Blizzard hat seine Haltung zu geteilten Gegnermarkierungen und Beute in World of Warcraft: Forever klargestellt. Das neue Online-Rollenspiel wird in der offenen Welt am klassischen Tagging-System festhalten. Wer einen Gegner zuerst angreift, sichert damit grundsätzlich die Questanrechnung und mögliche Beute für sich oder die eigene Gruppe.
Damit unterscheidet sich Forever bewusst vom modernen World of Warcraft und von Midnight. Dort können mehrere unabhängige Abenteurer denselben Gegner markieren und anschließend jeweils Fortschritt oder Belohnungen erhalten. Gerade in überfüllten Questgebieten verhindert das lange Wartezeiten, nimmt laut Blizzard aber auch einen Teil der sozialen Reibung aus der Welt.
Blizzard setzt auf Zusammenarbeit
Warum verzichtet World of Warcraft: Forever auf geteiltes Tagging? Senior Game Designer Josh Greenfield erklärte in einer Diskussion mit den Content Creators GingiTV und Nobbel87, dass sich das Team in diesem Punkt klar festgelegt habe. Die Konkurrenz um bestimmte Kreaturen soll die Community dazu bewegen, spontan Gruppen zu bilden und gemeinsam an Questzielen zu arbeiten.
Bei diesem Punkt müssen wir die Linie halten.
Das System orientiert sich damit stark an WoW Classic. Treffen mehrere Fans auf denselben wichtigen Questgegner, sollen sie nicht wortlos nebeneinander kämpfen, sondern miteinander kommunizieren und sich zusammenschließen. Blizzard nimmt dafür bewusst in Kauf, dass stark frequentierte Aufgaben zeitweise unbequemer ausfallen können.
Principal Game Designer Johnny Cash bestätigte zugleich, dass das Entwicklerteam mögliche Problemstellen beobachten werde. Sollten einzelne Quests durch lange Wiedererscheinungszeiten, eine geringe Gegnerzahl oder andere Engpässe unnötig frustrierend werden, seien gezielte Anpassungen möglich. Geteiltes Tagging betrachtet Blizzard jedoch nicht als geplante Lösung.
Forever verbindet Classic mit modernen Funktionen
Welche modernen Neuerungen übernimmt Forever trotzdem? Trotz der bewussten Nähe zu Classic verzichtet Blizzard nicht vollständig auf zeitgemäßen Komfort. Die Beta bietet eine offizielle Gamepad-Unterstützung, bei der bis zu 32 Aktionen über Kombinationen aus Schultertasten, Steuerkreuz und Aktionstasten belegt werden können. Das System erinnert deutlich an die Cross-Hotbar aus Final Fantasy 14.
World of Warcraft: Forever spielt in einer neu erdachten Version des ursprünglichen Azeroth. Die Welt folgt einer alternativen Entwicklung, in der später bekannte Erweiterungsereignisse nicht stattgefunden haben. Dadurch können bislang unzugängliche oder nur angedeutete Regionen wie der Hyjal und die magische Stadt Dalaran erkundet werden. Mit den Himmelsgeborenen kommt außerdem ein neues spielbares Volk für Horde und Allianz hinzu.
Die geschlossene Beta läuft noch bis zum 21. Oktober 2026. Der weltweite Start erfolgt in Deutschland am 5. November 2026 um 00:00 Uhr MEZ. Bis dahin dürfte Blizzard weitere Rückmeldungen auswerten, ohne dabei das zentrale Ziel aus den Augen zu verlieren: Azeroth soll wieder stärker als soziale Welt funktionieren, in der zufällige Begegnungen und spontane Gruppen einen wichtigen Teil des Abenteuers bilden.
Wie steht ihr zur Entscheidung gegen geteiltes Tagging? Freut ihr euch auf mehr Zusammenarbeit oder befürchtet ihr unnötigen Frust bei begehrten Questgegnern? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.
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