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Allgemein: Item-Shops: Kaufrausch bis Gruppenzwang!

Von Redaktion PlayCentral - News vom 28.05.2011 11:41 Uhr

Kostenfrei herunterladen, ohne monatliche Kosten spielen. Mit diesem Slogan werben viele Publisher für ihre „Free-2-Play" Rollenspiele. Dass diese Aussage nur teilweise stimmt, wissen viele Spieler nur zu gut. Oft werden solche Spiele durch einen so genannten Item-Shop finanziert, in dem sich die Spieler Prestige-Items kaufen können. Und das für echtes Geld. Mehrmals wird diese Methode scharf kritisiert. Viele Spieler beklagen sich, man würde ihnen mit Lockangeboten das Geld aus der Tasche ziehen. Stimmt das wirklich? Unser Redakteur Christian 'Hijuga' Liebert hat sich mit dieser Problematik auseinandergesetzt und fragt sich nun „Was ist wirklich dran an der Item-Shop-Kritik"?

Was ist eigentlich ein Item-Shop?

Seit mehr als einer Dekade überrennen die Online-Rollenspiele den internationalen Spielemarkt. Mittlerweile tauchen sie schon überall auf. Egal ob in der Internet-Werbung, in Zeitschriften oder im Fernsehen. Die Flut der MMOs ist nicht aufzuhalten und begeistert Millionen Spieler auf der ganzen Welt. Während man früher noch alleine vor seiner Kiste hockte und auf die Bildröhre starrte, macht man dies nun mit vielen anderen Menschen zusammen. Vernetzt über das Internet.

Als World of Warcraft im Jahre 2004 erschienen ist, war es noch üblich eine monatliche Gebühr für diese Art von Spielen zu bezahlen. Und genau hier liegt der berühmte Hase im Pfeffer. In Zeiten wirtschaftlicher Depression ist nicht jeder in der Lage so viel Geld abzudrücken, andere wollen es prinzipiell nicht. Damit die Spieler mit schlankem Geldbeutel dennoch eine Möglichkeit haben, an so einem Online-Spektakel teilzuhaben, wurde schon vor vielen Jahren ein alternatives MMORPG-Model eingeführt: das so genannte „Free-2-Play-Model".

RunesOfMagic_ChapterIV (24)So leer sind die Dörfer von Runes of Magic nur bei geschlossenem Server – denn das Attribut "kostenlos" macht das MMORPG zu einem waschechten Hit.

Solche Spiele werden als Gratis-Games beworben, die man sich kostenfrei herunterladen und ohne regelmäßige Gebühren zocken kann. Zu den beliebtesten unter ihnen zählen Runes of Magic, Rappelz, Last Chaos, Der Herr der Ringe: Online und der frischgebackene Hack-’n-Slay-Metzler Mythos. Doch wie finanziert sich so ein kostenloses Online-Rollenspiel? 

Das Codewort lautet Micropayment und bezeichnet den digitalen Erwerb von Zusatzinhalten. Eine der beliebtesten Micropayment-Methoden ist der Item- bzw. Cash-Shop. Ein nicht-reales Geschäft, in dem man diverse Prestige-Gegenstände für echtes Geld erwerben kann.

So erhält man unter anderem mehr Erfahrungspunkte, spezielle Kostüme, Mounts und teilweise sogar Erweiterungen für die eigene Ausrüstung. Die Palette an Möglichkeiten ist gewaltig und variiert von Spiel zu Spiel. Der Kauf dieser Items ist allerdings optional und jeder User kann frei entscheiden, ob er sich an diesem Angebot bedient. Dennoch schlagen solche Geldeinnahmequellen vielen Usern bitter auf den Magen. Auch wenn viele Titel als „kostenlos" angepriesen sind, kommt man doch schnell in die Situation ein paar Euros zu investieren.

Also ziehen uns die Publisher das Geld aus der Tasche?

Für viele Spieler ist klar: Die Betreiber solcher „Free-2-Play" MMOs sind alle nur Geldgeier, die dem armen User um sein letztes Erspartes bringen wollen. So ganz falsch ist diese Annahme natürlich nicht, nur sollte man sich im Klaren sein, über was bzw. wen man da eigentlich spricht. Ein Publisher ist in erster Linie immer ein wirtschaftliches Unternehmen, dessen Hauptaugenmerk natürlich darin besteht, selbst über die Runden zu kommen. Es liegt also immer im Interesse des Betreibers, Geld mit seinen Spielen zu verdienen. Die alte Volksweisheit „Es wird einem nichts geschenkt!" bewahrheitet sich demnach immer wieder.

allods-onlinePrall gefüllte Item-Shops mit zahlreichen Kategorien – nicht nur in Allods Online eine Notwendigkeit, um die Entwicklung und den Betrieb zu finanzieren.

Natürlich sollte der Anbieter solcher Internet-Abenteuer seinen eigentlichen Kunden niemals aus dem Auge verlieren. Dieser ist nämlich ziemlich schnell weg, wenn ihm das Spiel nicht mehr gefällt. Ganz wichtig ist hier das Balancing zwischen Gratis-User und Bezahl-Spieler. Der Gratis-User möchte natürlich keine Benachteiligung gegenüber dem Bezahl-Spieler haben, wobei eben dieser etwas mehr für sein Geld bekommen will. Eine ziemlich kniffelige Angelegenheit, die bisher nur wenige Betreiber elegant lösen konnten.

Viele Publisher kurbeln die Geldleier noch zusätzlich durch Spezialangebote an. Oft werden dann, über einen gewissen Zeitraum, verschiedene Items günstiger verkauft. Oder man erhält mehr Item-Shop-Währung für das gleiche Geld. Bei diesen Angeboten kann man schnell in eine Art Kaufrausch kommen. Fakt ist, dass viele Spieler monatlich mehr Geld über das Micropayment ausgeben, als sie für ein regelmäßiges Abonnement zahlen müssten. Die Betreiber leben auch sehr gut davon. Wenn ein Spiel erst mal richtig läuft, lässt sich da schon einiges an Gewinn machen.

world_of_warcraft_cataclysm-4Haben Spieler von World of Warcraft mehr zu lachen? Manchmal gibt man in ‚kostenlosen‘ Games mehr als für ein Abo aus.

Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist Der Herr der Ringe: Online. Nachdem der Titel jahrelang einen mittelmäßigen Erfolg hatte, wurde das System Ende 2010 auf „Free-2-Play" umgestellt. Seither sind die Spielerzahlen und die Einnahmen um das Dreifache gestiegen. Dass ein solches Model für den Betreiber sehr lukrativ ist, steht also außer Frage.

Sind die Spieler immer nur die Opfer?

Nicht im jeden Fall ist es nur der Betreiber, der die Spieler in seine Shops zwingt. Sondern manchmal auch der Spieler selbst.

Um mithalten zu können muss man das beste Gear haben, was es aktuell zu erbeuten gibt. Wer mit dabei sein will, muss zahlen oder er wird zuhause gelassen. Gerade in den belebteren „Gratis-Spielen" fordern die großen Gilden und Gruppen von ihren Mitstreitern die Cash-Shops zu benutzen. Dabei ginge es auch ohne. Aber warum heilen, wenn man auch einfach mehr Schaden machen kann? Und Spieler, die nicht umfallen sind sowieso immer die bessere Wahl. Als Free-User kann man da oft nicht mithalten und wird so außen vor gelassen. So was kann einem schon ganz schön die Lust auf das Spiel vermiesen.

Zum Glück aber ist es nicht immer so. Wenn man ein bisschen sucht, findet man auch oft Spieler-Gruppen, die sich auf das richtige „Free-2-Play" spezialisiert haben. Es ist natürlich nichts falsch daran, dem Publisher ein wenig Geld zukommen zu lassen und das Spiel so zu unterstützen. Man sollte sich aber nicht durch den Gruppenzwang von übereifrigen Spielern in den Cash-Shop zwingen lassen. Am Ende macht man sich so nur sein Spiel kaputt und das kann weder im Interesse des Betreibers, noch im Interesse der Spieler liegen.

Die Qual der Wahl

Wie man sieht, gibt es also zwei Kräfte, die auf den Spieler wirken. Einerseits die Betreiber und ihr nachvollziehbares Streben nach wirtschaftlichem Gewinn und andererseits die Community, die Anforderungen an ihre Mitglieder stellt. Der Einzelne muss für sich entscheiden, welchen Weg er geht, zumal es auch genügend andere gibt, die ihre Abenteuer ohne Item-Shop-Gegenstände beschreiten – man muss diese Leute nur finden oder sich entsprechend organisieren. Dann gibt es in einigen Fällen Spaß auch ohne Kosten.

teemo_cottontailLeague of Legends als Paradebeispiel für gelunge Item-Shops? Ob süße Skins wie dieses oder weit härtere – Aussehen gibt’s nur gegen Geld.

Schön wäre es natürlich, fänden Modelle wie League of Legends mehr Anklang. Dafür wären nur wirklich hochwertige Angebote nötig, die zwar keinen waschechten Bonus liefern, aber durch ihr Prestige anlocken. Es muss auch nicht immer nur um die Veränderung des Aussehens des Charakters an sich gehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einzelnen Upgrades für fette Waffenskins oder Skins für Mounts. Statt ‚nem ollen Pferd‘ gäbe es dann vielleicht einen feurigen Drachen mit den gleichen Attributen. Der Reiz zum Kauf wäre bei vielen bestimmt geweckt.

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