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Final Fantasy 7 Remake im Test: Umwerfende Neuinszenierung eines Gaming-Meilensteins

Von Daniel Busch - News vom 06.04.2020 12:00 Uhr
© Square Enix

Die Rollenspielreihe Final Fantasy besticht durch zahlreiche phänomenale Ableger, die bis heute Kultstatus bei den Fans genießen – allem voran Final Fantasy 7. Das im Jahr 1997 für die erste PlayStation veröffentlichte JRPG-Epos gilt dank spannend erzählter Story, charismatischer Charaktere und einer besonderen Atmosphäre als Meilenstein der Videospielgeschichte. Das zeigt sich auch in den Verkaufszahlen: „Final Fantasy 7“ ist der bis dato erfolgreichste Ableger der gesamten Reihe. Bis heute verkaufte sich das Spiel weltweit über 12 Millionen Mal.

© Square Enix

Nun will Square Enix dieses Stück Videospielgeschichte in die heutige Zeit verfrachten und bringt das langersehnte Remake endlich auf den Markt. Klobige Charakter-Polygone und rundenbasierte Kämpfe weichen dabei inszenatorisch beeindruckender Grafikpracht und actionreichem Echtzeit-Kampfsystem. Inwieweit Square Enix das Remake zu Final Fantasy 7 Remake gelungen ist, klären wir in diesem Test.

Lang nicht gesehen, Midgar. Du bist aber groß geworden!

„Final Fantasy 7 Remake“ umfasst erstmal nur einen Teil des Originals. Wir bekommen also den ersten von mehreren Parts. Square Enix sagte bereits im Vorfeld, dass wir uns ausschließlich in der Metropole Midgar bewegen und den Rest Gaias erst in späteren Parts erkunden. Wer jetzt aber Angst bekommt, nur ein kurzes Abenteuer auf den beiden Spieldiscs vorzufinden, den können wir getrost beruhigen.

© Square Enix

Uns erwartet nämlich trotz allem ein vollwertiges Rollenspiel in der Länge eines normalen Final Fantasy-Soloabenteuers. Zum Vergleich: Der Midgar-Part im Original ist rund 5 oder 6 Stunden lang. Im Remake bewegen wir uns zwischen 40 und 60 Stunden durch die Metropole (je nach eurem eigenen Spielstil). Das erlaubt dafür, die Umgebung, die Geschichte und vor allem die Charaktere besser kennen zu lernen.

Wie im Original kämpfen wir als Ex-Soldat Cloud Strife mit der Widerstandsgruppe Avalanche gegen den skrupellosen Mega-Konzern Shinra, der die Lebenskraft des Planeten – das Mako – aussaugt. Direkt der Anfang des Remakes beginnt originalgetreu mit dem Anschlag auf den Mako-Reaktor 1.

© Square Enix

Erweiterte Handlung, die selbst Kenners des Originals Überraschungen bietet

Im Kern folgen wir in „Final Fantasy 7 Remake“ den Geschehnissen des Originals. Schnell wird jedoch ersichtlich, wo die zusätzlichen Spielstunden verbracht werden: nämlich in erweiterten Story-Abschnitten und noch nie vorher besuchten Orten. Gerade dort können sich Geschichte und Charaktere mehr entfalten. So folgen wir Cloud nach der Zerstörung des ersten Mako-Reaktors auf einer von Trümmern gesäumten Straße. Die zu hörenden Stimmen der verängstigten Bevölkerung zeigen hervorragend eine andere Perspektive der Geschehnisse auf und verbinden die Taten von Avalanche mit einem eher bitteren Beigeschmack. Wenig später wird Cloud zudem von vermummten, geisterhaften Gestalten umringt. Eines der neuen Elemente in der überarbeiteten Handlung. Dementsprechend dürfen sich auch Kenner des Originals noch auf einige Überraschungen gefasst machen.

© Square Enix

Während die Dialoge aufgrund von Hardware-Limitationen der Ur-PlayStation ausschließlich in Textform erfolgten, nahmen die Skripter für das Remake die Chance wahr, der Geschichte durch zusätzliche und gesprochene Dialoge mehr Ausdruck zu verleihen. So begegnen wir weiteren Facetten der bereits lieb gewonnen Charaktere. Die deutsche Synchronisation erweist sich dabei als hochwertig umgesetzt und glänzt mit einem durchweg gut besetzten Cast. Besonderes Schmankerl: Barret besitzt den gleichen Sprecher wie Kratos, nämlich Tobias Brecklinghaus. Wahlweise lässt sich aber natürlich mit englischen Stimmen spielen.

Der Umfang ist ein zweischneidiges Schwert

Mehr Umfang ist für Fans des Originals ein Segen – könnte man meinen. Tatsächlich nehme ich persönlich sehr viele der überarbeiteten oder neuen Szenen sehr willkommen auf. Clouds Charakter bekommt durch weitere Flashbacks oder Dialoge mit seinen Gefährten mehr Charaktertiefe. Etwas, das im Original so nicht möglich war. Als Fan streife ich auch sehr gern durch Midgar und entdecke neue Ecken, die mir im Original verborgen blieben. Zum Beispiel geht es mit Jessie, Wedge und Biggs auf die Platte von Sektor 7 oder mit Barret in ein unterirdisches Shinra-Testgelände. Zudem gibt es verschiedene Kapitel des Spiels, in denen ihr wie in einem klassischen RPG verschiedene Aufträge von der Bevölkerung annehmt und ausführt.

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Dass ihr im Remake-Midgar über 40 Stunden verbringt, ist also keinesfalls untertrieben. Der erhöhte Umfang hat jedoch auch seine Schattenseiten. Diverse Stellen im Spiel – insbesondere Pfade, die ihr zurücklegt, um den nächsten Ort zu erreichen – fühlen sich unnötig langgestreckt an. Das erweckt den Eindruck, als wolle man damit ganz pragmatisch die Spielzeit in die Länge ziehen. Leider bergen diese „Filler“-Bereiche ein wachsendes Maß an Langeweile und man ist froh, wenn der nächste Checkpoint endlich erreicht ist, der die nächste Story-Cutscene triggert. Gerne hätte ich stattdessen mehr weitläufigere Bereiche gesehen.

Davon gibt es nämlich nur eine Hand voll, allem voran die Slums von Sektor 5 und 7 sowie der detailreich gestaltete Wallmarkt. Ansonsten sind es meist vorgegebene Wege, die ihr ablauft. Das schränkt den Entdeckungsdrang ziemlich ein.

Damit wird schnell ersichtlich: „Final Fantasy 7 Remake“ ist eher ein Story-orientiertes Spiel und damit überhaupt nicht mit Final Fantasy 15 und seiner Open World zu vergleichen.

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