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Rockstar in der Kritik – Ex-Mitarbeiter klagen über heimliche Überwachung

Die Ernüchterung bei Rockstar Games ist spürbar: Während das Studio einen ersten juristischen Etappensieg erringen konnte, wirft die Auseinandersetzung mit gekündigten Mitarbeitenden und der Gewerkschaft IWGB ein neues Schlaglicht auf umstrittene Praktiken hinter den Kulissen der GTA-6-Entwicklung.

Ein Gericht in Glasgow entschied am 8. Januar 2024, dass Rockstar keine Gehaltszahlungen an ehemalige Mitarbeiter leisten muss, gegen die derzeit ein Verfahren läuft. Dabei ging es jedoch wie üblich in der ersten Instanz lediglich um einen Antrag auf Zwischenentscheidung – das Hauptverfahren steht noch aus. Die Entscheidung wurde von Rockstar begrüßt, doch die Vorwürfe wiegen schwer: Berichten zufolge beobachtete das Studio sein eigenes Personal heimlich über Discord – und das nicht auf rechtlich sauberem Weg.

Vorwürfe des Ausspionierens und Täuschung

Was werfen die Gewerkschaft und Ex-Mitarbeitende Rockstar konkret vor? Das IWGB (Independent Workers’ Union of Great Britain) erhebt gravierende Anschuldigungen: Rockstar soll nicht nur ohne Wissen der Betroffenen Zugriff auf interne Discord-Kommunikation erlangt haben, sondern dabei auch ein Mitglied des Entwicklerteams imitiert haben, um an die Nachrichten der Mitarbeiter zu gelangen.

Diese Maßnahme betrachteten viele Beobachter als einen Eingriff in die Privatsphäre und mutmaßlich unrechtmäßiges Verhalten. Besonders brisant: Diese Vorgänge stehen offenbar im direkten Zusammenhang mit der Entlassung von Mitarbeitenden, die sich gewerkschaftlich engagierten oder Kritik an den Arbeitsbedingungen äußerten.

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Gericht erkennt fragwürdige Kündigungen – aber kein Urteil zur Gewerkschaftsfeindlichkeit

Wie bewertete das Gericht das Verhalten von Rockstar Games bislang? Laut dem Urteil konnte das Gericht bislang nicht den Schluss ziehen, dass die Kündigungen erfolgt seien, um eine gewerkschaftliche Organisation im Unternehmen zu unterdrücken. Allerdings wurde ausdrücklich vermerkt, dass einige der entlassenen Personen kaum Beiträge auf Discord verfasst hatten – was Zweifel an der Begründung der Kündigungen aufkommen lässt.

Besonders heikel: Obwohl sich Rockstar auf Aussagen zu internen Sicherheitsrisiken berief, konnte das Gericht keinen Nachweis erkennen, dass dem Studio ein konkreter Schaden durch die Discord-Nachrichten entstanden sei. Das ist ein strategisches Problem, sobald das Hauptverfahren eröffnet wird – denn dort liegt die Beweislast weit niedriger als beim Paukenschlag der Zwischenentscheidung.

Reaktionen der betroffenen Mitarbeiter

Wie äußern sich die entlassenen Entwickler zum bisherigen Prozessverlauf? Der Ton ist kämpferisch. In einem Statement, das IGN vorliegt, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter:

Wir werden weiterkämpfen, um unsere Namen reinzuwaschen, unsere Jobs zurückzubekommen und diese dunkle Episode hinter uns zu lassen.

Die Betroffenen zeigen sich solidarisch mit der IWGB und sehen ihren Fall als Symbol für Arbeitnehmerrechte in der Games-Branche – eine Branche, die in den letzten Jahren immer wieder durch Crunch-Kultur und mangelnden Arbeitsrechtsschutz für Schlagzeilen sorgte.

Rockstars Stellungnahme zur Entscheidung

Wie reagiert Rockstar Games auf die öffentlichen Vorwürfe? Das Studio äußerte sich nüchtern und betonte, man unterstütze die Entscheidung des Gerichts, die die eigene Linie bestätigt. In einem Statement gegenüber IGN heißt es:

Wir begrüßen die Entscheidung, die mit unserer Position während des gesamten Verfahrens übereinstimmt. Es ist bedauerlich, dass Entlassungen notwendig waren, aber wir stehen weiterhin hinter den Maßnahmen, die wir ergriffen haben.

Eine Entschuldigung für das vorgelagerte Ausspähen oder den Umgang mit gewerkschaftlicher Organisation lässt das Statement jedoch vermissen.

Ausblick auf das Hauptverfahren

Wie geht es im Rechtsstreit weiter? Das Verfahren befindet sich derzeit in der frühen Phase. Bei der nächsten Instanz dürfte es für Rockstar deutlich schwieriger werden, mit den bisherigen Argumenten durchzudringen, da die Anforderungen für ein endgültiges Urteil viel tiefer liegen.

Die Gewerkschaft IWGB kündigte an, optimistischer denn je in die weiteren Schritte zu gehen. Schließlich sei das Verhalten von Rockstar – vor allem das heimliche Durchleuchten privater Discord-Kanäle – im Lichte der britischen Arbeitsrechtsprechung kaum zu rechtfertigen. Sollte ein Verstoß gegen das Vereinigungsrecht nachgewiesen werden, drohen Rockstar empfindliche juristische Konsequenzen und Imageschäden.

Was bedeutet das für GTA 6?

Könnte der rechtliche Konflikt die Entwicklung von GTA 6 beeinflussen? Zwar äußerte sich das Studio selbst nicht zu möglichen Verzögerungen, jedoch zeigt der Fall die angespannte interne Lage, die Entwicklungen wie GTA 6 belasten könnten. Wenn sich Mitarbeitende nicht frei äußern oder gewerkschaftlich organisieren können, ist auch mit kreativen Einbußen zu rechnen.

Noch ist unklar, wie viele Entwickler betroffen sind oder ob Rockstar weitere Maßnahmen plant, um reputative Schäden zu begrenzen. Klar ist jedoch: Der Fall hat das Potenzial, die Diskussion über Arbeitnehmerrechte in der Games-Branche international neu zu befeuern.

Wie schätzt du das Verhalten von Rockstar ein? Schreibe uns deine Meinung gern unten in die Kommentare.

Prinz Vegeta

Zwischen den Kämpfen sorge ich dafür, dass mein Super-Saiyajin-Haar perfekt sitzt und versuche meiner Tochter Bra beizubringen, dass ich der coolste Saiyajin-Papa bin. Es ist nicht immer einfach, aber ich gebe mir Mühe. Nebenher schreibe ich für PlayCentral.de.
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