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Streaming-Zahlen: „Fallout“ startet schwächer – der Grund liegt im Release-Modell

Die zweite Staffel von Fallout ist auf Prime Video mit deutlich geringeren Streaming-Zahlen gestartet als Staffel eins. Laut aktuellen Daten von Nielsen kam die Serie in der Woche vom 15. bis 21. Dezember 2025 auf 794 Millionen gestreamte Minuten.

Zum Vergleich: Der Staffelauftakt von 2024 erreichte noch 2,9 Milliarden Minuten und gilt bis heute als erfolgreichste Serienpremiere der Plattform. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein massiver Einbruch – doch die nackten Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte.

Wöchentliche Veröffentlichung statt Binge-Start

Der entscheidende Unterschied liegt im Veröffentlichungsmodell. Während Prime Video die erste Staffel von „Fallout“ komplett oder zumindest in mehreren Episoden gleichzeitig veröffentlichte, setzt Staffel zwei auf einen klassischen Wochenrhythmus. Zum Start am 16. Dezember erschien lediglich eine einzige Episode, nicht zwei oder drei, wie es der Streamingdienst bei anderen Serien häufig praktiziert.

Nielsen zufolge entfielen 54 Prozent der gesamten Sehdauer (rund 429 Millionen Minuten) allein auf diese neue Folge. Der Rest stammt aus Wiederholungsstreams der ersten Staffel, die bei den Nielsen-Auswertungen ebenfalls berücksichtigt werden. Die Zahlen deuten darauf hin, dass ein Mehr-Episoden-Start die Gesamtminuten deutlich nach oben getrieben hätte.

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Gesunder Start trotz geringerer Minuten

Trotz des Rückgangs gelten knapp 800 Millionen Minuten für eine einzelne Folge als starker Wert, insbesondere im Kontext eines wöchentlichen Releases. Der Vergleich mit Staffel eins ist daher nur bedingt aussagekräftig, da sich das Konsumverhalten der Zuschauer durch das neue Modell zwangsläufig verändert.

„Stranger Things“ weiter an der Spitze

Unangefochten auf Platz eins der Streaming-Charts bleibt Stranger Things. Die Serie kam im selben Zeitraum auf 2,38 Milliarden Minuten, was einem Rückgang von rund 21 Prozent zur Vorwoche entspricht. Der betrachtete Zeitraum war zugleich die letzte Woche, in der nur die erste Hälfte der finalen Staffel verfügbar war. Teil zwei erschien an Weihnachten, das große Serienfinale folgte an Silvester.

Weitere Gewinner der Woche

Auch andere Titel konnten starke Zahlen verbuchen. Landman auf Paramount+ setzte seinen positiven Trend fort und steigerte sich in der fünften Woche in Folge auf 1,61 Milliarden Minuten. Emily in Paris kehrte mit dem Start der fünften Staffel in die Charts zurück und erreichte 831 Millionen Minuten, leicht über dem Niveau der gesplitteten vierten Staffel aus dem Jahr 2024.

Im Filmbereich führte Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery erneut die Rangliste an. Der Krimi kam auf 1,1 Milliarden Minuten, ein moderater Rückgang von 16 Prozent gegenüber der Vorwoche. Dagegen endete die beeindruckende Serie von K-Pop Demon Hunters, die 26 Wochen in Folge in den Top 10 vertreten war – verdrängt durch die starke Konkurrenz der Weihnachtsfilme.

Einschränkungen der Daten

Wichtig: Die Nielsen-Zahlen erfassen ausschließlich US-Streams auf Fernsehgeräten. Abrufe auf Smartphones, Tablets oder Computern fließen ebenso wenig ein wie internationale Zuschauer. Die tatsächliche weltweite Reichweite dürfte daher deutlich höher liegen.

Der vermeintlich schwache Start von „Fallout“ Staffel zwei ist weniger ein Zeichen nachlassenden Interesses als vielmehr eine Folge der neuen Veröffentlichungsstrategie. Mit Blick auf den hohen Anteil der Premiere an den Gesamtzahlen dürfte sich die Serie über die kommenden Wochen hinweg stabil entwickeln – ganz im Sinne eines klassischen Serien-Event-Aufbaus.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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