PLAYCENTRAL PREVIEW DmC – Devil May Cry

DmC – Devil May Cry: So habt ihr Dante noch nie gesehen

Von Yannick Arnon - Preview vom 15.08.2012 20:32 Uhr

"Was zum Henker, soll das etwa Dante sein?" war die erste Reaktion vieler eingefleischter Fans auf die Enthüllung von DmC – Devil May Cry vor zwei Jahren auf der Tokio Game Show. Nicht gerade die beste Ausgangsposition für den britischen Entwickler Ninja Theory, bei dem Capcom den neuesten Teil der Hack'n'Slash-Reihe in Auftrag gab. Dabei waren die letzten Werke des Studios, darunter Heavenly Sword auf der PlayStation 3 und die Multiplattformveröffentlichung Enslaved: Odyssey to the West, doch mehr als ansehnliche Action-Titel. Wir haben Dantes neuesten Streich auf der gamescom 2012 unter die Lupe genommen und verraten euch, ob der Halbdämon immer noch für erstklassige Unterhaltung steht.

Neuer Entwickler, neuer Anfang, neues Glück?

DmC – Devil May Cry ist nicht etwa die Vorgeschichte zum eigentlichen Prequel der Reihe, nämlich Devil May Cry 3, sondern vielmehr ein komplett neues Reboot, mit dem Ninja Theory sich an einer eigenen Interpretation der Marke versuchen darf. Aus diesem Grund sieht Dante nicht mehr wie gewohnt aus und auch seine Herkunft hat man etwas abgeändert. Der schwarzhaarige Jungspund mit der Union Jack-Jacke ist nun nicht nur der Sohn Spardas, eines legendären Kriegers aus der Dämonenwelt, seine Mutter Eva hat man kurzerhand von einer Sterblichen zu einem Engel gemacht. Dementsprechend kann sich Dante jetzt neben dem bekannten Devil Trigger auch in einen Engel verwandeln, was seine Move-Palette beeinflusst. Beiden Transformationen ist ein spürbarer Kräfteschub gemein, der deshalb nur für kurze Zeit anhält und erst nach dem Füllen einer Combo-Leiste zur Verfügung steht. In diesem Modus färben sich Dantes Haare wieder weiß, sodass er dem vertrauten Design etwas mehr gleicht. Beim Gameplay selbst hat sich nicht viel getan. Dante wehrt sich gegen sinistre Dämonen mit Nahkampf- und Schusswaffen, selten habt ihr weniger als ein Dutzend Gegner am Hals. In der Demo führte Dante klassisch ein langes Schwert und seine Markenknarren Ebony & Ivory mit sich, das Schwert kann sich bei härteren Angriffen auch in eine Axt oder eine Sense verwandeln, je nachdem in welchem Zustand Dante sich befindet. Schnelle Reaktionen und präzise Attackenkombinationen sind geboten, sonst werdet ihr wohl kaum Land sehen. Der Schwierigkeitsgrad war schon immer ein Aushängeschild der Reihe, von der westlichen Version des dritten Teils musste sogar eine Special Edition nachgereicht werden, weil viele Gamer selbst mit dem leichtesten enthaltenen Schwierigkeitsgrad überfordert waren.

Zwischen euch und dem Abspann stehen nicht nur Höllenfürst Mundus samt Anhängerschaft, sondern auch der Schauplatz des Geschehens selbst. Denn die Stadt Limbo City trachtet unserem Protagonisten genauso nach dem Leben wie die infernalen Kreaturen, derer ihr euch erwehren müsst. Regelmäßig verändert sich eure Umgebung, um euch zusätzliche Stolpersteilene in den Weg zu legen. Meistens um mit ein paar Jump & Run-Einlagen das Gameplay aufzulockern, zum Beispiel wenn unter euch der Boden wegbröckelt und ihr auf den Trümmern einen Lavasee überqueren müsst. Bei der Fortbewegung hilft eine Art Greifhaken, mit der Dante sich zu bestimmten Ankerpunkten hinziehen konnte. Den Großteil der Spielzeit beanspruchen die Kämpfe, in denen auch in DmC viel wert auf Style und Ratings gesetzt wird. Je länger ihr kontinuierlich eure Attacken miteinander verbindet, desto besser fällt auch die Bewertung aus, von D wie "Dangerous" bis SSS wie "SSStylish". Wie in Ninja Gaiden 3 wechselt das Geschehen nach harten Attacken kurzzeitig in Slow Motion und die Kamera zoomt etwas heran, ganz so nervig wie in Ryu Hayabusas letztem Abenteuer ist uns dieses Feature nicht aufgefallen. Was die Kämpfe angeht scheint Ninja Theory bis hierhin alles richtig gemacht zu haben.

Ebenfalls gezeigt wurde der Kampf gegen den ersten Bossgegner des Spiels, den Sukkubus Poison. Poison sieht aus wie eine Art Kokon mit zahlreichen Armen, deren Unterseite mit einer Kette an der Decke befestigt ist. Nach kurzem Vorgeplänkel und dem Austausch einiger "Fuck You!"s kommt es endlich zum Kampf. Der Außenkokon absorbiert alle Angriffe, der eingezogene Kopf ist ihr Schwachpunkt. Der Spieler muss ihr also genug Schaden zufügen, bis Dante sie mit einem Dropkick ins Gesicht kurzzeitig ausknockt. Dann wollen die Ketten an der Decke mit dem Greifhaken gekappt werden, aber Obacht: Poison versucht euch zu packen und kann die komplette Plattform, auf der ihr steht, mit ihrer giftigen Kotze bedecken, weshalb ihr mit dem Grappling Hook auf eine andere Plattform fliehen müsst. Während des Kampfes stellt eure Gegnerin ein beeindruckendes Vokabular unter Beweis, Sprüche wie "I'll break your neck and shove it up your arsehole!" bekommt man nicht alle Tage in einem Spiel zu hören. Dantes Mutter Eva wird von den Dämonen regelmäßig als Hure bezeichnet und es macht sicher großen Spaß eine Strichliste anzulegen, wie oft das F-Wort in Dialogen verwendet wird.

Im Vergleich mit früheren Titeln erscheint das Spielgeschehen spürbar langsamer. Das liegt in erster Linie daran, dass die verwendete Unreal 3-Engine nur eine Bildwiederholrate von 30 Frames pro Sekunde erlaubt, während Devil May Cry 1-4 durch die Bank weg mit 60 fps laufen. Auch wenn der Over-The-Top-Faktor erhalten bleibt fällt es trotzdem negativ ins Gewicht, wenn beim Tempo zugunsten der Grafik Abstriche gemacht werden müssen. Dabei finden nicht nur Grafikfetischisten an der Optik Gefallen, besonders die sich ständig im Wandel befindende Spielwelt ist ein richtiger Hingucker. Auch dem Soundtrack hat man umgekrempelt, anstelle der gewohnten Goth-Rock-Stücke bekommt man nun Electronica und Techno Im Laufe der Story wird sich Dante voraussichtlich der Widerstandsbewegung The Order anschließen, die es sich zum Ziel gemacht hat Mundus und der Herrschaft der Dämonen ein Ende zu bereiten. Der maskierte Anführer der Gruppe wurde vor kurzem Anfang der Woche als eine Reboot-Version von Dantes Zwillingsbruder Vergil enthüllt, der zwar dieselben Fähigkeiten besitzt, aber jetzt zum ersten Mal mit seinem verloren geglaubten Bruder wiedervereint wird. Devil May Cry 3: Special Edition machte ihn zu einem spielbaren Charakter, ob er auch in DmC spielbar sein wird – vielleicht sogar mit eigener Kampagne – will Capcom noch nicht bestätigen.

Fazit

Ganz ehrlich, mit dem neuen Design von Dante kann ich mich immer noch nicht anfreunden. Capcom begründet die Entscheidung damit, dass man die Marke Devil May Cry auch für eine jüngere Zielgruppe interessant machen möchte. Ob das nun wirklich notwendig ist sei nun dahingestellt, da der Aufschrei über die Neuausrichtung bei der Enthüllung dann doch lauter war als die positiven Reaktionen, aber sei's drum. Das Gameplay sieht nach wie vor anständig aus und Dante fegt mit abgedrehten Combos über den Screen, wenn auch nur mit halber Bildwiderholrate. Ob dieser Neuanfang dann endgültig überzeugen kann und ob Capcom die angepeilten zwei Millionen verkauften Einheiten schafft, wird sich beim Release im Januar zeigen.

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