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Corsair HS80 v2 MAX im Test: Bequem, ausdauernd und überraschend gut

In den vergangenen Monaten war das Corsair Virtuoso Max mein täglicher Begleiter. Ich nutze es zum Spielen, für Gespräche und beim Arbeiten und habe mich dabei vor allem an seine aktive Geräuschunterdrückung gewöhnt. Wenn die eingeschaltet ist, bekomme ich selbst von der Türklingel manchmal nichts mehr mit. Für die Ruhe ist das großartig. Für Pakete eher nicht.

Jetzt liegt mit dem HS80 v2 MAX Wireless ein neues Corsair-Headset auf meinem Schreibtisch. Es kostet mit 199,99 Euro UVP deutlich weniger und tritt die Nachfolge des HS80 Max an, das ich ebenfalls schon getestet habe. Auf ANC muss ich beim neuen Modell verzichten. Dafür verspricht Corsair neue 50-mm-Treiber, ein verbessertes Mikrofon und bis zu 110 Stunden Akkulaufzeit über die 2,4-GHz-Verbindung. Dass ich es bislang kaum laden musste, ist schon mal ein guter Anfang. Ob es tatsächlich 110 Stunden durchhält, sage ich euch nach 110 Stunden.

In diesem Test schaue ich mir an, wie gut sich das HS80 v2 MAX beim Spielen und in meinem Arbeitsalltag schlägt. Das Virtuoso Max dient mir dabei als vertrauter Vergleich: Wie sehr fehlt mir das ANC und wo gefällt mir das günstigere HS80 vielleicht sogar besser?

Hinweis: Das HS80 v2 MAX Wireless wurde uns von Corsair vor der Veröffentlichung für diesen Test zur Verfügung gestellt. Eine Verpflichtung zur positiven Berichterstattung bestand nicht.

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Technische Daten im Überblick

MerkmalCorsair HS80 v2 MAX Wireless
BauweiseKabelloses Over-Ear-Headset
Treiber50 mm, Verbundmembran mit nicht newtonschen Eigenschaften
Frequenzbereich20 Hz bis 20 kHz
Mikrofon10-mm-Kapsel mit Popfilter, durch Hochklappen stummschaltbar
Verbindung2,4-GHz-Funk und Bluetooth, gleichzeitig nutzbar
Räumlicher KlangDolby Atmos am PC, Dolby-Access-App erforderlich
Akkulaufzeit laut HerstellerBis zu 110 Stunden über 2,4 GHz oder 130 Stunden über Bluetooth bei ausgeschalteter RGB-Beleuchtung
Schnellladen15 Minuten Laden für bis zu 6 Stunden Nutzung laut Hersteller
KompatibilitätPC, Mac, PlayStation, Nintendo Switch und Mobilgeräte
Gewicht370 g
Abmessungen200 × 97 × 183 mm
SoftwareCorsair iCUE für Equalizer, Klangprofile und RGB-Beleuchtung
UVP199,99 Euro

Die Akkuangaben gelten laut Corsair bei 50 Prozent Lautstärke. Mit eingeschalteter RGB-Beleuchtung nennt der Hersteller bis zu 65 Stunden über 2,4 GHz beziehungsweise 80 Stunden über Bluetooth. NVIDIA Broadcast setzt eine kompatible GeForce-RTX-Grafikkarte voraus.

Bekannte Form, angenehmer Sitz

Beim Aufsetzen fühlt sich das HS80 v2 MAX sofort vertraut an. Vielleicht ist es für mich auch ein bisschen wie Nachhausekommen: Schon das frühere HS80 habe ich lange Zeit täglich bei der Arbeit genutzt. Corsair bleibt beim schwebenden Kopfband und bei den mit Stoff bezogenen Ohrpolstern aus Memory-Schaum. Das Band passt sich beim Aufsetzen meinem Kopf an; eine zusätzliche Verstellmöglichkeit gibt es nicht.

Im direkten Vergleich trägt sich das HS80 v2 MAX für mich etwas angenehmer als mein Virtuoso Max, obwohl beide Headsets mit rund 370 Gramm praktisch gleich schwer sind. Das Kopfband verteilt das Gewicht für mein Empfinden besser, und die Ohrpolster sitzen bequem. Auch der Rahmen und die Übergänge zwischen den Materialien fühlen sich bei meinem Testgerät solide an.

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Auf die aktive Geräuschunterdrückung des Virtuoso Max muss ich allerdings verzichten. Die Ohrpolster des HS80 v2 MAX schirmen Umgebungsgeräusche recht gut ab, doch die Ruhe mit eingeschaltetem ANC vermisse ich. Wie sich der Tragekomfort nach besonders langen Sitzungen entwickelt, möchte ich noch beobachten. Bislang gehört er für mich zu den Stärken des Headsets.

Die Bedienung ist übersichtlich: An der Rückseite der linken Ohrmuschel sitzen der Ein- und Ausschalter und darunter das Lautstärkerad. Der USB-C-Anschluss zum Laden befindet sich an der Unterseite, rechts gibt es eine Bluetooth-Taste. Zum Stummschalten klappe ich den Mikrofonarm hoch.

Bedienung linke Ohrmuschel

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Bedienung rechte Ohrmuschel

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Stabile Verbindung bis in die Küche

Mein Virtuoso Max verlor auf dem Weg in die Küche regelmäßig die Verbindung. Mit dem HS80 v2 MAX kann ich mich dort bislang ohne Aussetzer bewegen. Erst im Keller wird der Empfang schlechter, bevor die Verbindung schließlich abbricht. Für mich macht sich das vor allem beim Musikhören bemerkbar. Ich behalte das Headset auch gerne mal beim Kochen auf und im hinteren Teil der Küche brach die Verbindung zum Virtuoso Max bisher immer ab. Mit dem HS80 v2 MAX läuft die Musik dort weiter.

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Neben der 2,4-GHz-Verbindung über den USB-Empfänger unterstützt das HS80 v2 MAX Bluetooth. Beide Verbindungen lassen sich gleichzeitig nutzen, etwa für Spielton vom PC und einen Anruf auf dem Smartphone. Corsair nennt PC, Mac, PlayStation, Nintendo Switch und Mobilgeräte als kompatible Plattformen.

Wie klingt das HS80 v2 MAX?

Corsair hat dem HS80 v2 MAX neue 50-mm-Treiber spendiert. Deren Membran soll nach lauten Geräuschen schneller zur Ruhe kommen, damit leisere Töne nicht untergehen. Im Spiel könnten dadurch etwa Schritte kurz nach einer Explosion besser hörbar sein. Ob das gegenüber dem früheren HS80 Max tatsächlich einen Unterschied macht, kann ich aktuell noch nicht fair beurteilen.

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Mein erster Höreindruck ist jedenfalls überraschend gut. Das HS80 v2 MAX macht auch bei Musik Spaß und klingt für mich keineswegs nach einem deutlichen Rückschritt gegenüber meinem teureren Virtuoso Max. Wie gut sich einzelne Geräusche in Spielen orten lassen, schaue ich mir noch genauer an. Auf dem PC steht dafür auch Dolby Atmos über die Dolby-Access-App zur Verfügung.

Mikrofon: Klarer, als ich erwartet hatte

Für den Mikrofontest habe ich meine Stimme mit Audacity aufgenommen und war vom Ergebnis positiv überrascht. Die Aufnahme klingt klar und natürlich, ohne das blecherne Klangbild oder das hörbare Grundrauschen, das mich bei vielen anderen Gaming-Headsets stört. An ein gutes Kondensatormikrofon kommt das HS80 v2 MAX wenig überraschend dennoch nicht heran. Für eigene Audioaufnahmen würde ich es daher nicht einsetzen, für Gespräche und die Kommunikation beim Spielen reicht die Qualität aber völlig aus. Und selbst für Podcasts könnte es für die meisten absolut ausreichend sein.

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Corsair verbaut eine 10-mm-Mikrofonkapsel mit Popfilter. Zum Stummschalten klappe ich den Mikrofonarm einfach hoch. Komplett abnehmen lässt sich das Mikrofon allerdings nicht. Zusätzlich lässt sich auf einem PC mit kompatibler GeForce-RTX-Grafikkarte NVIDIA Broadcast nutzen, um etwa Tastatur- und Lüftergeräusche aus der Übertragung zu filtern.

Akku: Laden gerät schnell in Vergessenheit

Seit ich das HS80 v2 MAX nutze, habe ich es meines Wissens erst einmal kurz geladen. Einen vollständigen Ladezyklus habe ich noch nicht gemessen, aber im Alltag macht der Akku bislang einen ausgesprochen ausdauernden Eindruck.

Corsair nennt bis zu 110 Stunden über 2,4 GHz oder 130 Stunden über Bluetooth. Dafür müssen die RGB-Leuchten ausgeschaltet sein; gemessen wurde bei 50 Prozent Lautstärke. Mit Beleuchtung sinken die Angaben auf 65 beziehungsweise 80 Stunden. Und falls der Akku doch einmal leer ist, sollen 15 Minuten am Ladekabel für bis zu sechs weitere Stunden reichen. Ob mein HS80 die versprochenen 110 Stunden tatsächlich erreicht, kann ich nach der bisherigen Nutzung noch nicht sagen. In jedem Fall hält es schon ziemlich lange durch und war nach der kurzen einmaligen Ladepause fast wieder komplett aufgeladen.

Einstellungen über iCUE

Das HS80 v2 MAX ist vollständig in Corsairs iCUE-Software eingebunden. Dort sehe ich unter anderem den Akkustand und kann die RGB-Beleuchtung, die Mikrofonverstärkung und weitere Geräteeinstellungen anpassen. Für den Klang stehen Equalizer-Profile und eigene Einstellungen zur Verfügung. Außerdem kann ich hier einstellen, ob die Akkuanzeige auch in meiner Task-Leiste angezeigt werden soll. Ein schönes kleines Features, das ich nicht missen möchte.

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Das gefällt mir: Einige neuere Corsair-Geräte werden über den Web Hub verwaltet, mit dem ich mich nie so richtig anfreunden konnte. iCUE funktioniert bei mir mittlerweile gut, und ich habe die Einstellungen für mein Headset lieber an diesem vertrauten Ort. Wer eine kompatible GeForce-RTX-Grafikkarte besitzt, kann darüber außerdem die Funktionen von NVIDIA Broadcast nutzen.

Bildquelle: Patrik Hasberg / PlayCentral.de

Preis und Einordnung

Das HS80 v2 MAX startet für 199,99 Euro. Sein Vorgänger, das HS80 Max, habe ich bereits getestet: Der kostete zum Start 189,99 Euro und war damit nur 10 Euro günstiger. Inzwischen ist er bei Corsair für 159,99 Euro erhältlich. Wer zwischen beiden Modellen schwankt, zahlt für das neue Headset derzeit also rund 40 Euro mehr.

Dafür bekomme ich mit dem HS80 v2 MAX bislang vor allem einen angenehmen Sitz, eine stabilere Funkverbindung in meiner Wohnung und ein überraschend gutes Mikrofon. Das deutlich teurere Virtuoso Max bleibt für mich ein persönlicher Vergleichspunkt: Es war bisher mein tägliches Headset und bietet unter anderem aktive Geräuschunterdrückung. Ob ich auf Dauer zum HS80 v2 MAX wechsle, muss der weitere Alltagstest zeigen.

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Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.

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