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Assassin’s Creed Syndicate: Als weiblicher Schatten durch London

Von Patrik Hasberg - News vom 17.08.2015 16:41 Uhr

Im Rahmen der gamescom in Köln sind wir erstmalig auch mit der Protagonistin Evie Frye über die Dächer von London geturnt, um ein Attentat zu verüben. Spaß hatten wir dabei in jedem Fall, doch stellt sich so langsam auch das Gefühl von Monotonie ein. Ob sich Jacob und Evie gameplaytechnisch wirklich stark unterscheiden und welche neuen Features Ubisoft spendiert, verraten wir euch in unserer Vorschau zu Assassin's Creed Syndicate.

London – wir schreiben das Jahr 1889. Nach der Französischen Revolution, die im Vorgänger Assassin’s Creed Unity thematisiert worden ist, befinden wir uns in Assassin’s Creed Syndicate inmitten der Industriellen Revolution und schlüpfen in die Rolle des Geschwisterpaares Jacob und Evie Frye.

In Syndicate geht der seit Jahrhunderten andauernde Kampf gegen den uralten Geheimbund der Templer in die nächste Runde. Protagonist Jacob soll die Machtverhältnisse aufbrechen und die Gangsterbanden der Templer, die sich überall in der Stadt breit gemacht haben, zurückdrängen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen neue Mitglieder akquiriert werden, damit die eigene Gewerkschaft gestärkt werden kann. Unsere Aufgabe besteht darin, nach und nach zu versuchen, die einzelnen Territorien der Stadt von den Widersachern zu befreien, um so den eigenen Einfluss zu vergrößern.

Während wir auf der vergangenen E3 in Los Angeles mit Jacob per Kutsche innerhalb einer rasanten Verfolgungsjagd durch London brettern durften, bekamen wir im Rahmen der gamescom die Möglichkeit erstmalig Evie steuern zu können. Interessant, da sich laut Ubisoft beide Charaktere stark voneinander unterscheiden. So setzt Jacob eher auf direkte Gewalt sowie auf die Hilfe seiner Straßenbande, während Evie sich als Einzelgängerin vor allem Tücke und Schleichtalente zu Eigen macht.

Das Ziel der gamescom-Demo besteht darin, gemeinsam mit Evie in kein geringeres Gebäude als den Tower of London einzudringen und dort unsere Zielperson, eine gewisse Lucy, auszuschalten. Wie wir dabei vorgehen, liegt wie in der Serie üblich, in unserer Hand.

Innerhalb einer Mission verkleinert sich übrigens das Areal, in dem wir uns frei bewegen können, was sich gerade für Anfänger als deutlich übersichtlicher herausstellt.

Auf leisen Sohlen

Da Evie eher still und heimlich vorgeht, sieht der Inhalt ihres Inventars ebenfalls dementsprechend aus. Zur Verfügung stehen uns beispielshalber verschiedene Arten von Granaten sowie einige Wurfmesser, mit denen sich Gegner beinahe lautlos ausschalten lassen. Besonders interessant ist aber der Stealth Mode der jungen Assassinin. Bleibt Evie regungslos stehen, ist sie schon nach kurzer Zeit nahezu unsichtbar, bis ein Gegner in der direkten Umgebung in ihre Richtung schaut. Entsprechend gut lässt es sich an Mauern oder Hecken entlangschleichen, um in deren Schatten die eine oder andere Wache passieren zu lassen und unbemerkt voranzukommen.

Wer möchte kann natürlich auch den naheliegenden, aber wohl auch schwierigsten Weg wählen und sich im direkten Nahkampf den Wachen stellen und sich so bis zu der Zielperson vorzukämpfen. Allerdings ist diese Vorgehensweise wenig empfehlenswert, da es in Snydicate ein neues Rangsystem der Gegner gibt. Seid ihr selber also beispielshalber Level sechs und eure Gegner bereits Rang acht, sollte sich möglichst auf keinen offenen Kampf eingelassen werden, da die Gegner euch schlicht hoffnungslos überlegen sind. Schließlich funktioniert ein Stealth-Kill in jedem Fall und ihr spart zudem kostbare Nerven. Als Assassine sollte es sich aber sowieso als selbstverständlich verstehen, dass wir auf ein dezenteres Vorgehen setzen und erst einmal die Umgebung mustern.

Per Adlerperspektive suchen wir also die Gegend ab und erhalten den Hinweis, dass wir uns als weitere Möglichkeit den Generalschlüssel des Wachmanns aneignen können, um so unbemerkt in den Turm zu gelangen. Wir verzichten darauf, an dieser Stelle die weitere Vorgehensweise zu erklären, denn bisher Gezeigtes unterschied sich bis auf einige hinzugekommene Features nur marginal von dem Gameplay von Assassin’s Creed Unity.

Seilwerfer als neues Gadget

Im Zeitalter der Industriellen Revolution sind die Straßen deutlich breiter und die Gebäude wesentlich höher geworden, insofern würde das Emporklettern der Häuser und Fabriken also viel länger dauern, als noch in Unity. Wie gut, dass es nun ein neues Gadget gibt, über das Jacob und Evie frei verfügen können. Ähnlich wie in der Batman-Reihe dürfen wir uns in Syndicate über einen Seilwerfer freuen. Damit können wir nicht nur schneller Gebäude erklimmen, sondern auch Attentate vereinfachen. Dazu spannt ihr einfach ein Seil über den Laufwegen eurer Opfer, um einen neuen Wegpunkt zu schaffen und ihnen von dort oben aufzulauern – praktisch.

Fazit

Patrik Hasberg:

Sowohl die E3- als auch die gamescom-Demo fühlten sich, obwohl wir Syndicate zuvor noch nicht gespielt hatten, sehr vertraut an. Zwar ist das Setting nicht mehr zur Zeit der Französischen Revolution in Paris angelegt, sondern im viktorianischen London inmitten der Industriellen Revolution und wir dürfen uns über eine zusätzliche weibliche Protagonistin sowie verschiedene neue Features und Gadgets freuen, doch so langsam stellt sich so etwas wie Monotonie ein. Die Grafik sieht zwar noch immer super aus und vor allem die Weitsicht weiß zu überzeugen, doch bleibt der bittere Nachgeschmack bestehen, dass der Reihe ein einfacher Tapetenwechsel schlicht nicht mehr reicht.

Trotz vieler eher feiner Änderungen, bleibt Ubisoft dem etablierten Assassin’s Creed-Schema treu und wir bezweifeln einfach mal, dass uns in der fertigen Version noch viele Überraschungen erwarten werden. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen überlegen, der Serie und den Fans eine Pause zu gönnen. Spieler, die von Unity begeistert waren und denen ein Tapeten- beziehungsweise ein Setting-Wechsel reicht, die werden aber auch bei Assassin’s Creed Syndicate wohl wieder bedenkenlos zugreifen können.

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