflosen dort Anwesenden auf die Hörner, dort springen wir filmreif vor einen LKW.

Unser Redakteur Patrik hat ein Let's Play des Goat Simulators für euch am Start:

 

Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube.com anzuzeigen

Woanders lassen wir alternativ eine Tankstelle in einer riesigen Explosion verschwinden, durch die wir hunderte Meter in die Luft geschleudert werden, noch mehr Punkte verdienen, und mehr schlecht als recht auf einem großen Feld landen, auf dem wir von einem illegalen Rennfahrer zurück in die benachbarte Kleinstadt katapultiert werden. Nach einem leisen „Määhh“ stehen wir wieder auf allen vieren, als wäre nichts passiert – Ziegen können so zäh sein!

Wer nun als Tierschützer wild und gestenreich protestieren möchte, den können wir an dieser Stelle beruhigen. Der Ziege geht es zu jedem Moment bestens – Blut oder Schmerzensschreie gibt es nicht, auch wenn wir als Spieler manchmal schmerzverzerrt unser Gesicht zu einer Grimasse verziehen. So schmerzhaft die Stunts auch aussehen mögen, so lustig und unterhaltsam sind sie auf der anderen Seite. Zudem haben wir noch einige spezielle Tastenbelegungen im Petto. So können wir beispielshalber mit der „Lick-Fähigkeit“ alle möglichen Gegenstände in der Spielwelt anlecken. Der Witz dabei: Diese bleiben an der Ziegenzunge kleben und lassen sich munter durch die Stadt tragen, was zu den verrücktesten Bildern führt. Mit der rechten Maustaste dürfen wir zudem in Kombination mit den WASD-Tasten die wildesten Stunts in der Luft ausführen, wem das alles zu schnell geht, der schaltet einfach bequem in den extrem coolen Zeitlupen-Modus.

Selbstverständlich dürfen in einem Spiel, das sich so wenig ernst nimmt wie der Goat Simulator, auch diverse Eastereggs auf keinen Fall fehlen. Besonders schwer zu finden sind diese zwar nicht, lassen aber selbst einen gestandenen Spieleredakteur wieder zu einem kleinen Kind werden. Wir wollen allerdings nicht zu viel verraten und raten euch nur, einfach alles auszuprobieren. Denn zu verrückt gibt es in diesem Spiel nicht.
Nun aber noch kurz zu dem Hintergrund des Ziegensimulators. Wie kommt man eigentlich dazu solch einen Titel zu programmieren?

Armin Ibrisagic wagte zunächst im Unreal Development Kit (UDK) erste Schritte und packte schlussendlich einfach eine Ziege in seine Testwelt. Von der Alpha-Version fertigte er kurzerhand einige Videos an und lud diese auf YouTube hoch – mit großem Anklang. Aus dem ursprünglichen Projekt, das eigentlich nicht als richtiges Spiel des Entwicklers Coffee Stain Studios veröffentlicht werden sollte, entstand der Goat Simulator, der ab dem 1. April 2014 für 10 Euro auf Steam zu haben sein wird.

Hier geht es zum Fazit

Goat Simulator im Test

Fazit und Wertung von Patrik Hasberg

Eines vorweg: Man kann den Goat Simulator unmöglich in eine bestimmte Kategorie zwängen. Ist das Spiel deswegen schlecht? In keinem Fall, schließlich konnte es mich für einige Zeit fantastisch unterhalten und fast pausenlos zum Lachen bringen. So unglaublich komisch sind einfach die Bewegungen, Verrenkungen und Stunts der Ziege. Klar, das Spiel ist nicht fehlerfrei. Es gibt sogar reichlich Fehler, Bugs und Glitches, die aber in diesem seltenen Fall tatsächlich zum Gameplay passen, das gesamte Geschehen noch unterhaltsamer machen und auf eine ganz eigene Ebene heben. Bitte nicht falsch verstehen, der Goat Simulator läuft absolut stabil und stürzte während des Tests nicht ein einziges Mal ab. Auf die Stabilität legt der Entwickler großen Wert. Andere Fehler im Spiel sollen ausdrücklich weiter bestehen bleiben und nicht behoben werden. Lohnt sich nun also ein Kauf?

Wer die eine oder andere unterhaltsame Stunde erwartet, der wird mit dem Goat Simulator voll auf seine Kosten kommen. Wer mit allzu viel Ernst an die Sache rangeht und mit Fehlern in einem Spiel nicht leben kann, der sollte ganz klar die Finger von dem Ziegenspiel lassen. Ich hatte jedenfalls eine Menge Spaß und werde nun noch versuchen, den Highscore zu knacken.

Pro

+unterhaltsam und absolut verrückt

Contra

-Fehler, die aber im Spiel bleiben werden und dem Gameplay zuträglich sind
-recht hoher Preis
Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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