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Call of Duty: Modern Warfare - Bin ich zu alt für diesen Sch***?

Von Philipp Briel - Artikel vom 20.11.2019 - 16:18 Uhr
Call of Duty: Modern Warfare Screenshot
© Activision/Infinity Ward

„Call of Duty: Modern Warfare“ ist in aller Munde. Der neueste Ableger der Shooter-Reihe verkauft sich wie geschnitten Brot und gehört zu den aktuell am meisten gestreamten Spielen. Doch mir will das Spiel einfach keinen Spaß machen, bin ich etwa zu alt?

Die Shooter-Reihe von Activision kann bereits viele Höhen und Tiefen aufweisen, der neueste Ableger Call of Duty: Modern Warfare gehört aber zweifelsohne zu den besten modernen Ablegern. Nach rund drei Wochen mit dem Shooter will bei mir aber einfach kein Spielspaß aufkommen, bin ich etwa schon zu alt für diesen Sch***?

Call of Duty: Modern Warfare Call of Duty: Modern Warfare Mehr Realismus, mehr Umfang, aber auch mehr Spaß? - Test

Rückblick: Damals war alles besser?

Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen. Das legendäre „Call of Duty 4: Modern Warfare“ sollte das Genre der Multiplayer-Shooter für immer verändern. Ich spiele die Reihe seit dem ersten Teil, habe keinen Ableger ausgelassen, doch Teil Vier wird mir für immer in wohliger Erinnerung bleiben.

Damals war ich auf der Xbox 360 unterwegs, spielte den Shooter als Teil eines Clans mit einem festen Team, habe hunderte Clanwars gespielt. Ich habe das Spiel geliebt, für mich war es der perfekte Shooter. Die Karten waren hervorragend designt – nicht zu offen und nicht zu verwinkelt. Ich wusste sogar, über welche Mauer ich auf Overgrown wann eine Granate werfen musste, um die frisch gespawnten Gegner auszuschalten. Ich wusste, wann und wo ich auf Strike durch den Zaun schauen müsste, um die Feinde zu überraschen – nahezu alle Kniffe auf den Karten waren mir bekannt, nicht ohne Grund gehörte mein Team zu den besten Konsolenclans Deutschlands.

Ich war damals 20 Jahre alt und steckte mitten in meiner Berufsausbildung. Ich war jung, hatte Zeit und gute Reaktionen. Keine Ahnung wie viele Stunden ich im Multiplayer verbracht habe, aber es dürfte garantiert ein vierstelliger Betrag gewesen sein. „Call of Duty 4“ wird für immer mein Lieblingsteil sein, denn für mich war das Spiel nahe an der Perfektion. Vielleicht lag es aber nicht nur am Spiel selbst, sondern auch an mir.

© Activision/Infinity Ward

Die ersten Stunden mit Call of Duty: Modern Warfare

Doch wie das nun einmal so ist: Das Leben verändert sich und irgendwie wird man ja auch nicht jünger. Nie wieder habe ich so viele Stunden mit einem der Shooter verbracht, nach dem gelungenen „Modern Warfare 2“ gab es ja auch nur noch wenig Anlass dazu.

Doch dann kam „Call of Duty: Modern Warfare“. Nachdem mir die letzten Ableger nur wenig Freude bereitet hatten, war ich von der angepriesenen Rückkehr zu den Wurzeln der Reihe äußerst angetan und auch die Beta hat mir gut gefallen.

Mit dem Multiplayermodus des finalen Spieles werde ich, selbst jetzt knapp drei Wochen nach Release, aber einfach nicht warm. Gründe dafür gibt es viele und nicht alle davon liegen bei mir. Tatsächlich ist die Rückkehr zu den Wurzeln aber relativ gut geglückt.

„Call of Duty: Modern Warfare“ fühlt sich an wie eine Mischung aus dem Gameplay, für das ich die Reihe so liebe und einer modernen Neuinterpretation, die aber eben nicht vollends geglückt ist.

Ich bin froh darüber, dass die Spezialisten weggefallen sind, dass es keine hyper-futuristischen Walljumps mehr gibt und dass die klassischen Killstreaks ein Comeback feiern. Aber es gibt auch mindestens genauso viel, was mich tierisch nervt.

© Activision/Infinity Ward

Das vielleicht größte Problem sind die Maps

Eines muss man jedoch von vorneherein festfallen: „Call of Duty: Modern Warfare“ ist beileibe kein schlechtes Spiel. Schon zum Release lieferte Entwickler Infinity Ward ein relativ rundes und stimmiges Gesamtpaket ab.

Als modernes Live-Service-Spiel wird sich der Titel auch im Laufe der Zeit immer wieder verändern und hoffentlich sogar neu erfinden. In meinen Augen hat das Spiel das aber auch nötig. Das vielleicht größte Problem stellen für mich die neuen Maps dar.

Die Idee dahinter, sich vom klassischen 3-Lane-Design verabschieden zu wollen, mag zwar löblich sein, funktioniert in meinen Augen in der dargebotenen Form allerdings nur bedingt. Ich finde die neuen Maps einfach nicht gut.

© Activision/Infinity Ward

Das beginnt bereits beim Design, denn für mich sind die Karten viel zu verwinkelt und bieten daher Campern zu viel Raum. Gefühlt liegt doch hinter jeder Absperrung ein anderer Spieler am Boden, der sich im Laufe der Runde keinen Millimeter bewegt.

Die Hoffnung dass meine Teamkameraden auf öffentlichen Servern irgendwie den Missionszielen nachgehen, habe ich schon lange begraben, aber ein dermaßen monotones Gecampe habe ich schon lange nicht mehr erlebt. In Kombination mit der niedrigen TTK sorgt das regelmäßig für Frust, wenn ich versuche, in Herrschaft einen Punkt zu erobern und ständig von Campern erledigt werde.

Zumal das Design und Balancing der Karten noch immer nicht wirklich funktioniert. Auf Piccadilly ist es beispielsweise noch immer möglich, das Gegnerteam in den Spawn zurückzudrängen und dort festzunageln. Ein erster Patch schaffte hier immerhin Abhilfe, doch Großbaustellen gibt es noch mehr als genug.

© Activision/Infinity Ward

Euphrates Bridge, die Karte, die ich am wenigsten mag, ist ein weiteres gutes Beispiel dafür. Die Idee dahinter ist durchaus gelungen. Warum aber spawnt ein Team deutlich näher an der Brücke als das andere und ist dementsprechend immer im Nachteil? Hier wünsche ich mir das alte Kartendesign von Crash, Vacant und wie sie alle heißen zurück.

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