PLAYCENTRAL TEST The Lion’s Song

The Lion’s Song: Closure: Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen

Von Julia Rother - Test vom 21.07.2017 15:31 Uhr

Mit Closure erschien nun die finale Episode von The Lion's Song, die alle bisherigen Episoden verbinden und ein würdiger Abschluss für das narrative Adventure sein soll. In unserem Test sagen wir euch nicht nur, wie gut uns der letzte Teil der Reihe gefallen hat, sondern sprechen mit euch auch über die minimalistische Umsetzung mit großer Wirkung, die zu treffenden Entscheidungen und die darauffolgenden Konsequenzen, die wir so nie erwartet hätten.

Mit Closure veröffentlichte Mi'pu'mi Games nun die vierte und finale Episode von The Lion's Song. Der Titel trägt seinen Namen dabei natürlich nicht ohne Grund, soll er doch die vorherigen Episoden zusammenführen und die Geschichten der drei Protagonisten aus dem 20. Jahrhundert zu einem gebührenden Abschluss bringen. Die Erwartungen sind hoch und der Druck ist es ebenfalls. Doch bevor wir darüber sprechen, ob The Lion's Song: Episode 4 – Closure es geschafft hat, dem narrativen Adventure einen würdigen Schluss zu bereiten, lasst uns noch einmal rekapitulieren, denn die vergangenen drei Episoden sind im Finale präsenter denn je:

Was bisher geschah

In der ersten Episode namens Silence spielen wir eine junge Musikstudentin namens Wilma. Von unerwiderter Liebe, Erfolgsdruck und dem Bedürfnis, es allen recht machen zu wollen geplagt, verschlägt es uns schließlich in eine einsame Berghütte, in der wir unsere bisher wichtigste Komposition zu Ende bringen sollen. Während wir das Stück schreiben und dabei verschiedene Inspirationsquellen zu nutzen verstehen, müssen wir uns aber auch unseren inneren Konflikten stellen und wichtige Entscheidungen treffen. Isolieren wir uns und missachten dabei auch noch unsere Bedürfnisse, zieht das weitreichende Konsequenzen nach sich, die nicht nur unser Leben bestimmen, wie wir erst sehr viel später erfahren sollen.

In der zweiten Episode, die auf den Namen Anthology hört, schlüpfen wir in die Haut des Malers Franz. Seine besonderen Fähigkeiten ermöglichen es ihm, hinter die Maske eines Menschen zu blicken und die verschiedenen Facetten seiner Persönlichkeit zu entdecken und auf die Leinwand zu bringen. Nach Perfektion strebend und an Selbstzweifeln leidend, scheint er an der Aufgabe zu zerbrechen, seinen Porträts das zu geben, was ihnen noch fehlt. Ob vielleicht Sigmund Freud helfen kann?

Derivation stellt uns dann die letzte Hauptfigur vor: Mathematikerin Emma, die aufgrund ihres Geschlechts in der männerdominierten Wissenschaftsszene keine Chance erhält. Sich als Mann verkleidend, scheint sie schließlich all das zu bekommen, was sie sich je gewünscht hat. Doch mit der Zeit verschwimmen die Grenzen zwischen Emma und Emil und ein Neider kommt ihrem Geheimnis auf die Schliche…

Eine verheißungsvolle Zugfahrt

Alle getroffenen Entscheidungen sollen nun in Closure zusammengeführt werden. Dazu nutzt Mi'pu'mi Games eine andere Herangehensweise als zuvor und präsentiert uns vier völlig fremde Menschen, die auf einer Zugfahrt ins Plaudern geraten. Ihre Geschichten sagen uns, was aus den Protagonisten wurde und welchen Einfluss sie auf das Leben Einzelner hatten.

Mi'pu'mi Games versucht so, uns die Protagonisten aus einem anderen Blickwinkel zu präsentieren und das gelingt dem Entwickler auch, trotzdem schaffen es die vier neuen Charaktere nicht wirklich, uns für das zu interessieren, was sie zu sagen haben, einfach weil die Verbindung zu ihnen fehlt.

Gerade einmal dem Bauernjungen Otto gelingt es, unser Herz zu erwärmen und es ist sein Schicksal, das uns wirklich berührt. Journalist, Kunstfälscher und Student dagegen wirken eher wie Mittel zum Zweck, um die Geschichte zu Ende zu erzählen. Da die getroffenen Entscheidungen der vergangenen Episoden sich aber nicht nur auf das Leben von Wilma, Franz und Emma auswirken, sondern auch auf unsere vier Zuggäste, ist das ein wenig schade.

Minimalistische Umsetzung mit großer Wirkung

Etwa eine Stunde lang erfahren wir, welchen Einfluss unsere drei Protagonisten auf ihre Umwelt nehmen konnten und bewegen uns dabei wie gewohnt per Point&Click durch die sepiafarbene Welt. Immer mit dabei ist natürlich auch die unglaublich passende und atmosphärische musikalische Untermalung, die wir bereits in den Vorgängern lobend hervorgehoben haben.

Und in einem weiteren Punkt hat der Entwickler zugehört und die Wünsche der Spieler berücksichtigt: So gab es bisher nur einen Spielstand, was für all diejenigen, die gerne alle Möglichkeiten parallel austesten wollten, wirklich ärgerlich war. Es gibt zwar weiterhin nur einen Spielstand, dafür hat Mi'pu'mi Games aber die Möglichkeit eingeführt, dass wir im Nachhinein zurück in einzelne Szenen springen und uns anders entscheiden können, um auch die anderen Konsequenzen zu erfahren. Das ist sehr, sehr praktisch und unglaublich zeitsparend.

Closure hält über die Episode hinweg einige Überraschungsmomente bereit und weiß besonders gegen Ende zu berühren. Es sind unsere Entscheidungen, die wir in dem vergangenen Jahr, das wir mit The Lion's Song verbracht haben, getroffen haben, die nun bestimmen, wer Erfolg hat und wer nicht, wer lebt und wer stirbt und wer eine Familie gründet oder allein endet. Waren wir ein Vorbild, helfen wir indirekt vielleicht sogar, die Welt ein wenig zu verändern…

Ein Spiel, das unter die Haut geht – wenn ihr es zulasst

Und genau das ist es, was The Lion's Song ausmacht: Die Emotionen und die Nachdenklichkeit, die das narrative Adventure bei uns auslöst. Ganz unaufdringlich vermittelt der Titel dabei so viele Nuancen, die sich auch auf das reale Leben übertragen lassen. Denn auch wenn wir alles richtig machen und die bestmöglichen Entscheidungen treffen wollen, enden wir manchmal damit, anderen zu schaden. Auch die besten Intentionen sind oft einfach nicht genug. The Lion's Song zeigt aber auch noch einmal sehr bildhaft auf, dass unsere Entscheidungen Konsequenzen haben – und zwar nicht nur für uns. Der Mensch ist keine Insel, was wir tun, bewegt auch andere. Und so kann manch ein Wegsehen oder blinder Egoismus dazu führen, dass wir nicht nur uns selber auf lange Sicht schaden, sondern auch den Menschen, die wir lieben.

Wie bereits geschrieben: Das ist The Lion's Song. Ein liebevoll gestaltetes Adventure mit hohem narrativen Anteil, aus dem ihr nur alles rausholen könnt, wenn ihr euch darauf einlasst und mitdenkt und -fühlt. Wer aktiv unterhalten werden möchte und jede Menge Action und Schenkelklopfer von einem Adventure erwartet, wird sich hier wohl eher langweilen. Wenn ihr es dagegen gerne manchmal etwas ruhiger angehen lasst und euch interessiert, welchen Einfluss auch die unwichtig erscheinenden Entscheidungen haben können, könnte The Lion's Song euch interessieren.

Der Titel erhielt 2016 den Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie „Indie Game of the Year“. Die komplette Staffel ist seit dem 13. Juli 2017 für Android und iOS für 5,49 Euro und für Linux, Mac und PC für 9,99 Euro auf Steam erhältlich.

The Lion’s Song im Test

Fazit und Wertung von Julia Rother

Ich habe The Lion's Song von Anfang an begleitet und mich in jeder Episode wieder über die behandelten Themen gefreut, die ich wirklich als sehr gut, glaubwürdig und subtil umgesetzt empfand. Closure ist ein würdiger Abschluss für ein durchdacht ausgearbeitetes und liebevoll umgesetztes Spiel, das mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Allein von dem guten Professor Nenner aus Episode 3 hätte ich gern mehr gesehen, war er doch einer meiner absoluten Lieblingscharaktere und so schrecklich liebenswert, dass ich mir eine größere Rolle für ihn gewünscht hätte. Um ihm das verdiente Ende zu ermöglichen, hätte ich das Spiel vermutlich auch zehnmal durchgespielt.

Kurz gesagt: Mit The Lion's Song nimmt euch Mi'pu'mi Games mit auf ein Abenteuer, das sich aber vor allem in euren Köpfen abspielt und somit auf eure Mitarbeit baut. Seid ihr dazu bereit, erwarten euch ein paar tolle Spielstunden!

Pro

+atmosphärische musikalische Untermalung
+hoher Wiederspielwert durch Entscheidungsvielfalt und multiple Enden
+Szenen können auch einzeln wiederholt werden
+liebevolle Umsetzung
+viele Verbindungen zu anderen Episoden

Contra

-keine optionale Vertonung für lesefaule Spieler
-fehlende emotionale Beziehung zu den "Geschichtenerzählern"

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