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Netzkultur - 2.000 Menschen demonstrierten auf der Kölner Domplatte gegen Artikel 13

Von Patrik Hasberg - News vom 17.02.2019, 11:09 Uhr
Netzkultur Screenshot
© Andreas „eosAndy“ Krupa

Der Widerstand der Bevölkerung innerhalb der EU gegen Artikel 13 und die Upload-Filter wächst und wird sich in der nächsten Zeit wohl nicht mehr nur noch auf das Internet und andere Medien beschränken. Zahlreiche reichweitenstarke YouTuber und Influencer regten nach der gestrigen Einigung für einen finalen Gesetzesentwurf dazu an, auf die Straßen zu gehen und zu protestieren.

Update vom 17. Februar 2019:

Am gestrigen Samstag, den 16. Februar startete um 13:30 Uhr in Köln die erste Demonstration gegen Artikel 13. Im Vorfeld hatten vor allem zahlreiche YouTuber und Influencer zu der Demo aufgerufen.

Vor Ort dabei waren schließlich unter anderem HerrNewstime, Die MarmeladenOma, Sep von PietSmiet, iBlali, Felix von der Laden, izzi und Sturmwaffel. Pandorya bedankte sich in einem Tweet bei allen Anwesenden und lobte HerrNewstime und Sep von PietSmiet, da beide die Demo gestreamt hatten.

„Hier war es leider zu kurzfristig dass man nicht umplanen konnte aber die richtig großen Demos sind ja auch noch am 23ten :)!“

Mehrere Hundert Teilnehmer bewegten sich von dem anfänglichen Treffpunkt am Kölner Neumarkt in Richtung Innenstadt. Das Ziel der Demo war der Roncalliplatz am Kölner Dom. Die Teilnehmer demonstrierten mit Schildern und Sprechchören gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform, die unter anderem die sogenannten Upload-Filter vorsieht. Außerdem wurde die Reaktion des Unionspolitikers Sven Schulze auf Twitter stark kritisiert. Dieser warf den Protestierenden vor, dass sie lediglich Bots von Google seien.

CSU-Politikerin Monika Hohlmeier sprach auf Twitter davon, dass die Demonstration lediglich eine „Fake Kampagne der IT-Giganten sei“.

Die Demonstration war im Vorfeld angemeldet und genehmigt worden. Die Polizei hatte am gestrigen Morgen mitgeteilt, dass sie den Zug durch die Stadt begleiten wird. Rund 2.000 Personen waren es am Ende, die auf der Straße protestierten – die Veranstalter und Unterstützer werteten die Demonstration als vollen Erfolg.

Der YouTuber HerrNewstime streamte live vor Ort, dabei schauten ihm mehr als 15.000 Menschen zu. Mittlerweile hat die Aufzeichnung bereits fast 170.000 Aufrufe und 18.000 Daumen nach oben. Auch Sep von PietSmiet streamte die Demonstration live für alle, die nicht vor Ort dabei sein konnten.

Am 23. Februar sollen Demos in weiteren deutschen Städten stattfinden. Wir werden euch selbstverständlich weiterhin auf dem Laufenden halten.

Update vom 16. Februar 2019: 

Die erste Demo in Köln gegen Artikel 13 findet heute um 13:30 Uhr in Köln am Neumarkt statt. Nachdem zahlreiche Protagonisten aus dem deutschen Social-Media-Raum aufgerufen hatten, sich Gedanken um Artikel 13 zu machen, werden nun erste Demos abgehalten. 

Unter anderem schrieb der bekannte Sprecher und Twitch-Streamer Phunk Royal:

"Zeigt wie real wir Bots, wir PR-Produkte aus Amerika, wir Wildest-Cowboys im Outback des Wild-Wild-Internets sind.
Demonstriert friedlich gemeinsam gegen den aktuellen Entwurf des Uploadfilters.''

So weit bekannt nehmen andere Vertreter aus der Branche ebenfalls teil. Beispielsweise werden Sep von PietSmiet und die MarmeladenOma ebenfalls in Köln auf die Straße gehen, während Peter von PietSmiet in Frankfurt zum Protest aufruft. 

Weiter schrieb Brammen von Pietsmiet, dass er am 23. März in Berlin auf die Straße geht und jeder mitmachen darf:

''Bin am 23.03 wegen #Artikel13 in Berlin auf der Straße!!!
Ihr dürft gerne mitmachen. So nen scheiß lass ich nicht ohne meine laute Stimme mit mir machen''

Hier werden die bekannten YouTuber MrTrashpack, HerrNewstime und Tanzverbot ebenfalls zugegen sein. Der Twitch-Streamer Sebo weist darauf hin, dass nur friedfertige Demos einen Sinn ergeben und es sich hierbei nicht um einen YouTuber-Fantreffen handle:

Originalmeldung: Am Mittwochabend haben sich das europäische Parlament, die Kommission und der Rat der Mitgliedstaaten in dem sogenannten Trilog auf einen finalen Text zur Urheberrechtsreform geeinigt. Die Reform impliziert Artikel 13, der Upload-Filter für sämtliche Plattformen und Webseiten vorsieht sowie Artikel 11 mit einem Leistungsschutzrecht für Presseverleger.

Die finale Abstimmung über diese Reform im EU-Parlament wird Ende März oder Anfang April stattfinden. Wird die Reform angenommen, haben die Mitgliedstaaten der EU zwei Jahre Zeit, um die Richtlinien in nationales Recht umzusetzen. Damit könnte sich das Internet, wie wir es kennen, im Jahre 2021 grundlegend verändern.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, haben auf der Seite Change.org bereits mehr als 4,7 Millionen Menschen bei der entsprechenden Petition "Stoppt die Zensurmaschine - Rettet das Internet!" ihre Unterschrift abgegeben. Die Petition gegen Artikel 11 und 13 wird am kommenden Montag der SPD-Finanzministerin Katarina Barley übergeben. Dem Spiegel teilte die Politikerin am Donnerstag mit, dass man zwar eindeutige Regeln schaffen möchte, "Solche neuen Regelungen müssen aber verhältnismäßig sein."

Artikel 13 Artikel 13 Twitch kündigt neuen Livestream zur Urheberrechtsreform an

Außerdem nutzen immer mehr Youtuber, Streamer und Influencer ihre Reichweite, um ihrem Ärger über Artikel 13 Luft zu machen und die eigene Community über die möglicherweise kommende Reform aufzuklären.

Beispielsweise schrieb Erik "Gronkh" Range, der mit 4,8 Millionen Abonnenten der größte deutsche Let's Player auf YouTube ist, auf Twitter: 

"'Ein Land in dem wir gut und gerne leben' funktioniert sicherlich nicht mit einer koalitionsbrechenden, das Volk und die Zukunft des eigenen Landes für Lobby-Interessen mit Füßen tretenden Partei, danke. #NieMehrCDU"

Damit bezieht sich Range auf den Fakt, dass sich die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD mit der Einigung auf den finalen Text in einen direkten Konflikt zu ihrem Koalitionsvertrag begeben hat, der noch kein Jahr alt ist und „Upload-Filter“ explizit als unverhältnismäßig ablehnt.

Außerdem fragt er in einem weiteren Tweet:

"Ist eigentlich bekannt, ob Demos organisiert werden? Online-Petitionen schließt man mit dem roten X und bewirken nichts, wenn alte, käufliche Menschen keine Ahnung vom #Neuland haben. Möchte meinen Frust gerne auf die Straße tragen.Persönliche Meinung.#NieMehrCDU"

Der Hashtag #NieMehrCDU platzierte sich innerhalb von kürzester Zeit auf Platz eins der deutschen Twitter-Trends. Auf Platz drei gesellte sich außerdem der Hashtag #niewiederCDU dazu.

Auch andere reichweitenstarken YouTuber wie Die Lochis, Sep von PietSmiet, Sturmwaffel, Rewinside, HerrNewstime und Unge machten auf Twitter, Facebook, YouTube und Co. auf Artikel 13 und die damit einhergehenden Einschränkungen aufmerksam. Außerdem regten die Influencer zu Protesten gegen die EU-Urheberrechtsreform außerhalb des Internets auf den Straßen von Deutschland an.

Was können wir tun?

Ihr könnt eure Abgeordneten kontaktieren sowie eure Wahlkreisbüros anrufen und verlangen, dass dieser Deal abgelehnt wird und diese gegen die Reform stimmen. Die finale Abstimmung findet, wie bereits oberhalb erwähnt voraussichtlich Mitte April statt, also einen Monat vor den Europawahlen am 26. Mai. 

Außerdem könnt ihr euch der mit 4,7 Millionen Unterstützern größten Petition aller Zeiten anschließen.

„Eine Million Stimmen wurden leider ignoriert. Wir brauchen für die nächste Abstimmung so viele Unterzeichner wie möglich. Es finden noch die letzten Treffen des Trilogs bis Ende Februar statt. Dann wird der geänderte Text dem EU-Parlament zur finalen Abstimmung übergeben. Im März/April wird es nach der vermutlichen Annahme dieser Version an den jeweiligen EU-Mitgliedsländern liegen, die Gesetze so weit anzupassen oder neu zu formulieren, dass sie der EU-Richtlinie entsprechen.“

Hier geht's zur Petition!

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