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Microsoft kauft Activision Blizzard: Was bedeutet das für Game Pass, Sony & Co?

Von David Molke - Special vom 20.01.2022 16:49 Uhr
© Microsoft/PlayCentral-Bildmontage

Wann geht der Deal überhaupt über die Bühne und was heißt das für die Studios?

Es dürfte noch dauern: Ziemlich lange sogar. Intern gehen die Activison Blizzard-Menschen davon aus, dass der Deal mit Microsoft vielleicht sogar erst irgendwann 2023 in trockenen Tüchern sein könnte. Das bedeutet, dass bis dahin wahrscheinlich erst einmal alles so bleibt, wie es ist beziehungsweise dass interne Vorbereitungen getroffen werden.

Activision Blizzard bleibt vorerst autonom: Bis der Zusammenschluss und die Übernahme vollendet ist, soll Activision zunächst so weiter operieren können, wie das bisher der Fall war. Was sich danach ändert, lässt sich aktuell noch nicht mit Sicherheit sagen. Fest steht nur, dass der Deal noch nicht abgeschlossen ist und eventuell auch noch Dinge dazwischen kommen könnten. Angesichts der umfangreichen Ankündigungen scheinen sich die beteiligten Parteien ihrer Sache aber recht sicher zu sein.

Lässt Microsoft Blizzard mehr Freiheit? Fans hoffen jetzt schon darauf, dass die Übernahme durch Microsoft bedeuten könnte, dass Blizzard zurück zu alter Größe findet. Aber an Problemen wie „Warcraft 3: Reforged“ und einer internen, toxischen Unternehmenskultur kann nicht nur Activision allein Schuld sein. Darum solltet ihr euch vielleicht lieber nicht zu früh freuen. Es dürfte eine Weile dauern, bis der Deal über die Bühne geht und falls dadurch positive Veränderungen angestoßen werden, kann es wiederum dauern, bis sie Früchte tragen.

Warcraft 3: ReforgedWarcraft 3: Reforged: Remaster besitzt auf Metacritic den schlechtesten User-Score überhaupt

Kommen Warcraft und StarCraft zurück? Die Hoffnung stirbt ja aber bekanntermaßen zuletzt und immerhin hat Microsoft auch dafür gesorgt, dass „Age of Empires 4“ ein triumphales Comeback feiert. Womöglich könnte das bedeuten, dass Microsoft Blizzard einfach machen lässt und mit etwas Glück finden die wieder ihren alten Spirit, schaffen den Sprung in eine angenehmere Arbeitsatmosphäre und entwickeln dann Fortsetzungen wie „StarCraft 3“ und „WarCraft 4“ – man wird ja wohl noch träumen dürfen. Erstmal hat Blizzard aber noch alle Hände voll zu tun mit „Diablo Immortal“, „Diablo 4“ und „Overwatch 2“. Außerdem sind die meisten Entwickler*innen der alten Hits mittlerweile aber sowieso nicht mehr bei Blizzard.

Breiteres Angebot = Narrenfreiheit für Studios? Wenn Microsoft so weiter macht, wie bisher, könnte das bedeuten, dass die frisch eingekauften Studios etwas mehr freie Hand bekommen. Was einfach an der Strategie Microsofts liegt, ein möglichst breit gefächertes Spiele-Angebot für den Game Pass zu haben. Das ermöglicht eine Abkehr von jährlichen Blockbustern, die immer massive Hits sein müssen hin zu möglicherweise sehr viel nischigeren Titeln, die das Game Pass-Abo für andere Zielgruppen attraktiver machen.

Skandale bei Activision Blizzard: Was ändert sich und bleibt Bobby Kotick CEO?

Sexismus & toxische Unternehmenskultur: Der Zeitpunkt der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft dürfte nicht zufällig in eine Zeit fallen, in der ABK im Mittelpunkt diverser Klagen und Skandale steht. Dem Unternehmen werden Sexismus, Belästigung am Arbeitsplatz und vieles mehr vorgeworfen. Viele Mitarbeiter wurden bereits entlassen, aber der offenbar in die Probleme verstrickte CEO Bobby Kotick bleibt wohl zunächst noch an Bord, aber auch das ist nicht ganz klar.

Activision BlizzardActivision Blizzard angeklagt wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung (Update)

Es gibt viel Hoffnung: Microsoft setzt auf Diversität, Barrierefreiheit und Inklusion. Es könnte dementsprechend sein, dass nach der Übernahme ordentlich aufgeräumt wird, noch mehr Leute wie Bobby Kotick gekündigt werden und alles gut wird. Sollte das wirklich so kommen, wäre das natürlich schön, aber es würde auf jeden Fall auch eine ganze Weile dauern.

Das sagt Phil Spencer: Im offiziellen Statement von Xbox-Chef und Microsoft Gaming-CEO Phil Spencer ist auffallend viel von Inklusion, Respekt und Würde die Rede. Sowohl Spieler*innen als auch Angestellte müssen gleichermaßen gut behandelt werden, erklärt Phil Spencer. Er freue sich darauf, die „Kultur proaktiver Inklusion“ auch auf die Teams von Activision Blizzard auszuweiten. Im neuen Schaubild zum Gaming Leadership Team fehlt Bobby Kotick. Stattdessen wirken die 13 Personen auf den ersten Blick ziemlich divers:

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Das schreibt Bobby Kotick: In einer internen E-Mail betont Bobby Kotick, dass der Deal noch eine ganze Weile dauern könne – vielleicht sogar bis Mitte 2023. Er selbst werde weiterhin CEO bleiben. Hier bleibt unklar, wie lange und ob das auch nach Abschluss der Übernahme der Fall sein soll. Aber auch hier gilt: Aktuell steht das noch nicht abschließend fest.

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In einem neuen Bloomberg-Bericht heißt es jetzt allerdings, es sei davon auszugehen, dass Bobby Kotick Activision Blizzard verlässt, wenn der Kauf abgeschlossen ist. Was einerseits vernünftig klingt, weil dies das Mindeste ist, was Arbeiter*innen seit einer kleinen Ewigkeit fordern und ein erster Schritt hin zu einer besseren Unternehmenskultur wäre. Andererseits wird Bobby Kotick sich sein Ausscheiden fürstlich entlohnen lassen, was vielen sauer aufstoßen dürfte, die offenbar unter ihm leiden mussten.

Was sagt ihr zu dem Mammut-Deal von Microsoft und Activision Blizzard? Wie schätzt ihr die Auswirkungen ein, was erhofft ihr euch? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

Wenn er nicht gerade im Titan über virtuelle Schlachtfelder stapft, wird der Bauernhof bewirtschaftet, Hyrule gerettet oder Hades sicherer gemacht. Generell für fast alles vom Indie bis Grafik-Highlight zu haben.
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