Arc Raiders hat sich seit dem Release im Oktober 2025 auf PS5, Xbox Series und PC zu einem echten Dauerbrenner im Extraktions-Shooter-Genre entwickelt. Bis Februar 2026 wurden laut Embark mehr als 14 Millionen Einheiten verkauft. Umso spannender ist jetzt der Blick hinter die Kulissen: Studio-CEO Patrick Söderlund hat in einem Interview genauer erklärt, wie das Projekt auf AAA-Niveau entstehen konnte, obwohl es offenbar mit deutlich weniger Geld und Personal auskam als viele Genre-Konkurrenten.
Im Zentrum steht dabei eine klare Ansage: Nicht die Teamgröße soll über Qualität entscheiden, sondern die Produktionsweise. Embark habe traditionelle Abläufe hinterfragt, neue Tools eingeführt und die Pipeline so umgebaut, dass ein modernes AAA-Spiel effizienter entsteht. Dazu kommt ein KI-Einsatz, der laut Söderlund vor allem als Entwicklungswerkzeug gedacht ist und nicht als Ersatz für Menschen.
AAA-Qualität durch neue Produktionspipelines
Wie kann ein AAA-Spiel mit deutlich weniger Budget entstehen? Eine konkrete Zahl für das Entwicklungsbudget nannte Söderlund nicht. In der Branche kursierte jedoch eine Schätzung, die inklusive Marketing von Gesamtkosten im Bereich von umgerechnet rund 70 Millionen Euro ausgeht. Für große Produktionen wäre das eher am unteren bis mittleren Ende der Skala.
Für Embark sei das aber weniger eine Frage des Sparens an falscher Stelle, sondern eine bewusste Entscheidung gegen historisch gewachsene Arbeitsweisen. Söderlund betonte, dass viele Prozesse in der Spieleentwicklung lange Zeit als Standard galten, obwohl neue Technologien heute schnellere und flexiblere Alternativen ermöglichen.
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Es geht nicht um die Anzahl der Mitarbeitenden. Unser Ziel ist, in unseren Produkten eine Qualität und Tiefe zu erreichen, die mit der anderer Teams vergleichbar ist, aber mit deutlich weniger Personal.
Der Anspruch dahinter: Im AAA-Bereich mithalten, aber mit einer Struktur, die Zeit und Kosten drückt. Söderlund formulierte es im Gespräch so, dass Embark am Ende womöglich mit etwa einem Viertel des Budgets auskommen könne, das bei vielen vergleichbaren Großprojekten üblich ist.
Umgebungen schneller bauen durch Daten, Automatisierung und Photogrammetrie
Welche konkreten Schritte wurden bei der Content-Produktion verändert? Söderlund nannte als greifbares Beispiel den Aufbau von Landschaften und Umgebungen. Klassisch läuft das oft als lange Kette aus mehreren Abteilungen, die nacheinander arbeiten. Dazu gehören typischerweise diese Schritte:
- Konzeptzeichnungen erstellen
- 3D-Modelle anfertigen
- Landschaft modellieren
- Vegetation, Gebäude und Objekte platzieren
Embark versucht laut Söderlund, Teile dieser Kette zu automatisieren oder zu vereinfachen. Genannt wurden unter anderem Photogrammetrie, prozedurale Generierung und externe Datenquellen wie topografische Informationen aus Kartenmaterial. Die Idee dahinter: weniger manuelle Wiederholungsarbeit, schnellere Iterationen und ein Levelbau, der trotzdem hochwertig aussieht.
Dass das nicht nur Theorie ist, zeigt der Erfolg des Spiels nach dem Launch. Der visuelle Eindruck und die Umgebungsdichte gehören für viele Fans zu den auffälligsten Stärken von Arc Raiders, obwohl Embark intern klar auf Effizienz getrimmt hat.
KI-Einsatz als Werkzeug, nicht als Ersatz
Wofür nutzt Embark KI bei Arc Raiders konkret? Laut Söderlund ist KI vor allem ein Produktionswerkzeug für Tests und Varianten während der Entwicklung. Das betrifft auch Dialoge: Man kann intern unterschiedliche Zeilen ausprobieren, ohne sofort Sprecher buchen und Aufnahmen finalisieren zu müssen.
Wir sehen das in erster Linie als Produktionswerkzeug. Wir können intern Dinge testen. Wir können 15 verschiedene Dialogzeilen testen, ohne sie aufzunehmen, und wissen dann, was wir aufnehmen müssen.
Wichtig ist dabei: Embark setzt weiterhin auf professionelle Sprecher. Nach dem Release wurden sogar einige Dialoge mit echten Schauspielern neu aufgenommen, wodurch das Spiel inzwischen weniger KI-generierte Stimmen enthalten soll als zum Verkaufsstart. Söderlund begründete das schlicht mit dem Qualitätsunterschied.
Ein professioneller Schauspieler ist besser als eine KI. So einfach ist das.
Zusätzlich ist von lizenzierten Stimmen für Text-to-Speech die Rede, die vor allem bei weniger wichtigen Dialogen oder Systemmeldungen genutzt werden können. Für die Hauptqualität setzt Embark aber sichtbar auf menschliche Performances und bezahlte Studioarbeit.
So geht es mit Arc Raiders weiter
Welche Inhalte sind für kommende Updates geplant? Embark will Arc Raiders weiter mit Updates versorgen. Genannt wurden neue Gegner, zusätzliche Orte und kosmetische Inhalte. Parallel dazu arbeitet das Team daran, Produktionsprozesse weiter zu optimieren und bestehende Inhalte anzupassen.
Der spannende Kern an Söderlunds Aussagen: Arc Raiders dient Embark offenbar auch als Blaupause dafür, wie sich AAA-Produktionen künftig organisieren lassen, ohne dass Budgets und Entwicklungszeiten weiter explodieren.
Wie seht ihr den Ansatz: Ist KI als internes Produktionswerkzeug der richtige Weg, wenn am Ende weiterhin Menschen die entscheidenden kreativen Rollen übernehmen? Schreibt eure Meinung dazu gern in die Kommentare.




