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Assassin’s Creed Black Flag Resynced im Test: Dieses Piratenabenteuer wollte ich seit Odyssey spielen!

Schleichen und Kämpfen in modernisierter Form

Auch abseits des Wassers merkt ihr, dass Ubisoft nicht einfach die ursprünglichen Systeme übernommen hat. Nahkampf, Parkour und Stealth wurden auf Basis moderner Serientechnik neu aufgebaut.

Edward kann Gegner markieren, im hohen Bewuchs verschwinden und die Umgebung beobachten. Attentate aus erhöhter Position, Verstecke und Ablenkungen ermöglichen unterschiedliche Wege zu einem Ziel. Das Schleichen fühlt sich insgesamt verständlich und zugänglich an.

Die offenen Kämpfe setzen stärker auf Paraden und anschließende Konter. Erfolgreich abgewehrte Angriffe eröffnen die Gelegenheit für wuchtige Takedowns. Pistolen und Wurfwaffen lassen sich zudem schneller in laufende Auseinandersetzungen einbinden.

Mit der Pistole kann sich Edward schnell nerviger Gegner entledigen.© Ubisoft

Das System ist deutlich moderner inszeniert, erreicht aber nicht die taktische Tiefe eines anspruchsvollen Action-Rollenspiels. Viele normale Gegner lassen sich mit sicheren Paraden und Kontern relativ problemlos besiegen. Größere Gruppen werden gefährlicher, ohne den Schwierigkeitsgrad grundsätzlich in die Höhe zu treiben.

„Resynced“ möchte euch in erster Linie unterhalten und die Fantasie eines kampferprobten Piraten erfüllen. Diesem Anspruch wird das Kampfsystem gerecht. Wer besonders komplexe Duelle oder eine tiefgehende Charakterentwicklung erwartet, dürfte es allerdings schnell als etwas oberflächlich empfinden.

Gelegentlich erinnert das grundlegende Missionsdesign weiterhin an die Herkunft aus dem Jahr 2013. Ihr verfolgt Zielpersonen, belauscht Gespräche oder bewegt euch durch klar erkennbare Sperrbereiche. Ubisoft entschärfte einige der damaligen Frustpunkte: Fehler bei Verfolgungs- und Lauschmissionen führen nicht mehr zwangsläufig zur sofortigen Desynchronisation, und verschiedene Situationen bieten mehr Handlungsspielraum.

Dadurch spielt sich „Resynced“ wesentlich angenehmer, ohne seinen ursprünglichen Aufbau vollständig abzulegen.

Spektakuläres Wetter mit einem kleinen Glaubwürdigkeitsproblem

Grafisch gehört „Black Flag Resynced“ für mich zu den schönsten bisherigen Ablegern. Besonders Wasser, Beleuchtung, Vegetation und Wetter profitieren von der modernen Technik.

Bei ruhiger See spiegeln sich Sonnenlicht und Wolken auf dem Wasser. Tropische Inseln wirken durch ihre dichte Vegetation angenehm lebendig. In den Städten herrscht geschäftiges Treiben, während auf den Plantagen Arbeiter, Soldaten und Tiere unterwegs sind.

© Ubisoft

Richtig spektakulär wird es, wenn das Wetter umschlägt. Innerhalb kurzer Zeit türmen sich dunkle Wolken auf, der Wind wird stärker und gewaltige Wellen treffen die Jackdaw. Tornados ziehen über das Meer, Blitze erhellen den Himmel und Regen peitscht über das Deck.

Solche Situationen gehören visuell zu den stärksten Momenten des Spiels. Eine Fahrt durch einen schweren Sturm vermittelt eine Wucht, die kaum ein anderer Serienteil erreicht.

Allerdings übertreibt es „Resynced“ für meinen Geschmack mit der Häufigkeit der Wetterwechsel. Gerade noch scheint die Sonne, wenige Augenblicke später wird es beinahe vollständig dunkel und ein schweres Unwetter bricht los.

Bei schlechtem Wetter kämpft es sich deutlich schwerer, das gilt allerdings auch für unsere Gegner. © Ubisoft

Das passiert nicht nur überraschend, sondern manchmal auch mehrfach innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit. Besonders während eines Gefechts oder auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel kann das Wetter dadurch eher lästig als beeindruckend wirken.

Etwas längere Übergänge und seltenere Extremereignisse hätten der Glaubwürdigkeit gutgetan. So wirkt es gelegentlich, als wolle das Spiel seine spektakuläre Wettertechnik unbedingt in regelmäßigen Abständen präsentieren.

Technisch überzeugend, aber nicht überall frei von Altlasten

Der Wechsel auf die aktuelle Anvil-Engine macht sich nicht ausschließlich durch die Grafik bemerkbar. Animationen, Beleuchtung und Umgebungsdetails liegen deutlich über dem Niveau eines klassischen Remasters. Auch die Übergänge zwischen Seefahrt, Landgang und Kämpfen wirken größtenteils flüssig.

Trotzdem steckt unter der prachtvollen Oberfläche weiterhin das Grundgerüst eines Spiels aus dem Jahr 2013. Das zeigt sich insbesondere bei wiederkehrenden Aufgaben, einigen eher starren Missionsabläufen und der künstlichen Intelligenz.

Gegner reagieren nicht immer glaubwürdig auf Edwards Verhalten. Manchmal entdecken sie euch sehr schnell, in anderen Situationen ignorieren sie auffällige Aktionen in unmittelbarer Nähe. Auch beim Klettern wählt Edward gelegentlich nicht exakt die beabsichtigte Kante oder springt in eine andere Richtung als erwartet.

© Ubisoft

Diese Probleme haben meinen Spielspaß nicht entscheidend beeinträchtigt. Sie verhindern aber, dass sich „Resynced“ durchgehend wie ein vollständig neues Spiel anfühlt.

Positiv hervorzuheben sind die zahlreichen Komfortverbesserungen. Das modernisierte Interface, die flüssigere Steuerung und die überarbeiteten Missionen senken die Einstiegshürde erheblich. Genau deshalb ist diese Fassung für Neulinge wie mich so interessant.

Auf den Mehrspielermodus des Originals verzichtet Ubisoft vollständig. „Black Flag Resynced“ ist ein reines Einzelspieler-Abenteuer. Wer vor allem Edwards Geschichte und die offene Karibik erleben möchte, dürfte das problemlos verschmerzen. Fans des damaligen Multiplayers sollten den fehlenden Modus jedoch kennen.

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Patrik Hasberg

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.
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