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„Niemand wollte Kingdom Come“: Warhorse-Mitgründer kritisiert die Angst vor neuen Ideen

Kingdom Come: Deliverance zählt heute zu den bekanntesten Rollenspielreihen. Als Warhorse Studios den ersten Teil finanzieren wollte, sah das ganz anders aus: Laut Mitgründer Martin Klíma sprach das Team mit rund 50 Publishern auf drei Kontinenten. Keiner wollte das historische Rollenspiel übernehmen. Heute sieht Klíma denselben Hang zu bewährten Formeln auch bei großen Reihen von Ubisoft.

Im Interview mit PC Gamer blickt Klíma auf die Anfänge von Warhorse zurück. Die Idee für Kingdom Come war ungewöhnlich: ein großes Rollenspiel im Böhmen des 15. Jahrhunderts, ohne Fantasywesen und ohne einen Auserwählten, der die Welt retten muss. Genau von solchen Heldengeschichten hatte er damals genug.

Rund 50 Absagen für Kingdom Come

Schon die Suche nach einem Investor dauerte laut Klíma zwei Jahre. Schließlich unterstützte Zdeněk Bakala das junge Studio. Mit seinem Geld konnte Warhorse eine Demo entwickeln, allerdings nicht das gesamte Spiel finanzieren. Also ging das Team auf Publisher zu – ungefähr 50 Mal, ohne Erfolg. Erst die Kickstarter-Kampagne brachte die nötige Unterstützung durch mehr als 35.000 Menschen.

Klíma sieht darin ein grundsätzliches Problem: Je mehr ein Spiel kostet, desto schwerer fällt es einem Publisher, auf eine neue Idee zu setzen. Ein historisches Rollenspiel über einen gewöhnlichen Menschen passte damals offenbar nicht zu dem, was die angesprochenen Unternehmen finanzieren wollten.

Was ihn an Ubisoft stört

Auf diese Vorsicht kommt Klíma auch zu sprechen, wenn er über Ubisoft redet. Die ersten Teile von Assassin’s Creed, Far Cry und Watch Dogs hätten ihm Spaß gemacht. Wenn er eine ähnliche Formel aber immer wieder spiele, werde sie für ihn langweilig. Dabei stellt er die Arbeit der Entwickler nicht infrage: Er lobt ausdrücklich die Animationen, Modelle und den technischen Feinschliff der Ubisoft-Spiele. Er wünscht sich, dass dieses Können häufiger in neue Ideen fließt.

Klíma erkennt zugleich an, warum ein Unternehmen mit großen, teuren Reihen vorsichtig ist. Für das finanzielle Risiko habe er keine einfache Lösung. Seine Kritik richtet sich damit gegen die Wiederholung erfolgreicher Konzepte, während er den Druck hinter solchen Entscheidungen nachvollziehen kann.

Warhorse steht mittlerweile an einem anderen Punkt als beim ersten Kingdom Come. Nach dem Erfolg der Reihe arbeitet das Studio, wie bereits berichtet, an einem neuen Kingdom Come-Projekt und einem Rollenspiel in Mittelerde. Dass es dazu kam, war nach den vielen Absagen keineswegs selbstverständlich.

Öffnet in einem neuen Tab

Schreiberling, Spieleentdecker, praktizierender Perfektionist und Mann fürs Grobe. Außerdem laufender Freizeit-Hobbit, der Katzen liebt. – Hunde gehen auch. „Auch sonst eigentlich ganz ok“.

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