PlayNation Test Mirror's Edge Catalyst

Mirror's Edge Catalyst - Über den Dächern der gläsernen Stadt

Von Dustin Martin - Test vom 08.06.2016 - 19:33 Uhr
Mirror's Edge Catalyst Screenshot

Gameplay - Jede Freiheit hat seine Grenzen

Als Mirror's Edge vor acht Jahren erschien, setzte es neue Maßstäbe, was die spielerische Freiheit und das Gefühl der Unantastbarkeit betraf. Noch nie riss ein Videospiel den Rezipienten so sehr mit in eine Welt, wie es Mirror's Edge tat. Als Electronic Arts den Nachfolger, um den es in diesem Test geht, mit spektakulären Tönen ankündigte, waren die Erwartungen groß und der Zweifel noch viel größer.

Heute wissen wir: Mirror's Edge Catalyst könnte einem Sequel würdiger nicht sein. Trotz der scharfen Kritik zur Story gelingt es dem Titel, das Niveau von damals zu halten. Er schafft das, was seit dem ersten Teil kein anderes Spiel geschafft hat: Freiheit in ihrer vollsten Form zu präsentieren und den notwendigen Kampf um sie erlebbar zu machen.

Systemanforderungen für PC enthüllt: Entwickler DICE hat die offiziellen Systemanforderungen zu Mirror's Edge Catalyst bekannt gegeben. PC-Spieler werden für den Titel etwas höheren Arbeitsspeicher brauchen als man es bislang gewohnt ist.

Bewegung ist alles

Gründe dafür lassen sich viele finden. Auf der einen Seite gibt uns DICE eine neue Steuerung mit auf den Weg, die leicht zu erlernen ist. Andererseits baut die gesamte Gameplay-Mechanik auf Bewegung auf: Wenn uns Gegner sehen, können sie uns nicht treffen, solange wir nicht stillstehen. Beim reinen Laufen zu einem Ziel begleitet uns ein wortwörtlicher roter Faden durch die Stadt (der für erfahrene Spieler ausschaltbar ist). Nebenmissionen bestehen zumeist aus abwechslungsreichen Wegfinder-Rätsel oder anspruchsvollen Wettrennen samt Online-Bestenliste.

Was uns an Mirror's Edge Catalyst auch gefallen hat, ist das Entdecken der Missionen während unserer Reise. Das nimmt der Geschichte teils auch das Gefühl des Aufgesetzten. Während wir über die architektonischen Meisterwerke der dystopischen Zukunft wandeln, finden wir ganz von selbst Nebenmissionen oder versteckte Sammelobjekte.

Aufgezwungene Präzision zum Scheitern verurteilt

Unser Lob muss jedoch einige wichtige Stellen auslassen. So verlangt uns die Steuerung, sowohl mit dem Controller als auch mit Maus und Tastatur, eine Präzision ab, die manchmal frustrierender nicht sein könnte. Zwar ist sie, wie anfangs erwähnt, sehr einfach zu lernen, an einigen Passagen müssen wir unsere Sprünge aber zeitlich so genau abstimmen, dass wir entweder herunterfallen oder beim exakten Zielen die Dynamik verlieren.

Das gilt insbesondere für den Greifharken, der sich zumeist wunderbar in das Gameplay einbringt, jedoch nur an wenigen Orten zum Einsatz kommen kann. Wir verstehen, dass er woanders das gewollte Parcours-Erlebnis weggenommen hätte, fragen uns aber, ob die Setzung von solcher Grenzen in einem Videospiel, das von seiner spielerischen Freiheit lebt, überhaupt angebracht ist.

Nahkampf in Mirror's Edge Catalyst verfehlt sein Ziel

Kritisch sehen wir auch den Nahkampf. Faith tut sich wegen des Präzisionszwangs zum Teil sehr schwer, die Gegner wirklich zu treffen. Gelegentlich sieht ein Gefecht so aus, als würde sie die Hälfte der Zeit in die Luft schlagen. Die in Mirror's Edge noch genutzten Schusswaffen gibt es nicht mehr, auch das Aufheben Gewehren besiegter Rivalen ist nicht möglich. Dieses System ist überraschend abwechslungsreich, wenn wir den Titel mit anderen Videospielen vergleichen, hätte jedoch noch weiter ausgereift werden müssen.

Gut finden wir an den kampforientierten Missionen das Selbstentscheiden zwischen Taktik, Kampf oder einem Mix aus beidem. Manchmal ist es am Besten, einfach einen alternativen Weg zu erschließen. Die spannendsten Momente entstehen dann, wenn wir nach erfolgreicher Tat vor Wachen oder sogar Helikoptern fliehen müssen. Langweilig wird es nur, wenn wir entweder im Nahkampf mehrmals sterben oder wenn sich die Gegnerwellen so lang ziehen, dass es künstlich wirkt.

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