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Allgemein: Entwickler fordert mehr soziale Gerechtigkeit in Spielen

Von Redaktion PlayCentral - News vom 23.03.2014 17:57 Uhr

Manveer Heir, seines Zeichens einer der Entwickler von Mass Effect, hat während der GDC 2014 eine Rede darüber gehalten, dass die soziale Gerechtigkeit in Videospielen zu kurz komme. Das soll einen schlechten Einfluss auf die Denkweise der Spieler haben. Er appelliert an die Entwickler, dass sie in ihren Spielen mehr auf die Probleme der Gesellschaft eingehen sollen.

Eine Stunde lang ging die Rede von Manveer Heir auf der Games Developer Conference, für welche er am Ende Standing Ovations und zwei Minuten lang anhaltenden Applaus bekommen hat. Diese Rede hat der Mass Effect-Entwickler der sozialen Ungerechtigkeit in Videospielen gewidmet, zur Sprache kamen Themen wie Frauenfeindlichkeit, Rassismus oder Diskriminierung gegenüber Alten, Behinderten und Homosexuellen.

Laut Heir soll dieses Problem besonders bei den westlichen Spielen auftauchen, in welchen man kaum eine Frau, oder gar einen homosexuellen Charakter als Hauptrolle sieht. Dies habe zur Folge, dass die Denkweise der Spieler negativ beeinflusst wird und besonders bei Kindern ein verzerrtes Weltbild erschaffen könnte.

„Diese negativen Stereotypen beeinflussen die Identität des einzelnen Individuums in diesen Gruppen. Sie beeinflussen die Art wie die Leute denken und wie sie Leute in der realen Welt behandeln und sie halten die soziale Ungerechtigkeit aufrecht, die in den verschiedenen Gruppierungen auftreten.“

Auch ist er der Meinung, dass die Studien, welche belegen, dass Games mit weiblichen Protagonisten nicht so erfolgreich wären, nicht dafür geeignet sind, um daraus irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Sobald ein Game einen weiblichen Hauptcharakter hat, wird weniger Geld für die Entwicklung und für das Marketing ausgegeben, weswegen zwangsläufig schlechtere Verkaufszahlen zu verzeichnen sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Remember Me. Laut dem Creative Director war es alles andere als leicht, einen Publisher für das Game zu finden. Viele wollten es nicht veröffentlichen, da sie von vornherein der Meinung waren, dass sich das Spiel nicht verkaufen würde. Sie alle forderten einen männlichen Protagonisten.

„Wir müssen damit aufhören die Realität als Ausrede zu benutzen, besonders wenn die meisten unserer Spiele Fantasy-Games sind und nicht historisch korrekt, weswegen die Frage ist, warum der Realismus so einen großen Sinn für unsere Spiele machen sollte. Wenn der Realismus in den Spielen schon eine Rolle spielen soll, dann müssen wir dafür sorgen, dass dadurch nicht noch mehr Probleme entstehen.“

Ein gutes Beispiel dafür wäre, laut Heir, Assassins Creed: Liberation oder das Indie-Spiel Papers, Please. Besonders beim letztgenannten Spiel werden einem die Augen geöffnet, wenn man als Grenzkontrolleur bestimmen muss, ob Immigranten in den fiktiven Staat einwandern dürfen oder nicht.

„Das Spiel hat mich die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen lassen. Auch wenn ich es am Anfang nicht wollte, so habe ich am Ende doch die Leute nach ihrer Ethik eingeteilt. Es hat mir gezeigt, wie das System und die Regeln im Spiel diese Überzeugungen bekräftigen. Am Ende von Papers, Please habe ich mich ein wenig dafür gehasst, wie ich es gespielt habe.“

Er ist allerdings auch der Meinung, dass man den Spieler nicht bestrafen muss, um auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Ein schwuler Soldat könne beispielsweise daran arbeiten, das Vertrauen und die Akzeptanz der Einheit zu verdienen, um den Zusammenhalt und die Truppenstärke zu steigern.

Die Entwickler müssen verstehen, dass es Probleme gibt, die man der Welt mitteilen muss. Man muss sich Gehör dafür verschaffen und hartnäckig sein, um so auch die Spieler zu erreichen und den negativen Einfluss zu beenden.

„Ich möchte das in Indie-Spielen, AAA-Games und auch in Mobile-Games sehen. In allen Arten von Spielen, die man sich vorstellen kann, auch bei Brettspielen oder Pen-and-Paper-Games. Ich möchte, dass wir als Industrie aufhören, so ängstlich gegenüber solchen Themen zu sein. Wenn wir das schaffen, dann bin ich zuversichtlich, dass die Zielgruppe nachzieht und diese Themen akzeptiert.“

Hat Heir Recht und sollten solche Probleme wirklich offen angesprochen werden, oder macht die Spielindustrie alles richtig, indem so etwas weiterhin verschwiegen wird? Was ist eure Meinung dazu?

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