Artikel

JBL Tour One M3 im TEST – Premium-ANC mit Smart-Tx-Trick und 70-Stunden-Akku

Mit den Tour One M3 will JBL wieder genau da glänzen, wo ein guter Over-Ear wirklich abliefern muss: unterwegs. Also im Zug, im Flieger, im Büro und überall dort, wo Dauerkomfort und Noise Cancelling wichtiger sind als Show-Design. Die Tour-Reihe ist bei JBL klar als Flaggschiff-Linie positioniert: viele Features, viel App-Kontrolle, und eine Abstimmung, die trotz kräftigem JBL-Charakter nicht aus dem Ruder laufen soll.

Spannend ist diesmal vor allem die Frage: Was kann JBL überhaupt noch verbessern, wenn die Vorgänger schon stark waren?

JBL beantwortet das auf zwei Ebenen: Zum einen über die klassischen Premium-Disziplinen wie Tragekomfort, Klang und aktives Noise Cancelling. Zum anderen, optional, über ein Reise-Feature, das man bislang eher von In-Ears kennt: Smart Tx, ein separater Audiosender, der sich per USB-C oder 3,5 mm an externe Audioquellen anschließen lässt und den Ton anschließend kabellos an die Kopfhörer überträgt. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die Quelle selbst kein (oder kein zuverlässiges) Bluetooth bietet, etwa bei Flugzeug-Entertainment oder bestimmten TV-Setups.

© PlayCentral.de

Wir haben die Tour One M3 ausführlich mit Fokus auf die Dinge getestet, die im Alltag wirklich zählen: Sitz, Bedienung, App-Stabilität, ANC-Performance, Sound-Tuning und Telefonie.

Magischen Merch entdecken! ✨

Zauberstäbe, Deko & Sammlerstücke – jetzt auf Zauberkram.de. 🧙‍♂️

Zum Shop

Spezifikationen des JBL Tour One M3 (inkl. Smart-Tx-Variante)

  • Modell: JBL Tour One M3 / Tour One M3 Smart Tx
  • UVP (Deutschland): 349,99 € (ohne Smart Tx) / 399,99 € (mit Smart Tx)
  • Bei MediaMarkt aktuell für 294,99 Euro im Angebot
  • Treiber: 40 mm dynamisch (Mica Dome)
  • Gewicht: ca. 278 g (laut Specsheet)
  • Frequenzgang: 10 Hz – 40 kHz
  • Bluetooth: 5.3, Multipoint; unterstützt LE Audio/LC3 (je nach Rollout)
  • Codecs: SBC, AAC, LC3, LDAC
  • ANC: True Adaptive Noise Cancelling 2.0 (8 Mikrofone)
  • Telefonie: 4 Beamforming-Mics + VoiceAware; u. a. Zoom-zertifiziert (laut Specsheet)
  • Spatial Audio: JBL Spatial 360 + Headtracking
  • Akku: bis 70 h ohne ANC / bis 40 h mit ANC; 5 Minuten laden = 5 Stunden (laut Specsheet)
  • Laden: USB-C
  • Kabelbetrieb: USB-C (digital, inkl. DAC) + 3,5 mm analog (über Smart Tx bzw. Kabel)
  • Personalisierung: Personi-Fi 3.0, 12-Band-EQ, L/R-Optimierung
  • Smart-Tx (im Bundle): Touchscreen-Transmitter, USB-C + 3,5 mm, Auracast-Sender, Akku bis 18 h
© PlayCentral.de

Was steckt hinter dem M3 und warum Smart Tx mehr ist als ein Gimmick

Der Tour One M3 ist die aktuelle Generation von JBLs Tour-One-Over-Ears und setzt in erster Linie auf das, was man in dieser Klasse erwartet: starkes ANC, hohen Tragekomfort und viele App-Funktionen. Neu ist dabei weniger ein radikaler Designbruch, sondern die konsequente Weiterentwicklung des Konzepts inklusive moderner Funktechnik und mehr Fokus auf die Nutzung unterwegs.

Der eigentliche „Aha“-Punkt ist jedoch Smart Tx. Dabei handelt es sich um einen separaten Audiosender, der sich per USB-C oder 3,5-mm-Klinke an eine Audioquelle anschließen lässt und den Ton anschließend kabellos an die Kopfhörer überträgt. Das ist überall dort hilfreich, wo Bluetooth entweder gar nicht vorhanden ist oder in der Praxis eher umständlich läuft wie zum Beispiel bei Flugzeug-Entertainment, manchen TV-Setups oder generell bei Geräten, an denen man sonst auf Kabel angewiesen wäre.

© PlayCentral.de

Zusätzlich unterstützt Smart Tx Auracast. Heißt: Eine Quelle kann ihren Ton an mehrere kompatible Empfänger gleichzeitig senden, praktisch zum Teilen von Audio, auch wenn diese Funktion im Alltag aktuell noch nicht flächendeckend verbreitet ist.

Design & Verarbeitung: Clean, reisefreundlich, aber nicht „Luxus“

Optisch wirken die Tour One M3 deutlich aufgeräumter und schlanker als viele andere Over-Ears in dieser Klasse. JBL verzichtet auf auffällige Deko-Elemente und setzt auf ein eher einheitliches, modernes Design, das passt im Alltag gut, egal ob im Büro oder unterwegs.

Bei den Materialien bleibt JBL pragmatisch: Das Gehäuse besteht weiterhin überwiegend aus Kunststoff. Das fühlt sich insgesamt stabil an, wirkt aber nicht wie ein „Luxus“-Produkt, bei dem sofort ein Metall- oder Premium-Finish dominiert. Dafür ist die Mechanik durchdacht: Die Ohrmuscheln lassen sich drehen, der Kopfhörer kann kompakt zusammengefaltet werden. Das sind genau die Art Details, die man auf Reisen schnell zu schätzen lernt.

In dem beiliegenden Transportcase könnt ihr das M3 bequem und sich verpacken. © PlayCentral.de

Dazu kommt ein Transportcase, das angenehm platzsparend bleibt, ohne beim Schutz zu geizen. Zubehör wie Kabel und Adapter findet darin ordentlich Platz, sodass im Rucksack nicht alles lose herumfliegt, ein kleines, aber im Alltag sehr wertvolles Plus.

Tragekomfort – einer seiner größten Pluspunkte

Mit rund 280 Gramm gehören die Tour One M3 zu den angenehm leichten Premium-Over-Ears und genau das spürt man sofort, sobald sie auf dem Kopf sitzen. Ich trage sie gerade während ich das schreibe, und mein Eindruck ist klar: Der Kopfhörer fühlt sich sehr leicht an, sitzt entspannt und bleibt auch nach längerer Zeit durchgehend angenehm, ohne dass er ständig „präsent“ wirkt.

Der Kopfbügel ist angenehm weich gepolstert. © PlayCentral.de

Dazu passt die Polsterung: Das weiche Kunstleder und der Memory-Schaum verteilen den Druck gleichmäßig, sodass die Tour One M3 nicht schnell anfangen zu drücken. Gerade bei einem Reisekopfhörer ist das extrem wichtig, denn wenn ein Over-Ear nach einer Stunde unbequem wird, verliert selbst starkes Noise Cancelling seinen Reiz.

© PlayCentral.de

Hier machen die Tour One M3 vieles richtig: mehrere Stunden tragen ist problemlos möglich, ohne dass ich das Bedürfnis habe, sie zwischendurch abzusetzen. Und auch wenn ihr zum Beispiel im Flugzeug eine Runde schlafen wollt, stört euch der M3 dank seiner kompakten Form nicht bei diesem Unterfangen.

Der Kopfbügel lässt sich an beiden Seiten großzügig in der Größe anpassen. © PlayCentral.de

Bedienung – klassisch am Kopfhörer, clever über Smart Tx

Ohne Smart Tx funktioniert die Bedienung ganz klassisch direkt am Kopfhörer: Tasten und Touch-Gesten übernehmen die wichtigsten Aufgaben wie Lautstärke, Titelwechsel, Anrufe sowie den Wechsel zwischen ANC- und Transparenzmodus. Im Alltag ist das genau so, wie man es in dieser Klasse erwartet – schnell erreichbar, ohne ständig zur App greifen zu müssen.

© JBL/PlayCentral.de

Der eigentliche Mehrwert kommt optional mit Smart Tx. Der kleine Audiosender wirkt wie ein „Bedien-Hub“: Du kannst Wiedergabe steuern, Modi wechseln und je nach Setup sogar Einstellungen anpassen, ohne das Smartphone in die Hand zu nehmen. Gerade auf Reisen oder am TV ist das überraschend praktisch, weil du nicht erst in Menüs oder Apps springen musst, sondern die wichtigsten Funktionen direkt dort hast, wo du sie brauchst.

© PlayCentral.de

App & Features – hier spielt JBL richtig aus

Wer den Tour One M3 wirklich ausreizen will, kommt um die JBL Headphones App kaum herum und das ist in diesem Fall auch keine lästige Pflicht, sondern einer der Bereiche, in denen JBL besonders stark ist. Statt nur ein paar Presets anzubieten, liefert JBL eine ganze Toolbox an Feintuning-Möglichkeiten, mit denen du den Kopfhörer sehr gezielt auf deine Vorlieben und deinen Alltag anpassen kannst.

Ein zentrales Feature ist Personi-Fi 3.0: Dabei machst du in der App einen kurzen Hörtest, aus dem JBL ein persönliches Klangprofil erstellt. Das klingt erst mal nach Marketing, kann aber tatsächlich sinnvoll sein, weil viele Menschen leichte Unterschiede zwischen linkem und rechtem Ohr haben. Genau hier setzt Personi-Fi an und versucht, das Klangbild entsprechend zu korrigieren.

© JBL/PlayCentral.de

Wer lieber selbst Hand anlegt, bekommt einen 12-Band-Equalizer, mit dem du den Sound sehr präzise formen kannst, nicht nur „mehr Bass“ oder „mehr Höhen“, sondern wirklich fein abgestimmt. Dazu kommt die Möglichkeit, links und rechts getrennt zu optimieren, was in der Praxis mehr ist als eine Spielerei, wenn du dein Setup wirklich auf dich zuschneiden willst.

Auch beim Thema Alltag-Komfort gibt’s sinnvolle Funktionen: Smart Talk erkennt, wenn du zu sprechen beginnst, und senkt (oder pausiert) die Musik automatisch. Das ist im Büro, beim Ticketkauf oder wenn dich jemand kurz anspricht, ohne dass du sofort am Kopfhörer herumdrücken musst durchaus praktisch.

Und beim Noise Cancelling bleibt es ebenfalls nicht bei „an/aus“: ANC und Transparenz lassen sich fein dosieren, inklusive Modi wie Ambient Aware (Umgebung bewusst durchlassen) und TalkThru (Stimmen stärker betonen), sodass du je nach Situation schnell den passenden Mix findest.

Unterm Strich ist das genau die Feature-Tiefe, die ich bei Premium-Modellen sehen will: nicht nur ein guter Grundsound, sondern genug Optionen, um den Tour One M3 wirklich an deinen Alltag anzupassen – und hier merkt man, dass JBL diesen Bereich klar priorisiert.

ANC & Transparenz – stark, aber nicht unangreifbar

True Adaptive ANC 2.0

Beim Noise Cancelling setzt JBL auf True Adaptive ANC 2.0. Statt nur „ANC an/aus“ zu bieten, passt der Kopfhörer die Geräuschunterdrückung dynamisch an die Umgebung an. Technisch arbeitet JBL dabei mit mehreren Mikrofonen (insgesamt 8), die Umgebungsgeräusche in Echtzeit erfassen und die Intensität entsprechend nachregeln.

Im Alltag funktioniert das genau so, wie man es von einem Reisekopfhörer erwartet: dumpfes Grundrauschen (Bahn, Bus, Motoren, Klimaanlagen) wird sehr effektiv reduziert, sodass Musik oder Podcasts nicht gegen die Umgebung „ankämpfen“ müssen. Bei Stimmen, Durchsagen oder plötzlichen lauten Geräuschen zeigt sich, wie bei praktisch allen ANC-Kopfhörern, die natürliche Grenze: Das wird deutlich gedämpft, aber nicht vollständig „weggezaubert“. Genau deshalb passt die Einordnung „stark, aber nicht unangreifbar“: Das Fundament ist richtig gut, aber Wunder sollte man bei Sprache und Spitzen nicht erwarten.

© JBL/PlayCentral.de

Klang – dynamisch, detailreich, mit typischer JBL-Energie

Klanglich bleiben die Tour One M3 klar in JBLs Komfortzone: lebendig, druckvoll und trotzdem erstaunlich kontrolliert. JBL setzt auf 40-mm-Treiber und kombiniert die Grundabstimmung mit vielen Optionen zur Personalisierung und genau dieses Zusammenspiel macht hier den Unterschied.

Grundabstimmung: Spaßfaktor mit sauberem Fundament

„Out of the box“ liefern die Tour One M3 ein Klangbild, das sofort funktioniert: kräftiger Bass, klare Details und insgesamt eine Abstimmung, die Musik nicht flach wirken lässt. Der Bass ist dabei nicht nur „viel“, sondern hat auch Punch, Kickdrums kommen druckvoll, der Subbass baut einen spürbaren Unterbau auf, ohne direkt alles zu überdecken.

© PlayCentral.de

Mitten & Stimmen: solide, aber abhängig vom Tuning

Stimmen und Instrumente sitzen grundsätzlich sauber im Mix, können je nach Song/Genre aber etwas weniger im Vordergrund stehen, wenn man den Bassanteil stark wirken lässt. Das ist typisch für eine Abstimmung, die eher „Spaß“ als Studio-Neutralität priorisiert. Wer viel Podcasts hört oder bei Gitarren/Stimmen maximale Präsenz will, kann die Mitten mit wenig Aufwand nach vorne holen. Genau hier sind die Tour One M3 stark, weil sie dir die Werkzeuge dafür geben.

Höhen: detailreich – bei sehr hoher Lautstärke potenziell zu viel

Die Höhen sind klar und feinzeichnend, was Details bei Vocals, Becken oder atmosphärischen Sounds schön herausarbeitet. Gleichzeitig gilt: Wenn man sehr laut hört, können die Höhen in manchen Tracks etwas spitz wirken. Das ist kein Dealbreaker, aber ein fairer Hinweis, vor allem für Leute, die gerne am Limit hören. Ein leichtes Zurücknehmen im EQ glättet das schnell.

EQ & Personi-Fi – hier wird der M3 noch besser

So gut der Klang direkt nach dem Auspacken schon ist: Die Tour One M3 gewinnen spürbar, wenn man sich kurz mit den Einstellungen beschäftigt. Der Equalizer erlaubt schnelle Korrekturen (z. B. etwas weniger Bass, etwas mehr Präsenz bei Stimmen), und Personi-Fi geht noch einen Schritt weiter: Die App erstellt ein personalisiertes Klangprofil, das auf dein Gehör zugeschnitten ist. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du kleine Unterschiede zwischen linkem und rechtem Ohr hast oder einfach „deinen“ Sweet Spot schneller treffen willst.

© JBL/PlayCentral.de

Kurz gesagt: Ohne Feintuning gut – mit Feintuning richtig rund.

JBL Spatial 360 + Headtracking – netter Bonus, kein Muss

JBL Spatial 360 ist bei den Tour One M3 eher ein Zusatzfeature als der Grund, warum man sie kauft, kann aber je nach Nutzung echt Spaß machen. Vor allem bei Filmen oder Games wirkt die Bühne etwas größer und „umhüllender“, als man es von normalem Stereo kennt.

Mit Headtracking bleibt diese virtuelle Bühne dabei stabiler: Wenn du den Kopf bewegst, „wandert“ der Sound nicht einfach mit, sondern wirkt eher so, als käme er weiterhin von vorne aus einer festen Richtung. Das kann bei Video-Inhalten überraschend gut funktionieren, ist aber trotzdem Geschmackssache.

Bei Musik gilt: Manche feiern den räumlicheren Effekt, andere empfinden ihn als leicht künstlich und bleiben lieber bei klassischem Stereo. Gut gelöst ist, dass JBL dir das nicht aufzwingt. Denn du kannst Spatial 360 aktivieren, wenn du Lust drauf hast, und es sonst einfach ignorieren.

Bluetooth, Codecs & Multipoint – starkes Technik-Paket

Technisch sind die Tour One M3 genau da, wo ein Premium-Kopfhörer 2026 sein sollte: Bluetooth 5.3, Multipoint und eine Codec-Auswahl, die sowohl Alltagsnutzer als auch Technik-Fans abholt. Standard-Codecs wie SBC und AAC sind natürlich dabei, spannend wird es aber vor allem mit LDAC. Damit lässt sich auf Android-Geräten in vielen Fällen hörbar mehr aus hochwertigen Streams oder lokalen Files herausholen, sofern Handy und Einstellungen mitspielen.

Dazu kommt LC3 im Kontext von LE Audio: Das ist eher ein „Zukunfts-Argument“ als etwas, das heute jeder ständig nutzt – aber es zeigt, dass JBL das Funkpaket modern aufstellt und nicht an der falschen Stelle spart.

Richtig alltagstauglich wird das Ganze durch Multipoint. Wer tagsüber am Laptop arbeitet und nebenbei am Smartphone erreichbar bleibt, wird es lieben, nicht ständig neu koppeln zu müssen. Einmal eingerichtet, wechselt der Kopfhörer flexibel zwischen den Geräten, genau so, wie man es im Alltag erwartet.

Mikrofon & Telefonie – stark im Büro, draußen situationsabhängig

JBL nimmt das Thema Telefonie bei den Tour One M3 sichtbar ernst: Zum Einsatz kommen vier Beamforming-Mikrofone, ergänzt durch einen Algorithmus zur Stimmfokussierung. Dazu gibt’s Features wie VoiceAware (du hörst deine eigene Stimme auf Wunsch leicht mit, damit man nicht „zu laut“ spricht) und laut Datenblatt sogar eine Zoom-Zertifizierung. Auf dem Papier ist das also klar als Premium-Paket gedacht.

Indoor / Meetings: sehr solide, teilweise richtig gut

In ruhigen Umgebungen wie Büro, Homeoffice, klassische Calls machen die Tour One M3 einen überzeugenden Job. Stimmen werden sauber übertragen, Gespräche bleiben verständlich und der Kopfhörer wirkt insgesamt so, als wäre er auch für längere Meetings gedacht und nicht nur „nebenbei“ für ein kurzes Telefonat. Genau in diesem Szenario merkt man, dass JBL mehr wollte als die typische Over-Ear-Standard-Telefonie.

Outdoor / Wind: ordentlich, aber nicht immer „Podcast-clean“

Draußen wird’s wie bei fast allen Over-Ears deutlich schwieriger. Wind und Verkehr sind die natürlichen Feinde jeder Bluetooth-Telefonie. Die Tour One M3 filtern hier zwar spürbar, aber man sollte nicht erwarten, dass das Ergebnis immer wie ein Studiomikro klingt. Für Anrufe unterwegs reicht die Qualität absolut aus, nur eben nicht in jeder Situation „perfekt“ und vor allem nicht immer auf dem Level, das man für Content-Aufnahmen bräuchte.

Akkulaufzeit – ein echtes Highlight

Bei der Akkulaufzeit spielt JBL mit den Tour One M3 ganz klar in der oberen Liga. Bis zu 70 Stunden ohne ANC und bis zu 40 Stunden mit ANC sind in der Premium-Klasse ein echter Ansage, vor allem, weil viele Konkurrenten bei aktivem Noise Cancelling deutlich früher schlappmachen. Das ist genau die Art Ausdauer, die im Alltag nicht nur „nice to have“ ist, sondern wirklich Stress rausnimmt: weniger Ladezyklen, weniger Kabelsuche, weniger „Mist, Akku leer“.

© PlayCentral.de

Dazu kommt ein weiterer Praxis-Pluspunkt: Schnellladen. Laut Angabe reichen 5 Minuten am Kabel für bis zu 5 Stunden Wiedergabe. Das ist ideal für die typischen Situationen, in denen man es eilig hat – kurz vor dem Zug, vor dem Flug oder einfach morgens, wenn man merkt, dass man gestern vergessen hat zu laden. Genau so sollte Schnellladen bei einem Reise-Kopfhörer funktionieren.

Fazit von Patrik Hasberg

Der JBL Tour One M3 ist ein Premium-Over-Ear, der weniger über „Status“ kommt, sondern über Alltagstauglichkeit und Funktionsumfang. Er sitzt sehr angenehm und leicht, bietet eine extrem starke Akkulaufzeit, ein modernes Bluetooth-Paket inklusive LDAC und eine App, mit der du Klang und Modi wirklich sinnvoll anpassen kannst. Dazu kommt ein Noise Cancelling, das im Alltag sehr effektiv arbeitet, genau das also, was man von einem echten Reisekopfhörer erwartet.

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist aber Smart Tx: Wenn du regelmäßig an Quellen hörst, bei denen Bluetooth nicht sauber läuft oder gar nicht verfügbar ist, wie etwa TV, PC oder Flugzeug-Entertainment, wird der Tour One M3 im Bundle spürbar flexibler als klassische Bluetooth-Modelle. Dieses Extra macht den Unterschied nicht im Datenblatt, sondern im Alltag.

Die Kehrseite: Bei der Materialanmutung wirkt der M3 trotz guter Verarbeitung nicht ganz so „Luxus“ wie manche Rivalen, und klanglich holt man oft erst mit EQ/Personi-Fi wirklich das Optimum heraus. Wer einfach nur „auspacken und fertig“ will, findet Alternativen, die sich noch einen Tick runder anfühlen, aber kaum eine ist insgesamt so vielseitig wie der Tour One M3.

✅ Pro

  • Sehr starke Akkulaufzeit (bis 70 h ohne / 40 h mit ANC)
  • Umfangreiche App-Features (Personi-Fi 3.0, 12-Band-EQ, L/R-Optimierung)
  • Modernes Funk-Paket (BT 5.3, Multipoint, LDAC, LC3)
  • Effektives ANC + gute Transparenz-/Talk-Modi
  • Smart-Tx als echtes Alleinstellungsmerkmal (TV/Flug/PC deutlich entspannter)
  • Hoher Tragekomfort bei relativ geringem Gewicht

❌ Kontra

  • Materialanmutung nicht ganz „Ultra-Premium“ fürs Preisschild
  • Höhen können bei hoher Lautstärke je nach Tuning etwas scharf wirken
  • ANC sehr gut, aber nicht in jedem Vergleich absolut #1
  • Outdoor-Telefonie kann je nach Wind/Umgebung schwanken

Feature-Monster mit Ausdauer: Der Tour One M3 ist JBLs smarter Premium-Over-Ear für alle, die ANC, langen Akku und maximale Flexibilität im Alltag wollen.

Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Neueste
Älteste Am meisten gewählt
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anschauen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"