The Witcher 3: Wild Hunt Remastered verändert mehr als die Grafik. CD Projekt Red hat Geralts Bewegungen, die Kämpfe und den Fähigkeitenbaum überarbeitet. Woher die Idee für die neue Charakterentwicklung kommt, erklärt Entwickler Paweł Sasko in einem Interview mit VGC: Das Team hat auf seine Erfahrungen mit dem großen Update 2.0 für Cyberpunk 2077 zurückgegriffen.
Sasko war am damaligen Umbau von Cyberpunk 2077 beteiligt und beriet nun das Team des Witcher-Remasters. Vor der Überarbeitung hätten die Entwickler geprüft, welche Teile von The Witcher 3 aus heutiger Sicht weniger gut funktionieren und was Spieler und Presse über Jahre hinweg kritisiert haben. Dabei sei vor allem das Gameplay aufgefallen. Die Geschichte und die Figuren hätten ihre Wirkung behalten, während Kampf und Charakterentwicklung Verbesserungen vertragen konnten.
Mehr aktive Fähigkeiten für Geralt
Beim neuen Fähigkeitenbaum ging es dem Team nicht darum, das System aus Cyberpunk 2077 einfach zu kopieren. Sasko beschreibt vielmehr einen ähnlichen Denkprozess: Welche Kombinationen von Fähigkeiten fühlen sich beim Spielen gut an, und welche unterschiedlichen Builds funktionieren über das Hauptspiel und die Erweiterungen hinweg?
Eine konkrete Lehre betrifft das Verhältnis von aktiven und passiven Fähigkeiten. Im ursprünglichen The Witcher 3 habe es aus Saskos Sicht zu viele passive Verbesserungen gegeben. Für das Remaster wollte das Team mehr Fähigkeiten schaffen, deren Wirkung Spieler unmittelbar im Kampf erleben. Diese Überlegung soll auch für die 2027 angekündigte Erweiterung Songs of the Past tragen.
Trotzdem zieht Sasko eine Grenze beim Vergleich mit Cyberpunk 2077. Dort war die Möglichkeit sehr unterschiedlicher Spielstile von Anfang an Teil des Konzepts. In The Witcher 3 spielt ihr dagegen immer Geralt, dessen Kampfstil und Fähigkeiten bereits eine klare Grundlage haben. Unterschiedliche Builds sind nun stärker möglich, aus dem Hexer wird dadurch aber keine völlig frei gestaltbare Figur. Sasko hält den Vergleich mit Cyberpunk 2.0 deshalb für passend, erwartet beim Remaster jedoch keinen ebenso tiefgreifenden Wandel.
Auch Kämpfe und Plötze wurden überarbeitet
Der Fähigkeitenbaum ist nur ein Teil der Änderungen. CD Projekt Red hat laut Sasko auch Geralts Animationen, Finisher und Bewegungen beim Erkunden angepasst. Plötze erhält ebenfalls neue Verhaltensweisen. Schon vor dem Release hatten wir die wichtigsten Neuerungen des kostenlosen Remasters zusammengefasst.
Die Erfahrungen mit Cyberpunk 2077 flossen außerdem in die Technik ein. Sasko verweist auf die Arbeit mit Nvidia, AMD und Intel an Upscaling-Verfahren sowie auf Verbesserungen bei Wolken, Wetter, Reflexionen und Raytracing. Für das Remaster wurden solche Entwicklungen zurück in die Technik von The Witcher 3 übertragen.
Über einen neuen Fähigkeitenbaum hatte das Team nach Saskos Aussage bereits während des Next-Gen-Updates von 2022 gesprochen. Damals fehlten allerdings Zeit und Personal für einen größeren Umbau. Mit dem Remaster konnte CD Projekt Red die Idee nun umsetzen und zugleich eine Grundlage schaffen, auf der Songs of the Past aufbaut. Die neue Erweiterung ist für 2027 geplant.
Habt ihr den überarbeiteten Fähigkeitenbaum schon ausprobiert? Merkt ihr beim Spielen einen deutlichen Unterschied zum ursprünglichen The Witcher 3?
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