PLAYCENTRAL TEST Final Fantasy 7 Remake

Final Fantasy 7 Remake im Test: Umwerfende Neuinszenierung eines Gaming-Meilensteins

Von Daniel Busch - Test vom 06.04.2020 12:00 Uhr
© Square Enix

Das neue Kampfsystem im Check

Die größte Neuerung im Vergleich zum Original dürfte ohne Zweifel das Kampfsystem darstellen. Um Clouds Abenteuer in die heutige Zeit zu verfrachten, hat sich Square Enix ein neues, immersiveres Kampfsystem einfallen lassen – ohne jedoch die Wurzeln des Originals zu vergessen. Wie schon im „Ur-FF7“ dreht sich in den Gefechten alles um ATB. Auf Knopfdruck könnt ihr die Gegner mit Standardangriffen malträtieren, das bringt jedoch nicht sonderlichen Schaden. Vielmehr wird dies genutzt, um die ATB-Leiste aufzuladen. Die Leiste ist in zwei Balken unterteilt und sobald mindestens einer der Balken voll ist, lässt sich der Kampf über ein Kommando-Menü erst so richtig vorantreiben.

© Square Enix

Während ihr für die Kosten von ATB-Balken Aktionen wie Spezialangriffe oder Zauber auswählt, ist das Kampfgeschehen stark verlangsamt. So wird euch Zeit gegeben, euch für die richtige Taktik in der Situation zu entscheiden. Möchtet ihr lieber einen gerade nötigen Trank nutzen, damit Cloud nicht K.O. geht oder doch lieber auf Risiko setzen und seinen Mutangriff für einen hoffentlich letzten Angriff nutzen, der den Gegner doch noch auf die Bretter schickt? Die taktische Komponente ist trotz des Echtzeit-Kampfes nicht zu unterschätzen, denn eine weitere Aktion lässt sich erst dann erneut auswählen, sobald ein ATB-Balken wieder gefüllt ist. Simples Button-Smashing hilft auf Dauer also nicht weiter, speziell auf höheren Schwierigkeitsgraden oder bei Bosskämpfen.

Spezialattacken lassen sich übrigens auch bequem über Button-Shortcuts aktivieren, ohne das Kommando-Menü aufzurufen. Das spart Zeit und lässt die Kämpfe nochmals immersiver erscheinen.

Natürlich dürfen in „Final Fantasy 7 Remake“ die Materia nicht fehlen, die im Remake eine Rückkehr feiern. Beschwörungen dürft ihr ebenfalls in den Kampf schicken. Dafür gibt es eine eigene Beschwörungsleiste in speziellen Kämpfen, die vorgibt, wann ihr Ilfrit, Shiva oder einen anderen Esper ins Gefecht loslassen dürft. Der starke Kumpan kämpft eine Weile an eurer Seite und lässt sich mit Kommandos befehligen, bevor er nach abgelaufener Beschwörungszeit zu einem mächtigen Spezialschlag ansetzt.

© Square Enix

Jeder Gefährte ist einzigartig

Cloud eignet sich dank seiner Schwertfertigkeiten vor allem für den Nahkampf. Solltet ihr aber doch auf Gegner treffen, die sich in der Luft heimisch fühlen, kann Barret getrost mit seiner Wumme Kleinholz aus ihnen machen. Während Kämpfen könnt ihr zwischen den Gruppenmitgliedern wechseln oder ihnen über das Befehlsmenü Kommandos geben. Damit lässt sich je nach Situation der passende Vorteil ausspielen. Darüber hinaus kann Aerith mit ihrer Magie helfen oder Tifa ihre Fäuste schwingen. Außerhalb von Kämpfen steuert ihr stehts den für die Story bestimmten Charakter – das muss nicht immer Cloud sein.

Kampfsystem bietet hervorragende Balance zwischen Neu und Alt

Ich persönlich habe kurz vor dem Remake das Original nochmal gespielt und muss sagen, dass ich trotz aller Nostalgie und rundenbasierter Strategie das actionreiche Kampfsystem des Remakes liebe. Square Enix hat sich bemüht einen Mix aus immersiven Action-Kampfeinlagen und dem Strategie-Gefühl aus dem Original zu schaffen. Und ich muss sagen, dass diese Balance hervorragend gelungen ist. Von allen Final Fantasy-Teilen gefällt mir das neue Kampfsystem aus „Final Fantasy 7 Remake“ am meisten.

© Square Enix

Das ATB-System greift gut mit dem Echtzeit-Kampfansatz und den Kommandos ineinander. Es macht Spaß, mit Cloud Schwerthieb für Schwerthieb auszuteilen und die verschiedenen Kampf-Möglichkeiten zu nutzen. Für Square Enix war es keine leichte Aufgabe, das Kampfgeschehen frisch zu gestalten, ohne den Fans des Klassikers komplett vor den Kopf zu stoßen. Das Kampfsystem zeigt sich leicht eingängig und bietet doch strategische Tiefe, ohne dabei die kurzweilige Action zu verlieren. Square Enix ist also ein guter Kompromiss gelungen. Das war aber noch nicht alles …

Wer’s lieber klassisch mag

Für Nostalgiker oder generell Fans des Kampfsystems aus dem „Original-FF7“ hat Square Enix zusätzlich den so genannten Classic Mode dazugepackt. Damit hat der Publisher auf kritische Community-Stimmen gehört, die sich mit dem actionreichen Kampfsystem nicht anfreunden können. Der Classic Mode lässt sich als alternativer Schwierigkeitsgrad anwählen und ermöglicht es, dass ihr euch ganz und gar den Kommandos widmen könnt. Cloud und Co. greifen die Gegner automatisch mit Standardattacken an. Mit anderen Worten: Die ATB-Leiste füllt sich kontinuierlich wie im Original.

Auf Knopfdruck könnt ihr dann wir gehabt Fertigkeiten oder Gegenstände nutzen. Wer spontan doch eigenhändig ins Kampfgeschehen eingreifen möchte, kann dann ganz ohne Unterbrechung selbst wieder die volle Kontrolle des Charakters übernehmen. Der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe bewegt sich im Classic Mode ausschließlich auf dem leichten Niveau.

Es ist immer eine gute Sache, wenn ein Entwickler auf die Fans hört und einen der Grundpfeiler des Spiels um eine Alternative erweitert. Somit können auch diejenigen getrost ein Auge auf „Final Fantasy 7 Remake“ werfen, die das Kampfsystem des Originals nicht missen möchten.

© Square Enix

Final Fantasy 7 Remake ist eine wahre Augenweide

Zur Grafik von „Final Fantasy 7 Remake“ lässt sich nur eines sagen: Wow, einfach Bombe! Hätten wir jemals erwartet, Cloud und Co. in so schöner Pracht nochmals wieder zu sehen und ihm durch eine derart aufwendig inszenierte und packend erzählte Handlung zu begleiten? Dabei ist es nicht allein das visuelle Make-over an sich, das dank Unreal Engine 4 möglich gemacht wurde und mich so begeistert – es sind zudem die Details. Der Wallmarkt strotzt nur so vor Detailreichtum, an jeder Ecke ist etwas los. Noch nie war Midgar so lebendig. Jeder NPC hat sogar etwas zu sagen, sobald ihr euch ihm nähert. Dasselbe gilt auch für die Slums, die vor Lebensfreude schier überschwemmen.

Negativ aufgefallen sind mir höchstens ab und zu unscharfe Bodentexturen in den Slums. Das stört das Gesamtbild jedoch nicht merklich. Zudem könnten so einige NPCs besser designt sein, manche Bewohner wirken vom Detailgrad dann doch eher blass.

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