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Kann deine Xbox bald deine Gefühle lesen?

Von Ben Brüninghaus - News vom 09.09.2021 15:05 Uhr

Stell dir mal vor, du hast deine Xbox One oder beispielsweise die Xbox Series X/S gestartet. Du bist gerade in aller Seelenruhe am Zocken. Dein Lieblingsspiel läuft. Und dann stellst du auf einmal etwas ziemlich Bemerkenswertes fest. Deine Xbox reagiert darauf, wie du dich gerade fühlst, indem sie dir ein entsprechendes Signal gibt. Du fühlst dich gut und sie weiß es einfach. Aber woher nur?

Warum weiß sie sowas und möchte ich überhaupt, dass eine Konsole weiß, wie ich mich fühle? Wäre das nicht sogar ein wenig merkwürdig, wenn sie etwas mit diesen in Informationen umgewandelten Emotionen anstellte?

Findest du das befremdlich oder gar beängstigend? Letzteres wäre natürlich noch bemerkenswerter, da die Konsole demnach erkennen könnte, dass dein Angstlevel steigt. Aber was macht die Xbox mit diesen Daten und wie würde sie damit umgehen?

Fragen über Fragen und ja, solch ein Szenario ist zum aktuellen Zeitpunkt zwar noch entfernte Zukunftsmusik, und dennoch könnte so etwas in irgendeiner Form tatsächlich seinen Weg in die Realität finden.

Xbox-Patente geben Hinweise auf Emotionenscanner

Es gibt ein paar Hinweise auf neue Patente, die eine solche Prämisse beinhalten. Microsoft hat gerade ein Patent angemeldet, das verwendete Technik wie Xbox-Spiele eine Fähigkeit verschaffen könnte, Emotionen der Benutzer*innen zu lesen.

Wie soll das Lesen der Emotionen funktionieren? Die Idee dahinter ist relativ simpel und naheliegend. Das Patent enthält neue Tech, die anhand von Audiostreams auf phonetischer Ebene erkennen kann, wie sich jemand fühlt. Durch Machine Learning könnten die Werte nach und nach besser zugeordnet werden.

Das heißt, dass dies ganz einfach mit Hilfe eurer gesprochenen Sprache ermöglicht wird, der Audiostream wird dann in wertvolle Daten umgewandelt, die die Informationen mitbringen. Wenn wir zum Beispiel im Voicechat unterwegs sind und eine emotionale Reaktion auf etwas zeigen, ist das die Info, die benötigt wird. Die Gefühle, die zum Beispiel analysiert werden könnten, lauten:

  • Angst
  • Traurigkeit
  • Zorn
  • Ekel
  • Freude

Die eigentliche Aufgabe wäre es bestimmte Details zu erkennen. Und zwar folgende Aspekte: Die Tonhöhe, Stimmvariation, das Energieniveau und die Sprechgeschwindigkeit würden analysiert werden, so heißt es im Patent.

Warum meldet Microsoft so ein Patent an? Microsoft hat scheinbar ein großes Problem in der Gaming-Landschaft erkannt und das ist toxisches wie schädliches Verhalten. Also Verhalten von Spieler*innen, die durch ihre Handlungen wie beleidigende Äußerungen anderen Menschen mentalen Schaden zufügen.

Um diesem aufkeimenden, wenn nicht bereits lang etablierten Problem in der im Patent bezeichneten „virtuellen Umgebung“ entgegenzutreten, haben sie nun diese Technologie entwickelt.

Das Patent sagt jedenfalls aus, dass ein sogenannter „Reputation Score“ erstellt werden könnte, die auf verschiedenen Faktoren basieren würden. Das wäre so etwas wie ein emotionales Benutzerprofil. Wenn jemand zum Beispiel häufig zornig wird beim Xbox-Spielen, könnte das zu einem Benutzerprofil führen mit dieser Attitüde. Offen bleibt die Frage, was mit freudigen oder traurigen Benutzerprofilen passieren würde.

Was ist das Ziel dieser Tech? Das Ziel sollte also relativ klar sein. Benutzer*innen ausfindig machen, die solch ein schädliches Verhalten an den Tag legen. Diese könnten dann in der Praxis von Multiplayer-Spielen wie ein Call of Duty ausgeschlossen werden, da sie durch ihr negatives Auftreten reellen Schaden an Menschen der Community verursachen.

Ob es dazu kommt oder das Ganze nur bei einem gesicherten Patent beziehungsweise einer Idee bleibt, die sich Microsoft hat schützen lassen, ist noch unklar. Aber entsprechendes Vorgehen könnte wohl der Langzeitplan von Microsoft für Xbox sein.

Aber was haltet ihr davon? Wäre das eine gute Idee mit toxischen Personen umzugehen oder findet ihr das zu befremdlich? Immerhin hieße das ja auch, dass die Xbox jederzeit all deine Emotionen erkennt und diese Daten für andere Zwecke aufgezeichnet werden könnten? Ob es bei dem zuvor erwähnten Einsatz in solch einem Szenario bliebe, ist vollkommen fraglich.

Hauptberuflicher Jedi-Meister, nebenbeschäftigt bei PlayCentral.de. Popkultur-Fetischist: Star Trek, Star Wars, alles mit „Star“, verspeist Spiele-OSTs zum Frühstück, Großmeister der Bärenschule. Inquisitor. Mag das Ende von Mass Effect.
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