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Deathloop: Wir sind verwirrt, aber haben wirklich Bock – Vorschau

Von Cynthia Weißflog - Preview vom 19.05.2021 16:00 Uhr
Deathloop Preview Vorschau
© Bethesda/Arkane Studios

Deathloop hat uns zunächst mit einigen Fragezeichen zurückgelassen, nachdem uns in einem Preview-Event die ersten Spielminuten des kommenden First-Person-Shooters präsentiert worden sind. In unserer Vorschau erklären wir euch nun, warum die anfängliche Verwirrung uns trotzdem nicht davon abhält, auf das neue Actionspiel von Arkane einzulassen und weshalb Rouge-like nicht gleich Rouge-like sein muss.

Der Name ist Programm: Der Tod und die Schleife

In „Deathloop“ werdet ihr euch auf einer mysteriösen Insel namens Blackreef wiederfinden und – wer hätte es gedacht – in einer Zeitschleife feststecken. Diesen Loop muss Protagonist Colt ganz im Stil von „Täglich grüßt das Murmeltier“ immer und immer und immer wieder erleben. Die Lösung: Die ewige Zeitschleife durchbrechen. Doch wie?

Hier setzt die Essenz von „Deathloop“ ein: Statt einen Timer im Hintergrund laufen zu lassen, der uns nach einer bestimmten Zeit an den Beginn des Loops zurücksetzt, ist es unser Tod, der die Schleife erneut triggert. Es gilt also nicht nur unseren Tod zu vermeiden, sondern unsere Lebenszeit aktiv zu nutzen, um rechtzeitig Infos zu acht verschiedenen Zielen, den sogenannten Visionaries, zu sammeln, um sie vor unserem Ableben mitsamt der Zeitschleife zu eliminieren.

Wäre da nur nicht Julianna … Die Aufgabe der Zweitprotagonistin möchte diesen vermaledeiten Loop unbedingt beschützen und ist diejenige, die uns immer wieder aufs Neue nach dem Leben trachtet und uns zum Gejagten statt nur zum Jäger macht. Im Singleplayer wird Julianna dabei von einer KI gesteuert, im optionalen Duo-Multiplayer dagegen schlüpfen zwei Spielende in die Rollen der jeweiligen Kontrahenten und machen sich gegenseitig das Leben schwer.

Deathloop Singleplayer
Julianna folgt Colt auf Schritt und Tritt. © Arkane Studios/Bethesda

Deathloop: So frei und doch gefangen

In unserer Vorschau möchten wir den Blick allerdings auf die Singleplayer-Kampagne lenken: Nachdem Colt hierbei mit einem absoluten Filmriss auf der ominösen Insel Blackreef erwacht ist, muss er mit Hilfe einiger herumschwirrender Text-Fragmente im „What Remains of Edith Finch“-Style zunächst verstehen, wer er ist, wo er sich befindet und warum zur Hölle er so gut mit einer Waffe umgehen kann. Schnell wird klar, dass der Assassine acht Ziele ausschalten muss, um den Loop zu durchbrechen. Und das am besten innerhalb eines Tages und selbstverständlich ohne den Löffel abzugeben.

In dieser Zeit kann Colt vier verschiedene Areale der Insel erkunden: The Complex, Updaam, Fristad Rock und Karl’s Bay. Jeder Ort kann zu vier verschiedenen Tageszeiten besucht und nach Hinweisen abgegrast werden, die ihm beim Töten seiner Ziele behilflich sein können. Die Story basiert also auf einer Menge Investigativ-Recherche, um Connections und Zeitpläne der einzelnen Targets aufzudecken und den bestmöglichen Plan auszuhecken.

Wie ihr dabei vorgeht und wie viel Zeit ihr dabei investiert, überlässt „Deathloop“ dabei euch. Ihr könnt entweder den langsamen sneaky Assassinen-Style wählen und heimlich den Gesprächen der NPCs lauschen, um Tipps zu erhalten, oder euch mit purer Waffengewalt erbarmungslos durchballern. Je nach Spielweise stehen euch hierfür ein üppiges Waffenarsenal für Nah- und Fernkampf, verschiedene übernatürliche Skills wie Teleportation und zusätzliche Perks zur Verfügung, die Colts Fähigkeiten und Equipment noch weiter upgraden. Doch was passiert damit, wenn man stirbt?

Deathloop
In „Deathloop“ ist durchaus Platz für kluge Mindgames. © Arkane Studios/Bethesda

Ein Rouge-like, aber kein Rouge-like

Die Entwickler*innen von Arkane Studios sind dafür bekannt etwas mehr aus den Spielen herauszuholen, als das, was man vom übrigen Einheitsbrei in tausendfacher Ausfertigung kennt. Das haben Spiele wie Dishonered oder Prey bereits eindrücklich bewiesen. „Deathloop“ scheint hier keine Ausnahme zu bilden und sich in kreativer Vielfalt und spielerischer Freiheit zu ergehen. Selbst beim Genre möchte sich Arkane offenbar nicht endgültig festlegen.

Denn auch wenn die Entwickler mehrfach betonen, dass „Deathloop“ keineswegs mit einem Rouge-like gleichzusetzen ist, so ist doch klar, dass sich das Spiel einem entscheidenden Element des Rouge-likes bedient: dem Sterben und dem daraus resultierenden Neuanfang. Habt ihr euch bei einem Loop verschätzt, war’s das nämlich und ihr müsst von vorn beginnen, bis ihr alle acht Visionaries final getötet habt und die Zeitschleife endgültig durchbrecht. Ganz wie bei einem Rouge-like, oder?

Nicht ganz. Mal davon abgesehen, dass euch jeder Loop reicher an Erfahrung macht, startet ihr nicht wieder vollends bei Null und erliegt einem erbarmungslosen Permadeath. Weder eure gesammelten Infos gehen verloren, noch eure Ausstattung – insofern ihr über die richtige Hilfsmittel verfügt. Beispielsweise gibt es eine Superpower namens Reprise, mit der ihr die Zeit beim Tod zweimalig zurückspulen könnt und die Zeitschleife somit erst zurückgesetzt wird, wenn ihr ein drittes Mal das Zeitliche segnet.

Der Tod ist nicht endgültig und schickt euch in einem neuen Loop nicht nackt in die Schlacht. © Bethesda/Arkane Studios

Dafür, dass man eigentlich regelmäßig von vorn anfangen muss, scheint der Belohnungsfaktor in „Deathloop“ also trotzdem recht hoch zu sein und sich durchaus in Fortschritten bemerkbar zu machen. Statt einen Frustfaktor zu verkörpern, ist der Tod vielmehr dazu da, aus begangenen Fehlern zu lernen, um das nächste Mal eine andere, effizientere und optimierte Strategie oder Reihenfolge zu wählen. Fast ein wenig nach dem Trial-&-Error-Prinzip.

Der Glanz der Spielwelt braucht die Leistung der PS5

„Deathloop“ wird vorerst exklusiv für PS5 und PC erscheinen. Testläufe auf der PS4 haben die Konsole durch die komplexen Physics und Dichte der Visuals offenbar an ihre Grenzen gebracht. Auf der PlayStation 5 kann der Action-Shooter dagegen die volle Power der neuen Konsolengeneration ausnutzen und seine flüssigen 60 fps erreichen. Und dass die immersive Spielwelt und das vielseitig knallende Gameplay eine gewisse Power verlangen, wundert uns nicht.

Optisch inspiriert wurden die Macher*innen dabei offenbar von den 1960er-Jahren und einer gewissen James Bond-Eleganz. Herausgekommen ist dabei eine futuristisch anmutende Retro-Welt, in der Bösewichte feiern bis zum Abwinken. Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen und bringt den artsy-Playstyle des Shooters fantastisch zur Geltung. Man könnte sagen, „Deathloop“ ist eine kleine chaotische Augenexplosion und in seiner Aufmachung ziemlich einzigartig.

Dennoch wirken die coolen Protagonist*innen, Waffen und Fähigkeiten in der künstlerisch-bunten Welt nicht deplatziert. Hier schwingt lediglich eine ganz eigene Realität, in die sich die skurrilen Charaktere mit Tierköpfen und Gasmasken oder die abgefahrenen Skills von Colt und Julianna perfekt einfügen.

Deathloop
Die Spielwelt erinnert ein wenig an Vinyl-Covern aus den 60ern – gefällt uns! © Bethesda/Arkane Studios

Fazit

Wir durften bei dem Event nicht selbst Hand anlegen, was es eindeutig erschwerte, den eher komplexen Spielmechanismen und Möglichkeiten sofort zu folgen. „Deathloop“ scheint eines dieser Spiel sein, das man einfach einige Stunden selbst gezockt haben muss, um wirklich ins Gameplay zu finden. Das finden wir allerdings gar nicht so schlecht. Nicht immer muss man bei einem neuen Spiel sofort alles verstehen, um Spaß daran zu haben. Ich glaube sogar, dass die Kennenlernphase den Reiz in „Deathloop“ ausmachen könnte: Das Ausprobieren, Herumschnüffeln und vor allem: das Scheitern.

Die Genre-Mischung scheint dabei eine gute Balance zwischen einem anspruchsvollen, eher taktischen Shooter zu bieten und einem dankbaren Rouge-like mit spürbaren Erfolgserlebnissen. Denn das Sterben hat in diesem Spiel offensichtlich eine weitaus nützlichere Bedeutung als man zunächst denken mag. Lasst euch auch von dem ungewohnten Style der Spielwelt nicht abschrecken: Blackreef hat verdammt viel Charme und wird musikalisch gut untermalt.

Mit viel Witz, Humor und der saulässigen Erzählweise wirkt „Deathloop“ deshalb wahrhaftig erfrischend und scheint sich nicht allzu ernst zu nehmen. Und obwohl es eine deutsche Sprachausgabe gibt, hat besonderes der englische O-Ton diese entkrampfte Atmosphäre wirklich gut unterstrichen und wesentlich zur Spielstimmung beigetragen. Wie sich der Shooter schlussendlich spielt, können wir aktuell zwar noch nicht beurteilen, wir freuen uns allerdings auf die kleine Challenge, ins Spielgeschehen und die Gameplay-Vielfalt zu finden.

„Deathloop“ erscheint am 14. September 2021 Konsolen-exklusiv für die PS5 sowie den PC und ist bereits zur Vorbestellung verfügbar:

Eigentlich Elbennymphe der Unsterblichen Landen, die sich bei PlayCentral.de als Videospiel- und Buchliebhaberin tarnt. Löffelt beim Artikeltippen exzessiv Nussmus und führt eine Dreiecksbeziehung mit Geralt und Yennefer. Rollenspiel-Enthusiastin, die in CS:GO grundsätzlich keine Hühner tötet.
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