PLAYCENTRAL TEST Dragon Age: Inquisition

Dragon Age: Inquisition: BioWare liefert ein riesiges, solides Rollenspiel ab

Von Patrick Hopp - Test vom 17.12.2014 17:53 Uhr

Während Dragon Age: Origins für viele Rollenspiel-Fans zu einem der besten Action-Rollenspiele der letzten 10 Jahre gehört, hat man mit dem Nachfolger Dragon Age 2 zu viel falsch gemacht. Die Spieler waren frustriert und hatten das Franchise schon fast aufgegeben. Als mit Dragon Age: Inquisition ein weiterer Ableger angekündigt wurde, waren viele Fans sehr skeptisch. Kann Entwickler BioWare der Reihe wieder zu altem Glanz verhelfen oder wird es erneut eine Katastrophe? Erste Bilder und Videos ließen hoffen und je mehr Material man zu sehen bekam, desto größer wurde diese Hoffnung. Mittlerweile ist einige Zeit seit der Veröffentlichung am 20. November vergangen und wir haben uns den Hoffnungsträger ganz genau angeschaut.

Zurück zu altem Glanz oder erneut enttäuschte Spieler?

Bereits auf der Gamescom 2014 konnte man den neuen Titel aus dem Hause BioWare in einer Demo antesten. Viele Besucher und ein Großteil der Fachpresse waren begeistert. Doch eine Demo ist eben nur ein kleiner Teil des Ganzen und kann oft trügerisch sein. Ein tatsächliches Urteil kann am Ende eben nur mit dem kompletten Spiel gefällt werden. Und genau hier liegt das Problem, Entwickler BioWare hat zumindest eine Sache geschafft, sie haben ein verdammt riesiges Spiel erschaffen. Problem übrigens deshalb, weil man unmöglich nach nur wenigen Spielstunden eine Aussage über den Titel treffen kann. Nach etwas mehr als 100 Stunden Spielzeit haben wir das Spiel abgeschlossen und dabei alles was wir finden konnten gemacht, und wir reden hier nur vom Singleplayer. Dazu kommt noch der Multiplayer, welcher zwar nur ein kleines Extra ist, aber dennoch seine Berechtigung hat. Wie auch immer unser Urteil am Ende ausfallen wird, eine komplette Enttäuschung gibt es dieses Mal nicht.

Alte Spielstände nachbauen leicht gemacht

Bevor wir uns dem eigentlichen Spiel widmen können, müssen wir über BioWares Lösung für das Importieren von Spielständen aus den Vorgängern sprechen. Genau wie bei der Mass Effect-Reihe, ist die Geschichte der einzelnen Dragon Age-Teile miteinander verwoben. Entscheidungen, die man im Verlauf des Spielens der beiden Vorgänger getroffen hat, sollen sich am Ende im neuen Teil widerspiegeln. Doch dabei ist BioWare auf einige Hürden gestoßen, eine der wichtigsten war die neue Konsolengeneration. Immerhin hat man Dragon Age: Origins und Dragon Age 2 noch auf der PlayStation 3 bzw Xbox 360 gespielt, während Dragon Age: Inquisition auch auf der PlayStation 4 und der Xbox One veröffentlicht wurde. Wie sollten Konsolenspieler ihre alten Spielstände nun auf die neuen Konsolen übertragen? Die Lösung des Entwicklers ist eine Website mit dem Namen Dragon Age Keep, auf der man seine Spielstände importieren und bearbeiten oder schlicht nachbauen kann. Jede Entscheidung aus den beiden Vorgängern kann einzeln angeschaut und bearbeitet werden. Auf diese Weise könnt ihr nicht nur eure alten Geschichten weiterführen, sondern diese hier und da noch verändern, falls euch die Entwicklung in eurem Spieldurchgang nicht gefallen hat. Habt ihr alles euren Wünschen nach eingerichtet, könnt ihr die "Welt" zum Importieren nach Dragon Age: Inquisition abspeichern.

 

Eine weitere Heldin wird geboren

Auch im dritten Teil der Dragon Age-Reihe dürfen wir uns wieder einen Helden nach unseren Vorstellungen erstellen. Nachdem Spieler über den aufgezwungenen Menschen im zweiten Teil sehr verärgert waren, entschied man sich dem Vorbild von Origins nachzukommen und bietet dieses Mal beide Geschlechter, vier Völker und fünf Klassen an. Bei den Völkern handelt es sich wie im ersten Teil um die Menschen, Elfen und Zwerge, neu dazugekommen sind die Qunari. Die Klassen sind ebenfalls mit Krieger, Schurke und Magier altbekannt, jedoch dürfen wir uns bei Krieger und Schurke für je zwei verschiedene Spielweisen entscheiden. Als Krieger haben wir die Wahl zwischen Einhandwaffe und Schild oder Zweihandwaffe. Schurken hingegen dürfen mit zwei Dolchen oder einem Bogen in die Schlacht ziehen. Nach unserer Wahl von Geschlecht, Rasse und Klasse wählen wir den Schwierigkeitsgrad aus. Mit Entspannt, Normal, Schwer und Albtraum haben wir vier mögliche Schwierigkeitsgrade zur Auswahl. Wir entscheiden uns für Normal und es folgt die Frage vom System, ob wir eine Welt aus der Dragon Age Keep laden wollen. Da wir uns im Vorfeld eine Vorlage auf Basis alter Spielstände erstellt haben, klicken wir einfach auf Ja und es geht weiter.

Nach einer kurzen Videosequenz sind wir in der eigentlichen Charaktererstellung angekommen. Jetzt können wir unserer Heldin ein passendes Aussehen und Stimme verpassen, denn man hat die Wahl zwischen zwei Synchronstimmen, sowohl bei männlichen als auch weiblichen Charakteren. Schnell bemerken wir, dass der Editor um einiges umfangreicher ist, als es bei den Vorgängern noch der Fall war. Bei einigen Einstellungen haben wir nicht nur einfach einen Regler, der unser Erscheinungsbild durch das Verschieben nach links oder rechts verändert, sondern können auf der rechten Bildschirmhälfte auf einem quadratischen Feld einen Regler in alle Richtungen manövrieren und so unser Aussehen viel detaillierter einstellen. Neben den üblichen Dingen wie Frisur, Haarfarbe, Augenfarbe, Nase, Ohren und was es sonst noch so gibt, können wir aus einer Vielzahl an Tätowierungen und Narben wählen und uns sogar ein komplettes Make Up verpassen. Nachdem wir unsere Heldin unseren Vorstellungen entsprechend angepasst haben, geht es auch schon weiter.

 

Verderbnis oder Magier und Templer, worum geht es den eigentlich?

Wer die Story der ersten beiden Teile genau verfolgt hat, wird gespannt darauf warten, worum es in Dragon Age: Inquisition eigentlich geht und welche Rolle man dieses Mal einnimmt. Nach einer Verderbnis, der dunklen Brut und den grauen Wächtern, folgte die Geschichte des Champions von Kirkwall und dessen Verwicklung im Kriegsausbruch zwischen Templern und Magiern. Es gilt in große Fußstapfen zu treten und aus unserer Sicht hat man das geschafft. Es beginnt alles etwas merkwürdig als wir unsere Heldin dabei beobachten wie sie zuerst von Spinnen gejagt , dann von einer Frau aus gleißendem Licht gerettet und anschließend gefangen genommen wird. Wo genau sind wir da hineingeraten? Doch kaum haben wir uns diese Frage gestellt, treten Cassandra Pentaghast und Leliana in den Raum und bombardieren uns mit Fragen und Schuldzusprüchen.

Beide Damen sind uns bereits bekannt. Cassandra war als Sucherin in Dragon Age 2 diejenige, welche Zwerg Varric verhört und nach der Geschichte des Champions von Kirkwall befragt hat. Leliana hingegen kennen wir aus Origins, wo wir sie als Anhängerin der Kirche in Lothering kennengelernt und in die Gruppe aufgenommen haben, wodurch sie Bestandteil des Siegeszuges unseres grauen Wächters über die Verderbnis wurde.

Nach einem kurzen Gespräch, in dem wir das für die Geschichte so wichtige Mal auf unserer Hand entdecken, erfahren wir den Grund unserer Gefangenschaft. Es sollte ein Friedensgespräch zwischen Templern und Magiern geben, nachdem der Krieg zwischen den beiden Parteien am Ende von Dragon Age 2 ausgebrochen ist. Dieses Treffen wurde durch eine gewaltige Explosion erschüttert, bei dem alle starben außer uns. Genau das ist das Problem, jeder glaubt nämlich, dass wir diese Explosion verursacht haben. Kurz darauf führt uns Cassandra zum Ersten von den vielen grünen Rissen im Spiel. Wie sich herausstellt, können nur wir diese Risse dank des Males auf unserer Hand schließen. Neben den vielen kleinen Rissen gibt es einen extrem großen am Himmel über dem Tempel, wo das Treffen stattgefunden hat. Dieser gewaltige Riss wird als Bresche bezeichnet und stellt im ersten Teil des Spiels unser Hauptziel dar.

Zwar hält man uns weiterhin für schuldig, doch werden wir schnell Teil der Streitkräfte, welche sich um Sucherin Cassandra versammelt haben. Natürlich nehmen wir dabei im Verlauf des Spiels eine immer zentralere Rolle ein und werden am Ende der Befehlshaber, auch besser bekannt als Inquisitor. Mit dieser machtvollen Position liegt es nun an uns, das Chaos in der Welt wieder zu bereinigen und die Ordnung wiederherzustellen.

 

Semi Open World, gut oder schlecht?

Zwar war Dragon Age: Origins nicht wirklich für seine große begehbare Welt bekannt, doch nachdem sich BioWare im zweiten Teil mit extrem kleinen Arealen, Schlauchleveln und der immer wieder gleichen Karten für verschiedene Orte einen regelrechten Shitstorm der Community anhören musste, wollte man es jetzt besser machen. Und obwohl die Open World-Spiele momentan voll im Trend liegen, sollte es in Dragon Age: Inquisition dann doch nicht wirklich Open World werden. Stattdessen hat man, genau wie bereits im ersten Teil, auf einzelne anwählbare Areale gesetzt, welche teilweise extrem große Karten bieten. Eines der ersten Gebiete, die man besucht, ist das Hinterland. Schnell stellt man fest, dass man hier einige Zeit mit laufen verbringen wird. Kein Wunder, dass man sich beim Entwickler dafür entschieden hat, Reittiere und Schnellreisen ins Spiel einzubauen.

Doch groß ist nicht gleichbedeutend mit viel Inhalt. In den Hinterlanden haben wir tatsächlich einige Stunden verbracht, neben den Quests die man von der Inquisition erhält, lassen sich einige Nebenquests erledigen, Risse schließen und andere Spielereien finden. Unter anderem können wir Sehenswürdigkeiten mit Standarten markieren, neue Lager der Inquisition aufschlagen oder das Minispiel der Astrarien erledigen, um eine geheime Höhle zu öffnen. Auch haben wir die Möglichkeit eine Menge Pflanzen und Erze zu sammeln, die wir für unser Handwerk brauchen. Erwähnte Lager dienen uns übrigens als Schnellreisepunkte, auf die wir zu jeder Zeit von jedem Ort über die Karte zugreifen können. Außerdem können wir hier unsere Tränke und Elixiere wieder auffüllen, unsere Gruppe vollständig heilen und Nebenquests der Inquisition annehmen. Durch das Abschließen der verschiedenen Aufgaben in den Gebieten erhalten wir übrigens Machtpunkte, mit denen wir später Missionen am Kommandotisch starten können.

Nachdem wir eine Menge Spaß und viel Beschäftigung in den Hinterlanden gefunden haben, geht es ins nächste Gebiet, die Sturmküste. Auch hier haben wir einige Zeit verbracht mit sammeln von Materialien, erkunden von Höhlen, markieren von Sehenswürdigkeiten und wir wurden Zeugen eines Kampfes zwischen einem Riesen und einem Drachen. Doch irgendwie bemerken wir sehr schnell, dass etwas fehlt. Und je mehr Gebiete wir besuchen, desto mehr wird es uns bewusst, wir wiederholen immer und immer wieder dieselbe Prozedur. Und genau deshalb berechtigterweise die Aussage, groß bedeutet eben nicht viel Inhalt. Während man in Dragon Age: Origins auf den doch recht kleinen Karten wirklich zugebombt wurde mit spannenden und interessanten Quests die einen irgendwie gefesselt haben, gibt es in Inquisition für die Größe der Karten kaum Nebenquests zu entdecken. Und selbst wenn es welche gibt, fehlt das gewisse Etwas, sie fesseln einfach nicht und sind uns inhaltlich teilweise sogar völlig egal. Hat man bei BioWare Storyinhalte für viel Platz eingetauscht? Dabei haben die Gebiete so viel Potenzial für mehr. Beispielsweise trifft man kaum auf NPCs und besucht nur eine Stadt, welche auch noch recht klein ist und praktisch keinen Inhalt hat außer einigen Händlern. Optisch hingegen sind alle Gebiete eine wahre Augenweide, man ertapt sich doch immer wieder dabei, wie man stehen bleibt und die Aussicht genießt. Damit hat man auf jeden Fall alles richtig gemacht.

Unsere Antwort auf die Frage gut oder schlecht ist also nicht eindeutig. Gut, wenn es um die tollen atmosphärischen Gebiete geht, in denen man viel entdecken und sich bewegen kann. Schlecht, wenn es darum geht, wie diese Gebiete inhaltlich gefüllt sind. Als Rollenspiel-Fan bekommt man hier leider viel zu wenig geboten.

 

Einsamkeit ist uns fremd!

Eines der wichtigsten Merkmale von BioWare Spielen sind die Begleiter und generell ihre Charaktere. Besonders toll für einen Spieler ist es, wenn er auf Figuren trifft, denen man bereits in den Vorgängern begegnet ist. Und Dragon Age: Inquisition, hat davon eine Menge zu bieten. So treffen wir, wie bereits erwähnt, auf Leliana, die bereits im ersten Teil ein beliebter Begleiter und von den Fans gefeierter Charakter war. Nicht zuletzt, wegen ihrem Lied am Lagerfeuer, dass ihr euch hier anhören könnt. Die ehemalige Bardin und Kirchen-Schwester, schloss sich den Grauen Wächtern gegen die Verderbnis an und steht euch nun als Berater und oberste Spionin zur Seite. Ebenfalls bekannt ist Geschichtenerzähler Varric, welcher sich an der Seite des Champions von Kirkwall in Dragon Age 2 in die Herzen der Fans kämpfte. Der Zwerg ist noch immer ein Gast von Sucherin Cassandra, nachdem diese ihn zu den Vorkommnissen in Kirkwall befragt hatte. Wie immer hat er stets einen flotten Spruch auf den Lippen und ist euch dank seines guten Herzens treu ergeben. Da wir natürlich nicht zu viel verraten wollen und nicht jeden hier aufzählen können nur so viel, man begegnet einer Menge alter Gesichter.

Aber was wäre ein neues Spiel ohne neue Freunde? Auch an neuen Gruppenmitgliedern soll es nicht mangeln, immerhin werden uns zusammen mit Cassandra und Varric weitere sieben Begleiter im Verlauf des Spiels an die Hand gereicht. Außerdem gibt es zahlreiche Berater, Helfer und Gastauftritte. Und natürlich gibt es wie gewohnt die Option eine Romanze mit einem ausgewählten Charakter einzugehen. Neu dabei ist, dass man dieses Mal nicht nur mit Gruppenmitgliedern anbandeln kann. Generell lohnt es sich immer mal wieder mit den Begleitern zu sprechen, um so die Freundschaften zu vertiefen oder Quests zu erhalten.

Debatten im Ratsraum und Missionen am Kommendotisch

Neben den stundenlangen Aufenthalten in den verschiedenen Gebieten kehren wir natürlich immer wieder in unsere Heimatbasis zurück. Als Anführer obliegt es uns unsere Anhänger auf Missionen zu entsenden, die unseren Spielverlauf mal mehr und mal weniger beeinflussen. Zur Seite stehen uns dabei unsere drei Berater Josephine, Leliana und Kommandant Cullen. Jeder der Drei bietet uns für Missionen eine andere Option an, je nachdem verändert sich das Ergebnis, die Belohnung und die Zeit, die diese andauert. Josephine ist als Adelige immer auf einen diplomatischen Weg aus und bietet dabei Gefallen, Bestechungen und Tauschhandel an. Leliana sucht als Spionin und ehemalige Attentäterin oft nach radikaleren Lösungen und bietet heimliches Belauschen oder auch mal einen Mord an. Kommandant Cullen schickt grundsätzlich seine Soldaten los, sei es zum Schutz, zum Aufbau oder um Kämpfe auszutragen. Wie bereits erwähnt variieren die Zeitangaben bei einer Mission je nach Berater sehr, aber auch generell sind diese bei allen Aufgaben sehr unterschiedlich. Einige sind nach 15 Minuten erledigt und bei anderen dauert es 15 Stunden, Echtzeit wohlbemerkt. Der Inhalt einer Mission kann übrigens ganz trivial sein oder gravierend für die Entwicklung der Geschichte und des Vorankommens im Spiel. Beispielsweise gibt es in manchen Gebieten Stellen, an denen man nicht weiterkommt. Diese kann man dann mit einer Standarte markieren und erhält eine Mission welche nach beenden den Zugang gewehrt.

 

Klassen, Ausrüstung und eine Vielfalt an Möglichkeiten

Die Klassenwahl zu Beginn des Spiels ist nur der erste Schritt in dem sehr komplexen Aufbau des eigenen Charakters. Jeder Klasse stehen am Anfang drei Talentbäume zur Wahl, in die wir nach einem Stufenaufstieg unseren Talentpunkt investieren können. Dabei müssen wir uns nicht auf einen Baum festlegen, sondern können, ähnlich wie im zweiten Teil, nach Belieben unsere Punkte in die verschiedenen Skilltrees setzen. Im späteren Verlauf erhalten wir die Möglichkeit einen weiteren von drei Talentbäumen freizuschalten. Dazu bekommen wir drei 'Lehrer' die uns jeweils eine Aufgabe stellen, je nachdem welche Spezielisierung wir bevorzugen, muss die passende Aufgabe gelöst werden. Teil dieser Aufgaben ist es das passende Buch zu finden. Kleiner Tipp, eure Begleiter sind Hilfreich dabei. Und wo wir gerade bei Begleitern sind, diese erhalten auch jeder einen neuen Talentbaum.

Neben den Skilloptionen haben wir natürlich noch die Ausrüstung, auch hier unterscheiden sich die Klassen. Als Magier tragen wir leichte, als Schurke mittelschwere und als Krieger schwere Rüstungen. Neben der eigentlichen Rüstung können wir noch einen Helm tragen und vier Accessoires. Diese bestehen aus zwei Ringen, einem Amulett und einem Gürtel. Bei den Waffen sind wir nicht komplett gebunden, als Schurke können wir weiterhin zwischen Dolchen und Bogen wählen und als Krieger zwischen Zweihandwaffe und Einhandwaffe und Schild. Egal für was man sich beim Erstellen des eigenen Helden entschieden hat, man kann weiterhin zwischen beiden Optionen entscheiden. Falls man zwischendurch wechseln möchte, gibt es beim Schmied in der Basis ein spezielles Amulett zu kaufen, mit dem man seine Talentpunkte zurücksetzen kann.

Ausrüstung gibt es, wie in jedem guten Rollenspiel, in verschiedenen Qualitätsstufen. Es gibt Grau, Blau, Violett und Gelb. Graue Ausrüstung ist der Standard, den man überall im gesamten Spiel finden kann. Dafür gibt es kaum nennenswerte Vorteile, wie Aufwertungsslots oder extra Werte. Blaue Gegenstände sind anfangs etwas seltener, werden aber später immer häufiger zu finden sein. Außerdem bieten diese häufig Slots für Runen und Aufwertungen und haben extra Werte. Violette Ausrüstung ist am seltensten und bietet alle Vorteile von blauen Gegenständen, nur eben besser. Man erhält diese sehr selten, etwa durch das Besiegen eines Drachen oder in versteckten Höhlen. Zuletzt gibt es die Gelben Items, welche durch das Handwerk entstehen. Sie können je nach Bauplan und Materialien die gleiche Qualität wie blaue oder sogar violette Ausrüstung haben.

 

Taktische Kamera kein muss, aber hilfreich

Eine Diskussion war schon immer das Kampfsystem der Dragon Age-Titel. Während die einen die taktischen Kämpfe aus Origins und die damit verbundene Kamera von oben samt Pause für ein absolutes Muss halten, waren viele von den etwas actionlastigeren Kämpfen in Dragon Age 2 sehr angetan. Deshalb hat man versucht einen guten Mittelweg für beide Fraktionen zu finden, was aus unserer Sicht gelungen ist. Bei unserem Spieldurchgang auf der Stufe Normal, haben wir die taktische Ansicht nie gebraucht und nur selten den Kampf pausiert. Trotzdem ist es ein 'Nice to have' und wird auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden sicherlich mehr zum Einsatz kommen. Auch kann man wieder einige Einstellunegn bei den Gruppenmitgliedern vornehmen wie sie sich in bestimmten Fällen verhalten sollen, allerdings ist es lange nicht mehr so umfangreich wie noch in den Vorgängern. Generell sind die Kämpfe im dritten Teil deutlich zäher und sogar die ersten Gegner im Spiel werden zur Herausforderung. Besonders, wenn es gegen einen Bossgegner oder die hohen Drachen geht, ist Vorsicht geboten und man sollte immer gewappnet sein, denn einfach zu besiegen sind diese nicht.

Selber machen leicht und schnell

Auch wenn die Vorgänger eine Art von Handwerk geboten haben, so waren diese nie so umfangreich wie in Inquisition. Insgesamt hat man drei verschiedene Handwerksmöglichkeiten, Waffenbau, Rüstungsbau und Alchemie. Um einen Gegenstand zu erstellen, benötigt man zuerst mal einen Bauplan, diese findet man überall in der Welt. Hat man einen solchen Bauplan, kann man ihn beim Schmied am Waffen- bzw. Rüstungsstand anwählen und dann aus den gesammelten Materialien mit den passenden Werten auswählen. Die Materialien lassen sich in die Kategorien Stoffe, Leder und Erze unterteilen. In jedem Gebiet des Spiels können andere Materialien gefunden werden, weshalb es sich lohnt, immer fleißig alles einzusammeln. Da eine ganze Menge davon gebraucht wird, kommt man um das Einsammeln ohnehin nicht herum. Später gibt es Baupläne, bei denen ein extra rotes Feld verfügbar ist, hier kann ein meisterliches Material hinzugefügt werden. Meisterliche Materialien sind sehr selten und teilweise sogar einzigartig, weshalb sie nicht leichtfertig verwendet werden sollten. Neben der eigentlichen Ausrüstung können  zudem Aufwertungen gebaut werden. Hat man beispielsweise ein Einhandschwert mit 2 Slots, können ein Griff und eine Rune angebaut werden. Auf diese Weise lassen sich Waffen und Rüstungen mit passenden Werten modifizieren. Auch Aufwertungen werden mit Bauplänen und passenden Materialien gebaut.

Ganz anders verhält es sich mit der Alchemie. Hier gibt es zwei Faktoren, auf die man achten muss. Zum einen kann man am Alchemietisch in der eigenen Basis Tränke und Elixiere aufbessern. Dazu benötigt man immer eine bestimmte Sorte und Anzahl von Kräutern. Zum anderen gibt es in jedem Lager einen Tränketisch, an diesem kann man Gruppenmitgliedern jeweils einen bzw. zwei Arten von Trank oder Elixier zuweisen. Je nach Trank oder Elixier kann man immer eine bestimmte Menge tragen.

 

85
Dragon Age: Inquisition im Test

Fazit und Wertung von Patrick Hopp

BioWare hat ein gutes Rollenspiel abgeliefert, das den Spieler bis zu 100 Stunden im Spiel fesseln kann. Leider wird ein Großteil der Spielzeit aber mit den immer gleichen Abläufen gefüllt, wie das Markieren von Sehenswürdigkeiten und Einsammeln von Scherben. So groß und hübsch die Gebiete auch geworden sind, es fehlt ihnen an Tiefe und Lebendigkeit. Ich vermisse schmerzlich das typische Dragon Age-Gefühl – dieses Suchen und Schmachten nach Geschichten. In Origins hat mich jeder noch so kleine Nebencharakter brennend interessiert, ich habe nicht nur die Hauptstory, sondern jede Nebenquest förmlich aufgesaugt.

In Inquisition gibt es das nicht, die wenigen NPCs die einem in den Gebieten über den Weg laufen, sind kaum beachtenswert und von Geschichten fehlte jede Spur. Lediglich die an die Hauptstory angesiedelten Quests waren wirklich interessant, wie zum Beispiel das Schicksal der Grauen Wächter und deren Festung oder der Besuch am kaiserlichen Hof. Die Hauptstory hat mich durch das Spiel gezogen und hat wirklich Spaß gemacht, doch das Potenzial und die Möglichkeiten dieses doch so großen Spiels wurden nicht genutzt. Alles in allem hatte ich durchaus meinen Spaß, musste mich aber hier und da durch die Gebiete quälen. Ansonsten gibt es kaum etwas Negatives zu sagen. Die typischen Clippingfehler solcher Spiele sind nichts Neues, viel störender sind da die am Ende eines Satzes abgehackten Wörter der deutschen Synchronisation. Und das Varric und Dorian in ihren Gesprächen unterwegs alle 5 Minuten die gleiche Wette abschließen, muss auch nicht sein.

Pro

+Tolle Hauptstory und Charaktere
+Atmosphärisch gelungene Gebiete
+Umfangreiches Klassen- und Ausrüstungssystem
+Kampfsystem sowohl actionlastig als auch taktisch nutzbar
+Deutsche Vertonung und Soundtrack gelungen

Contra

-Gebiete wirken verhältnismäßig leer
-Kaum interessante Nebenquests und Geschichten
-Ab und zu abgehackte Wörter am Ende eines Satzes
-Begleiter wiederholen ihre Gespräche immer wieder
-Viele Clippingfehler

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PUBLISHER Electronic Arts
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