PLAYCENTRAL NEWS Spider-Man: Edge of Time

Spider-Man: Edge of Time: Wenn der Spinnensinn dreimal klingelt: Spidey gehen die Fäden aus

Von Yannick Arnon - News vom 21.11.2011 08:38 Uhr

Ladies and Gentlemen, herzlich willkommen zum großen Superhelden-Showdown 2011! In der linken Ecke haben wir den Titelverteidiger, Batman: Arkham City, mit einem internationalen Wertungsschnitt von ca. 95%. In der rechten Ecke wartet der Herausforderer, Spider-Man: Edge of Time, der auf einen SciFi-Plot und ein weltrettungserprobtes Protagonistenduo setzt. Ob das ausreicht, um dem Konkurrenten aus dem Hause DC den Schneid abzukaufen?

Stirb an einem anderen Tag, Spider-Man

Spider-Man ist tot. Ironischerweise dahingerafft in der Blüte seiner Jahre durch die heilenden Kräfte von Anti-Venom, der den Superhelden von den Folgen des radioaktiven Spinnenbisses kurierte, bis nur noch ein Nerd in seinen frühen Zwanzigern übrig war. Und das obwohl Peter Parker und Eddie Brock sich auf eine friedliche Koexistenz einigten. Damit könnte das Spiel bereits gleich zu Beginn enden, doch die Angelegenheit ist etwas komplizierter, deswegen müssen wir von vorne anfangen. Nämlich in der Zukunft. Zwar sind Zeitreisen in die Vergangenheit nach herrschenden wissenschaftlichen Meinungen ein Ding der Unmöglichkeit, trotzdem hat es der Wissenschaftler Walker Sloan im Jahre 2099 geschafft für den Konzern Alchemax eine Maschine zu erschaffen, mit der sich in die Vergangenheit reisen lässt. Doch anstatt das Gerät zum Wohle der Menschheit einzusetzen und Katastrophen wie den Zweiten Weltkrieg oder die Geburt eines gewissen kanadischen Pop-Rotzlöffels zu verhindern, reist Sloan kurzerhand zurück in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts, um Alchemax bereits mehrere Jahrzehnte vor dem eigentlichen Entstehen zu gründen und somit die Weltgeschichte nach seinem Gusto umzuschreiben, woraufhin sich rückwirkend die Weltordnung der folgenden Jahre drastisch ändert. Diesen Plan hat jedoch auch Miguel O'Hara, alias Spider-Man 2099, mitbekommen und setzt nun alles daran zu verhindern, dass seine ohnehin schon dystopische Zukunft noch eine ganze Ecke düsterer wird.

Dazu benötigt er die Unterstützung von dem Spider-Man der Gegenwart, der zunächst von den Veränderungen nichts bekommt und erst etwas Überzeugung von Spider-Man 2099 benötigt, bevor er sich seinem heroischen Feldzug gegen Sloan anschließt. Diese Wortgefechte zwischen den beiden Spinnenmännern sind ein wahres Highlight in Spider-Man: Edge of Time und kommen aufgrund einer psychischen Vernetzung der beiden Protagonisten sehr häufig vor, oft wird auf dem Bildschirm am Rand euer Partner gezeigt, der euch entweder Ratschläge gibt oder eure Hilfe benötigt. Im linearen Spielverlauf wird selbstständig zwischen den Charakteren gewechselt, ihr habt also keinen Einfluss darauf in welcher Zeitebene ihr weiterspielen wollt. Einen wichtigen Teil des Gameplays macht das auf Kausalität bezogene Handeln aus, bei dem Aktionen in der Gegenwart Auswirkungen auf die Zukunft haben. Steckt euer Partner in der Zukunft in einer misslichen Lage, so gilt es einen wichtigen Generator zu zerstören oder eine Brutstätte von Mutantenprototypen zu Klump zu prügeln, und schon lösen sich die Probleme in Wohlgefallen auf. Das Kampfsystem wurde im Vergleich zum Vorgänger fast komplett umgekrempelt, leider nicht zum Besseren. Ihr könnt nicht mehr einzelne Gegner anvisieren, dadurch wirken die Kämpfe unkontrolliert und ihr hämmert einfach auf die Angriffsknöpfe ein, in der Hoffnung möglichst viele Feinde zu treffen. Den Angriffen eurer Gegner auszuweichen erfordert die Aktivierung des Hyper-Sense-Modus mit dem linken Trigger, welche rechtzeitig vor einem gegnerischen Treffer aktiviert werden muss, sonst leert sich eure Ausdauer-Anzeige auf dem Bildschirm und die eigene Frust-Leiste wächst an. Zwischendurch stürzt sich auch Spider-Man 2099 in einen Basejumping-Abschnitt, bei dem man sich fragt, wieviele Etagen das Gebäude eigentlich hat, wenn man sich gut fünf Minuten im freien Fall befindet.

Zwei zu Null für Batman

Irgendwie will man mit dem Spiel nicht ganz warm werden. Mit dem "Cause and Effect"-Gameplay ging Beenox ein hohes Risiko ein, das sich leider nicht bezahlt gemacht hat. Sämtliche diesbezogenen Handlungen sind verpflichtend, ihr habt also nicht die Gelegenheit gezielt andere Wirkungen hervorzurufen oder gar einen alternativen Handlungsverlauf zu erschaffen. Damit dieses aufgesetzt wirkende Feature überhaupt greifen kann, lässt man das gesamte Spiel in einem abgeschlossenen Alchemax-Komplex stattfinden, an dessen glatt verchromten Wänden ihr euch nach einer halben Stunde sattgesehen habt. In Spider-Man: Dimensions gab es vier verschiedene Dimensionen, von denen nicht nur jede Welt einen eigenen Designstil besaß, sondern auch jeder Schurke in einem individuellen Territorium bezwungen werden wollte, zum Beispiel in einem Dschungel, auf einem Jahrmarkt oder auf einer Ölbohrplattform. Die cartoonigen Shader-Effekte fehlen in Spider-Man: Edge of Time und mit dem gewählten "puren" Grafikstil kann man nicht gegen die Grafik aktueller Spiele bestehen. Als wäre das nicht genug werden auch noch viele Locations im Spiel recycelt. Hier will eine Schlüsselkarte gesucht werden, dort muss ein Schalter aktiviert werden; ansonsten ändert sich fast nichts. Was Edge of Time den K.O.-Stoß versetzt ist die Tatsache, dass man kaum das Gefühl hat Spider-Man zu spielen. In den engen Korridoren lässt sich die Netzleine gar nicht erst auspacken und es macht einfach mehr Spaß durch Häuserschluchten als durch überdachte Laboratorien zu schwingen. Die monotonen Kämpfe werden durch Probleme mit Kamera und Steuerung zu einem Geduldstest, wirkliche Motivation die im laufenden Spiel aufpoppenden Challenges in Angriff zu nehmen besteht jedoch nicht, da die auf Geschicklichkeit und Kampffähigkeit basierenden Herausforderungen eher an mangelnder Übersicht und unpräziser Steuerung als an der Kompetenz des Spielers scheitern.

Trotz alledem muss man sagen, dass nicht das gesamte Projekt in den Sand gesetzt wurde. Die Story aus der Feder von Peter David hat einen etwas verwirrenden, dennoch interessanten Plot, der mit ein paar schicken Rendervideos erzählt wird. Ein echtes Sahnehäubchen ist die exzellente Sprachausgabe, besonders die Sprecher Josh Keaton und Christopher Daniel Barnes, die Spider-Man und sein Gegenstück aus der Zukunft vertonen. Zu anderen erwähnenswerten Synchronsprechern gehören professionelle Shcauspieler wie Katee Sackhoff, Val Kilmer und Laura Vandervoort, die insgesamt etwas zu kurz kommen. Edge of Time verfügt ausschließlich über englische Sprachausgabe, was nach der unterirdischen deutschen Version des E3-Trailers definitiv die bessere Entscheidung war. Außerdem hat Beenox viel Selbstironie bewiesen, so hinterfragen Peter und Miguel wissenschaftliche Schnitzer in der Handlung und im Abspann wird auf diverse spielinterne Logikfehler aufmerksam gemacht, so auch das bereits erwähnte Freefall-Mysterium. Die einzelnen Stationen von Sloans Zeitreise bis zur totalen Weltherrschaft wird in einer Reihe amüsanter Zeitungsartikel mit Anspielungen auf Spideys Feinde geschildert, die nach der Korrektur des natürlichen Zeitablaufs wieder der Realität entsprechen. So eröffnet der Geier eine globale Chicken-Wing-Kette, während der grüne Kobold, Norman Osborn, für das Amt des US-Präsidenten kandidiert. Jedoch bestehen diese Artikel nur aus der jeweiligen Überschrift und einem Foto, während man sich bei Rocksteady Studios für Batman: Arkham City die Mühe machte und zu jeder der freischaltbaren Arkham Stories ein paar Zeilen verfasste. Nach Beenden der etwa sechsstündigen Kampagne könnt ihr durch das Absolvieren der Challenges noch Actionfiguren, Concept Art und Kostüme freischalten, wenn ihr dann noch den Nerv dafür haben solltet.

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